// von Diana-Maria Stocker
Trump macht in Davos erneut offensichtlich, was das naive Deutschland und das gutgläubige sowie hochmütige Europa nie sehen wollten: eine ungesunde Dynamik in den internationalen Beziehungen und eine Wahrheit, die schlicht unbequem ist. Die USA waren nie unsere Freunde, sie werden es auch nie sein, egal welcher Präsident an der Spitze steht. So wie auch andere Nationen nie unsere Freunde waren oder sind, denn so funktioniert diese Welt einfach nicht. Es geht und ging immer nur um Macht und Geld. Und nicht darum, ob Trump unseren Kanzler lieber hat als andere.
Die Geschichte lehrt es uns: Der ehemalige US-Präsident Woodrow Wilson trat nicht in den ersten Weltkrieg ein, um das kollabierende Europa zu retten. Dafür wartete er zu lange. Sein Interesse galt vielmehr JP Morgan, denn die Kredite dieser Bankengruppe, die sie den verlustreichen Kriegsparteien Frankreich und Großbritannien gewährt hatten, drohten zu verfaulen. Die beiden Länder waren nämlich nahezu bankrott. Das hätte für die USA verheerende Auswirkungen gehabt.
Wilson, der noch mit dem Versprechen „Frieden ohne Sieg“ seine Wahl gewonnen hatte, musste jetzt zusehen, wie er schnellstmöglich sein Land für einen Krieg begeistern konnte. Dazu brauchte er die Zustimmung der Bevölkerung, denn ein Krieg ohne Bevölkerungsbefürwortung kostet das Amt. Und plötzlich sinkt das britische Passagierschiff RMS Lusitania mit 128 Amerikanern an Bord – angegriffen von einem deutschen U-Boot. Über die Explosionen an Bord gibt es bis heute Ungereimtheiten.
Auch aus dem Zweiten Weltkrieg hielten sich die USA geraume Zeit heraus, verdiente allerdings hervorragend daran, indem Roosevelt zahlreiche Kampfbomber an seinen „Freund“ Stalin verkaufte. Gleichzeitig wurden in den USA deutsche und italienische Migranten, selbst Kinder, interniert, da sie alle unter Generalverdacht gestellt wurden, Faschisten zu sein.
Der Marshallplan nach dem Ende des Krieges war zweifelsohne für das zerstörte Europa wichtig, aber auch nicht ohne Eigennutz. Es war weder ein altruistisches Aufbauprogramm noch eine moralische Verpflichtung der Staaten, sondern ein kalkuliertes Machtinstrument, um kurzfristig die US-Absatzmärkte zu stabilisieren. Denn nach 1945 verfügten die USA über eine überdimensionierte Produktionskapazität. Europa lag wirtschaftlich am Boden und war nicht zahlungsfähig. Der Marshallplan stellte Dollar bereit, die überwiegend für US-Waren, Maschinen, Rohstoffe und Lebensmittel ausgegeben wurden. Ergebnis: Auslastung der US-Industrie, Vermeidung einer Nachkriegsrezession, Sicherung von Arbeitsplätzen in den USA.
Der Plan verankerte den US-Dollar als Leit- und Abrechnungswährung in Westeuropa und machte Europa finanziell kompatibel mit den USA. Das sicherte die langfristige monetäre Machtposition der Nation. Und natürlich gelang es damit, den Kommunismus einzudämmen, da Armut dieses System begünstigt. Schlussendlich erwarben die USA langfristig die Dominanz im westlichen Wirtschafts- und Sicherheitssystem. Europa war nach dem Krieg in keiner Sekunde neutral. Westeuropa wurde durch den Marshallplan strategisch, ökonomisch und sicherheitspolitisch an Washington gebunden.
Was Trump nun macht, ist das, was andere Präsidenten genauso verfolgten: seine Politik in Westeuropa zu verankern. Das macht er vielleicht weniger subtil, aber das Ziel ist dasselbe: seine Machtposition und Vormachtstellung weiter zu sichern – nur, dass Europa nicht mehr so lukrativ ist, wie es einmal war. Die Wirtschaft, vor allem in Deutschland, ruiniert; keine Voraussetzungen, um international zukünftig wieder Schritt halten zu können aufgrund der verfehlten Klimapolitik. Damit scheint er recht zu haben und auch damit, dass ohne die USA viele Länder nicht funktionieren würden. Man verlässt sich eben gern auf den Freund über dem großen Teich.
Nun wäre da noch das Thema Grönland. Darauf haben sie alle in Davos gewartet. Trump ist tatsächlich der Meinung, dass die USA nach dem Zweiten Weltkrieg Dänemark besessen hätten und sie hätten es einfach nicht zurückgeben dürfen. Das wäre ein Fehler gewesen und wäre er damals Präsident gewesen, wäre das natürlich nicht passiert. Ganz so stimmt es natürlich nicht. Dänemark war nie völkerrechtlich ein Teil der USA, auch nicht nach 1945. Es war auch während des Krieges dänisches Territorium; die USA erhielten lediglich ein militärisches Nutzungsrecht. Aber die USA unter Roosevelt wollten 1946 Grönland kaufen, doch Dänemark lehnte ab. Das Interesse an Grönland seitens der USA besteht also schon länger – viel länger. Schon Andrew Johnson (1865–1869) ließ den möglichen Erwerb Grönlands (und Islands) im Kontext der expansiven Nach-Alaska-Strategie prüfen. Oder unter William Howard Taft (1909–1913) gab es ein handfestes diplomatisches Konzept über einen Gebiets-Tauschplan, um Grönland in US-Hand zu bringen. Das war kein rein theoretischer Gedanke, sondern ein konkreter Vorschlag im diplomatischen Verkehr.
Unter Freunden gönnt man sich und lugt nicht unverhohlen auf den Besitz anderer; schon gar nicht verfolgt man repressalische oder manipulative Strategien, um das zu erhalten, was einem anderen gehört. Und Freunde handeln nicht nur zu ihrem eigenen Vorteil. Das alles macht den Unterschied zwischen Freundschaft und Politik. Wir waren nie Freunde. Wir waren von Nutzen. Und wenn der Nutzen endet, endet auch die Freundschaft.
Europa darf verärgert sein – über sich selbst und seine unermessliche Naivität. Es geht nicht darum, dass die USA einen anderen Präsidenten brauchen, damit alles wieder gut wird. Nein, jede Nation braucht für sich ein stabiles Nationalbewusstsein, eine tragfähige Wirtschafts-, Energie- und Geldpolitik, um endlich Souveränität erlangen zu können. Doch dafür fehlt es vor allem im Moment an einem: Substanz.
Wenn Sie sich nicht länger einer Illusion hingeben wollen., dann laden wir Sie ein zu:
B-Safe26 der exklusive Summit
für
SUBSTANZ SOUVERÄNITÄT & STABILITÄT
Wer glaubt, internationale Politik folge Freundschaft, Moral oder Dankbarkeit, hat Geschichte nie zu Ende gelesen. Staaten handeln nach Nutzen, Macht und Interessen – immer. Bündnisse sind temporär, Loyalität ist verhandelbar, Sicherheit ist kein Versprechen, sondern eine Frage von Substanz, Souveränität und Stabilität.
B-Safe26 bringt genau das auf den Tisch: nüchtern, unbequem, ohne Beschönigung. Es geht um geopolitische Realitäten, wirtschaftliche Abhängigkeiten, militärische Tatsachen und Resilienz für tragfähige Entscheidungen.
B-Safe26 ist kein Wohlfühlformat. Es ist eine Standortbestimmung für Entscheider. Buchen Sie noch jetzt Ihre Teilnahme. Solange das Kontingent noch reicht.

3 Antworten
Grönland gehört den Grönländern! Ha, welcher Doppelsprech Dänemarks und der EU. Dänemark hat, nach Meinung der Mehrzahl aller Beobachter, den Grönländern in der Vergangenheit kaum etwas Gutes getan. Die Sterilisation der eingeborenen Frauen, oft ohne deren Wissen, war wohl der Tiefpunkt. Okay, jetzt ist Grönland autonom innerhalb des „Königreichs“ Dänemark. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Anexion Grönlands um ein Relikt des kolonialen Zeitalters. Wenn Dänemark den ersten Satz ernst genommen hätte, hätten die Grönländer abstimmen müssen, zu wem sie gehören wollen. Soweit geht die gewährte Freiheit auch wieder nicht. Dass die Dänen den Seeweg durch die Arktis sichern könnten, ist eine Illusion. Trump hat mit seiner Methode „Hau den Lukas“, wieder einmal den Stein ins Rollen gebracht, weil er erkannt hat, dass diese Passage für den Westen wichtig ist. Während die NATO und die EU vor sich hin schliefen. Seine Methoden sind nicht die Feinsten, aber sie führen zum Ziel. Er benimmt sich wie ein Konzernlenker, der weiß Debatte ist gut, aber am Ende muss einer entscheiden und das ist er. Politiker dagegen lösen keine Probleme. Sie bewirtschaften sie solange bis es brennt.
Vielen DANK; Herr Langemann
daß Sie dieses wichtige Thema nicht hinter der „Bezahlschranke“ „vesteckt“ haben!!! Sodaß es ein politisch interessierter Mensch (ohne exklisiv-Status) auch mal lesen kann!!!!
Guten Morgen Herr Langemann,
vielen Dank für diese geschichtliche und geopolitische Zusammenfassung. Das Thema Grönland ist meiner Sicht nach allerdings unzureichend behandelt, aber leider sehr akut.
Wer erweckte denn in Trump erneut den Wunsch, Grünland zu besitzen? Meiner Recherche nach ein Milliardär aus dem Erbe des Kosmetikgiganten Lauder, ein alter Bekannter Trumps, der natürlich zufällig noch eine andere Rolle hat, die politisch nicht mit wenig Brisanz daherkommt.
Ferner habe ich immer gelernt, wer dem Geld folgt liegt meist richtig. Deswegen vermisse ich in Ihrer Darstellung die großen Investoren aus der Technik – und IT Welt, allen voran Peter Thiel (PayPal, Palantir…) die in den letzten Jahren sehr große Investments in Grönland platziert haben. Diese Menschen sorgen sich sicher nicht um die Flora und Fauna dort und die potentiellen Ölvorkommen sind wahrscheinlich höchstens für eine kurzfristige Überbrückung der bevorstehenden Schließung der Straße von Homus gut… Solche Personen haben bestimmt andere Interessen. Welche könnten das wohl sein?
Hochachtungsvoll
Ein treuer Leser