Die Pointen der Woche

von Peter Löcke //

Die Pointen der Woche

Ernsthaft? Steht das dort ernsthaft als politische Nachricht oder bin ich in einer Zeitschleife gefangen, die mir 365 Tage im Jahr das Kalenderblatt „1. April“ anzeigt? Das frage ich mich häufig bei der Lektüre der täglichen News. In der vergangenen Woche gab es mindestens drei Meldungen, die ich spontan in meinem digitalen Ordner „Realsatire“ abgelegt habe. Das mag an mir liegen. Bitte urteilen Sie selbst, ob Sie die nachfolgenden Pointen wie ich als solche betrachten oder ob Ihnen das Lachen nicht längst im Halse steckenbleibt.

Fahnenflucht
Was haben eine Regenbogenfahne und eine Deutschlandfahne gemeinsam? Ganz einfach. Sollte eine der beiden Symbole Gegenstand einer kriminalistischen Nachricht werden, liest man im entsprechenden Artikel, dass selbstverständlich der Staatsschutz tätig wird. Die Pointe liegt darin, dass der Staat aus unterschiedlichen Gründen Jagd auf die Übeltäter macht. Bei bereits gehissten Regenbogenflaggen wird wegen Diebstahl oder Vandalismus ermittelt. Bei Deutschlandfahnen hingegen ermittelt der Staatsschutz, weil diese überhaupt gehisst werden. So geschehen in Nachrodt-Wiblingwerde, als Unbekannte in einer Nacht- und Nebelaktion die beschauliche Gemeinde im Sauerland mit etwa vierzig schwarz-rot-goldenen Tüchern schmückten [1]. Wehret den Anfängen! Wer erinnert sich nicht an das rechtsextreme Großereignis „Sommermärchen“, das sich bald zum zwanzigsten Mal jährt? Damals wurde Deutschland in ein buntes Meer aus vielfältigen Nationalflaggen getaucht, insbesondere der eigenen. Was im Jahr 2006 während der Fußball-WM fehlte, war die bunte Agenda2030-Einheitsflagge der Vielfalt.

Weimerer Verhältnisse
Der Journalist Alexander Wallasch [2] brachte den Stein mit mehreren Artikeln ins Rollen. Das von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gegründete Debattenmagazin „The European“ soll über Jahre Urheberrechte verletzt haben, indem es Texte von Politikern und anderen Persönlichkeiten ohne deren Erlaubnis veröffentlichte. Die „Weimer Media Group“ verteidigt sich damit, dass es sich lediglich um dokumentarische Texte oder Pressemitteilungen gehandelt habe. Die Posse bietet auf gleich mehreren Ebenen Humoristisches. Zum einen kritisierte Wolfram Weimer noch kurz zuvor geistigen Diebstahl, indem er chinesischen und amerikanischen Tech-Unternehmen vorwarf, auf „vampiristische Weise“ Ideenklau bei europäischen Köpfen zu betreiben. War das eine Projektion der eigenen Weimerer Verhältnisse? Als komisch lässt sich auch der Umgang der Leitmedien mit der Enthüllung des journalistischen Copy & Paste im großen Stil bezeichnen. Nach langem Schweigen nahm sich das ZDF [3] dann doch der Sache an, berichtete zunächst falsch, indem behauptet wurde, der Kulturstaatsminister habe mit der Weimer Media Group formal nichts mehr zu tun (Wolfram Weimer ist immer noch zur Hälfte Gesellschafter), um dann wie gewohnt die Frage aufzuwerfen, ob es sich um eine Kampagne rechter Kreise handle. Ich vermute, dass Wolfram Weimer in diesem ZDF-Ausnahmefall seine Kritik zurücknimmt, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei zu linkslastig.

Die schönste Pointe findet man allerdings in den Nutzungsbestimmungen [4] des Portals „The European“. Das Magazin behält sich jede Rechte an den Inhalten des Portals vor. Anders ausgedrückt: Als Leser dürfen Sie die veröffentlichten Inhalte von „TheEuropean“, die laut „TheEuropean“ ohnehin öffentlich zugänglich sind, nicht ohne die ausdrückliche schriftliche Erlaubnis von „TheEuropean“ publizistisch verwenden. Soviel Dreistigkeit ist fast schon wieder beeindruckend.

Bilderwelten
Das Thema der Woche darf nicht fehlen. Ganz Deutschland diskutiert über Stadtbilder. Und falls das eigene Leben nur noch im Home Office stattfindet, soll man laut Friedrich Merz gefälligst die eigene Tochter nach diesem ominösen Stadtbild fragen. Was stört an der Diskussion? Es handelt sich um eine reine Phantomdiskussion. Beim Stadtbild handelt es sich um ein Trugbild. Kaum jemand beschreibt – um Objektivität bemüht – das Stadtbild vor seinen Augen. Fast jeder beschreibt das, was er gerne sehen möchte. Die Menschen verteidigen ihr eigenes Weltbild und das halte ich auf traurige Art und Weise für komisch. Das Bestreben nach Bestätigung des eigenen Weltbilds erkennt man bei linken Bessermenschen genauso wie bei wirklich Rechtsextremen und damit meine ich nicht seriöse Kritiker der Migrationspolitik. Die Pointen bei der Stadtbild-Pseudodebatte schreiben die Demonstrationen gegen Rechts, die verlässlich folgen. Die Werbetrommel dafür rühren linke NGO’s, die wiederum großzügig staatlich unterstützt werden. Die CDU fördert also Kampagnen gegen die CDU. Welch Ironie! Diese Ironie wird nur durch eine Pointe übertroffen, die sich im Erscheinungsbild dieser Demonstrationen offenbart. Man sieht gut situierte weiße Menschen statt benachteiligte PoC, man sieht Töchter mit Millionärshintergrund statt Menschen mit Migrationshintergrund. Das einzige, was bei diesen Demonstrationen bunt und vielfältig wirkt, sind die in die Höhe gehaltenen Plakate.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers wieder.

Beitrag teilen:

6 Antworten

  1. Das Denken und Verstehen, einst Grundlage für unseren Erfolg in Mitteleuropa, ist nicht mehr im Trend. Ganz offiziell sollen wir uns damit nicht aufhalten. 2020 hat sich die Denkverweigerung ganz offen als etwas Erstrebenswertes offenbart. Der Weg ist vorgezeichnet, Abweichung gilt als extrem. Wie bei allen Moden, sie sind nicht von Dauer und nicht alle machen mit. Daraus entsteht ein Korrektiv, das die von Angst getriebene öffentliche Wahrnehmung zurückführen wird zu mehr gesundem Menschenverstand.

  2. Menschenverstand ist nicht mehr so „in“, seit KI das Denken über nimmt….Ist ja auch zuuuu praktisch, tippe kurz ins Handy, …zack, da, siehste!!
    Lach! Du merkst aber nur, wie unreif und auch tatsächlich falsch die Antwort ist, wenn du eigenes Wissen zum Sachverhalt bereits hast …probiers mal und staune!
    Ich bin in Gesprächen momentan immer wieder fassungslos, mit welcher Chuzpe die Propaganda der Machthaber breitgetreten wird, aber eigene Reflexion =0!
    Zur Orientierung im Kaspertheater lese ich die Zeit, ich will ja wissen, mit was meine Gesellschaft „beschallt“ wird- min. 50% Behauptung ohne Argumente, 30 % aus eigener Erfahrung falsifiziert, der Rest unterbelichtet, zu einseitig, Quellen z.T. falsch zitiert oder übersetzt, Quellen als “ Studie“ behauptet, die nur Meinungsbilder von Autoren darstellen….
    Ich versuche mit Beispielen und Argumenten gegenzuhalten, daß schlägt auf die Stimmung und führt zu Themenwechsel…
    Es wird immer skurriler und offensichtlicher, aber die allgemeine kognitive Dissonanz wirkt.
    Und dabei nehme ich mich selbst sehr kritisch war, ich erinnere mich an “ komisches Gefühl, wenn ca 1980 unsere damaligen Nachbarn ihren Fahnenmast mit Deutschland- Fahne schmückten, und tatsächlich hatte ich im Sommer 2006 angesichts der vielen Flaggen, erstmals auch sehr vieler deutscher, ein spontanes Schamgefühl, ein „darf man als Deutscher so einfach seine Fahne schwenken, ….wegen unserer Geschichte…?“. Und dann geschah es: Ein grinsender Nigerianer auf Fahrrad, mit Deutschland-Flagge und geklingel, freute sich über einen Gruppensieg der deutschen Mannschaft! Na gut, jetzt wendete sich mein Blickwinkel. Wenn der das so vormacht?!
    Wir sind schwerst traumatisiert, seit Generationen gehirngewaschen, und durch Vermeidungsstrategie in die Sprachlosigkeit verdrängt. Wir müssen endlich wieder zu unserer Sprache finden, wir brauchen Transparenz!

  3. Die oben genannten Themen sind nur ein paar von extrem vielen Symptomen des großen Plans. Vermutlich gibt es ähnliche Absprachen wie damals Event 201 kurz vor Corona. „Unsere“ Regierung (meine nicht), die Medien und die Konzernlenker führen Deutschland in den Untergang und wir schauen zu. Demonstrationen (gegen links?) werden nix bringen; hat jemand eine Idee, was wir als „Normalbürger“ tun können, um das aufzuhalten bzw. wenigstens einigermaßen wieder Vernunft einkehren zu lassen? Wahlen scheinen ja nichts zu bringen.
    Wenn nicht, müssen wir wohl in den nächsten Jahren stark sein, es wird noch viel mehr den Bach runter gehen und wir werden zuschauen, leiden und sicher öfters fluchen.

  4. „Normalerweise“ ist die Energieversorgung ein Angriffsziel in einem Kriegsfall. Und „wir“ sprengen unsere eigene, intakte Energieversorgung selbst in die Luft. Ohne jede Not. Es geht nicht mehr verrückter.

  5. Gut dass diese Kakophonie aus Blasen-Themen der Hauptstadt Politiker und Journalisten kaum noch einen Bürger erreicht, geschweige denn beeindruckt. Die Leute haben andere Sorgen. Wenn sie nicht zu den oberen zehn Prozent aus Funktionselite gehören. Aber selbst dort wird bei sinkendem Wohlstand und Vernichtung der industriellen Basis die Luft immer dünner. Letzte Woche wurden die Kühltürme des AKW Grundremmingen in Bayern gesprengt! Und kaum einer hat protestiert. Tausend Voyeure waren da um Fotos vom Sinnbild des industriellen Kollaps Deutschlands zu machen. Der CSU-Bürgermeister hat in der ARD etwas von „,,,, es gibt genug Strom im Ausland, da müssen wir uns keine Sorgen machen“, gemurmelt. Wenn ich ihn wegen mieser Tonqualität richtig verstanden habe. Noch nicht einmal Tonqualität können die. Ich meine Leute geht’s noch! Wir sehen täglich dem Niedergang des Landes zu – und tun was? Ah doch, viele wählen AfD. Weshalb diese Partei logischerweise von der linksgrünen Kamarilla auch noch in die Luft gesprengt werden muss. Was sag ich! Von der Linksgrünen Kamarilla und ihren schwarzen Helfern. Ja sind die denn noch bei Verstand?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Herzlich Willkommen auf dieser Plattform des kultivierten Austauschs von Argumenten.

Wir haben verlernt Widerspruch aushalten zu können. Hier darf auch widersprochen werden. Ich möchte Sie bitten, dabei wertschätzend und höflich zu bleiben. Beleidigungen und Hasskommentare werden künftig ebenso entfernt, wie Wahlaufrufe zu Parteien. Ich behalte mir vor, beleidigende oder herabsetzende Kommentare zu löschen. Dieses öffentliche Forum und die ihm innewohnende Möglichkeit Argumente und Meinungen auszutauschen, ist der Versuch die Meinungsfreiheit – auch die der anderen Meinung – hoch zu halten. Ich möchte hier die altmodische Tugend des Respektes gepflegt wissen.

„Kontroversen sind kein lästiges Übel, sondern notwendige Voraussetzung für das Gelingen von Demokratie.“ Bundespräsident Dr. h.c. Joachim Gauck a.D., vor nur 5 Jahren in seiner Rede zum Tag des Grundgesetzes.

de_DEGerman