BILD dir deine Meinung!

Kommentar von Markus Langemann //
Julian Reichelt hat es aus der Kurve getragen. Das kann einem journalistischen Steilwandfahrer durchaus passieren. Bei Herrn Reichelt, dem Herrn des Boulevards, war es am Montag, dem 18.10.21 so weit. So gut. Seitdem laufen Medienticker und Kaffeemaschinen in Medienhäusern heiß, in und an denen über die Causa Reichelt, den Kollegen also, schwadroniert und diskutiert wird. Auf Twitter, der digitalen Dreckschleuder, die gern vom Homo politicus und Homo medialis genutzt wird, ballerten die üblichen digitalen Heckenschützen ihre Häme und Heldenverehrung, je nach Arbeitgeber, über Stunden und über Reichelt ins Netz. Zuvor spekulierten, analysierten und publizierten von der New York Times bis zur FAZ deren Journalisten über den Journalisten. Hat er nun Püppis der Redaktion gepimpert oder nicht? Sind deren Karrieren so in neue BILD-Umlaufbahnen geschossen worden oder noch nicht? Ist die ganze Erzählung die eines Rufmordes aus dem gut sortierten Werkzeugkasten der hauseigenen Boulevard-Truppe? 

Lassen Sie mich einen Blick eine Etage höher werfen. Dort in der bel étage sitzt Herr Döpfner. Dr. Mathias Döpfner ist Musikwissenschaftler, Boss und Fan von Reichelt, ziemlich erfolgreicher Anteilseigner und auch Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE. Zudem Nachbar und Duzfreund von Friede Springer, die natürlich ebenfalls Anteilseignerin ihres Springer-Hauses ist. Jene Springerin pflegt wiederum enge Kontakte zu Frau Merkel. Diese ist gerade noch Bundeskanzlerin. 
Der knatternde Steilwandfahrer und Hochseiltänzer Reichelt fiel in letzter Zeit mit ziemlich messerscharfer Regierungskritik auf, und das bestimmt nicht nur bei Stammleser Bodo im Bagger, sondern auch in den Frauenzimmern von Angela und Friede. 

Laut war er und unbequem, der Julian. Unüberhörbar renitent und regierungskritisch. Dem Döpfner in seinem Dachgeschoss gefiel es so sehr, dass er von dort seinem Kumpel Stuckrad-Barre eine E-Mail schrieb. Privat und leider geleakt. Darin schreibt Döpfner vom letzten mutigen Reichelt-Rebellen gegen „den neuen autoritären DDR-Staat“, wie die FAZ veröffentlichte. 

Also noch mal für Klardenker. Der Boss vom Springer-Konzern von Seiner Gnaden, der Duzfreundin und Springer-Erbin Friede Springer, die wiederum beste Freundin von Angela Merkel ist, formulierte seine Gedanken über Merkel-Deutschland als „DDR 2.0“ in einer privaten E-Mail, die dummerweise irgendwie, irgendwo, irgendwann eine neue deutsche Welle macht. Eigentlich viel mehr. Ein echter Medien-Kaventsmann.

Im Anschluss an diesen Brecher soll nun der „kleine Julian aus dem BILD-Paradies“ abgeholt werden. Olfaktorisch kommt das einer Kloake sehr nahe. Oder wie BILD vermelden würde: Es stinkt!

Ich veröffentliche hier exklusiv das der Abholung von Julian vorausgegangene Telefonat zwischen Mathias und Friede. Natürlich Relotius-like, frei erfunden.

Friede: „Hallo Mathias, was lässt du es so lange klingeln? Ich kenne das von dir nicht, es brennt. Das weißt du doch.“
Mathias: „Guten Abend, Friede, wir waren gerade noch beim Abendessen …“
Friede: „Mathias, Angela hat mich gerade angerufen, sie ist vom Seibert informiert worden, dass deine E-Mail an den Benjamin Dingens … von der New York Times veröffentlicht worden ist.“
Mathias: „Hä? Wovon redest du, Friede?“
Friede: „Du hast dem geschrieben, du hältst die Bundesrepublik für einen neuen autoritären DDR-Staat?“
Mathias: „Ach du Sch…, aber Friede, davon abgesehen, das stimmt. Deine Freundin Angela ist schlimmer als Honecker, und unser Julian ist der einzige klare Kopf in den Medien. Der hat Eier!“
Friede: „Mathias!!!“
Mathias: „Sorry, Friede, ich bin erregt und verliere die Contenance.“
Friede: „Es ist mir egal, was dich erregt. Ich verliere mein Gesicht. Angela gegenüber und dem ganzen Potsdam hier.“
Mathias: „Aber Friede, ich …“
Friede: „Mathias, sei still! Ich sage dir jetzt, was du machst, wenn du deinen Posten behalten willst. Ich bereue es schon heute, dir jemals Anteile geschenkt zu haben. Axel hätte mich …“
Mathias: „Friede, ich …“
Friede: „Sei still, du schmeißt sofort diesen Widerling Reichelt raus. Angela will das so! Schau, dass du da irgendwas mit seinen Frauengeschichten hinbekommst. Dann schreiben die alle über deinen Liebling Reichelt und ich kann dich, wenn es gut geht und sich alle auf den widerlichen Schmock stürzen, aus dem Abwärtsstrudel raushalten. Wenn du das nicht machst, wirst du gehen müssen. Ich kann dann nichts mehr für dich tun. Also feuer ihn sofort.“
Mathias: „Friede, ich habe …“
Friede: Klack. Tut, tut, tut.
 

Eine alte Weisheit in Berlin besagt:
Wer mit der BILD im Fahrstuhl hochfährt, fährt auch mit der BILD wieder runter. Fragen Sie mal bei Christian Wulff nach. 

Erstaunlich übrigens, wie sich der alte @KaiDiekmann bei der Journalistenresterampe Twitter raushält, der postet nur noch Katzenfotos …

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37 Antworten

  1. Ich denke, hier geht es um viel mehr als nur JR. Hier wird der Springer Konzern direkt angegriffen. Auf dem Wege zu einem, der weltgrößten Medienkonzere, werden Knüppel zwischen die Beine, aller in die vermeintlich „falsche Richtung“ Laufender geworfen, vor dem Hintergrund, dass sich „angepaßteres“ Personal für die Führungsetage findet.

    Es ist unglaublich, wie eine kleine, selbsternannte Elite, die Macht dermaßen an sich reissen konnte, dass die ganze Welt nach ihrer Pfeiffe zu tanzen hat.

    Apropos, die New York Times, die kein Wort über die Wahlmanipulationen in den USA verloren hat, bringt eine grosse Geschichte über einen „kleinen“ Chefredakteur in Deutschland, der zum Sexgangster wurde. Wie lustig ist das denn?! Warum geht auf die wahren Beweggründe niemand ein? Auch auf die Gefahr hin, wieder mal als „Verschwörungstheoretiker bezeichnet zu werden. Es gibt keine Verschwörungstheoretiker, nur Verschwörungsleugner!

    Wir Menschen müssen uns wehren und nicht Angst vor dem installierten System haben, sondern es auf allen Ebenen bekämpfen! Die „Meinungsterroristen“ leben ja auch irgendwo und das muss ständig genannt werden, dass die Leute wissen, was für Nachbarn sie haben. Das Ausgrenzen von Leuten mit anderer Meinung, muss zum Ausgrenzen der „Meinungsterroristen“ führen. Wenn schon Spaltung, dann aber richtig! Man kann nur Spalten zwischen dumm oder folgsam oder beidem und den Aufgewachten. Das sind die einzigen Lager, die gespalten werden koennen! Also keine Ruecksicht, sondern handeln ist angesagt!

  2. Stinkt bis hierher in den tiefen Bayerischen Wald nach gezielter Rufermordung des Reichelt um ihn kalt zu stellen.
    Zeitgleich mit dem Rauswurf wurde auf allen Kanälen eine ‚Journalistin ‚ illuminiert, die bereits kriminalistisch ermittelt hätte was dem Reichelt nun den Kopf kosten sollte – irgendwas mit “ Macht “ und “ Missbrauch “ und “ sexuell “ hintendran, das zieht immer, damit kann man Menschen ( vor allem Männer ) vernichten, eine zunächst juristische Beweisführung samt Unschuldsvermutung braucht es in diesem Merkel’schen Pandemieregime nicht mehr.
    In Russland entledigt man sich dem Regime unbequem Gewordener mit “ Steuerhinterziehung „, ab in den Gulag, hier macht man das auf eine feinere Art.
    But what happened to kill the man ? – Er war ein bisschen zu frech geworden, hatte Kritik am Pandemieterror geübt, eher noch mäßig aber auch deutlich und so wurde von der Dunklen Macht ein Exempel statuiert, zugleich deutlichste Warnung an weitere Möchtegern-Kritiker des offiziellen Regierungsterrors, auch „mächtige“ Journalisten sollen sich genau überlegen was sie schreiben.
    “ Was erlauben Reichelt, spuckt uns in die Propagandasuppe „.
    Über die Befehlskette dieser weiteren Vernichtung der Meinungsfreiheit muss man nicht zu angestrengt nachdenken, den Oberbefehl für die BRD, unter dieser schon bekannten Agenda des Great Reset hat Merkel.
    Passen sie gut auf sich auf Herr Langemann, diese Leute schrecken vor nichts mehr zurück.

  3. Nur in diktatorischen Herrschaftsverhältnissen bedarf es eines Hofnarrens,um ungeschoren die Wahrheit auszusprechen.Leider war Herr Reichelt kein Narr und blieb deswegen nicht ungeschoren.Danke für den Hofnarren Clubderklarenworte.Wir wollen alle einfach leben,nicht nur überleben und Leben ist Freiheit und Liebe zur Natürlichkeit,die den Menschen mit Angst versucht wird auszutreiben.Wer zuletzt lacht,………

  4. Vielen Dank.
    Mal wieder stilsicher formuliert. Wie immer ein Genuss.
    Mit Ihnen würde ich gerne mal einen Rotwein trinken. Es wäre mehr als kurzweilig, Sie haben einen unübertroffen Humor, welchen nur intelligente Menschen teilen. Das wollte mal geschrieben werden.

    Und in der Sache… Es bleibt spannend
    Viele Grüße

  5. Ich möchte noch folgende Aspekte in die Diskussion einbringen:
    Die Entscheidung, Julian Reichelt mit sofortiger Wirkung freizustellen hat Herr Döpfner kaum alleine getroffen. Zumindest war der ganze SE-Vorstand daran beteiligt, wahrscheinlich sogar der Aufsichtsrat.
    Im AR sind 3 Vertreter des Amerikanischen Privat Equity Investors KKR vertreten, der mit 35,6% zweitgrößter Anteilseigner ist. Denen geht es nicht in erster Linie um politische Einstellungen, sondern um die Wertsteigerung des Unternehmens. Dieses könnte durch zwei Möglichkeiten beeinträchtigt worden sein: zum einen könnte die Bundesregierung mit dem Entzug von Werbung für den ganzen AS-Konzern gedroht haben oder JR war für Expansionspläne des Konzerns in USA eine poison pill.

  6. Kann man das noch brillanter schreiben? Ich glaube nicht. Wie und wo kann man Sie für den Pulitzerpreises vorschlagen?
    Was Reichelt angeht, sollten wir mal abwarten, wie es weiter geht. Wenn an den Vorwürfen gegen ihn nichts oder wenig dran ist, wird er sich wehren müssen, denn dann geht es um Rufmord oder zumindest üble Nachrede. Wenn doch was dran sein sollte, dann hätte ich ihn nach DER Vorgeschichte für klüger gehalten.
    Aber Herrn Döpfner sollten wir auch im Auge behalten: nicht, dass er „plötzlich und unerwartet“ sein Amt niederlegt und in Pension geht/gegangen wird…

  7. Es folgt doch alles dem vorbestimmten Weg, spätestens jetzt, wo 2G als Option praktisch Jedem offensteht.

    An einem einzigen Tage habe ich plötzlich 3G(-eschäfte) verloren, die mir seit langer Zeit lieb und teuer waren. Der Kirchenchor einer der größten Landeskirchen, der eine Wein- und Delikatessenhändler und der andere Wein- und Delikatessenhändler. Alle plötzlich gnadenlos 2G.

    Auch, wenn ich nicht wollte, werde ich wohl zum größten Fan von Amazon. Wenn man es nicht anders will… (Gut, singen kann man mit denen noch nicht…)

  8. Wenn man etwas länger über die Rechercheure recherchiert … Juliane Löffler ist Teil eines vierköpfigen Rechercheteams bei BuzzFeed News Deutschland. Wie bzw. von wem sich BuzzFeed finanziert, ist ähnlich wie bei correctiv und anderen „Checkern“ vage bis intransparent. Es scheint sich aber zu rechnen, denn ansonsten hätte Dirk Ippen den deutschen Ableger kaum im Sommer 2019 aufgekauft. Ich behaupte, dass bis gestern kaum jemand BuzzFeed und deren unspektulären Internetauftritt kannte und las. Außer dem Recherche-Reiter ist dort – flapsig ausgedrückt – reichlich viel Kinderkram.

    Chef des vierköpfigen Recherche-Teams ist Daniel Drepper, Mitbegründer von correctiv. Selbstbeschreibung? „Bei BuzzFeed News haben mein Team und ich in den vergangenen Jahren vor allem an Recherchen zu Unrecht in der Arbeitswelt gearbeitet, zu Grundrechten, sexualisierter Gewalt, Desinformation, Feminismus, LGBT*, Gesundheits-und Umweltschutz.“
    https://www.danieldrepper.de/
    Recherchen zu Grundrechten? Nun ja … dass die seit März 2020 ausgehebelt wurden, dazu habe ich keinen Artikel gefunden.
    Recherchen zu Desinformation? Das ist für mich ein hübscher Euphemismus für „Faktenchecker“.
    Fun Fact: Wie jeder Mensch rühmt Drepper sich der Ehrungen und Preise, die er mal bekommen hat. In seinem Fall u.a. den Axel-Springer-Preis.

    Sexualisierte Gewalt, Feminismus, LGBT* … das sind denn auch die Themenfelder, die Juliane Löffler bearbeitet, wenn man sich Ihre Artikel anschaut. Sagt BuzzFeed auch selbst.
    https://www.buzzfeed.de/autoren/16207/
    Investigativ? Recherche? Damit assoziiere ich einen weiblichen Günther Wallraff, doch weit gefehlt. Eine Eloge, ein unendlich langer Helden-Artikel über Tessa Ganserer, der ersten Trans-Politikerin im Bundestag. Geschrieben im pathetischen Roman-Stil eines Relotius. Mehr Belletristik als Journalismus. Ein lobender Artikel über einen Gesetzesvorschlag der FDP, der die Rechte von LGBT und Co stärken soll. Außerdem etliche Artikel über einen Gerichtspozess gegen einen Arzt wegen sexueller Übergriffigkeit. Ähnlich wie eine Alice Schwarzer es damals ironischerweise für die BILD im Kachelmann-Prozess machte. Die politische Stoßrichtung ist eindeutig. Eine Haltungsjournalistin mit einem sehr eingeschränkten Themenfeld. Das meine ich wertfrei.
    Bei all Ihren bisherigen Artikeln und Themen hat Juliane Löffler „reaktiv“ gearbeitet, also über ein für jeden sichtbar bereits vorhandenes Thema geschrieben. Das ist nicht investigativ. Das ist hier erstmalig anders. Ist Sie von selbst darauf gekommen, dass Reichelt ein „böser Junge“ ist? Wurde Sie von vermeintlichen weiblichen Opfern kontaktiert und möchte nun die Quellen geheim halten? Oder ist es nicht doch Möglichkeit C, dass Sie darauf angesetzt wurde, Springer und vor allem Reichelt zu diskreditieren? Ich finde es sehr bemerkenswert, dass Löffler gestern im WDR durchblicken ließ, dass konkrete „sexualisierte Gewalt“ nicht vorläge. Sie wollte viel lieber über das grundsätzliche Frauenbild der BILD sprechen. Wie dem auch sei – nun „darf“ Sie ja sicher veröffentlichen, denn der Druck auf Ippen wächst. Butter bei die Fische, Frau Döffler. Ich lasse mich überraschen, wie viel Inhalt sich unter der Verpackung befindet.

    Für mich ist es in erster Linie ein Medien-Krimi, in dem auch Ken Smith und die New York Times eine gewichtige Rolle spielen. Die Recherchegelüste bei der NYT waren nicht ganz so groß beim Sohnemann von Joe Biden und Biden selbst – im Gegensatz zum Reichelt-Julian im fernen Deutschland. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der große Treppenwitz bei diesem Krimi ist, dass ausgerechnet Haltungsjournalisten (teilweise sogar bekennend) mit eindeutiger politischer Ausrichtung nun wegen Ippens Intervention (noch ist es nur eine Behauptung, die nicht gegengeprüft wurde) ihre Unabhängigkeit in Gefahr sehen und das öffentlich bejammern.

    1. Peter Locke, ich Danke Ihnen für diese interessante Hintergrundinformationen!
      Kein Wunder das mir BuzzFeed unbekannt war, gibt es dort außer den billigen Klickartikeln wie „23 Leute, deren Woche garantiert schlechter angefangen hat als deine“ die gewohnt gewünschten Meinungs- und Haltungsartikel in Sachen Flüchtlinge, Gender usw.

  9. Großartig, herzlichen Dank für die spitze Feder mit dem Blick in die Obergemächer. Bin gespannt, wo wir Reichelts Retouren wiederfinden werden.

  10. Ja, so ist es wohl. Der Account Julian Reichelts wurde auch schnell als Fake erkannt, aber das war es dann auch schon mit investigativ. Traurig, die Medienlandschaft heute, muss ich als ehemalige Redakteurin leider sagen, was immer den Beigeschmack von Neid oder Missgunst beinhaltet. Bin ich nicht, weder neidisch, noch missgünstig, ich habe mich rechtzeitig von diesem Beruf abgeseilt und mache heute etwas, das mich wirklich erfüllt, beruflich und menschlich. Im Haifischbecken eines Verlags? Never ever more. Die Frage wird hier laut, warum sich die Frauen nicht zu erkennen geben, die Reichelt belasten oder die zu diesem Ergebnis beigetragen haben könnten. Kann ich Ihnen sagen: Beispiel Kachelmann. Wer glaubt den Frauen denn? Unsere Justiz etwa? Die gleiche Justiz, die jetzt im Fall Corona gegen das Volk agiert und gegen Polen als Beispiel, dass sich den Machenschaften der EU entziehen möchte und sich nicht erpressen lässt? Herrlich, ich bedanke mich für diese Erleuchtung am Morgen!

  11. Großartiger Artikel!
    Der Wellenschlag ist unübersehbar, aber wie das mit Wellen so ist – sehr selten stark genug, um als Tsunami etwas zu bewegen. Sie ebben ab, die Oberfläche glättet sich, der Betrachter sitzt am Ufer und freut sich über die glatte See… Dieses Deutschland ist unrettbar verloren, es dauert (noch) seine Zeit, aber der Zenit ist überschritten…

  12. Lieber Markus Langemann, lieber Julian Reichelt. Als ehemalige Mitarbeiterin des Verlags, der sich gern mal eines unbequemen Redaktionsmitglieds entledigt, habe ich mir die Fragen auch gestellt, die meine Vorredner hier aufwerfen. Wobei es inzwischen vielen nicht mehr um Geld geht, sondern schlicht um Macht. Jetzt halten Sie sich mal alle fest: genau das gab es bereits Mitte der 90er Jahre in einer des Verlags angeschlossenen Redaktion: wir waren nur drei oder vier Frauen in Hamburg und München, raten Sie nun bitte, was die Lauscherin an der Tür mithören durfte, in den Zweier-Chef-Büros? Ja, sexistische Gespräche über weibliche Mitarbeiterinnen. Kurze Zeit später war meine Arbeit für die beiden Herren beendet, dermaßen sichtbar, woher der Wind wehte, in einer Fake-Telefonkonferenz wurde ich regelrecht vorgeführt. Mir sagte mein Nachfolger frech im Telefonat: Hättest entweder mit dem Chef saufen oder mit seinem Stellvertreter ins Bett gehen müssen, so macht man hier Karriere. Mit wem mag denn er wohl diese Dinge getan haben, um meinen Job zu bekommen? Will sagen: das gab es vor Julian Reichelt, das gab es auch schon vor meinem Fall. Der DJV hat mir damals null geholfen. Schnee von gestern. Aber heute weiterhin vorstellbar, wie wir sehen.

    Schade nur, Herr Langemann, dass wir inzwischen Satire über unsere Texte schreiben, sie kennzeichnen müssen, weil das Volk Fake nicht mehr erkennt und die Stilmittel der Satire schon lange nicht, das Volk ehemaliger Dichter und Denker. Danke für diese angenehme Lektüre am Morgen nach dem zweiten Kaffee 🙂

    1. Hallo Katharina Ahrens,

      zu folgender Aussage: „Schade nur, Herr Langemann, dass wir inzwischen Satire über unsere Texte schreiben, sie kennzeichnen müssen, weil das Volk Fake nicht mehr erkennt und die Stilmittel der Satire schon lange nicht, das Volk ehemaliger Dichter und Denker“ möchte ich gerne bemerken, dass es seit März letzten Jahres quasi unmöglich geworden ist, Satire von Wirklichkeit zu trennen. Oftmals kann die Wirklichkeit von keiner Satire mehr getoppt werden. Und das liegt nun beileibe nicht allein am Volk. An ihm zwar auch, weil es größtenteils mitmacht. Aber pauschal zu äußern, das Volk erkenne die Stilmittel der Satire schon lange nicht mehr finde ich in dieser absurden Zeit etwas zu einfach.
      Als Beispiel möchte ich die im Umlauf befindlichen „Werbespots“ zur Covid-19-„Impfung“ nennen. Haben Sie sich diese mal angeschaut? Bei einem weiß ich bis heute nicht, ob es sich um Satire handelt oder (bitter)ernst gemeint ist. Ich fürchte letzteres.

      Beste Grüße

  13. Es ist Mittwoch, 20. Oktober 2021, 7.00 Uhr, ich habe noch nicht gefruehstueckt, aber Ihren Artikel gelesen, sehr geehrter Herr Langemann, und nun ist
    mein Tag gerettet! DANKE fuer diesen Hoffnungsschimmer am journalistischen Horizont im „besten Deutschland, das wir je hatten“. Alles Gute fuer Sie!!!

  14. Der Text ein Genuss, die Kommentare nicht minder scharfsinnig! Herrlich! Bin gespannt, was Julian Reichelt in der nächsten Zeit von sich hören lässt….!?

  15. Hmmm. Also so richtig fündig geworden bin ich nicht, was bisherige Arbeiten der „Investigativ-Journalistin“ Juliane Löffler angeht.
    Die war wohl angeblich Monate an der Story dran und wird nun medial rumgereicht. Eben noch Fotografin für die Thüringer Allgemeine im Lokalteil, nun ein Star im Medienhimmel. Schön für Sie.
    Habe mir gerade einen Bericht des WDR angeschaut, wo Sie ebenfalls interviewt wurde. Sinngemäß wiedergegeben: Löfflers journalistisches/persönliches Lebensthema scheint sexualisierte Gewalt gegen Frauen zu sein. Deswegen ist Sie wohl tief in den Springer-Kaninchenbau eingetaucht. Konkrete sexualisierte Gewalt hätte es zwar nicht von Reichelt gegeben, aber … so ein „Aber“ ist immer wichtig. Der Springer-Konzern an sich habe aber definitiv ein frauenverachtendes Weltbild. Die Sie interviewende WDR-Journalistin im Studio nickt eifrig und zustimmend. Etwas Konkretes wusste Sie nicht wirklich zu berichten. Davor war noch das Rechercheportal correctiv zugeschaltet und der Sprecher vom deutschen Journalistenverband. Beide stießen ins gleiche Horn und selbstverständlich sei der Vorwurf der „DDR 2.0“ lächerlich. Bleibt Juliane denn weiter am Ball? Sie versichert: Ja, das tut Sie. Irgendwann musste ich abstellen.
    Schön, dass ich als mentalen Ausgleich diesen Langemann-Kommentar lesen durfte.

    1. Sehr geehrter Herr Löcke, auch Ihre Meinung teile ich. Mein Thema ist: Was kann man tun? Es gibt, glaube ich, viele Menschen die sich Gedanken machen, nur wie bekommt man sie in eine gemeinsame starke Meinung. In einen Gegenentwurf der unterdrückten Meinungsfreiheit? „Heute ist die gute Zeit von morgen“ Karl Valentin

  16. Na, Gott sei Dank nach dem Anonymus-Sch…. bei Telegram wieder etwas achtsames zum Thema. Gruß und Willkommen im Club der Bauernopfer.

  17. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass heute die Merkel-Parteifreundin und Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen die polnische Regierung wegen mangelnder europäischer bzw. westlicher Werte angreift, während im eigenen Land Regierungskritiker und insbesondere in der eigenen Partei Kritiker der Kanzlerin diffamiert und notfalls gnadenlos abgeschossen werden. Dass diese im Fall von Julian Reichelt sich nicht zu schade sind, sich wieder denselben Methoden zu bedienen, mit denen man bereits seit vielen Jahren seinem Namensvetter Julian Assange jede Rechtsstaatlichkeit verweigert sowie auf dessen Basis er physisch und psychisch zerstört wurde und immer noch wird, sagt alles über die handelnden Personen aus. Diese sind sich bekanntlich auch nicht zu schade, EU-Mitgliedsstaaten ebenso zu erpressen wie unliebsame Mitbürger, u.a. Verweigerer der Corona-Impfkampagne, zu nötigen, entweder ihre Souveränität über den eigenen Körper und die eigene Gesundheit oder ihre Bewegungsfreiheit bzw. gesellschaftliche Teilhabe faktisch aufzugeben. Dieses Theater wird nur noch getoppt vom Umgang der Politik mit dem Bundesverfassungsgericht, dessen Präsident mit CDU-Parteibuch von Merkels Gnaden mit der Kanzlerin diniert und so ganz nebenbei bei kulinarischen Genüssen wohl bespricht, wie man Kritiker der Impfkampagne am elegantesten und wirksamsten ihrer Grundrechte berauben kann. Die Gegenleistung für diese Beförderung sind offensichtliche Gefälligkeitsurteile, in denen aus umstrittenen Thesen unumstößliche Wahrheiten werden. Stellt man führenden Klimaforschern als Kronzeugen der universellen grün-rot-schwarzen Klimaschutzpolitik simple Fragen, z.B. nach der Ursache des überproportionalen Klimawandels in Deutschland bzw. Europa, der gemäß Diagrammen des DWD exakt mit dem Beginn des Windenergieausbaus eingesetzt hat, kommt faktisch nichts oder nur Unsinniges als Erläuterung. Wir nähern uns anscheinend wieder einmal unaufhaltsam dem Punkt, ab dem man sich für dieses Land und seine „Vordenker“ schämen muss.

  18. Dass Herr Reichelt mit heißen Eisen spielt war mir schon länger klar. Auch ich habe ihn gelobt für seine offene Vorangehensweise. Kein Duckmäuser in der inzwischen so angepassten Medienwelt. Und ich möchte es immer wieder betonen, dass man sich die Verflechtungen ansehen muss. Wer wird von wem bezahlt? Die sog. investigativen Journalisten die ihn zu Fall gebracht haben, betonen, dass es so wichtig ist einen freien Journalismus aufrechtzuerhalten, spielen doch nur den mundtotmachenden Medien zu. Ich hätte gerne, dass sich ein jeder dies anschaut: World Health Summit, demnächst in Berlin mit allen seinen Beteiligten und Zielen. Und Ihr Dokument der Netzwerkanalyse. Ein Herr Reichelt wäre hier ein absoluter Fremdkörper. Er traut sich zu sagen, was viele denken. Wo sind die beschädigten Frauen? Wo sind die Beweise?. Ich bin selbst eine Frau und sehe hier aber nur ein politisches Ziel, jemanden mundtot zu machen, der halt einfach nicht dem vorgefertigten Mainstream folgt und sich traut, vielleicht weil er im Grunde ein Kriegsberichterstatter ist, und das hier ist fast schon wie ein Krieg. Dass ich mal für einen Bildberichtserstatter eintrete, hätte ich nie gedacht. Doch jetzt tue ich es, weil er sich getraut hat, gegen all die Lügen einzutreten. Ich habe Achtung vor seiner journalistischen Arbeit. Und ich hoffe so sehr, dass wir den großen Wahnsinn noch verhindern können. #meinemeinungistnichtwichtig

    1. Dem schließe ich mich in voller Zustimmung an.
      Es sagt viel über diesen Staat u seine Funktionsweise aus, das ist der neoliberale Kapitalismus, der nun am Ende ist u im Strudel seiner letzten Zuckungen auch manch Tapferen mit sich in den Abgrund reißt.
      Ich halte Herrn Reichelt nicht für so naiv, das nicht in Betracht gezogen zu haben.

    2. Frau Baum, auch Sie sprechen mir aus dem Herzen! Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal einen BILD- Journalisten so mutig, so wunderbar finden würde!

      Corona hat mich in meinem Denken „total umgestimmt“. Ok, ich gebe zu, auch 2008 war es ein „ Erlebnis“ mit der Schweinegrippe und zur Erderwärmung waren es Bilder von der Erd- Entstehung bis heute.

    1. Auch ich habe mit Freude gelesen, dass der sonst sehr moderat formulierende Herr Langemann durchaus zu sehr spitzen, scharfen Messern greifen kann, bravo!

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