Whistleblow

Brot & Spiele

Eine wunderbare Polemik von Antje van der Maas.

Das Prinzip ist so alt wie simpel: Gebt dem Volk zu fressen und haltet es bei Laune! 

Sorgt dafür, dass es nicht auf dumme Gedanken verfällt und sich am Ende dazu versteigt, Fragen zu stellen oder gar zu meutern. Was sich im Circus Maximus bewährt hat, funktioniert noch immer, wie geschmiert und – wie es scheint – besser denn je.

Was den Bürgern Roms ihre Schaukämpfe, bei denen sie miteifern, sich gruseln und mal so richtig die Sau rauslassen konnten, gewährleisten heute Castingshows, die Fußballbundesliga und Krimis; Mord und Todschlag, wohin man auch schaltet. 

Auch für sanftere Gemüter ist gesorgt: was fürs Herz, Schmonzetten, die an der Oberfläche rühren und jede Menge Schlager im Einheitstakt. 

Oder wie es Tamara Danz, die Frontfrau der legendären Ost-Band Silly zu besingen wusste: „Lasst die Bordkapelle spielen. Einen Walzer mit Gefühlen. 

Fresst und sauft und sauft und fresst!“ Brot und Spiele eben.

Da sitzen wir nun im Jahre des Herrn 2021 im kollektiven Hausarrest, viele in Einzelhaft, manche in Sippenhaft. Ja, ich weiß: wir dürfen arbeiten gehen, zumindest diejenigen, die nicht ins Homeoffice verbannt wurden, und wir dürfen Brot kaufen gehen. 

Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Oh nein! Und man bedenke die therapeutische Funktion, die dem Broteinkauf zukommt.

Nachdem das Freizeitvergnügen Shopping, auch so ein genialer Coup der Spieleindustrie, als Sedativum ausgefallen ist und online-Shopping diese Lücke einfach nicht zu füllen vermag, zumindest noch nicht, denn noch verhalten sich die Kunden wie kleine Kinder, wollen alles anfassen und beschnuppern, wollen vor der Ankleidekabine die Bestätigung der Freundin, die aufmunternd lächelt oder skeptisch das Gesicht verzieht, wenn die Hose allzu eng sitzt, wollen gemeinsam Sonnenbrillen und Handtaschen in den Auslagen der Markentempel bestaunen und nach erfolgreichem Einkaufsbummel ein sattsam verdientes Eis schlecken oder Prosecco trinken; nachdem all diese Incentives ausgefallen sind, ist der Bummel durch den Supermarkt das letzte verbliebene Einkaufserlebnis. Und der ist – ich erwähnte es bereits – keine Selbstverständlichkeit. Meine Freundin, die ihren Lebensabend auf der britischen Insel fristet, darf, weil sie an die 70 heranreicht und vorerkrankt ist, schon nicht mehr selbständig einkaufen. Das heißt, sie dürfte schon, aber man riet ihr nachdrücklich davon ab. Aufgrund Ihres fortgeschrittenen Alters und ihrer Vorerkrankung wird ihr pauschal unterstellt, sich möglicherweise bis höchstwahrscheinlich an der Fleischtheke zu infizieren. 

Also wird sie zuhause beglückt und einmal wöchentlich beliefert. Immerhin hat sie bei der Auswahl der angekarrten Brote noch ein Mitspracherecht. Dass auch das nicht selbstverständlich ist, und Zwangsbeglückung ganz schnell in Zwangsbestückung umschlagen kann, haben die Chinesen bei der Weltpremiere des Lockdowns vorexerziert. 

Eine Bekannte, deren gesamte Familie in China lebt, schilderte minutiös, wie das von statten ging: Die Menschen im Reich der Mitte, die schon etwas länger in großen, grauen Wohnblocks leben – was die Logistik natürlich ungemein vereinfacht – bekamen zentral geplante, bestellte und verpackte Fresspakete direkt auf die Türschwelle, die sie unter Androhung drakonischer Strafen nicht überschreiten durften. Einmal in der Woche eine Kiste Gemüse, einmal in der Woche Reis, einmal was auch immer, ob sie das nun bestellt hatten oder nicht: Bezahlen mussten sie trotzdem. 

So kann’s gehen und so kann’s kommen. George Orwell muss mit der prophetischen Gabe geschlagen gewesen sein, als er sein 1984 zu Papier gebracht hat. 

Der chinesische Stubenarrest ist längst aufgehoben und nicht nur dort. 

Es gibt immer ein Land, eine Insel, auf der man jetzt gern wäre.

Meine Freundin wäre jetzt auch gern anderswo, von ihr aus sonst wo, bloß nicht auf der britischen Insel. Die darf sie im Moment nämlich nicht verlassen, außer in ganz dringenden Fällen und auch nur mit einer Sondergenehmigung, und das, obwohl sie schon zweimal ordentlich geimpft ist. Wie komme ich jetzt auf Alcatraz? Na egal.

Wir leben jedenfalls in Deutschland, wo wir nach wie vor Brot kaufen gehen dürfen. Verhungern werden wir also schon mal nicht, jedenfalls nicht sprichwörtlich. Aber der Mensch lebt bekanntlich nicht von Brot allein.

Und wer seinen Maslow studiert hat, weiß, was der Mensch begehrt, wenn der Bauch erst einmal voll ist. Das mit der Sicherheit ist so eine Sache, genau genommen eine ziemlich unsichere. Wo Sicherheit drauf steht, ist alles Mögliche drin. Aber noch wiegt sich die Mehrheit in Sicherheit, und das ist ja auch schonmal was: ein nettes kleines Placebo, ‚gefühlte Sicherheit‘ eben. 

Spätestens auf der nächsten Stufe der Maslowschen Bedürfnishierarchie wird die Luft dünn. Social Distancing verunmöglicht jede menschliche Nähe. 

Nur, der Mensch kann nicht ohne andere Menschen. Dafür ist er nun mal nicht geschaffen. Digitale Beziehungen, als Freundschaften oder was auch immer deklariert, erfüllen zu keiner Zeit das Bedürfnis nach Beziehung, nach Verbundenheit, mental, emotional und auch körperlich.

Bleiben solche Bedürfnisse nur lange genug ungestillt, verkümmern die Menschen und werden über kurz oder lang krank. Wohl denen, die in intakten Verhältnissen leben, die Liebe und Zuwendung erfahren und erwidern können. Wohl denen, die Freude empfinden und diese teilen können. Wohl denen, die in ihrer Not nicht allein bleiben. 

Wohl denen, die nicht in Einzel- oder Sippenhaft gefangen sind. 

Wenn aber schon all jene Bedürfnisse nicht oder nur unzureichend gestillt werden können, die essentiell für eine gesunde Entwicklung, die unabdingbar für ein gelungenes Leben sind, wie ist es erst um die Individualbedürfnisse bestellt, um Anerkennung, Erfolg, gar um Freiheit, die manch einem als hohes Gut gelten soll? 

„Wir sind ja nicht im Krieg“, habe ich mir erst kürzlich wieder sagen lassen müssen. 

„Wir haben doch alle ein Dach über dem Kopf und reichlich zu essen.“ 

Und zum Finale noch eins obendrauf: 

„Wir sollten uns in Demut üben in Anbetracht des Leides, das auf der Welt herrscht und an dem wir nicht ganz unschuldig sind.“

So, so.

Dass es im 21. Jahrhundert noch immer Menschen gibt, die nicht satt zu essen haben und zusehen müssen, wie ihre Kinder Hungers sterben, dass sie ihre angestammte Heimat verlassen müssen, weil Krieg und Terror sie vertreiben, ist nicht weniger als ein Verbrechen. Mir fielen noch eine ganze Reihe weiterer Verbrechen ein, die täglich und immerfort an Menschen verübt werden, Menschen, die sich nicht wehren können, Menschen, die keine Lobby haben. Das Perfide ist, dass genau jene ohnehin Entrechteten seit Ausrufung der großen Krise noch mehr Hunger leiden und von Tod bringenden Seuchen heimgesucht werden, weil die internationalen Hilfsprogramme heruntergefahren oder ganz eingestellt wurden, weil sie ihrer Tagelöhner-Jobs beraubt wurden und jetzt noch nicht einmal mehr das bisschen Geld nach Hause bringen, um sich und die Ihren über den Tag zu retten. Ich weiß nicht, ob sie Trost in Telenovelas oder bei ihren Göttern finden. Ich weiß nicht, wie sie mit hungrigen Bäuchen in den Schlaf finden. Aber ich würde nur allzu gern wissen, ob die, die das Elend der Dritten Welt bemühen, um das hiesige Elend zu relativieren und die nur allzu gern den Finger erheben, auch nur ansatzweis durchdringen, was sie da anrühren in ihrer moralinsauren Sauce. 

Und überhaupt: Was ist das für eine hundserbärmliche Argumentation frei nach dem Motto: Sei froh, dass du lebst, du könntest tot sein? 

Welch selbstverliebter Egozentriker verfällt auch in diesen Zeiten auf die Idee, ein Recht auf Bildung, auf Kultur, auf Entwicklung seiner Fähigkeiten gar seiner selbst einzufordern, wenn er doch Brot hat und ein Dach über dem Kopf?

Welcher Snob sehnt sich nach einem Opernabend, wo es doch Opernübertragungen gibt? Die New Yorker Met stellte sogar die Highlights der letzten Jahre ins Netz, Starbesetzung inklusive. 

Dass die Musiker des Met-Orchesters um ihre Existenz kämpfen, weil sie seit einem Jahr nicht bezahlt werden, viele die Stadt verlassen mussten und keiner weiß, was aus ihnen wird, ob sie je wieder in einem Orchester spielen werden, landet in der großen Abfallkiste der Kollateralschäden, die einem Opferstock gleich immerfort befüllt wird: 

Heute ein Geiger, morgen ein Maler, übermorgen kommt die Kabarettistin in den Topf.

Eine Kollegin – sie selbst ist klassische Musikerin und kennt naturgemäß viele Musiker – berichtete unlängst, was ihre Musikerfreunde in diesen unseren Zeiten so treiben. 

Da ist die Opernsängerin, die sich jetzt als Hörgeräteakustikerin verdingt.

Das nenne ich mal eine sichere Bank. Aber auf der wollte die Frau nie sitzen. Sie wollte singen. Ihr ganzes Leben lang wollte sie einfach nur singen. Dafür hat sie viel Zeit, Geld und Herzblut investiert. Singen kann sie immer noch, in der Küche, unter der Dusche, durchaus auch mal an einem Sonntag Nachmittag für die Familie oder Freunde, für die, die halt noch kommen dürfen. Selbst die Arkaden der Einkaufsstraßen, die sie zu Studentenzeiten bespielt hat, wurden zu Tabuzonen erklärt. 

So geriet also das Kulturland Deutschland, das Land der Dichter und Denker zur seelenlosen Brache, in der die Menschen hungern und dürsten. Und während sich Künstler und Kunstliebhaber nach einem Abend im Theater, im Konzert oder in der Kleinkunstbühne ihrer Stadt verzehren, geben sich die üblichen Verdächtigen ein fröhliches Stelldichein im Volksbespaßungsstaadl. Sie schunkeln und schmachten und zwinkern sie unverdrossen in die Kameras, die Barden und ihre staatlich geprüften Claqueure.

Da gefriert selbst dem tapferen Showmaster das Lächeln und gerät ihm noch ein wenig holzschnittartiger. Es ist zum Erbarmen, und man weiß nicht, was schwerer zu ertragen ist: grimmiger Hunger oder diese Übelkeit, die die Schunkeltiraden erzeugen. 

Ein klarer Fall von aktiver Lebenszeitverkürzung.

Kultur hingegen, erlebte und gelebte Kultur zum Anfühlen zum dabei- und mittendrin sein ist ein Lebenselixier, das beglückt, das Geist und Seele nährt und das verbindet. Wer je im Halbdunkel der Oper zu Tränen gerührt war, weil die Sopranistin nicht nur den faktischen Ton getroffen hat, sondern das Leid, die Verzweiflung und das Ausmaß ihrer unerfüllten Liebe so leidenschaftlich zu besingen vermochte, dass ihre Gefühle, ihre Kraft und ihre ganze Hingabe den Raum beseelt haben und der berühmte Funke übergegangen ist von der Bühne ins Parkett und bis hinauf in die Galerie, der weiß, was Kultur zu entfachen vermag: ein atemberaubendes Feuerwerk, das Große und Kleine innehalten und mit offenen Mündern staunen lässt. 

Und wenn man hernach in der Pause durch das verspiegelte Labyrinth wandelt und in die Gesichter all der anderen Gäste schaut, ahnt man, ohne darüber sprechen zu müssen, dass der Funke auch bei ihnen eingeschlagen hat. Dann wird der Opernabend zum gemeinschaftlichen Erlebnis, von dem alle, die dabei sein durften, noch lange zehren.

Der Mensch lebt eben nicht von Brot allein. Das Streben nach Vereinigung, nach Wachstum und das Sehnen nach Höherem, was auch immer das für den Einzelnen bedeuten mag, ist Teil des Menschseins. Wird das Ausleben solcher zutiefst humanen Bedürfnisse nur lange genug vereitelt, stumpfen wir ab und stranden irgendwann auf einer Entwicklungsstufe, die wir als überwunden wähnten. Konfektionsware aus der Glotze, egal welcher couleur, befeuert die kollektive Degeneration und lässt singende Bürger zu blökenden Schafen schrumpfen.

Wie viele Freigeister starb auch Tamara Danz viel zu früh. Zu Lebzeiten und zu Endzeiten der DDR hat die kleine Frau mit der rotzigen Stimme die Bankroteure des Arbeiter- und Bauernstaates das Fürchten gelehrt. 

Die Lücke, die sie hinterlassen hat, klafft mit jeder Lüge, mit jeder Rechtsbeugung und mit jedem Vergehen an den Menschen ein wenig tiefer. Es ist, als wäre in all den Jahren nichts und niemand nachgewachsen, der ihre Kraft, ihren Mut und ihre Chuzpe besessen hätte, niemand, der den Herrschenden die Stirn geboten, niemand, der den Jüngern der Macht verbal ins Gesicht gespuckt und in die windelweichen Kniekehlen getreten hätte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. 

Die Hoffnung stirbt bekanntlich am letzten aller Tage. 

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41 Antworten

  1. Und jetzt alle…
    And nothing ever happens, nothing happens at all
    The needle returns to the start of the song
    And we all sing along like before

    And nothing ever happens, nothing happens at all
    They’ll burn down the synagogues at six o’clock
    And we’ll all go along like before
    And we’ll all be lonely tonight and lonely tomorrow.

    (Del Amitri – Nothing ever happens)

  2. Habe heute folgendes erfahren: Eine Ärztin einer Bekannten, die selbst Heilpraktikerin ist, hat sich ein 10er Set Selbsttests gekauft, diese ausgepackt und sodann unbenutzt in ein Labor zur Auswertung gegeben. Das Ergebnis: Alle 10 Proben waren Covid positiv!!!!!

  3. Sehr geehrter Herr Löcke, man muss nicht besonders lange zu suchen, um eindeutige und nachweisliche Lügen von schwarzen Schafen unter den Wissenschaftlern zu entdecken:

    Beispiel 1:
    Fraunhofer stellt 2013 im Auftrag des Umweltbundesamtes auf Seite Ihrer Studie “Potenzial der Windenergie an Land” die folgende Behauptung auf:
    “Die Windenergie an Land kann ihrer Schlüsselrolle im Portfolio der erneuerbaren Energien gerecht werden und
    auch einen erhöhten Strombedarf, z. B. im Zuge eines Einsatzes im Wärmesektor oder einer Zunahme der Elektromobilität, kompensieren. Es existieren ausreichend Standorte, die in Verbindung mit modernen Windenergieanlagen eine gleichmäßige Stromeinspeisung durch eine hohe Auslastung versprechen.” Dabei ist die Aussage “gleichmäßige Stromeinspeisung” sogar fett hervorgehoben
    (s. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/potenzial_der_windenergie.pdf – S. 2/3). Man kann nur jedem raten, diese Aussage an der Realität zu spiegeln, z.B. auf der Fraunhofer Seite “Energy Charts”: https://energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&source=sw&interval=month

    Beispiel 2:
    Prof. Jacobson, Stanford, will uns glauben machen, dass die Energie der globalen Winde bis in 1 km Höhe nur um 0,007% abnehmen würde, selbst im Falle einer Energieversorgung der Menschheit ausschließlich über diese Energiequelle (s. https://www.researchgate.net/publication/26851783_Article_Investigating_the_Effect_of_Large_Wind_Farms_on_Energy_in_the_Atmosphere). Wer in der Schule in Mathematik und Physik aufmerksam zugehört hat, kann leicht ergründen, dass es sich dabei um sog. Fake-News handelt. Denn es ist ein einfaches Unterfangen, den jährlichen Weltenergieverbrauch durch 0,007% = 0,00007 zu teilen. Die so erhaltene Energiemenge liegt deutlich über der Energiemenge, die die Erde selbst am oberen Rand der Atmosphäre jährlich von der Sonne erhält. Die Grünen verbreiten solche Fake-Studien, die von Lobbyisten in ihrem eigenen Umfeld erstellt wurden, mit Begeisterung weiter (s. https://twitter.com/JuttaPaulusRLP/status/1021035450667069442) und ignorieren dabei wissenschaftliche Erkenntnisse, u.a. von Harvard und Max-Planck, die zu ganz anderen Ergebnissen kommen und auf die Auswirkungen der Windenergie auf die atmosphärischen Strömungen und Prozesse hinweisen (s. https://news.harvard.edu/gazette/story/2018/10/large-scale-wind-power-has-its-down-side/). Es dürfte kein Zufall sein, dass gerade Deutschland im globalen Vergleich der Klimawandel besonders zuschlägt (s. https://www.welt.de/wissenschaft/article158110222/Wetter-aendert-sich-in-Deutschland-besonders-krass.html). Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet die Grünen vom Misserfolg des eigenen Klimaschutzes profitieren, wohl auch weil kaum ein Journalist ihr perfides Spiel mit der Wahrheit reflektiert bzw. reflektieren kann oder will.

    1. Sehr geehrter Herr Dr. Aßmann,

      Ich gebe Ihnen in allem Recht. Sie hätten mir vermutlich noch dutzende weitere Beispiele/Verlinkungen schicken können. Was sagte Peter Scholl-Latour 2014? “Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.” Das kann ich so unterschreiben. Eine Frau Baerbock kann kaum einen Satz unfallfrei geradeaus sprechen und wird von der gesamten Medienlandschaft gefeiert. Das ist ein Treppenwitz. Können Sie mir ein Mainstream-Medium sagen, dass gerade “grüne Politik” hinterfragt. Ich kenne keines, auch konservative Zeitungen tun das nicht.

      Ich bin weder Arzt geschweige denn Virologe. Aber: Ich bin auch kein Huhn und trotzdem weiß ich, was ein Ei ist und was nicht. Es braucht nur Allgemeinwissen, kritisches Denken und ein sprachliches Gespür für Propaganda.

      Corona? Manchmal muss man die Dinge wieder auf null, auf Anfang stellen. Vor mehr als 13 Monaten hieß es quasi über Nacht “Hier kommt auf uns etwas zu, was eine viel höhere Letaltät und Infektiösität hat.” Letalität und Infektiösität waren zu Beginn die einzigen Themen. Corona sei viel tödlicher und ansteckender als z.B. Influenza. Diese These wurde sofort zum Fakt und Mantra, obwohl es doch eigentlich nur eine Hypothese sein konnte. Als Nichtmediziner hätte ich erwartet, dass man nun vom RKI belastbare, valide Daten und Antworten sucht auf Fragen nach der Letalität und Infektiösität, schließlich war diese Krankheit doch “neu” und noch kurz zuvor hieß es “alles nicht so schlimm”. Man machte aber von Anfang an beim RKI das Gegenteil. Das Verhindern von Obduktionen zur Erforschung der Krankheit war nur ein Beispiel. Was die Infektiösität angeht – man hätte schnell repräsentative Testungen in einem Querschnitt der Bevölkerung machen können und diese Repräsentativtestungen wiederholen können (ähnlich wie bei der Sonntagsfrage). Gesundheitsstatistiker und absolute Koryphäen auf diesem Gebiet wie Prof. Gerd Bosbach haben das gefordert. Das wollten weder Regierung noch RKI. “Das halten wir nicht für zielführend”. So war stets die lapidare Antwort von Wieler, wenn denn ausnahmsweise mal eine kritische Frage diesbezüglich kam. Ein Dr. Streeck hat in Heinsberg wirklich “Feldforschung” gemacht. Anstatt sich zu freuen, dass hier jemand eigeninitiativ valide Daten sammelt, war das der Fraktion Drosten/Wieler/Merkel ein Dorn im Auge. Als Dr. Streeck sagte, die Krankheit habe maximal eine Letalität von 0,3 %, wurde er massivst angegriffen. Ebenso wurde Dr. Püschel massivst angegriffen, als er sagte, dass alle von ihm Obduzierten ohnehin oder zeitnah gestorben wären. Leider sind beide aufgrund dieser massiven öffentlichen Attacken ein Stück weit zurückgerudert. Menschlich aber nachvollziehbar, denn ich weiß nicht, ob ich diese Attacken ausgehalten hätte.

      Erinnern Sie sich an die täglichen PKs des RKI vor mehr als einem Jahr? Die begannen stets mit einem stöhnenden “Die Zahlen (Infizierte wie Tote) steigen weiter an.” Natürlich tun sie das, wenn man nur kumulativ, also addierend, vorgeht. Dann las Wieler in epischer Breite “prozentuale Anteile” vor von 4 Prozent in Deutschland bis zu knapp 20 Prozent im Ausland und suggerierte, dass es sich hierbei um die Sterblichkeitsquote handelt. Das war aber wissenschaftlicher Nonsens bei zu Anfang noch wenigen Testungen. Ich könnte (wie Sie vermutlich auch) hier noch Stunden weiter schreiben, weitere Beispiele nennen.

      Weitergedacht gibt es nur zwei Möglichkeiten, woran das lag, warum täglich solch ein Schwachsinn erzählt wurde (und bis heute erzählt wird), der nur der Panikmache diente.
      1.) Eine Inkompetenz, die es auf dieser Ebene nicht geben darf.
      2.) Absicht.
      Ich halte letzteres einfach für wahrscheinlicher. Welche Absicht? Da kann ich nur Hypothesen aufstellen. Aber wer das tut, ist ja ein Verschwörungstheoretiker.

      P.S.: Im Gegensatz zu Ihnen habe ich keinen Doktortitel, Herr Dr. Aßmann und natürlich weiß ich nicht, worin Sie Ihren haben. Aber: Am 8. Oktober 2020 veröffentlichte das RKI eine Vergleichsstudie SARI-GW (Grippewelle) und SARI-Covid und kam zum erwartbaren Ergebnis, dass Corona viel schlimmer sei als Influenza. Diese Studie ist von vorne bis hinten manipulativ und falsch. Das erkenne ich auch als Nicht-Arzt.
      https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/41_20.pdf?__blob=publicationFile

      Mit freundlichen Grüßen
      Peter Löcke

      1. Hallo Herr Löcke,
        jeden Abend bekommen wir die Zahlen in ARD und ZDF vorgekaut, wie viele Menschen mit oder an Corona verstorben sind. Warum nennt niemand die Zahlen der mit blauen Augen Verstorbenen? Leiden diese ohne es zu wissen ebenfalls an einer heimtückischen Krankheit? Wenn jemand einen tödlichen Verkehrsunfall erleidet und zufällig auch Corona-positiv ist, ist er “mit Corona gestorben”? Es gibt es keinen Zweifel, dass sich unsere Fernsehmacher dieser Problematik bewusst sind, schließlich sind sie von besagtem “mit oder an Corona verstorben” auf ein noch verschleierndes “in Verbindung mit Corona verstorben” übergegangen.

        Einfaches Rechenexempel: in Deutschland waren bislang etwa 2,5…..3 Mio. Menschen positiv. Die Dunkelziffer wird auf das 3- bis 4-fache geschätzt. es waren als sicherlich etwa 10 Mio. Menschen oder mehr gleich >12% der Menschen in unserem Land Corona positiv. Andererseits sterben bei 83 Mio. Einwohner zwangsläufig etwa 1 Mio. Menschen pro Jahr. Wenn also 12% der einen Million positiv waren, sind das 120.000 Menschen. 120.000 Menschen, die einerseits Corona positiv waren, andererseits aus diversen Gründen am Rande des Todes standen. Bringt bei Ihnen Corona das Fass zum Überlaufen, gehen sie als Corona-Tote in die Statistik ein. Dass diese naheliegende Vermutung richtig ist, zeigt der hohe Altersdurchschnitt der Gestorbenen jenseits der Achtzig.

        Es gibt folglich nur drei Gründe für diese Hysterie:
        1. Die Treiber der Pandemie haben eine Agenda, und wollen die Bevölkerung so einzuschüchtern, dass sie am Ende alles akzeptieren, wenn nur der Corona-Terror endet.
        Dafür spricht, dass genau diejenigen Maskenfan sind, die im Menschen ohnehin nur eine Belastung für Umwelt und Klima sehen und das selbst im Freien, wo jeder die eindeutigen Statements der Aerosol-Forscher zur Kenntnis genommen haben sollte, dass dort keine Gefahr lauert. Dass deren Erkenntnisse bewusst missachtet und damit die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit begründet werden, zeigt welch demokratiefeindlichen Geistes diese Brüder*innen sind.

        2. Alle sind gekauft von interessierten Branchen, allen voran die Profiteure einer umfassenden Digitalisierung sowie der diesbezüglich nicht gerade zimperlichen Pharmabranche.
        Für diese Hypothese sprechen die seit Jahrzehnten bekannten Aktionen der Pharmavertreter ebenso wie die Zahlungen der Gates-Stiftung an Zeitungen und Medien, wissenschaftliche Institute und wohl auch Politiker.

        3. Unsere Politiker, Virologen, Journalisten, etc. leiden an ausgeprägtem Schwachsinn.
        Für diese These spricht die Nominierung der Politikerin Annalena Baerbock ebenso wie die zornige Reaktion des ÖRR auf die Nominierung von Armin Laschet.

        Kein Grund schließt im Übrigen den anderen aus – im Gegenteil.

        Viele Grüße
        Roland Aßmann

        1. Hallo Herr Dr. Aßmann,

          für alte Menschen und/oder Menschen mit schweren Grunderkrankungen sind respiratorische Infekte oft die Tropfen, die das kranke Fass zum Überlaufen bringen. Ich habe in der Pflege gearbeitet. Daher gab es früher die Redensart “Die Lungenentzündung ist der Freund des Todes”. Die Frage “an oder mit/in Verbindung stehend” gab es also schon immer. In welchen Todes-Statistiken tauchten diese Menschen dann früher auf? I.d.R. bei den Grunderkrankungen. Das war auch bei Influenza-ARE so. Influenza steht so gut wie nie auf dem Totenschein. Diese 25.000 oder 28.000 Influenza-Toten vergangener Jahre wurden nicht “gezählt”. Die wurden weit im Nachhinein mit einer undurchschaubaren Rechenmethode vom RKI und anderen Behörden “geschätzt” – mit Parametern wie Auslastung der ITS, Arzt- und Krankenscheine wegen Grippe, Influenzaviren in Sentinelproben, etc. Die Zahlen waren groß genug, dass man eine Grippe-Impfung verkaufen konnte. Nur machen das die wenigsten. Wenn man ehrlich ist: Mit einer Grippe kann man keine Angst erzeugen (“ist ja nur ne Grippe”). Kann man Angst erzeugen mit einem Virus, von dem noch nie jemand etwas gehört hat? Selbstverständlich.

          Zählweise Corona? Positiver PCR-Test zum Todeszeitpunkt? Dann sind Sie ein Corona-Toter. Und was die wenigsten wissen: Wenn Sie zum Todeszeitpunkt negativ getestet sind, in einem Zeitraum von 4 Wochen vorher (!) einen pos. PCR-Test hatten (!), sind Sie ebenfalls ein Coronatoter. Höchstoffiziell. Das ist Vorgabe der europäischen Seuchenschutzbehörde. Der Chef der DIVI Karagiannidis wurde gefragt, wie viele Menschen denn wegen Oberschenkelhalsbruch oder aus anderen Gründen ins Krankenhaus kommen und dann zum Coronafall werden? Das wusste er nicht. Er “schätzte” aber, dass es nicht so viele sind. Aha. Werden die Infizierten denn auch auf andere Viren getestet? Soweit ich weiß nicht.

          Ich gebe Ihnen Recht. Selbst die Formulierung “in Verbindung stehend” ist irreführend.

          Es gibt auch hochsensible PCR-Teste für Influenza. Wenn wir 2017/18 gefühlt ganz Deutschland mit diesem Influenza-PCR-Test regelmäßig durchgetestet hätten und die gleiche Todesdefinition wie bei Corona verwendet hätten mit einem täglichen bodycount … wie viele “offizielle” Influenzatote hätten wir gehabt? 25.000? Ich behaupte, mindestens vier mal so viel.

          SARI (als Oberbegriff), SARS-Covid, Influenza-ARE usw – das AR steht immer für “akut respiratorisch”. Hatten wir im letzten Jahr mehr SARI-Tote als in vergangenen Jahren? Nein. Eigentlich müssten es doch 80.000 mehr sein lt. offizieller Logik. Warum wohl nicht?

          Ich freue mich auf ein nächstes Gespräch mit Ihnen.

          Viele Grüße zurück
          Peter Löcke

      2. Hallo Herr Löcke, die Frage der Absicht habe ich mir auch schon oft gestellt! Mein Problem ist, dass ich noch nicht dahintergekommen bin, wem das nutzen sollte…Können Sie mir da weiterhelfen? Viele Grüße
        Andreas Heidloff

        1. Die heutige Heute-Sendung in der Mediathek anschauen, dann wissen Sie es. Verängstige und eingeschüchterte Bürger setzen der heute von der Bundeskanzlerin verkündeten, alle Lebensbereiche umfassenden globalen Transformation weniger Widerstand entgegen.
          VG R. Aßmann

    2. P.P.S.
      Unverlinkt fällt mir eine Anekdote ein, ca. 15 Jahre alt. Passt so schön zu Ihrem Thema “Zweifelhaftigkeit von Studien”.
      In der Tagesschau wurde damals eine Studie von einer Krebsgesellschaft verlesen, nach der es jährlich xy tausend Tote wegen Passivrauchens gäbe. Legen Sie mich nicht auf die genaue Zahl fest, es waren unheimlich viele. “Erwiesenermaßen” natürlich. Das war zu der Zeit, als das Thema Rauchverbote in Kneipen und anderswo ganz groß diskutiert wurde.
      Ein kritischer Journalist schaute sich diese Studie genauer an und stellte fest, dass diese Studie recht zweifelhaft und unwissenschaftlich “zusammengeschustert” wurde. Er konfrontierte die Leiterin der Krebsgesellschaft damit. Die bockte erst ein wenig, sagte dann aber sinngemäß: “Egal. Rauchen ist schädlich, daher sind Verbote gut, also dient unsere Studie einem guten Zweck.”

  4. “Das Perfide ist, dass genau jene ohnehin Entrechteten seit Ausrufung der großen Krise noch mehr Hunger leiden und von Tod bringenden Seuchen heimgesucht werden, weil die internationalen Hilfsprogramme heruntergefahren oder ganz eingestellt wurden, weil sie ihrer Tagelöhner-Jobs beraubt wurden und jetzt noch nicht einmal mehr das bisschen Geld nach Hause bringen, um sich und die Ihren über den Tag zu retten.”

    Ja so ist das. Und was lernt man daraus? Richtig, dass in unserem Land eine hartnäckige Truppe echter Rassisten existiert, die äußerst unangenehm durch ihr Reden und Handeln auffallen. Aber auch, dass es eine weit größere Truppe von Alltagsrassisten, angeführt von den Söders, Eskens, Lauterbachs, Steinmeiers, Wielers, Drostens und Bedford-Strohms in unserem Land gibt, denen das Sterben selbst im hohen Alter bei uns weit mehr Anlass zum konsequenten Handeln gibt als das seit Jahrzehnten andauernde Sterben selbst von Kindern in der Dritten Welt. Geld spielt für sie plötzlich keine Rolle mehr. Sie scheinen ihren Rassismus nicht einmal zu bemerken. Zu diesem Personenkreis zähle ich auch einiger meiner ehemaligen Lehrer*innen, die mich Anfang der 1980er Jahre unbedingt zwingen wollten, zum Abiball mit Anzug und Krawatte zu erscheinen und mir deshalb gedroht haben, sie würden mir mein Zeugnis nicht aushändigen, wenn ich nicht “anständig gekleidet” erscheinen würde. Und das, obwohl ich vorher angekündigt hatte, dass ich die gesparten 200 DM für Terre des Hommes in die Dritte Welt spenden werde. Die Rettung sterbender Kinder in Afrika, Asien und Lateinamerika waren mir weit wichtiger als diese spießige Veranstaltung der Wichtigtuer. Die Schulleitung blieb hart, ich blieb hart und von der Abschlussveranstaltung ausgeschlossen. Das Abiturzeugnis habe ich trotzdem erhalten.

  5. Bravo, Bravo, Bravo! Chapeau – auf den Punkt gebracht was Sache ist und viele Menschen genauso fühlen!
    Dem ist wohl nichts hinzuzufügen!
    Vielen dank Frau van der Maas

  6. Das wirklich Bittere an dieser Polemik ist, dass es keine Polemik, sondern eine Zustandsbeschreibung ist.
    Hauptsache, die Menschen haben zu fressen und etwas Bespaßung. Das gilt wirklich für die meisten.
    “Du immer mit deinen Grund- und Freiheitsrechten und Föderalismus und so einem Scheiß. Soziale Kontakte? Man muss sich halt einschränken wegen der Pandemie und so. Sei doch einfach mal solidarisch. Ausgangssperren und Unverletzlichkeit der Wohnung? Nerv mich nicht. Musst du denn wirklich nach 21 Uhr noch raus? Halte dich einfach an die Gesetze, dann hast du doch nichts zu befürchten. Und nun lass mich weiter Bundesliga schauen. Hast du schon die selfies von Schlagmichtot auf Instagram gesehen und weißt du, wer sich getrennt hat?”
    So sind die Menschen um mich herum. Ich fühle mich wie in einem Kafka-Roman.

    Panem et circensis? Spannend wird werden, wenn immer mehr Menschen kein panem mehr haben, dann tröstet auch kein circensis.
    “Erst kommt das Fressen, dann die Moral.” Brecht war nicht rechtsradikal. Ehrlich nicht. Es sei denn, die ARD macht einen Faktencheck.

    1. Wie jeder Mensch freue ich mich über Zuspruch. Insofern “Danke”, Herr Vester und Herr Riegel. Was mir wirklich fehlt in diesen Zeiten ist Streitkultur, ist Diskussionskultur. Die scheint es nicht mehr zu geben, im eingeschränkten realen Leben nicht, im Internet nicht, im TV nicht. Zwei Menschen mit konträren Positionen, die sich streiten. Hart in der Sache, auch mal emotional und polemisch, aber mit Respekt und vor allem ohne Wahrheitsanspruch. Danach sehne ich mich.

      Das ist aber in meinen Augen ein Zeitgeist- und kein Corona-Phänomen. Erinnern Sie sich an den Streit zwischen Watzke und Tuchel, der über Monate auf dem öffentlichen Marktplatz ausgetragen wurde? Wissen Sie, wie der entstand? Watzke gestand in einem Interview in der WAZ ein, dass es zwischen ihm und Tuchel bei einem konkreten Thema einen “Dissens” gäbe. Nicht mehr, nicht weniger. In den 48 Stunden danach stürzten sich alle anderen Medien auf diesen Interview und aus dem Dissens wurde ohne weitere Aussagen von Tuchel/Watzke ein “vollkommen zerrüttetes Verhältnis”. Ein Dissens ist lediglich eine Meinungsverschiedenheit. Die kann man auch mal aushalten und die ist gesund in einer Demokratie.

      Ich habe einen Standpunkt, eine Meinung, als lockdown-Kritiker in diesem Fall eine Außenseiter-Meinung. Ich habe das Selbstbewusstsein, dass ich gute Argumente habe und die mit wirklichen (!) Fakten untermauern kann. Trotzdem bleibt es Meinung und die ist subjektiv wie jeder andere Meinung auch. Ich bin offen für Gegenargumente und ggf. lasse ich mich auch punktuell überzeugen. Dann sage ich “Vielen Dank für dieses Argument, diese Information. Das habe ich nicht bedacht.” Dann bricht mir kein Zacken aus der Krone. In 13 Monaten habe ich es nicht geschafft, eine inhaltliche Diskussion mit einem Andersdenkenden zu führen. Das finde ich schade und das macht mich traurig.

      Im TV und in den selbsternannten Qualitätsmedien findet auch keine wirkliche Diskussion statt. Als lockdown- und Regierungskritiker werden Sie in die Diffamierungsschubladen rechts und/oder Spinner gesteckt. Das passiert auch im Netz, unter “seinesgleichen” erfährt man auch mal ein “Daumen hoch”. In meinem persönlichen Umfeld kann ich auch nicht respektvoll inhaltlich diskutieren. Ich stoße auf Spott und Aggression, höre “Seit wann bist du Virologe?” oder “Ach? Die ganze Welt irrt und du hast Recht?” und damit ist eine mögliche Diskussion direkt abgewürgt.

      Die Welt scheint eingeteilt zu sein. Auf der einen Seite steht die “alternativlose Wahrheit”. Die darf nicht hinterfragt werden (Grüße an Herrn Wieler). Hier gibt es “DIE Wissenschaft”. Die andere Seite verbreitet angeblich fake news, also Lügen. Die andere Seite besteht aus Verschwörungstheoretikern, Nazis und Leugnern der einzig gültigen Wissenschaft. Ich bin in anderen Zeiten sozialisiert worden. Wenn da jemand die Hybris besessen hätte zu sagen, seine Meinung und seine darauf basierenden Taten/Entscheidungen seien “alternativlos”, hätte man ihm zurecht gesagt “Wir sind nicht im Absolutismus. Komm mal runter von deinem Trip.” Hätte da jemand von DER Wissenschaft gesprochen, hätte man ihm entgegnet “Gehts noch?”

      “Fakt ist, dass …”. Wie oft darf ich diese Formulierung in den Foren dieser Welt lesen. Anschließend kommt die meist mit verbalem Schaum vorm Mund geäußerte persönliche Meinung. Die ist legitim wie jede Meinung. Die ist aber weder alternativlos richtig noch fake-falsch. Eines ist sie sicher nicht: Fakt.

  7. Welch ein wunderbar geschriebenes Statement und Abbild unseres derzeitigen Daseins! Mir ging das Herz auf, habe alles aufgesogen wie ein trockener Schwamm das Wasser. Und gerade weil Tamara Danz hier im Text nicht nur Erwähnung findet, werde ich dieses schriftliche Gesamtwerk teilen, alle möglichen Leute, Bekannte, Freunde damit “beglücken”. Ich selbst bin 1987 der ehem. DDR entkommen, habe als Teenager in Malchow, einer Kleinstadt in Mecklenburg-V., der Band Silly mit Tamara Danz begeistert gegenüber stehen und zuhören dürfen. Was sie wohl heute zu dem Ganzen sagen würde? Ich bin unheimlich stolz, dass ich ihr persönlich begegnen durfte, und werde gleich eine ihrer Platten von damals auflegen. Danke an den “clubderklarenworte” für dieses Bonbon in trostlosen Zeiten.

  8. Tamara Danz, eine tolle, verehrenswerte Frau! Wer macht denn heute noch den Mund auf in dieser Szene: Xavier Naidoo, Nena… ja! Super! …. aber sonst? Niemand!
    Die Regierung unterstützt Spontankonzerte, auf denen Gruppen wie Feine Sahne Fischfilet (alleine der Name sorgt für mich gedanklich für eine Vergiftung) ihre linksradikalen Texte veröffentlichen und dafür noch riesigen Beifall erhalten. Die Grünen marschieren vorne weg mit Transparenten: Deutschland ist scheiße.
    Korruption, Vetternwirtschaft, desolate Politik, Skandale wie Wirecard, Plagiate, Berateraffairen, Maut, Bankencrash, BER, Stuttgart 21, Bundeswehr (Gorch Fock, Materialbeschaffung), Genderwahnsinn, offene Grenzen, Daueralimentierung der Fachkräfte incl. nachziehenden Familien und das generationsübergreifend finanziert durch unsere Steuern (die Damen und Herren Protagonisten incl. hörige Vasallen sind dauerhaft abgesichert in ihren Türmen). Demokratie mit Gewaltenteilung, in der der oberste Richter von der Regierung eingesetzt wird? Armes Vaterland! Mir ist richtig schlecht, auch ohne Feine Sahne Fischfilet!

  9. Ein ganz toller Beitrag, der mir aus der Seele spricht. Wir müssen endlich aufwachen und auf jede nur mögliche Weise unseren Wiederstand gegen den Wahnsinn der Regierung, gegen ihre ständigen Lügen und unerträgliche Angstmacherei kundtun. Es müssen noch viel mehr Menschen gewaltfrei auf die Straße gehen oder wer die Kraft dazu hat, sich diesem System komplett zu verweigern.

    1. Bitte seien Sie mir nicht böse.
      Aber hier beginnt das Übel:
      Wo bitte schön steht in Art. 20 Abs. 4 GG etwas von “gewaltfrei” ???
      Die Zeit der Gewaltfreiheit ist ergebnislos verstrichen.
      Parallel haben wir weiterhin gewaltfreie Demos mit Masken und Abstand – GEGEN MASKEN UND ABSTAND.

      Deutschland, merkst Du noch was?
      76 Jahre Ponyhof sind vorüber.
      Demokratie und Rechtsstaat gibt es nicht zum Nulltarif und nicht bei Fielmann – und gewaltfrei spätestens seit dem 1. November 2020 auch nicht mehr.

      1. Da stimme ich ihnen zu. Da ja mit Anbruch Mai 2021 die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht beendet ist, wird eine Insolvenzwelle durch Deutschland rauschen, auf der kein Klabauterbach surfen kann. Aus fleißigen Proletariern werden so nach und nach professionelle Berufsdemonstranten. Ob das die große Vorsitzende Merkel und ihre speicheleckende Entourage vorhergesehen hat?
        Wenn nicht DDR 1989, dann eben Frankreich 1789.
        Einsatz der Bundeswehr im Innern? Hmm…Wer weiß, wer weiß…? Inzwischen ist alles vorstellbar.

  10. Für viele scheint es eben ein erstrebenswertes Ziel, daß der “Mensch lebt doch vom Brot nur allein!”
    Warum? Ich weiß es nicht.

  11. Es ist schon erstaunlich mit welcher Konsequenz diese Regierung in Berlin mit einer Politik der Angst, ihr Ziel verfolgt, die Bevölkerung zu Marionetten zu degradieren.
    Einerseits kann Angst bekanntlich lähmen UND das wird von Frau Dr. Merkel und Co gründlich ausgenutzt.
    Andererseits gehört dazu auch derjenige Mensch, der allzu schnell politische Entscheidungen akzeptiert ohne zu hinterfragen ob die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gerechtfertigt bzw. nicht doch überzogen sind.
    Verwöhnt von “Brot und Spielen ” hat man den Blick auf wesentliche Werte wie u.a. Freiheit ( man kann sich ja alles kaufen…), Selbstbestimmung, Gerechtigkeit verloren.
    Armes Deutschland!

  12. Zu “Brot und Spielen” gehört heute das “Gedenken” an die Toten und die (medizischen) ´Helden´ der sog. Pandemie, das auf Initiative von Herrn Steinmeier heute in Berlin und in anderen deutschen Städten inszeniert wird. Politiker und Medien: Profiteure der Angst, welche die Menschen in ihren Dramatisierungen und Inszenierungen “enger zusammenrücken und sich ihrer Solidarität vergewissern” lassen. So werden Wünsche nach menschlicher Nähe, menschlicher Anteilnahme und nach Trost manipulativ aufgegriffen, instrumentalisiert und pervertiert.

    1. Genau das habe ich auch gedacht, als ich das vor 1 Stunde gelesen habe.
      Neben der Scheinheiligheit mit der diese Veranstaltung durchgeführt wird, wird wiederum Angst verbreitet nach dem Motto ” so kann es dir auch ergehen.
      Eine Perversion ohne gleichen.

      1. Was mich an diesen Gedenkfeiern für die Coronatoten (hochwertig stilisiert als „Opfer der Pandemie“) besonders stört ist, dass die so verstorbenen Menschen einen geringen Bruchteil aller sonstigen Toten darstellen.
        Verstehen Sie mich nicht falsch: Mir tun die Angehörigen leid, mir tut es leid, dass diese Menschen tot sind.
        Jedoch betrachte ich es als Schlag ins Gesicht für die Toten und deren Angehörige, die an anderen Krankheiten verstorben sind. Viele Menschen sterben jährlich an Infektionskrankheiten, die sicher auch mit drastischen Mitteln und drakonischen Strafen vermeidbar wären (hier folge ich übrigens nicht meiner Überzeugung, sondern dem Narrativ der Bundesregierung). Sind diese Menschen etwa unwichtig? Verdienen ihre Angehörigen nicht auch unser aller Beileid?
        Was ist mit Krebstoten? Weshalb wird nicht noch mehr Geld in die Forschung zur Krebsheilung gesteckt, warum müssen immer noch so viele Menschen deshalb sterben? Was tut die Bundesregierung denn dagegen?

        Diesen Gedanken kann man immer weiter führen. Bringt man ihn jedoch als Argument in einer Diskussion mit Maßnahmenbefürwortern, höre zumindest ich jedesmal lediglich: „Das ist was ganz anderes, wir haben es hier mit einem neuen, gefährlichen, tödlichen Virus zu tun, über den keiner genaues weiß.“ Das stimmte vielleicht letztes Jahr um diese Zeit, doch 13 Monate später haben wir Erfahrung gesammelt mit SarsCoV2 und nicht nur in Bezug auf die Patientenbehandlung. Wir wissen aus Ländern mit sehr milden NPIs durchaus, dass dort nicht die Katastrophe ausgebrochen ist, die hierzulande als Schreckensszenario die herkömmliche Medienwelt beherrscht. Wir wissen, dass es durchaus auf die Qualität des Gesundheitssystems eines Landes ankommt, ob sich Leichen stapeln und – was als „Triage“ Eingang in die Köpfe der Massen gefunden hat – durchgeführt werden muss. Wir wissen, dass geöffnete Bildungseinrichtungen (ab 0 bis 14 Jahren) definitiv nicht das Infektionsgeschehen anheizen, wie es von vielen Befürwortern der Schulpflichtabschaffung ständig behauptet wird.
        Indes ignoriert die Fraktion, die sich selbst als die „wissenschaftsbasierte“ bezeichnet, diese echten Fakten aus der echten Welt von echten Menschen erlebt, beharrlich, ja schweigt sie nicht nur tot, sondern leugnet sie gar!

        Diese Art der Widersprüchlichkeit ist, was mich persönlich am meisten erstaunt seit dem letzten Jahr. Wie können kluge, vernunftbegabte Menschen, die ich persönlich kenne, lange sogar zu meinen Freunden zähle, sich von dermaßen plumper Panikmache derart in Angst und Schrecken versetzen lassen, dass ihnen das Paradoxe ihres Handelns und ihrer Argumente dafür nicht auffällt?
        Ich verstehe die Welt nicht mehr.

    2. Ja, Stalinist Steinmeier hat heute Mittag tatsächlich eine Trauerfeier angestimmt: für ANGEBLICH 80.000 Corona-Tote.
      Wo genau ist bei dieser Realsatire der Witz? Wo muss ich lachen??? Ich finde es ehrlich nicht lustig und verstehe es auch nicht.

      Pro Jahr sterben in Deutschland ca. 140.000 (!) Menschen an den Folgen des Rauchens – wann bekommen die eine Trauerfeier??!!??
      (Ich selbst bin übrigens Nichtraucher – Vorverurteilungen von “Nikotinsüchtigen” verbitte ich mir schon deshalb an dieser Stelle ausdrücklich.)

      Von den an Herz-/Kreislauferkrankungen oder an Krebs Verstorbenen möchte ich gar nicht reden – aber: wann ist deren Trauerfeier mit Josef Stalin Steinmeier??

      Ach so, nicht zu vergessen: die Grippe-Toten – seit Anbeginn der Menschheit wohlgemerkt (bei den ANGEBLICHEN Corona-Toten wird ja auch saisonübergreifend aufsummiert, was das Zeug hält…)

      Und schließlich – jetzt endlich mal aufrichtig: die Todesopfer des CORONA-TERRORS durch Selbstmord, Vereinsamung, Verwahrlosung oder Impfung.
      Wann war noch gleich deren Gedenkfeier??!!

      Dieser Steinmeier passt nahtlos in die gesamte Riege / Clique / OK: zynisch, wertelos, ehrlos, charakterlos, empathielos – sich aber für den schnellen EUR nie zu schade.
      Unser Staatsoberhaupt. Chapeau.

  13. Die glücklichsten Sklaven sind die entschiedenen Gegner der Abschaffung der Sklaverei. Und dazu noch sehr oft geistige Stille. GANZ blöde Mischung!…. Ein Glück, dass es Ausnahmen gibt. Z. B. EUCH! Danke dafür.

  14. herzlichen dank, großartiger gelungerner text und eine erinnerungs-homage an tamara danz, zu der ich ersteinmal recherchieren musste, da ich sie gar nicht kannte…. erklärbar mit den umstand, dass ich derzeit im ausland lebte.

  15. Ein ausgezeichneter Beitrag! Antje Van der Maas ist etwas Geschliffenes, auch sprachlich Virtuoses gelungen, das bei aller erzeugter Bitterkeit Balsam für die Seele ist. Einfach nur: Danke!

  16. wir werden von einer bande von verbrechern regiert , denen jedes mittel recht ist die gesetze zu brechen , wir sollten langsam das friedliche gegen solches pack beiseite legen , denn das wird uns nicht helfen , wir sind viel mehr wie das pack wo gekauft worden ist , sie haben das volk verraten dem sie eigentlich dienen sollten und nicht ein paar kranken traeumern dei nie steuern im leben bezahlt haben ! wacht auf und wehrt euch , auge um auge !

  17. Brillanter Artikel!
    Zwei Dinge möchte ich dazu ergänzen.
    Erstens: ich bin ein hoffnungsloser Fall von Fußballfan.
    Und dieser Fußballfan war überhaupt nicht amused, als er gewahr wurde, dass nach und nach alle Fußballstadien nicht nur Firmennamen bekamen, sondern auch von “Stadien” zu “Arenen” wurden, also vom Namen her der griechische olympische Geist dem römischen “Bei- Laune- halten” wich. So verstehe ich diesen Sport nicht, dem meine hoffnungslose Liebe galt und gilt. (Ich bin selber total unsportlich, freue mich aber nicht nur über Sportübertragungen, sondern eigentlich noch mehr über jede Gelegenheit, selber gegen einen Ball zu treten.)
    Zweitens: Ich bin Geiger, und ich übe täglich für alle noch folgenden musikalischen Vorträge mit meiner Mitwirkung, mögen sie nun stattfinden oder nicht. Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen Musik brauchen, gleich welcher Gattung, und bin fest entschlossen, mich durch den derzeitigen Wahnsinn nicht beeindrucken zu lassen.
    Ich kann warten, und ich habe schon manches überstanden.

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