Was ist Wahrheit?

por Markus Langemann //

Es beginnt mit einer einfachen Frage. Einer Frage, die zu selten gestellt, zu oft belächelt, beinahe vergessen wurde: Gibt es Wahrheit? Und wenn ja – ist sie greifbar?

Ein Gespräch, das in der Tiefe beginnt und an der Oberfläche endet, ist meist belanglos. Dieses beginnt scheinbar leichtfüßig, fast beiläufig – und endet an einem Punkt, der den Zuhörer unausweichlich mit sich selbst konfrontiert.
Der Mann, mit dem ich sprach, ist kein Vielredner. Dr. Gerhard Hofweber, promovierter Philosoph, war lange Jahre Teil des akademischen Apparats – bis er ihn verließ. Weil er, wie er sagt, „nicht sterben wollte, bevor ich wusste, warum ich lebe.“

Ein Satz, der mehr ist als eine biografische Note. Er ist der Ausgangspunkt einer gedanklichen Reise, die sich von der Oberfläche des Konsums bis in die tiefen Schichten der menschlichen Existenz gräbt.

Hofweber unterscheidet vier Ebenen des Fühlens: das Angenehme, das Leibliche, das Seelisch-Geistige – und schließlich das, was er die „metaphysische Ebene unseres Daseins“ nennt. Dort, sagt er, gebe es nur zwei Dinge: Wahrheit und Liebe.

Und er fügt an: „Diese beiden sind zwei Seiten derselben Münze.“
Was wie eine Metapher klingt, ist für ihn kein Bild. Es ist Wirklichkeit – im eigentlichen Sinn. Denn Hofweber denkt Wirklichkeit nicht vom Sichtbaren her, sondern vom Wahren. Und Wahrheit, so seine These, ist nicht subjektiv. Sie ist objektiv.

In einer Gesellschaft, die den Begriff Wahrheit längst im Plural führt, ist das ein fast ketzerischer Gedanke. Und genau deshalb so aktuell.

Denn was, wenn der Preis der Freiheit eben nicht darin liegt, alles sein zu können, sondern darin, zu erkennen, wer man ist?
„Niemand kann sich zu dem machen, der er gerne wäre“, sagt Hofweber. „Man kann nur der werden, der man ist.“

Was nach spiritueller Floskel klingt, ist in seinem Denken der Schlüssel zur Selbstverwirklichung – und zur Überwindung einer Zeit, die vom Außen getrieben ist.

„Politik“, sagt er, „ist heute ausschließlich von Angst getrieben.“
In einem Moment des Gesprächs frage ich ihn, ob das, was wir erleben, eine bloße Krise sei – oder ob wir auf den Punkt zusteuern, an dem ein System sich selbst verzehrt. Seine Antwort ist ein Satz, der hängen bleibt. Und nicht der einzige.

Was folgt, ist eine gedankliche Wendung, die in einem anderen Gespräch vielleicht als steile These gewertet würde – hier aber vorbereitet ist. Behutsam, aber zwingend.
Was ist Gott? Gibt es den Teufel?
Was ist eine freie Gesellschaft wirklich?
Und: Ist der totale Zusammenbruch Voraussetzung für einen geistigen Neuanfang?
Die Antworten sind kein Trost. Sie sind ein Angebot.

Das vollständige Gespräch mit Dr. Gerhard Hofweber – exklusiv in der Mediathek des Club der klaren Worte.

Una respuesta

  1. Das Gespräch mit Dr Hofweber hat mich sehr inspiriert und beeindruckt. Über Wahrheit und Liebe ( im universellen Sinn) zu sprechen, ist d a s Thema unserer Zeit.
    Hoffentlich gibt es beim Club der klaren Worte mehr von Dr. Hofweber !

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