Es ist kafkaesk

Ein Kommentar von Markus Langemann

In Düsseldorf steht die Tonhalle. Dort wollte Heino – ja genau der – einen „deutschen Liederabend“ veranstalten. Warum nicht?
Der Intendant hatte den für den 8. Oktober geplanten Auftritt mit Werken von Brahms und Schubert und eben Heino, nicht bewerben wollen.
Die bedeutende Spielstätte „Tonhalle“ hatte mitgeteilt, sie störe sich an dem »etwas tümelnden Untertitel« und wolle sich an eine städtische Richtlinie halten, an die man gebunden sei: »Städtische Räume sind kein Ort für Hetze«.
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Diese Leerzeilen stehen für die Sprach- und Fassungslosigkeit, die ich im Moment der Gewahrwerdung dieser Nachricht verspürte.
Nicht, weil Heino den Fischer-Dieskau macht. Nein.
Der Intendant, dessen Namen ich entgegen jeglicher journalistischer Normen hier nicht schreibe, konnotierte „deutschen Liederabend“, tatsächlich mit rechtem Gedankengut.
Die Auslassung der Namensnennung dürfen Sie als Minimalprotest gegen die raumgreifenden, schwachmatischen „politischen Korrektheiten“ in diesem Land begreifen. Ein Land, in dem die neue Besetzung des Altherren-Juroren-Sessels bei DSDS mehr öffentliche Beachtung findet, als die Suspendierung von diversen Grundrechten von jenen Menschen, die den zwei TV-Velociraptoren beim gegenseitigen Wegbeißen zuschauen.

Der Bürgermeister von Düsseldorf hat übrigens interveniert. Heinos Konzert wird beworben. 

Sie sehen auch hier nochmal den Entwurf eines vierten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage. Leider hat er sich noch nicht in Luft aufgelöst. 

Dieses Land erscheint mir zunehmend kafkaesk.

Ich fürchte, Dieter Hildebrandt hatte recht:
„Seit die Zukunft begonnen hat, wird die Gegenwart täglich schlechter.“

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22 Antworten

  1. …Der Intendant der Düsseldorfer Tonhalle ist welcher Jahrgang?? Vielleicht ist er einfach zu jung, um Heino zu kennen…:-) Sicher kennt er Brahms und Schubert, Gottfried Benn u.a. dann auch nicht…einfach zu jung…Wie kommt der an seinen Job??

  2. Unsere Gesellschaft wird zerrieben zwischen der naiven Doofheit der links-grünen Bewegung hinsichtlich der Bewertung einer „bunten Gesellschaft bzw. ihrer vermeintlichen Integrationsfähigkeit und der rückwärtsgewandten Deutschtümmelei der AFD. Dazwischen ist der Raum für sinnvolle Positionen gleich null. Doch wie so oft, „wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte“: China

    Während die eine Seite Flüchtlinge in komplett verkannter Humanität aus dem Mittelmeer fischt, komplett verkennend, dass die größere Anzahl der Menschen, die aus Schwarzafrika flüchten bereits in der Sahara sterben (s. https://www.handelsblatt.com/politik/international/fluechtlingskrise-das-grosse-sterben-in-der-sahara/12938666.html?ticket=ST-2107870-ehfRcxavgbolN9j3Kyju-ap5) und dass damit SPD, Linke, CDU/CSU und allen voran die Grünen sowie diverse NGOs ein gerüttelt Maß an Mitschuld tragen, will die rückwärtsgewandte AfD neue Zäune und Mauern hochziehen (siehe ihr Bundesparteitagsbeschluss vom vergangenen Wochenende). Dabei sollten gerade wir Deutsche gelernt haben, wie schnell sich Zäune und Mauern gegen die eigene Bevölkerung richten.

    Wie gesagt, es freut sich der Dritte im Bunde, also China. Diese betreiben intensiv Geschäfte mit Afrika, immer die eigenen Interessen fest im Blick. Doch das ist immer noch besser, als die naiv-dümmliche bzw. rückwärtsgewandt-dümmliche Politik der beiden politischen Fraktionen in Deutschland.

    Wenn bei uns noch ein Mindestmaß an Vernunft die Politik bestimmen würde, würden wir nach Afrika fahren, motivierte und intelligente junge Menschen ausfindig machen, ihnen eine fundierte Ausbildung in unserem Land ermöglichen, unter der Prämisse, dass sie mit unserer Unterstützung am Aufbau ihrer Heimat beitragen. Damit wäre allen gedient: uns durch neue Handelspartner, den Heimatländer der Flüchtlingen durch wirtschaftliche Prosperität und nicht zuletzt den „Flüchtlingen“ selbst, denen einen menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat ermöglicht würde.

    Ja, wenn bei uns noch ein Mindestmaß an Vernunft die Politik bestimmen würde…………. würde der Begriff „kafkaesk“ nur an einen deutschen Schriftsteller statt an den Zustand unseres Landes erinnern. Es scheint fast so, dass nichts und niemand mehr verhindern kann, dass wir uns mit Überschallgeschwindigkeit von unserem ehemaligen Land der Dichter und Denker entfernen und das gleich in unterschiedliche Richtungen, wobei beide aktuellen Kontrahenten unser Land todsicher „in die Wüste führen“ werden.

  3. Sehr geehrter Herr Langemann,

    „Diese Leerzeilen stehen für die Sprach- und Fassungslosigkeit, die ich im Moment der Gewahrwerdung dieser Nachricht verspürte.“
    Das kann ich Ihnen gut nachempfinden. Inzwischen gibt es ganze Tage, die ich mit dem Versuch verbringe, Worte und Erklärungen für diesen Wahnsinn zu finden …

    Die „Regierungspolitik“ (es gibt ja inzwischen keine Regierung(en) mehr, es handelt sich ja nur noch um den Merkelschen Exekutivausschuss) inklusive das Handeln aller Landesregierungen und -parlamente, könnte man – wenn es nicht so grotesk wäre – mit einer „negativen Kaizen-Methode“ veranschaulichen, denn Unwissenheit und mangelndes Urteilsvermögen schließe ich als Ursache all dieses Irrsinns kategorisch aus:

    „Kaizen bezeichnet sowohl eine … Lebens- und Arbeitsphilosophie als auch ein methodisches Konzept, in deren Zentrum das Streben nach kontinuierlicher und unendlicher Verbesserung steht. Die Verbesserung erfolgt in einer schrittweisen, punktuellen Perfektionierung oder Optimierung eines Produktes oder Prozesses.“

    Nur dass die „Corona-Sekte“ (Frau Gaschke in der Welt) nicht nach einer Verbesserung im eigentlichen Sinne und im Sinne des geleisteten Eides strebt, sondern mit jedem neuen Gesetzes- und Verordnungsexzess nur die Lücken und Löcher schließen will, die durch die Öffentlichkeit (Anwälte, Bürger, selten auch mal Gerichte) aufgedeckt und offensichtlich geworden sind …

    All die oben genannten politischen Akteure werden dabei von einem Heer von Beamten unterstützt – vor allem Richter, Staatsanwälte, Wissenschaftler, Lehrer – deren Handeln sich nach § 33 BeamtStG u. a. danach zu richten hat:
    „(1) Beamtinnen und Beamte dienen dem ganzen Volk, nicht einer Partei. Sie haben ihre Aufgaben unparteiisch und gerecht zu erfüllen und ihr Amt zum Wohl der Allgemeinheit zu führen. Beamtinnen und Beamte müssen sich durch ihr gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekennen und für deren Erhaltung eintreten.“



  4. Nach all dem und den zu erwartenden neuen Gesetzen und Verordnungen sollten wohl der Corona-Ausschuss, Herr Prof. Martin Schwab und die anderen Engagierten ihre Bemühungen einstellen und zu ihren jeweiligen Tagesordnungen zurückkehren.

    Es erübrigt sich wirklich jeder weitere Kommentar.

      1. Nun, weil nach mittlerweile fast einem Jahr der Arbeit und Initiativen nichts erreicht wird, siehe das neueste Gesetzgebungsverfahren. Wer sollte denn noch die weltweite Impferei stoppen, wer die dauernd angeprangernden und gut begründeten Grundrechtsverletzungen stoppen, was haben die ganzen vielen Brandbriefe von Anwälten, Wirtschaftvertretern etc. etc. gebracht? Irgendwann muss man, glaube ich, einsehen, dass man verloren hat. Ich täusche mich hier übrigens sehr gerne.

        1. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
          Wo ist denn ihr Stolz und wo die Überzeugungen, für die sie Einstehen – die sie zum Individuum machen?

          1. Volle Zustimmung.
            Aber ein Kampf auf juristischer Ebene gegen einen Feind (ja, Feind!), der Recht und Gesetze bespuckt, ist idiotisch.
            Oder hat Graf Stauffenberg seinerzeit Gerichte – namentlich Herrn Freisler – um Hilfe gegen ein Unrechtsregime ersucht?!?

            Art. 20 Abs. 4 GG benennt eine ultima ratio – und meint damit bestimmt keine pulverisierten Rechtswege…
            Die Väter des GG haben leider die Schwäche, nein kurzsichtige Bequemlichkeit der Bevölkerung und ihre Präferenz für ihr Reiheneckhäuschen gegenüber Freiheit und Bürgerrechten bei weitem unterschätzt.

            Das Regime hat der Bevölkerung offen den Krieg erklärt – und die Bevölkerung zieht den Schwanz ein.
            Dann auf, auf in die Volksrepublik. Und wenn bald wegen der „gelungenen“ Energiepolitik auch die Heizungen jenseits des Führerbunkers aka Kanzleramt ausfallen, sind wir bereits mitten in Nordkorea.

            Und wer das heute noch Geschwurbel nennen mag, der bewahre sich wenigstens für morgen die Erinnerung an eine freiheitlich-demokratische Grundordnung.

        2. Vielleicht ist der Antrieb ja, sich im Nachgang Nichts vorzuwerfen zu haben.
          Auch im Sinne als Organe der Rechtspflege als eines der Wenigen Aufklärungswillen gezeigt zu haben, in einer korrupten Welt!

        1. Nun ja, dem ganzen derzeitigen Geschehen etwas entgegen zu setzen. Sehen Sie das anders? Ich bin mittlerweile auch nicht mehr so überzeugt von dem Ausschuss.

    1. Im Übrigen kommt es einem ja vor, als sei jedes 2.te Regierungsmitglied mit Ermordung bedroht.
      Anders läßt sich ja solches Handeln garnicht mehr erklären….

  5. Ich komme gerade am kath. Kindergarten vorbei, stehen da Männlein, Weiblein, glotzen mich an…… ich, Frage: „Gehören Sie hier dazu? „……. Antwort „Ja!“…….. ich, Frage: „Treiben Sie hier auch Mißhandlung von Schutzbefohlenen?“… Antwort, sie, wie aus Pistole geschossen süffisant: „Ja, natürlich, das machen wir hier schon über 30 Jahre!“….. ich: „Achso, ja dann kann man ja noch ne ordentliche Schippe draufhauen!“…… und wundere mich beim Weitergehen, daß ich garnicht kotzen muss.

    1. Zum einen hätte ich gerne gewusst was bitte heisst glotzten sie an ????
      Zum anderen wer solch provokative Fragen stellt darf sich über entsprechende Antworten auch nicht wundern
      Haben sie evtl. Auch schonn einmal in Erwägung gezogen sich auch nur zu fragen warum diese .Menschen dort gestanden haben?????

      1. Glotzen heißt : nicht normal schauen.
        Provokativ ist die Frage nicht, sondern realistisch.

        Wozu soll ich fragen, warum sie da stehen, wenn mich das nicht interessiert?

  6. Da fällt mir zu dem Intendanten nur noch ein, dass ich mal von der „Hohlkopf-Theorie“ gehört habe. Danach sei es so, dass ein Gedanke in einem hohlen Kopf es nicht zulässt, dass noch andere Gedanken (der Abwägung und Gewichtung) dort Platz nehmen dürften. Das könnte eine Erklärung sein. Die Hohlkopf- Theorie scheint sich dieser Tage überhaupt ganz gut zur Erklärung für dies und das zu eignen. Ich wünsche kopfschüttelnd einen schönen Tag.

  7. Es wird nicht „Deutsch“ mit „rechtem Gedankengut“ gleichgesetzt, sondern „deutsche Lieder“ mit Hetze. Wer dies, noch dazu als Intendant eines städtischen Tonstudios tut, betreibt selber übelste Hetze ( in die Gegenrichtung ) und widerspricht damit dem Regelwerk seines Dienstherren. Wäre das in der anderen Gedankenrichtung erfolgt, wäre der Rauswurf sicher. Zeigt mal wieder die Scheinheiligkeit der Beteiligten….

    1. Der Intendant war seinem Dienstherrn doch nur einen Schritt voraus in dem Glauben dadurch Pluspunkte zu erreichen.
      Manchmal ist vorausschauendes Denken doch kein guter Weg. Das sollten auch einige Polizisten , Mitarbeiter von Gesundheits- U. Jugendämter beachten .

      1. Sehr geehrte Frau Eisen, Ihr Kommentar gefällt mir. So läuft das Spiel schon lange, spalten, spalten, spalten und Unmenschlichkeit vorantreiben.

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