// por Diana-Maria Stocker
Sie haben den Teufel als Vater und nach seiner Begierde wollen sie tun. [1]
Der Umgang der Gesellschaft mit dem Epstein-Komplex ist ein dokumentiertes Versagen. Hinweise auf pädophile Netzwerke in elitären Machtzirkeln existieren seit rund zwei Jahrzehnten. Sie wurden unter Begriffen wie „Pizza Gate“ öffentlich diskutiert und standen in direktem Zusammenhang mit führenden politischen Akteuren, unter anderem aus dem Umfeld von Hillary Clinton. Diese Hinweise wurden nicht überprüft, sondern pauschal als „Fake News“ oder „rechte Verschwörungstheorien“ diskreditiert. Redaktionen haben sich entschieden, nicht zu recherchieren. Statt Irritation zuzulassen, wurde das bestehende Machtgefüge geschützt.
„Der Einfältige glaubt jedes Wort, aber der Kluge achtet auf seinen Schritt.“ Sprüche 14,15
Die aktuelle Reaktion auf die Epstein-Enthüllungen ist deshalb keine echte Überraschung, sondern eine verspätete Inszenierung von Betroffenheit. Große Teile der Öffentlichkeit verweigern weiterhin die Anerkennung des tatsächlichen Ausmaßes. Auch viele Medien behandeln den Komplex nur am Rande und vermeiden eine systematische Aufarbeitung der politischen Dimension. Die strukturelle Frage, warum diese Hinweise über Jahre ignoriert wurden, bleibt unbeantwortet.
„Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hochmut, Überfluss an Brot und sorgloser Friede hatte sie und ihre Töchter; aber der Elenden und Armen Hand halfen sie nicht. Und sie wurden hochmütig und taten Gräuel vor meinem Angesicht; darum tat ich sie weg, wie du gesehen hast.“ Hesekiel 16,49-50
Besonders deutlich wird dieses Versagen an der aktuellen Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien. Statt mögliche politische Verbindungen konsequent in den Mittelpunkt zu stellen, wird der Fokus auf Nebenstränge gelenkt. Ein Beispiel ist ein ZDF-heute-online-Artikel über einen deutschen KI-Forscher, dessen Karriere durch Epstein finanziell unterstützt wurde. [2] Diese Geschichte ist journalistisch nachrangig, während zeitgleich Hinweise auf Verbindungen bis in die deutsche Politik bekannt wurden, die aber nicht zur Leitfrage erklärt wurden. Denn bevor man hierzulande vor der eigenen Tür kehr, werden viele Medienhäuser nicht müde zuallererst natürlich wieder ein Mall in Donald Trump das Böse zu suchen und zu finden und das obwohl die heimische Elite ebenso in den brisanten Akten verzeichnet ist. Es finden sich Namen wie Stephanie zu Guttenberg, die ehemalige Frau von Karl-Theodor zu Guttenberg (heute Stephanie von Bismarck-Schönhausen) oder der Sprössling von Hubert Burda, Jacob Burda. Ob diese Personen auch aktive Mitglieder dieses perversen Netzwerkes waren, lässt sich freilich noch nicht beurteilen, genauso wenig wie auch im Moment noch bei Donald Trump. Dafür bräuchte es akkordierte, freie und tiefe Recherche vor allem der öffentlich-rechtlichen, aber die bleibt an dieser Stelle bislang aus. Das ist keine Zufälligkeit, sondern eine bewusste Schwerpunktsetzung.
„Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts.“ 2. Korinther 11,14
Dieses Muster ist nicht neu. Während Corona erhielt Bill Gates in den ARD-Tagesthemen rund neun Minuten ununterbrochene Sendezeit – mehr als vermutlich jeder amtierende Staats- und Regierungschef. Diese redaktionelle Entscheidung hätte bereits damals Misstrauen auslösen müssen. Sie tat es nicht. Stattdessen wurde sie als Normalität akzeptiert. Das zeigt eine anhaltende journalistische Schieflage: fehlende Distanz, fehlende Priorisierung, fehlende Kontrolle, aber auch fehlende Medienkompetenz und fehlende Skepsis der Bürger besonders selbstinszenierten Philanthropen gegenüber. Es scheint, dass gerade Menschen im großen Rampenlicht ebenso große Schatten auf ihrer Seel tragen. Das bestätigt nun auch Melinda Gates, die Ex-Frau vom vermeintlichen Menschenfreund Bill Gates. Zum ersten Mal sprach sie jetzt öffentlich in einem Interview mit dem National Public Radio (NPR) über die Beweggründe ihrer Trennung. Sie hoffe, so sagte sie dort, dass Gates und andere für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden: „Ich hoffe, dass es Gerechtigkeit für diese Frauen geben wird.“
Der Epstein-Komplex ist kein isolierter Skandal, sondern Ausdruck systemischer Perversion und Korruption innerhalb der Führungseliten. Die logische Konsequenz wäre ein umfassender Vertrauensentzug gegenüber politischen und medialen Machtstrukturen. Gemeint ist kein punktuelles Hinterfragen, sondern ein grundsätzliches Misstrauensvotum. Diese Reaktion bleibt aus, weil ein erheblicher Teil der Gesellschaft weiterhin relativiert, verdrängt oder nicht akzeptiert, was die Faktenlage inzwischen nahelegt.
„Komm, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an vielen Wassern sitzt … an ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis, die große Babylon, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde.“ Offenbarung 17,1-5
Historisch ist dieses Verhalten gut dokumentiert. Eliten, die sich von moralischen und sozialen Maßstäben entkoppeln, finden sich in allen Weltregionen. Religiöse und historische Beispiele wie Sodom und Gomorra, Babylon oder das Römische Reich beschreiben Gesellschaften, die sich kurz vor ihrem Zusammenbruch durch Hochmut, Selbstgerechtigkeit und moralische Entgleisung auszeichneten. Diese Reiche existieren in ihrer damaligen Form nicht mehr. Der Zusammenhang zwischen Dekadenz und Niedergang ist jedoch historisch belegt.
Vor diesem Hintergrund stellt sich eine weitere zentrale Frage: Jeffrey Epstein war nicht der Kopf dieses Netzwerks. Dafür fehlten ihm Macht, Ressourcen und institutionelle Absicherung. Er war ein operativer Akteur, ein Organisator und subtiler Erpresser. Daraus folgt zwingend die Existenz übergeordneter Strukturen, die ihn ermöglicht, geschützt und gesteuert haben. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, was Epstein getan hat, sondern: Wer stand über ihm? Wer war der tatsächliche Auftraggeber? Diese Frage ist offen. Sie ist nicht beantwortet. Und sie ist der Kern der gesamten Affäre.
„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ Epheser 6,12
PS: Der Epstein-Komplex ist kein Thema von B-SAFE26, wohl aber ein Symptom derselben Entwicklung: moralische Erosion, institutionelle Selbstentlastung und der Verlust belastbarer Ordnungskriterien. B-SAFE26 richtet den Blick nicht auf Skandale, sondern auf die Frage, wie Gesellschaften unter solchen Bedingungen handlungsfähig, souverän und stabil bleiben können. Buchen Sie jetzt noch eines der letzten Tickets: https://bsafe26.com
[1] vgl. Johannes 8,44
[2] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/epstein-deutscher-forscher-foerderung-100.html
