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Club der toten Dichter

von Peter Löcke //

Boris Pistorius hielt eine Weihnachtsansprache. Auch Cristian Lindner sowie weitere Berliner Politakteure versuchten sich in der Disziplin des Pathetischen. Das große mediale Echo erfuhren vor allem die Reden des deutschen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier und des deutschen Wirtschaftsministers Robert Habeck (siehe Quellen). Nach dem Betrachten der beiden Ansprachen stellte sich mir intuitiv eine höchst kindliche Frage. Was genau tun die beiden da?
„Oberste Prinzipien Clarice. Simplifikation! Lesen Sie bei Marc Aurel nach. Bei jedem einzelnen Ding die Frage, was ist es in sich selbst? Was ist seine Natur? Was tut er, dieser Mann, den Sie suchen?“
Die Sätze stammen von Anthony Hopkins in seiner Rolle als Dr. Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“. Laut Dr. Lecter sei es das Wesen des Mörders zu begehren, das bestialische Abschlachten der Opfer sei nur eine unschöne Randnotiz. Was ist das Wesen, was ist die Natur von Frank Walter Steinmeier und Robert Habeck? Verstehen Sie mich nicht falsch. Natürlich möchte ich den beiden Herrschaften keine mörderischen Absichten unterstellen. Was tun diese Männer da, dessen Reden ich betrachte?

Sie verkaufen. Sie verkaufen sich selbst und den Bürger für dumm. Da ich mich nicht gerne für dumm verkaufen lasse, habe ich die beiden Weihnachtsansprachen in einem kleinen Gedicht verarbeitet.

Im Guten Deutschland aller Zeiten

Von Wappentier und Nordmanntann
spricht eingerahmt Frank Walter
als Präsidentenweihnachtsmann
als Deutschlands oberster Verwalter.

Er sei viel unterwegs gewesen
und kennt der Deutschen Sorgen.
Da hab ich wohl was überlesen
solch Reisen blieben mir verborgen.

Deutschland sei ein gutes Land.
Voll Zuversicht, ganz ohne Panik.
Schon kracht das Schiff an Eisbergs Wand
doch Musik spielt auf der Titanic.

Die Note Zwei verwundert doch.
Nur noch gut in Deutschen Breiten?
Sprach Spalter Frank nicht gestern noch
vom besten Deutschland aller Zeiten?

Ganz anders zeigt sich Rockstar Robby
mit coolem Outfit schwarz und schick.

So duzt er mich aus einer Lobby
mit Kussmund und mit Dackelblick.

Das Leid, es ist ihm anzusehn.
Der Krieg, der Russe, der Putin, der Miese.
Sodann ein weinerliches Flehn
denn obendrauf herrscht Klimakrise.

So ängstigt Robert noch und noch.
Mit Kreide wird mir Angst erklärt.
Am Ende warnt der Robert doch
vorm Nazi, der die Ängste nährt.

Doch der Rockstar hat Humor.
In des Märchenonkels Welt
trägt nicht der Bürger Trauerflor.
Es ist der Staat mit seinem Geld.

Dann nehmt mein Geld und raubet den Verstand.
Doch eines, das bekommt ihr nie.
Denn fahrt ihr Deutschland an die Wand,
behalt ich mir die Poesie.

Zum Jahreswechsel sei gestellt
eine mit Rum gefüllte Torte.
Wird dicht die Welt
so werd ich Dichter … im Club der klaren Worte.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers wieder.

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3 Antworten

  1. Lieber Herr Löcke, eigentlich sind Gedichte ja nicht so meins, aber das würde wahrscheinlich auch eine veritable Büttenrede abgeben. Narhallamarsch !!

  2. „Was ist das Wesen, was ist die Natur von Frank Walter Steinmeier und Robert Habeck?“ – Das ist hier die Frage!
    Sie trifft auch alle anderen Menschen nah und fern um mich herum im bestmöglichen Deutschland aller Zeiten.
    Die Frage stellt sich mir, seit ich am 14. März 2020 spätabends fassungslos vor leeren Supermarkt-Regalen stand.
    Was ist in die Menschen gefahren, die Nudeln horten, sich vermummen und sich experimentell „pieksen“ lassen?
    Und was ist in die Menschen gefahren, die das alles von weiter oben herab einfädeln? Gutglauben oder das Böse?
    Ich sollte Clarice & Hannibal nochmal ansehen, um zumindest gut unterhalten zu werden – vielleicht sogar klüger.

    Lieber Peter Löcke, danke für all die schönen Kolumnen und auf ein Neues!

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