// von Markus Langemann
Ich habe dieses Gespräch geführt, weil ich wissen wollte, wo dieses Land tatsächlich steht – jenseits von Schlagzeilen, jenseits von politischen Erzählungen. Was Markus Zschaber liefert, ist keine Meinung. Es ist eine rechnerische Bestandsaufnahme. Nüchtern, belastbar, und in vielen Punkten verstörend. Wer dieses Interview hört, merkt schnell: Hier spricht keiner, der deutet – sondern einer, der misst.
1. Der industrielle Kern: Substanzverlust in Echtzeit
300.000 Industriearbeitsplätze in zwei Jahren verloren
17.000–18.000 Unternehmensinsolvenzen im Vorjahr
4.500–5.000 Insolvenzen allein im ersten Quartal des Folgejahres
„Diese Fachkräfte sind gefragt im Ausland. Sie werden nicht wiederkommen.“
2. Systemische Erosion: Kreditausfälle und Kettenreaktionen
3,1 Milliarden Euro Kreditausfälle im Januar
Erwartet: 9–11 Milliarden Euro im Q1
Geschätzt ca. € 45-50 Millarden / Jahr, könnte auf bis zu € 80 Millarden, davon bis zu ½ Ausfälle bei Banken
„Das ist ein Ausmaß, das sich unmittelbar auf den Arbeitsmarkt auswirkt.“
3. Staatsfinanzen: Hohe Einnahmen, strukturelles Ausgabenproblem
Über 1 Billion Euro Steuereinnahmen
2,6 Billionen Euro Gesamtverschuldung
Rund 200 Milliarden Euro Neuverschuldung jährlich
45–52 Milliarden Euro Zinslast pro Jahr
+7.000 Euro Schulden und +1.600 Euro Zinsen pro Sekunde
„Es scheitert nicht an den Einnahmen. Es ist ein reines Ausgabenproblem.“
4. Sozialstaat und Transfers: Skalierung ohne Gegenfinanzierung
Bürgergeld-System: ca. 50 Milliarden Euro jährlich
Gesundheitskosten zusätzlich: 12–15 Milliarden Euro
500+ NGOs mit 1,1–1,5 Milliarden Euro Finanzierung jährlich
„Das ist alles Kapital, das am Ende sozialisiert und bezahlt wird.“
5. Rentensystem: Zukunftslasten in dreistelliger Milliardenhöhe
400–430 Milliarden Euro zusätzliche Kosten bis 2050
390–410 Milliarden Euro jährliche Rentenzahlungen
„Ich würde nicht von Reform sprechen, sondern von Rentenverteuerung.“
6. Energiepolitik und Wettbewerbsfähigkeit
45–50 % staatlicher Anteil am Benzinpreis
CO₂-Preis von 15–17 € auf 65 € pro Tonne gestiegen
Deutschland: 600 Mio. Tonnen CO₂ vs. weltweit 36 Milliarden Tonnen
„Wir betreiben Raubbau an unserer Wettbewerbsfähigkeit.“
7. Globale Einordnung: Deutschland verliert Anschluss
China dominiert 57 von 64 Zukunftsfeldern
Weltwirtschaft wächst deutlich stärker als Europa
Deutschland in Rezession
„Kein Mensch beobachtet Deutschland in den zukünftigen Trends.“
8. Gesamtbewertung: Kein Zyklus – sondern Strukturbruch
„Wir befinden uns nicht in einem normalen Konjunkturzyklus. Wir sind im Abschwung – ohne anschließenden Aufschwung.“
9. Konsequenz für Vermögen und Individuum
steigende Nachfrage nach Sachwerten und diversifizierten Portfolios
wachsende Unsicherheit in der Bevölkerung
„Die Menschen müssen aktiv werden – zur Erhaltung und Sicherung ihres Kapitals.“
Hinweis:
Das vollständige Interview mit Dr. Markus Zschaber ist unter diesem Artikel als Video verfügbar. In seiner Tiefe und Präzision ist es ein Dokument von bleibendem Wert.

3 Antworten
Was tun? Es ist schon sehr spät, um etwas zu tun. Kosmetische Eingriffe helfen nicht mehr. Alles ist falsch gelaufen in den letzten zwanzig Jahren. Was getan werden müsste in aller Kürze: Erstens, wir haben im Bundeshaushalt kein Einnahmeproblem, sondern ein massives Ausgabenproblem. Alle Ausgaben müssen auf den Prüfstand. Zweitens, das eingesparte Steuergeld wird für die Erneuerung der Infrastruktur und die Digitalisierung / KI benutzt. Drittens, Beendigung der Konfrontation mit Russland, Bezug billiger Energie von dort. Aufbau eines effizienten Energiemix zu dem auch Kernenergie gehört. Viertens, Remigration aller Kriminellen und Einwanderer ohne Rechtsgrundlage und Perspektive. Fünftens, ein neues solidarisches Rentensystem. Sechstens, kontinuierliche Senkung der Verschuldung und Staatsquote. Verschlankung und Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung. Siebtens, drastische Senkung der Arbeitslosigkeit und Aufbau eines zweiten Arbeitsmarktes für gemeinnützige Arbeiten. Achtens, Umbau der EU zu einem aktiven Begleiten der Reformprozesse. – Ob das alles gelingt, hängt politisch davon ab, ob Deutschland zu einer „Melonisierung“ der Politik fähig ist, oder, ob es zur Konfrontation von Links und Konservativ kommt, zu Massenprotesten aus dem linken Spektrum und einer Blockade der Politik. P.S. Die KI verschärft die bestehenden Probleme. Sie muss als Überbau aller zukünftigen Strategien bedacht werden. Vergessen wir die Kinder und Geburtenrate. Unter KI ist eine schrumpfende Bevölkerung ein Segen. Sie wird zu Massenarbeitslosigkeit führen, und es wird darauf ankommen, mit einem zweiten Arbeismarkt und einem durch Digitalgewinne gefütterten Grundeinkommen gegenzusteuern.
Geht man etwas tiefer in die VWL und stellt sich die Frage, warum gibt es kein Wachstum mehr und warum verschuldet sich der Staat immer mehr, dann gibt es meines Erachtens darauf folgende Antwort: Erstens, es gibt zu wenig Geburten. Das kann man auch nicht dadurch ausgleichen, dass man gebärfreudige Migranten ins Land holt. Bis die einen Nettobeitrag liefern dauert es zwei Generationen. Bis dahin sind sie ein Kostenblock. Zweitens, es gibt zu wenig Binnennachfrage. Dafür haben wir ein merkantilistisches Modell mit einer fast schon perversen Exportquote von mehr als fünf Prozent am BSP gehabt. Diese haben wir durch Lohndumping erreicht und dadurch unseren Partnern in der EU Arbeitslosigkeit exportiert. Eine extreme Exportquote ist jedoch wie Güter verschenken gegen Papiergeld. Durch das Lohndumping sinkt die Binnennachfrage, und die Investitionsquote im Inland sinkt massiv, wenn es gleichzeitig die Möglichkeit gibt in die Randstaaten der EU auszuweichen, oder in Asien zu produzieren. Drittens, durch dieses merkantilistische Modell der Wirtschaft wird die Einkommensverteilung schief. Wir haben eine zu geringe Lohnquote und eine um etwa 7-10 Prozent zu hohe Gewinnquote. Heißt, den Gewinnbeziehern (Aktien, Immobilien, Anleihen) geht’s zu gut, den Arbeitnehmern zu schlecht. Gewinnbezieher haben jedoch eine geringe Konsumquote, was die Binnennachfrage weiter schwächt. Viertens, durch diese strukturellen Schieflagen sieht sich der Staat immer mehr gezwungen, in die Wirtschaft einzugreifen. Staatliche Investitionen verdrängen private, die an sich schon zu gering sind. Diese haben jedoch einen Multiplikator (Wirkung auf das BSP) von weit unter 1. Brücken und Panzer kann man nicht essen und die Zahl der Staatsbediensteten von 5,5 Mio, jedes Jahr um 1 % zu erhöhen, ist ineffizient. Am Ende steht eine Staatsquote von weit über 50 % und man landet im Staatssozialismus. Die private Wirtschaft ist stranguliert oder geflüchtet und der Staat dominiert das Geschehen und verzerrt Märkte und Preise. Da sind wir jetzt.
Stellt sich die Frage: Was tun?
Ich hab’s mir angesehen! Wir haben alle längst kein Erkenntnisproblem mehr. Die Menschen haben es kapiert: Deutschland ist auf dem Weg nach unten. Fast jeder kennt die Fakten, und die meisten spüren es ganz profan an ihrem Geldbeutel. Dass es so gekommen ist hat, in aller Kürze, drei Gründe: Erstens, es ging uns lange zu gut. Zweitens, die Grünsekte hat ihren Auftrag der Deindustialisierun vollendet. Das wollen die so! Drittens, die Politik hat sich selber stranguliert. Weil dieses Land nicht pragmatisch, sondern nur ideologisch kann. Zu eins, das ist nun mal so im Lebenszyklus der Nationen; in diesem Fall in ganz Europa. Will man das ändern, braucht man weniger Rentiers und mehr Kinder. Zu zweitens, die Grünsekte , und ich nenne sie bewusst so, hat die Hälfte ihrer Stammwählerschaft in den öffentlichen Diensten. Da sind Leute, die wollen die Welt retten, und solche denen der Kapitalismus und der Konsum nicht passt. Zurück zur Natur 2.0, und Deutschland spielt bei jeder Ideologie in der ersten Reihe. Bis zum bitteren Ende. Zu Drittens: Die Masse der Bevölkerung hat das alles erkannt und versucht demokratisch, über Wahlen aus dem Desaster auszubrechen. Die Alternative für Deutschland liegt bei 28%. Das heißt: Wir haben verstanden! Die Politik der „Linken und Rechten Mitte“, die das alles verursacht und geduldet hat, kann jedoch nicht aus ihrem Gefängnis ausbrechen, das sie selber geschaffen hat. Sie muss warten, bis sie quasi durch die Realität stranguliert wird. Warum? Weil sich CDSPFDGRÜNE, die Parteien dahinter, in ihrer Wagenburg verschanzen. Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Wenn man nur ideologisch kann und nicht pragmatisch, ist das die einzige Lösung. – Bis dahin findet auch in der Bevölkerung keine Debatte mehr statt: Die Einen reden nicht darüber, weil sie diesen Unsinn mit verursacht oder gewählt haben, die anderen weil sie jetzt „Nazi“ sind, wenn sie sich zu Wort melden. Und die Dritten, weil sie genügend Vermögen haben, um auch das noch zu überleben. Währenddessen geistern die Untoten durch die politischen Kulissen und spielen Polittheater. Am Ende fragen sich alle wie es zur dritten deutschen Niederlage in einhundert Jahren kommen konnte.