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Der schwarze Mann

von Peter Löcke //

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Als kleines Kind hatte ich Angst, weil mir mein Großvater ständig die alte Sage des schwarzen Mannes erzählte. Das ist diese dunkle Gestalt, die unartige Kinder abholt. Mein Großvater erzählte die Geschichte immer dann, wenn ich ihm neunmalklug auf die Nerven ging und mit Fragen löcherte. Der schwarze Mann ist wie die böse Stiefmutter im Märchen ein literarisches Motiv. Ein Topos. Das Wort Topos wird heute selten verwendet. Dafür kennt und benutzt ein jeder das moderne Wort Narrativ. Ein Narrativ ist mehr als nur ein verinnerlichtes Sprachbild. Hier ist es eine ganze sinnstiftende Erzählung. Unkritisch verinnerlicht und von erwachsenen Menschen geglaubt, wie ich als Kind an den schwarzen Mann glaubte. Eigenes Denken unnötig und unerwünscht. Die angsteinflößende Botschaft des Narrativs ist simpel und eindeutig, denn das Narrativ interpretiert sich selbst. Politik wie Medien sind voller Narrative.

Zu Beginn eines Narrativs steht meist ein singuläres Ereignis. Ein Anschlag etwa, bei dem zwei Flugzeuge in zwei Wolkenkratzer krachen und 3.000 Menschen sterben. Oder der plötzliche Ausbruch einer todbringenden Pandemie. Vielleicht ein Sturm auf ein Reichstagsgebäude, von drei Polizisten heldenhaft verhindert. Gerne auch „Der Sturm, Teil zwei“, als die Demokratie im letzten Moment vor den Umsturzplänen einiger Rentner-Reichsbürger gerettet wurde. 

Anschließend Schock! Nach all diesen Ereignissen herrscht zunächst ein kollektiver Schock. Schock in der Politik. Schock in den Medien. Schock in der Bevölkerung. Das Narrativ kann beginnen, denn selbstverständlich müssen all diese schrecklichen Ereignisse Konsequenzen haben. Nur welche Konsequenzen?

Im Kampf gegen den Terror mussten zwei Jahrzehnte lang Kriege geführt, außerdem die Bürger besser überwacht werden. Das war alternativlos. Schließlich galt es, einen zweiten elften September zu verhindern. Übrigens stellten die Anschläge auf die Twin-Towers im damaligen Sprech eine sogenannte Zeitenwende dar. Nun ist dieses Narrativ spätestens nach dem Abzug westlicher Truppen aus Afghanistan, also dem erfolglosen Export von Menschen- und Frauenrechten, nicht mehr haltbar. Es braucht neue Narrative.

Konsequenzen muss selbstverständlich der Ausbruch einer Epidemie haben. In einer Epidemie müssen die Grundrechte möglichst grundrechtsschonend ausgehebelt werden. Das vor allem für Krisenzeiten geschaffene Grundgesetz gilt nun Mal nicht in Krisenzeiten. Aus Sicherheitsgründen. So das alternativlose Narrativ. Außerdem muss man die Wirtschaft schützen, indem man die Wirtschaft in den Lockdown schickt. Die Gesundheit des Bürgers hat in einer solchen Zeit Priorität, deswegen muss man den Bürger mit langfristigen Zwangsmaßnahmen unter Dauerstress setzen, um ihn am Ende der Finsternis mit dem leuchtenden, heiligen Gral der nebenwirkungsfreien Impfung zu beglücken. 

Welche politischen Konsequenzen hatten die inflationären Stürme auf Gebäude respektive Demokratien? Ich meine die Stürme auf den Reichstag in Deutschland, das Kapitol in den USA, zuletzt das Parlament in Brasilien. Als Konsequenz ist nicht mehr der potenzielle Auslandsterrorist Staatsfeind Nummer eins wie in guten alten Krieg-gegen-den-Terror-Zeiten. Nun ist es der mögliche Inlandsterrorist. Endlich das notwendig gewordene neue Narrativ. Da braucht es selbstverständlich Gesetze, um gegen die Gefährder vorzugehen. Gegen diese Delegitimierer des Staates, Montagsspaziergänger wie sämtliche Regierungskritiker. Ist Ihr Nachbar so einer? Dann bitte melden! 

Was ist das verbindende Element bei allen Narrativen? Sie beruhen auf Angst. Die besten  Ängste sind im Konjunktiv formulierte Ängste, die nicht greifbar und sinnlich wahrnehmbar sind. Das ist äußerst praktisch. Solche Narrative funktionieren im Vorfeld, um etwas zu legitimieren. Sie funktionieren ebenso im Nachgang, um etwas zu rechtfertigen. Beispiele?

Im Vorfeld? Die Anschläge erfordern einen Krieg gegen den Terror. Im Nachgang? Ohne den Krieg gegen den Terror hätte es weitere Anschläge auf die USA gegeben. Kritische Nachfragen und das Aufzeigen von Widersprüchen im offiziellen Narrativ zu den Vorkommnissen am 11. September 2001 stehen bis heute auf dem Index. Wer es dennoch tut, wird wie Dr. Daniele Ganser geteert und gefedert von Menschen, die sich geistig von Tagesschau und Wikipedia ernähren. 

Vorher? Ohne staatliche Maßnahmen wird es Millionen Pandemie-Tote mehr in Deutschland geben. Im Nachhinein? Ohne staatliche Maßnahmen hätten wir eine Millionen Tote mehr gehabt. Das sagt der Konjunktiv, das sagen Modellierungen. Sie zweifeln? Beweisen Sie das Gegenteil. Und selbstverständlich würde ohne staatliches Eingreifen gerade Prinz Reuß oder ein anderer Reichsbürger Deutschland regieren. Schwachsinn? Nicht für den durchschnittlichen Talkshow-Konsumenten, der dem Narrativ folgt. 

Bleibt die größte Angst, das Klima-Narrativ. Wenn wir nicht alles für die große Energiewende und klimaneutrale Transformation der Welt tun, wird in fünfzig Jahren unser Erdball explodieren und mit ihm die gesamte Menschheit. Auch das ist eine Zukunftsangst im Konjunktiv. Nicht zu widerlegen.

Der entscheidende Punkt ist nicht, dass man die angsteinflößenden Erzählungen und Tatsachenbehauptungen schlecht belegen kann. Der entscheidende Punkt bei all den Narrativen ist, dass sie niemals widerlegt werden können. Und jedes Narrativ wird wahrer, je öfter man es wiederholt.

Es gibt keinen schwarzen Mann, der mich heimsucht und abholt, wenn ich unartig bin? Das sagen Sie. Beweisen Sie mir gefälligst das Gegenteil. Wobei der Topos nicht mehr aktuell ist. Deutschlands Transformations-Häuptling Robert wird seinem kritischen Enkel einst folgendes antworten, wenn das kleine Kind seinen Großvater Habeck neunmalklug fragt, warum er ein ganzes Land in den Abgrund gerissen habe.

„Nerv nicht mit deinen Fragen. Sonst holt dich der alte, weiße Mann.“

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers wieder.

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9 Antworten

  1. Das Erschütternde ist, dass nun durchaus einige Leute wach werden. Und keine Angst vorm schwarzen Mann haben, aber durchaus Angst davor was Sie sich selbst angetan haben, indem Sie auf die Regierung und deren Experten vertraut haben. Menschen die mir gegenüber durchaus streitlustig waren, da ich von Anfang an das Ganze hier kritisch beäugt habe. Die jetzt schockiert sind wenn sie in den ÖRR eine Sendung sehen, in der es um Impfschäden geht. Um Gottes Willen, da bin ich aber froh das ich das sooo gut überstanden habe…. Ich kommentiere das Nie und denke mir meinen Teil, kann ja alles noch kommen.
    Angst? Wovor? Vorm Untergang der Erde? Lach, Angst davor das nun Trinkwasser knapp wird? Man muss mal so die Nachrichten verfolgen, man könnte meinen wohldosiert kriegen wir jetzt jeden Tag so eine kleine Angstspritze verpasst in kleinen Sequenzen. Mal ist es dies, mal ist es jenes was uns Angst machen sollte.
    Das einzige was mir hier Angst macht ist soviel Dummheit auf einem Haufen, wobei man hier ja von Absicht reden muss, denn ich denke Sie wissen was Sie tun!
    Tatsächlich Angst macht mir nur mein Gesundheitszustand und die Tatsache das ich nahe daran bin meine Autonomie zu verlieren. Das ist durchaus beängstigend, alles andere vor allem das hohle Gelaber in den Medien macht mir überhaupt keine Angst. Wenn Herrn Putins Raketen doch nur schon hier wären, dann kehrt vielleicht mal Ruhe ein. Ruhe für den ganzen Planeten! Es mag absurd klingen, doch manchmal kommen mir solche Gedanken, weil ich die Doofheit nur schwer ertragen kann.

  2. “…und wenn er kommt? …DANN LAUFEN WIR!”

    …und hatten soviel Spass dabei…
    Sportuntericht 1. Klasse Zwergschule, Fangen spielen, da gab’s die Neger noch garnicht. Unsere Kultur soll über die zeitliche Ferne vom dt. Bildungssystems der Zuwanderer zerstört werden.

    Eine Aufarbeitung des Begriffs Narrativ ist dringend geboten. Aber als Ersatz den Topos? Kasus ginge grad noch… Ich unterstelle eine gewisse “Beschränktheit” aufgrund von Intellektualität. Mit diesem Begriff wird der schmutzige Inhalt wiederum andersrum “geadelt”.

    “sinnstiftende Erzählung”?
    Erzählung als “Erzählung” ist mein Favorit und für sinnstiftend empfehle in einen Begriff aus der Soziologie, das “Konstrukt”, was die Künstlichkeit hervorhebt, dann sind wir wieder dacor.

    Narrativ = konstruierte “Erzählung”

  3. Wie und wodurch entwickeln Menschen ihre persönlichen Einstellungen, sprich: glauben, wünschen, hoffen und fürchten, um die relevantesten herauszugreifen?
    Durch eigenes Beobachten, eigenes Erleben und Erzählungen von Mitmenschen.
    Wie relevant der persönliche Glaube eines Menschen an was auch immer Einfluss auf sein Leben und das Leben seiner Mitmenschen haben kann und hat, ist faszinierend und sehr erkenntnisreich.
    Nicht das erlangte Wissen, gemachte persönliche Erfahrungen, aufgenommene emotionalisierende Bilder, Geschichten oder Geräusche beeinflussen die Handlungen von Menschen am gravierendsten, sondern erst der Glaube an die dahinterstehende Erzählung macht es möglich, dass Menschen handeln wie sie handeln.
    Nur der Glaube daran, mit einem Hunderteuroschein morgen noch bei einem Mitmenschen – bekannt oder auch fremd – physische Güter eintauschen zu können, lässt Menschen Euroscheine gegen die Hingabe von realen Sachgütern oder ihrer knappen Lebenszeit und Muskelkraft an- und hergeben.
    Dabei ist es auf Basis des Wissens, welches sich jeder Mensch eigenständig aneignen kann, bekannt, dass ein Papierzettelchen mit bunten Bildchen und der Zahl 100 drauf gemalt keinen größeren realen haben kann als den Wert des Papieres auf dem Bildchen und Zahl gemalt wurden, was die Annahme solcher Papierzettelchen völlig unsinnig als Tauschmittel für physische Güter höheren Wertes macht und dennoch, nur auf reinem Glauben beruhend, (noch) stattfinden lässt. Wenn Hr. Langemann Papierzettelchen mit seinem Bild und der Zahl 100 drauf einem Mitmenschen zum Tausch gegen ein physisches Gut anbieten würde, würde er vermutlich ausgelacht werden, selbst dann, wenn er anbieten würde, noch 5 Nullen dran zu schreiben, an die 100. Warum lacht niemand die EZB und Landesbanken aus, wenn sie ihre Papierzettelchen in Umlauf bringen oder gar rein fiktive Zahlen per Mausklick hin und her schicken? So schlecht auch das Fiat-Geld in Scheinen und Münzen ist, es wird eine absolute Katastrophe, wenn die CBDCs das Bargeld vollständig ablösen werden, was ihr einziger Hintergrund ist. Ein freier Markt für Geld anstelle eines Geldmonopols, sollte dringend debattiert werden.
    Nur der Glaube daran, dass es Politiker braucht, um den Ort der Menschen auf dem sie leben, regeln und ordnen zu können, lässt Menschen Aussagen von Politikern lauschen und in Wahlkabinen Kreuzchen auf Zettelchen setzen, Steuern an sie bezahlen und ihren unzähligen Befehlen, Ge- und Verboten, Vorschriften, etc. gehorsam Folge leisten. Dabei ist es auf Basis des Wissens, welches sich jeder Mensch eigenständig aneignen kann, bekannt, dass Politiker Lügner, Betrüger, Räuber und Kriegstreiber sind, die ständig einst auf natürlichem Wege entstandene und gewachsene Regeln von den Menschen selbst für ein friedliches Leben zwischen den Menschen brechen, beschädigen und pervertieren, womit sie immer mehr Unordnung und Chaos, Leid und Elend anrichten, was sie dann wieder nutzen um den Menschen ihre Notwendigkeit als Regler und Friedenshüter zu verkaufen. Ein freier Markt für die Organisation von Menschen in Gemeinschaften anstelle des Staatszwangsmonopols, sollte dringend debattiert werden.
    Nur der Glaube daran, dass es Viren gibt und Impfungen als medizinische Behandlungsmethode vor ihnen schützen sollen, lässt viele Menschen unterschiedliche Körperreaktionen als angebliche Viruserkrankung ansehen und sich freiwillig mit Impfungen medizinischen Behandlungen unterziehen. Dabei ist es auf Basis des Wissens, welches sich jeder Mensch eigenständig aneignen kann, bekannt, dass sich die Virologen der Entstehungsgeschichte selbst widerlegt haben und es bis heute keiner Forschungsgruppe geglückt ist, gesunde Menschen durch die Verabreichung von Körpersäften von an angeblich Viren erkrankten Menschen mit dem angeblichen Infektionserreger zu infizieren (siehe dazu z.B. Forschungen während der sog. Spanischen Grippe). Jeder Mensch kann jedes Jahr persönlich beobachten, dass Menschen in ihrem direkten Umfeld an unterschiedlichen Körperreaktionen Unwohlsein durch Hautreaktionen, laufende Nasen, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, etc. leiden, aber selbst bei engem Körperkontakt zu Mitmenschen nicht alle oder gar keinen der Mitmenschen mit denselben Symptomen des Unwohlseins anstecken, doch hinterfragt werden darf der Glaube an Viren und Impfungen nicht. Der absolute Respekt vor fremdem Eigentum anstelle der Zwangsstaatsbevormundung, sollte dringend debattiert werden.

    Wenn Glaubensrichtungen nicht freiwillig beigetreten und nicht jeder Zeit wieder aus ihnen ausgetreten werden darf, wenn über Glaubensrichtungen nicht debattiert, nicht frei über sie geforscht und sie nicht widerlegt werden dürfen, sollten diese Umstände bereits ausreichen, um eine gesunde Skepsis zu entwickeln, Fragen zu stellen und eigene Recherchen zu beginnen.
    Wenn Glaubensrichtungen obendrein dazu führen, dass die Glaubensanhänger eines Glaubens Mitmenschen, die diesem Glauben nicht anhängen, mit der Androhung und Anwendung von Gewalt zur Glaubensmitgliedschaft zwingen dürfen – was an sich bereits absurd und pervers ist – und ihnen Handlungen auf Befehl der Glaubensanhänger gegen ihren eigenen Willen zu tätigen aufgezwungen und sich gar erzwungenen Behandlungen mit ihrem eigenen Körper gegen ihren eigenen Willen unterziehen zu müssen, die ihnen nachweislich physischen Schaden zufügen, bedarf es keiner Fragen mehr sondern liegt offen auf dem Tisch, dass hier etwas ganz gehörig nicht stimmen kann und Notwehr sowie Nothilfe rechtens sein sollten.
    Doch weit gefehlt.
    Wer fragt, hinterfragt, Eigenrecherche anstellt, Glaubensrichtungen gar widerlegen kann und wer dann noch nein sagt zu feindlichen Angriffen auf seine physische Integrität von welchen Glaubensanhängern welcher Glaubensrichtungen auch immer, braucht mehr als nur ein schnelles Pferd in diesem Land und vielen anderen Ländern auch.
    Wenn sich die Menschen ihr Selbsteigentum und ihren freien Willen abnehmen lassen oder bei Erkenntnis es abgenommen bekommen zu haben nicht zurückgewinnen wollen, wird sich nichts in Richtung wahrer Freiheit, wahrem Frieden, wahrer Selbstbestimmung und wahrer Übernahme von Eigenverantwortung entwickeln können, was jedoch die Basis für jedes friedliche und freundliche Zusammenleben wie auch Nebeneinanderleben ist.

  4. Die entscheidenden Faktoren zur Schürung der Angst sind seit Jahrtausenden dieselben: Der Konjunktiv und die ferne Zukunft. Würde, wahrscheinlich, könnte,…, in dreißig Jahren, in fünfzig Jahren. Das sind die Lieblingsvokabeln der Angstmacher und Sektenführer. Darauf bauen sie ihr Geschäftsmodell auf. Immer und immer wieder. Ob die RK-Kirche, die Wiedertäufer, Scientology oder die Grün-Sekte. Hinzu tritt das Erlösungs – und das Glaubensbedürfnis der meisten Menschen, das durch den Niedergang der alten Religionen ja nicht verschwunden ist, sondern sich nur verlagert hat. An die Stelle des „Glaubens“ ist die „Wissenschaft“ getreten. Der säkulare Mensch bringt den vor-modernen Menschen nun nicht mehr den Glauben, wie einstmals den Heiden, sondern die Menschenrechte. Natürlich wieder mit Feuer und Schwert. Die neuen Götter sind die Wissenschaftler, die Experten und die Umfragen. Die Massenmedien sind wie immer die Herolde der Neuen Zeit. Unkritisch, sklavisch und beflissen. Das alles setzt voraus, dass die Masse nicht denkt, sondern fühlt. Denken ist schwer, fühlen ist leicht. Mitschwimmen in der Masse schafft gute Gefühle. Wer denkt ist Außenseiter. Gerade die Massengesellschaft ist darauf angelegt, dass die Masse nicht denkt, sondern fühlt und folgt. So war es immer und so wird es immer bleiben. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Nur die Wiederholung des Immergleichen.

  5. Soso. Nun darf also endlich auch an Narrativen wie dem (m)eines guten, alten Schwarzen Mannes gerüttelt werden. Beweise? Nun. Vielleicht ist das hier Geschriebene ja jetzt zielführend! Denn endlich weiß ich – dank närrischer Schönschreiberei – was wirklich wichtig ist. Das NarrAtief! Hier herrscht echter Buchstaben-Karneval! Helau! Alaaf! Kamelle! Fang´ sie dir, solange du noch kannst! Aber bleibe unerkannt. Duck´ dich einfach weg. Lass´ dich nicht erwischen! Vor allem dann nicht, wenn du Worte, Bücher oder sonstwas mit System verkaufen mußt! Denn die Namen der Schuldigen sind auch nur Schall u. Rauch! Dankeschön… bitteschön. Wieder was gelernt.

    Der Krieg ist also für mich (jetzt endlich) kein Thema mehr. Lesen bildet schließlich. Der offenkundige Völkermord, z.B. dank hereinflutender Fremder, ist ebenso Nichts und unsichtbar. Landnahme, Eroberung im Auftrag, das Totspritzen, die Eugenik, die Euthanasie, die Feigheit, der Feind in der Regierung, das Mitmachen, das finale Aufspringen auf den letzten, richtigen Zug, – Krieg als Bankenmotor u. weltweites Geschäftsmodell… all das Unbegreifbare, Unausgesprochene, Verschwiegene ist nur eine Wortgewalt, die es nie gegeben hat. Und wenn doch, dann steckte nur (m)ein Schwarzer Mann dahinter – immer.

    Also armer Kerl u. Heissa! Denn wie schön es doch jetzt ist, einfach nur gut zu sein! Schlicht einfach und klug… Dafür hat ein gewisser Peter Löcke mir jetzt das Äuglein geöffnet.

    Nun verstehe ich alles. Selbstredend u. selbstlos: Das Narrativ ist schuld. Besonders wenn um mich herum plötzlich mein gesamtes soziales Umfeld tot umfällt… oder: wenn das altgewohnt-große Fressen nun leider ausfällt – selbstverständlich für Frieden und Hungern für die Ukraine. Oder: wenn mein neues e-Auto plötzlich mächtig-heftig abfackelt – gerne wegen Klimaschutz! Oder wenn die eigene, bescheidene Miethütte (neben meiner lästerlichen Tipfinger) leider einfriert – gesparte Energie schafft schließlich nicht nur für mich ewigen Frieden, sondern – für die Ukraine! Und wenn ich “Zack-Zack” meinen “Job” verliere – zwar jetzt dankenswerter weise ungeimpft bleibend, aber nun doch der falschen Reisburger-Besinnung wegen überführt u. geziehen… oder: wenn ich mein Luxus-Scholss für den Frieden räumen muß – Ukraine welcome! Und die bunte Fachkraft sowieso… auch sind mir jetzt die potentiell auf mein keckes Köpfchen regnenden Putin-Raketen völlig egal! Zwar wohne ich dann längst unter der Brücke – aber die wird ja erst gesprengt, sobald die US-BRD-NATO- oder sonstwie freundliche Truppen, dem Iwan dem Schrecklichen, sodann das Siegen lehren… hei-… Sieg… hei- … Heissa!

    Warum soll ich mich insofern jetzt sorgen? Etwa wegen lavierender Textkunst? Obiger Text verrät doch hierzu – ganz genau wie ein sog. jüdisch-westliche-werte Mainstream – nichts. Garnichts!

    LG
    GOTT (IST PREUSSE… Beweis gefällig?)

  6. Herrliche Idee! Oh Mann, erst mit dem letzten Satz fiel mein Groschen, dass der Titel doch eigentlich eine unerwünschte, zu indizierende Formulierung darstellt, ginge es nach den kruden Gedanken-Schwurbeleien mancher Zeitgenossen … Der Groschen-Plumps entlockte mir befreites Lachen und bewies, worauf ich jetzt ein klitzeklein wenig stolz bin, gute Immunität gegen die sprachliche Gedankenpolizei. Der schwarze Mann ist für mich noch immer so selbstverständlich wie seit Kindertagen der Mohrenkopf.* Noch lieber wäre mir, des Pudels Kern von Beginn an zu erkennen oder den Braten zumindest zu riechen. Doch erweise ich mich nun einmal eher selten als Schnellmerker. Wodurch andererseits der Witz zum Abschluss umso stärker wirkt. Und das ist dann schön. –

    Ist es vor allen infantile Naivität, mangelndes Erwachsenwerden, welche die Angst in der westlichen Welt und vor allem in Deutschland heute so gut funktioniern lässt? Warum erschaudern die allermeisten Erwachsenen vor phantastischen Geschichten? Und – bislang – nur eine Minderheit nicht? Das ist die Gretchenfrage!

    *) Das Formulieren erinnerte ich mich an die bedingungslose Kapitulation des altehrwürdigen Oktoberfest-Cafés Mohrenkopf anno 2020 vor der funktionierenden Sprachpolizei. Und an schwere Gefechte gleichnamiger Apotheken und Brauereien, die meiner Erinnerung nach zumindest teilweise in Rückzüge mündeten. Sowie schließlich den mutigen Schwarzen Mann in Kiel, vor dem keiner mehr Angst haben muss, der vielmehr kindliche Neugier weckt: http://zum-mohrenkopf.de

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