Zuhören ist eine Tugend

In diesem Beitrag erinnere ich an einen Mann, der eine Reizfigur war, ein höchst umstrittener Politiker. In politischen Erregungszeiten wie diesen, muß man zwingend daran erinnern, dass die Besonnenheit, der Respekt und das Augenmaß bei der Beurteilung von Andersdenkenden, das Maß der Dinge sein sollte. Heute, mit großem Abstand betrachtet, hören sich die Worte der einstmals geschmähten oder gar verhassten Person und deren damalige Einschätzungen über die aus ihrer Sicht unbedingt notwendige DNA eines Politikers, fast wie ein Mahnschreiben an die heute verstandesmäßig verzwergten Parteiarbeiter an. Hören Sie hier ein spannendes Interview; geführt von Günter Gaus mit Franz-Josef Strauß.  Erfahren Sie, warum ich Gabor Steingart nicht mehr höre und was das Abschalten mit einer Luftpumpe zu tun hat.

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5 Antworten

  1. Franz-Josef Strauß als tugendhafter, moralisierender Politiker? Karriere im 3. Reich. War er nicht der Freund von Diktatoren wie Pinochet? Hat er nicht ständig gegen die Freie Presse (Augstein/Spiegel) gehetzt? Als Politiker in zahllose Affären verstrickt, wegen seiner Kontakte in die Industrie. Wie geschichtsvergessen muss man sein um sich an seiner Rhetorik zu erfreuen.

    1. In Grundzügen gehe ich mit Ihnen mit. Heute, wohlgemerkt heute, haben wir die ganze Angelegenheit um 180° gedreht (!). Wer nicht ‚Links‘ ist, der hat schon verloren. Ich ziehe Parallelen zu den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Zu dieser Zeit ging es nach meinem Verständnis und den Erzählungen meiner Ahnen drunter und drüber. Sodom und Gomorra, Weltwirtschaftskrise. Was dann kam, weiß jeder halbwegs denkende Deutsche……Was haben wir heute? Fast das Gleiche. Das Kapital bestimmt unser Leben. Und das Schlimme, die Linken und ‚Grünen‘ lassen sich willig vor den Karren spannen, weil ja vermeintlich IHRE Interessen vertreten werden. Merkel und ihre Vasallen wissen, was sie tun. Sie nutzen weidlich diese Situation. Ein widerliches Pack.

    2. Form n i c h t. Inhalt wird wohl gemeint sein.

      Umgangsformen und Respekt vor Andersdenkenden

      Natürlich war der Strauß nicht harmlos aber immer noch menschlich also mit Ecken und Kanten.

      Jetzt sind sie Marionetten – Schröder, Genosse der Bosse – und wir können beim Wählen nicht mehr entscheiden.

      Offen zur Schau gestellte Respektlosigkeit die in Haltung und Kontaktschuld gipfelt. Also gar keine Auseinandersetzung mehr. Nur mehr moralinsaurer Einheitsbrei.

      Wir sind zur Ware degradiert.

      Diktatur mit Kinsumversprechen

  2. Ich möchte die politischen Ausrichtungen von Baerbock und Strauß komplett ignorieren und nur den Versuch eines sprachlichen Vergleichs machen.

    Hier die Rede von Baerbock auf dem Grünen-Parteitag. Daran werden Sie und Ihr Redenschreiber lange gefeilt haben. Wohlwissend, dass man Ihr auf die Lippen schaut, halte ich es für wahrscheinlich, dass Sie Ihre Rede dutzendfach vorm Spiegel geprobt hat. Teleprompter? Ich vermute es. Augenscheinlich hat Sie einen Souffleur gehabt, da Sie einen peinlichen, vielleicht sogar Freudschen Versprecher („unsere liberalen Feinde“ statt „Feinde der liberalen Demokratie“) mit etwas Verzögerung und mit Blickkontakt nach außen korrigierte. Auch sonst hatte Baerbock wieder einige Sprachaussetzer. Dass Sie die Bühne mit Deutschlands beliebtestem Kraftwort verließ und dabei vergaß, dass das Mikro noch an ist, rundete die ganze Nummer ab.

    Auf der anderen Seite das Gaus-Interview mit Strauß. Der Umgangston war höflich und sachlich, die Fragen aber durchaus gepfeffert und kritisch. Die Antworten von Strauß waren sprachlich gestochen scharf. Jeder Satz in diesem langen Interview war druckreif. Weder hatte ich das Gefühl, dass Strauß nach Antworten suchen muss, noch hatte ich das Gefühl, dass er einer Frage mit Allgemeinplätzen ausweicht. Ein wenig erinnerte mich das Interview an das von Herrn Langemann mit Hans-Georg Maaßen. Auch der ließ die Fragen jeweils sichtbar sacken, um dann souverän zu antworten.

    Die ARD hat mal alte, deutsche WM-Fußballspiele von 1966, 1970 etc. in voller Länge übertragen. Da wurde mir erst bewusst, wie sehr sich der Fußball in Sachen Tempo, Taktik und Physis geändert hat. Die ARD sollte auch mal alte Gaus-Interviews in voller Länge ausstrahlen. Vielen würde erst dadurch bewusst werden, wie sich das Diskussionsniveau und das intellektuelle Level geändert haben. Nicht zum Guten.

  3. Ein großartiger Beitrag, der der heutigen, von purem Aktionismus ohne großen Tiefgang geprägten politischen Elite eindrucksvoll den Spiegel ihrer Banalität vor Augen führt. Für die nachwachsende Generation sehr zu empfehlen als Vergleichsmaßstab zur Beurteilung der heutigen politischen Klasse. Mit meinem biblischen Alter von 80 Jahren habe ich die Politiker dieses Formats (aus unterschiedlichen Parteien) persönlich erlebt. Ich habe diesen hervorragenden Beitrag sofort meinem 50jährigen Sohn zur intensiven Anschauung empfohlen.

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„Kontroversen sind kein lästiges Übel, sondern notwendige Voraussetzung für das Gelingen von Demokratie." Bundespräsident Dr. h.c. Joachim Gauck a.D., vor nur 5 Jahren in seiner Rede zum Tag des Grundgesetzes.