von Markus Langemann //
Wissenschaftler haben nun schwarz auf weiß, was viele schon lange zwischen Tür, Angel und TikTok-Scroll bemerkt haben: Wir ticken nicht mehr ganz so scharf im Oberstübchen wie früher. Konzentration? Mäh. Logisches Denken? Uff. Probleme lösen? Nur, wenn’s ein Puzzle mit drei Teilen ist.
Und nein, das ist nicht bloß das Gejammer von Boomer-Generationen, die früher im Schnee zur Schule stapften. Nein, internationale Studien (jawohl, mit echten Diagrammen!) liefern handfeste Beweise: Die kognitive Schärfe des Homo sapiens ist auf dem Rückzug – und zwar weltweit. Die Financial Times hat’s berichtet, also wollen wir’s mal glauben.
Denken ist sowas von gestern
Vergleicht man Testdaten aus den letzten Jahren, ergibt sich ein düsteres Bild: Menschen – egal ob Teenie oder Rentner – haben zusehends Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, logisch zu denken oder Informationen zu verarbeiten. Kurz: Unser Denkapparat läuft nicht mehr rund.
Beispiel gefällig? Die Langzeitstudie Monitoring the Future der University of Michigan zeigt, dass sich 18-jährige US-Amerikaner heute schwerer tun, sich zu fokussieren. Und die gute alte PISA-Studie – bekannt für peinliche Bildungsrankings deutscher Schüler – bestätigt, dass 15-Jährige weltweit immer schlechter im kritischen Denken abschneiden. Hoppla.
Lag’s an Corona? Ein bisschen. Aber nicht nur.
Natürlich war die Pandemie ein Hirnknebel sondergleichen – Homeschooling mit Katzenvideos im Hintergrund hat sicher nicht geholfen. Aber: Der Abwärtstrend begann laut Studien schon ab 2015. Das Virus kam also nicht mit dem Denk-Vernichter im Gepäck – die Krise hat höchstens aufs Gas gedrückt.
Weniger lesen, mehr streamen – und Zahlen? Öh …
Ein heißer Verdächtiger im Fall „IQ vs. Welt“: der dramatische Rückgang beim Lesen. Eine US-Studie vom National Endowment for the Arts zeigt: 2022 hatten nur 37,6 % der Amerikaner ein Buch oder eine Kurzgeschichte gelesen – Tendenz fallend. 2012 waren es noch 45,2 %. Offenbar ist Lesen nicht mehr „in“, wenn man auch drei Staffeln durchbingen kann.
Aber selbst Mathe-Fans müssen jetzt tapfer sein: Laut einer OECD-Studie (2023) erreichten 34 % der Erwachsenen in den USA nur die niedrigste Stufe der numerischen Kompetenz. Das heißt im Klartext: Viele kommen mit Zahlen so klar wie eine Katze mit einem Taschenrechner.
Smartphones: Unsere besten Freunde mit Nebenwirkungen
Und dann wäre da noch der stille Mitspieler: die Bildschirmzeit. Die Financial Times warnt, dass übermäßiges Daddeln und Scrollen nicht nur Kindern die sprachliche Entwicklung vermiest, sondern auch Studenten das Lernen erschwert. Zwar ist der Intellekt als solcher nicht irreparabel geschädigt – aber der Trend geht klar in Richtung Denk-Desaster.
Quellen:
[1] https://t3n.de/news/studien-informationsverarbeitung-schwierigkeiten-ursachen-1678313/
[2]https://www.mpib-berlin.mpg.de/pressemeldungen/informationsflut-senkt-aufmerksamkeitsspanne
[4]https://edoc.ub.uni-muenchen.de/33151/1/Mues_Anna.pdf
[6] https://www.ft.com/content/a8016c64-63b7-458b-a371-e0e1c54a13fc
