ClubDerKlarenWorte

Innenministerium hat keine Ahnung wer im CORONA-Krisen-Papier was geschrieben hat.

Kann und darf es wirklich sein, dass man im Innenministerium, nicht weiß, wer mit welchem Auftrag ein Corona-Strategie-Papier erstellt hat? Kann und darf es sein, dass es vom Innenministerium keinen schriftlichen Auftrag zur Erstellung eines Strategiepapiers gab? In einer Frage die 83 Millionen Bundesbürger betrifft, viele davon existenziell? Kann und darf es sein, dass „Experten“ pro bono für das Innenministerium tätig geworden sind?

Kein klarer Auftrag, keine ordentliche Honorierung der „Experten“ in einer der größten gesellschaftlichen Herausforderungen nach dem zweiten Weltkrieg. Keine auch noch so pimmelige Werbeagentur wird ohne schriftliches Briefing von der Leine gelassen, kein Pilot hebt ohne Papiere ab. Ein schriftliches Briefing ist das Fundament eines Konzepts! 

Im Dokument sehen Sie die entsprechenden Anfragen zum Strategiepapier und die Original-Antworten des Inneninisteriums.

Die Anfragen sind echt. Die Antworten leider auch. Ich möchte vorsichtig sein mit der Vokabel und dem Label „Skandal“, da wir in einer Erregungsgesellschaft leben, in der selbst steigende Gurkenpreise zum Skandal hochgejazzt werden. Ja, Augenmaß bei der Beurteilung von fehlgeleiteten Ereignissen ist uns abhandengekommen.

Allerdings haben die Vorgänge im Innenministerium, die wir hier erstmals belegen und die von Amts wegen bestätigt werden, das Zeug zu einem Skandal.
Persönlich hatte ich beim ersten Durchlesen im März, ob der Sprachwahl und der zuweilen unfassbar profanen Schilderungen das Gefühl, hier hat ein Praktikant der Sekundarstufe I eine Hausarbeit verfasst.

„Die deutsche Volkswirtschaft ist eine Hochleistungsmaschine (…) genau dies macht die Volkswirtschaft auch so anfällig wie einen Hochleistungsmotor (…) es könnte im Sinne einer Kernschmelze, das ganze System in Frage gestellt werden.“

Nach den vorliegenden Informationen, die ich Ihnen hier zur Verfügung stelle, scheint es eben jenes Niveau zu sein, auf dem man sich im Innenministerium an das Managment dieser historischen Krise heranarbeitete. Gibt es da nicht hilfsweise NIVEAU for men

Bemerkenswert schauderhaft ist vor allem der Abschnitt 4. „Kommunikation“ und die infantile Einschätzung dessen, was sich „viele unbewußt und uneingestanden denken“. 

Es lohnt sich das Dokument hier nachzulesen.

Ich gestehe! Bisher war ich überzeugt, ich habe vor gar nichts Angst. Ich war nämlich mal mit elf Jahren in der Sauna! Mit Oma.
Dieses Papier und das hier belegte offensichtliche Unvermögen, macht mich allerdings doch ängstlich.

Die Medizinjuristin Dr. Marion Rosenke fragt somit zu Recht: 

„Im Bundesinnenministerium interessiert man sich nicht für die Person, die an einer solch‘ exorbitant wichtigen und mit weitreichenden Folgen verbundenen Erstellung eines „Szenarienpapiers“ alias „Strategiepapiers“ beteiligt ist? Wie soll denn dann die Expertise der Person / des Mitautors in Bezug auf den jeweiligen Abschnitt überprüft werden?“

Bilden Sie sich also ihr eigenes Urteil und lesen Sie hier im Club der klaren Worte auf der Homepage die originale E-Mail-Korrespondenz, die wir exklusiv veröffentlichen. Laden Sie die Korrespondenz herunter. Leiten Sie diese in Ihrem Kreis zur Informierung Ihres Umfeldes gerne weiter. Fragen Sie sich ob das Innenministerium so geführt wird, wie wir es in diesen herausfordernden Zeiten brauchen.

Abschließende Polemik:

Die menschliche DNA stimmt zu 55 % mit der einer Banane überein. Ich finde, bei den Mitarbeitern im Innenministerium merkt man das gerade sehr deutlich.

Markus Langemann

 

Hintergrund:
Am 30. März 2020 erhielt ich das als „Strategiepapier“ mit dem Vermerk „VS – Nur für den internen Dienstgebrauch“ gekennzeichnet, aus dem Innenministerium aus Berlin zugespielt. Am 3. Mai habe ich es hier, zusammen mit einem Antwortschreiben das Innenministeriums, das die Authentizität bestätigt und zugleich einige Autoren des Papiers benennt, veröffentlicht. Später ist das Papier in „Szenarienpapier“ umbenannt und inzwischen auch vom BMI öffentlich gemacht worden. Die Medizinjuristin Dr. Marion Rosenke hatte gemäß des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) das Innenministerium um umfangreiche Auskunft gebeten.
Die beiden Dokumente, das „Strategiepapier“ und die Originalantwort des Innenministeriums finden Sie in einem Artikel auf der Homepage weiter unten auch zum herunterladen.

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14 Antworten

  1. es ist schön zu sehen dass es Menschen wie Sie gibt. Alles könnte so einfach sein, wenn die Menschen endlich ihren gesunden Menschenverstand nutzen würden !

    1. Es könnt‘ alles so einfach sein
      Ich gönn‘ allen ihr Eigenheim
      Denn wir wollen eh keine Arbeit
      Dafür jede Menge Geld,
      Wenn es geht keine Fragen,
      Die uns irgendjemand stellt.
      Es könnt‘ alles so einfach sein, isses aber nicht
      Es könnt‘ alles so einfach sein, isses aber nicht
      Es könnt‘ alles so einfach sein, isses aber nicht
      Es könnt‘ alles so einfach sein, isses aber nicht

      – Die Fantastischen Vier

  2. Wahrscheinlich ist das IM von der STASI unterwandert. Nicht alle dieser ehemaligen, paranoiden Erfüllungsgehilfen des diktatorischen DDR-Konstrukts
    können Versicherungsvertreter geworden sein. Dieses Papier trägt eindeutig Stasi – Handschrift: verbrecherisch, manipulierend, erpresserisch.

  3. Lieber Herr Langemann,

    bei fragdenstaat.de gab es auch noch diese Anfrage (bitte dort lesen):

    https://fragdenstaat.de/anfrage/strategiepapier-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen-1/

    „Sehr geehrteAntragsteller/in

    Sie finden das Dokument mit ergänzenden Hinweisen auf der Internetseite des BMI unter https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/down….

    Mit freundlichen Grüßen“

    ++++++++++++++ Link enthält folgende Info zusätzlich zum Dokument:

    „Das Szenarienpapier „Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen“ wurde unter Mitwirkung des BMI im März 2020 durch externe Wissenschaftler erarbeitet. An der Erstellung des Papiers wirkten Experten aus den einschlägigen Bereichen (unter anderem Gesundheitswesen, Krisenmanagement, Verwaltung und Wirtschaft) mit. Das Papier wurde mit dem Ziel erarbeitet, unterschiedliche Szenarien der Ausbreitung des Coronavirus zum Zeitpunkt der Papiererstellung zu analysieren – unabhängig von der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts. Neben den fortlaufend weiterentwickelten Lagebildern sowie zahlreichen Berichten und Auswertungen floss auch das Szenarienpapier in die Diskussion über den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie.“

    sowie

    „Sehr geehrteAntragsteller/in

    dem BMI sind für das Strategiepapier keine Kosten entstanden.

    Mit freundlichen Grüßen“

    ****

    Ich frage mich, inwieweit man die angeblich ungefragten Berater ohne Auftrag bzw. Mitarbeiter des BMIs persönlich haftbar machen kann. Vielleicht hat man deswegen ja auch auf eine Zuordnung der Namen zu bestimmten Textteilen verzichtet. Alles in allem habe ich noch nie ein so bananen-mäßiges Paper gelesen.

    Herzlichst,
    C. B.

  4. Sehr geehrter Herr Langemann, es ist dies mein erster Versuch eines Kommentares, ich bitte um Nachsicht, wenn es zu ausführlich wird.
    In meinem recht großen Bekanntenkreis habe ich leider nur zwei Personen, mit welchen ich mich über die aktuelle Situation „fruchtbar“ austauschen kann. Das ist meine bittere Erfahrung. Leider komme ich auch erst jetzt zur Erkenntnis, was für einen Pfeffer ich mitgewählt habe in den letzten Jahren. Mein Ziel war stets, egal wie, nur keinen Krieg. Ich habe einfach nicht gedacht, dass Krieg auch ganz anders funktionieren kann… Ich habe Nachrichten im TV lange ignoriert, weil einfach nur schlechte verbreitet wurden ( Hochwasser, Unfälle, Brände…). Den Inhalt habe ich als richtig hingenommen. Insofern bin ich froh, doch wenigstens aufgewacht zu sein. Danke für Ihre Arbeit, ich habe inzwischen zu Ihrem noch zwei / drei Kanäle, die ich bewusst verfolge, mit dem Gefühl, Dinge klarer zu sehen und vor allem nicht mehr allein mit meinen Gedanken zu sein. Mein Eindruck ist, das Problem sind nicht die Nicht – Wissenden sondern die Nicht – wissen – WOLLENDEN. Dennoch, Leute wie Sie machen Mut mit ihrem Engagement und sind ein Lichtblick, wenn in den öffentlich/rechtlichen weiter Angst geschürt wird. Das Dokument habe ich ausgedruckt, da habe ich was „in der Hand“ zum Diskutieren. Danke und alles Gute für Sie !

    1. @Angelika Petau: Stichwort: Nicht-Wissen-Wollende.

      Es ist wirklich eine interessante Frgae, inwieweit manche Menschen nicht wissen wollen und wie viele durch die Verbildungs-Anstalten im Land (Schulen etc.) sowie durch die öffentlichen und die gekauften Medien tatsächlich getäuscht werden.

      Ich finde es schwer da ein einfaches Urteil zu fällen – aus einer „aufgewachten Perspektive“ heraus kann man Andere ja immer schnell als unwissend oder dumm betiteln.

  5. Sehr geehrter Herr Langemann,
    in diesem Zusammenhang möchte ich das „Fehlalarm-BMI Papier“ von Oberregierungsrat Kohn / Referat KM4 in Erinnerung rufen und die Frage stellen, was denn genau ein „BMI Papier“ zu einem BMI-Papier macht? Ein Arbeitsauftrag scheint es ja nicht zu sein. Mit der Argumentation eines fehlenden Auftrags wurde ja die Authentizität der Analyse des Referats KM4 abgestritten. Steckt in dieser Praxis möglicherweise Methode, um politisch nicht genehme Analysen diskreditieren zu können? Wie viele solcher Papiere existieren möglicherweise noch? Danke für Ihre Arbeit.

    1. Oder man hat diese Analyse tatsächlich in Auftrag gegeben und sich das Berufen auf einen mangelnden Auftrag als Option offen gelassen, um im Falle eines Leaks behaupten zu können, daß man das nicht wußte.

      Würde ja Sinn machen: Ich betreibe bewusst eine zerstörerische Agenda und stelle mich im Hinblick auf die Folgen als unwissend dar.

  6. Lieber Herr Langemann,
    in der FAZ vom 4.4.20 („Wie sagt man es den Leuten?“) war über die Autoren des Papiers u. a. folgendes zu lesen: „Kürzlich erblickte eine interne Lageeinschätzung des Bundesinnenministeriums zur Corona-Pandemie das Licht der Welt, bei deren Lektüre dem Leser der Atem stocken kann. Schon im ersten Absatz des 17-Seiten-Papiers mit der Überschrift „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ wird eine Horrorzahl genannt: Wenn nichts unternommen würde, wäre mit mehr als einer Million Toten allein in diesem Jahr in Deutschland zu rechnen….
    Horst Seehofer … sprach … kürzlich von der Gefahr von „Millionen Toten“ … Mitte Februar soll er die Grundsatzabteilung gebeten haben, sich die Lage in den anderen Ländern und die Gefahren für Deutschland genauer anzusehen. Nachdem am 10. März das Papier von sieben Ökonomen über die wirtschaftlichen Implikationen der Krise auf dem Tisch lag, bat Seehofer seinen Staatssekretär Markus Kerber, selbst Ökonom und früher Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, ein Strategiepapier zu erarbeiten – und zwar eins, das ein Worst-Case-Szenario ausleuchtet.
    Kerber stellte eine Gruppe von rund zehn Fachleuten zusammen. Michael Hüther und Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft, außerdem Christoph M. Schmidt und Boris Augurzky vom RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Drei Tage arbeiteten die Wissenschaftler rund um die Uhr, am 22. März war das Papier fertig …“
    Ich persönlich las Anfang April im Internet, das Kerber-Papier sei schon am 18. März an alle Bundesministerien, dsie Staatskanzleien der Länder übermittelt worden.
    Hochachtungsvoll – Dr. Christian Ottemann, Neustadt in Holstein

    1. Lieber Herr Dr. Ottemann, vielen Dank für Ihren Kommentar. Das offizielle Auskunftschreiben des Innenministeriums über einen Teil der Verfasser, jene die genannt werden wollen, haben wir hier veröffentlicht. Wer für welchen Teil verantwortlich zeichnet, ist nach der Auskunft ja weiter unklar. Unklar ist auch, warum ein Innenminister, der die gesamte innenpolitische Lage zu verantworten hat, offenbar ausschließlich Ökonomen zur Entwicklung eines gesellschaftlichen „Strategiepapiers“ beauftragt, wenn die F.A.Z. recht behielte. Wo ist der Input von Medizinern, Theologen, Philosophen, Mathematikern, Staatsrechtlern, Politikwissenschaftlern, Kommunikationswissenschaftlern, Kulturwissenschaftlern und anderen relevanten gesellschaftlichen Teilhabern in dieser Krisensituation? Und was befähigt Ökonomen zu Kommunikationsfragen Input zu geben. #denkeselbst Mit besten Grüßen Ihr M.L.

    1. @Jan, meinen Sie das ernst oder ist das Ihre Art von Sarkasmus? Bezieht sich Ihre Interpretation von „gut durch die Krise gekommen“ lediglich auf die vermeintlich durch die Maßnahmen nicht verstorbenen Corona-Toten, oder berücksichtigen Sie bei dieser Sichtweise ebenfalls die wirtschaftlichen, medizinischen und gesellschaftlichen Folgeschäden der Maßnahmen – inklusive Verstorbenen -, welche durch die Analyse des BMI Mitarbeiters durch seine eigens erstellte Analyse versucht wurde abzuschätzen?

  7. Dem Strategiepapiers und der Forderung nach irgendwas anderem entnehme ich, das es erst den Sozialismus bedarf um zu erkennen das dieser auch nicht funktioniert. Ich sehe solange meiner Katze zu wie sie ihren eigenen Schwanz jagt!

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