von Markus Langemann //
Ein Gespräch, das selten geführt wird: Ein in Deutschland führender Vermögensverwalter ordnet nüchtern ein, was Zahlen seit Jahren anzeigen – und was das für Staaaten und in Folge für privates Vermögen bedeutet. Dr. Markus C. Zschaber ist kein Lautsprecher. Er war an Bord von Regierungsflügen, verantwortet seit 19 Jahren einen Staatsfonds, hält eine Bankbeteiligung. In seiner DNA sind Zahlen in der Doppelhelix verschraubt. Tausend Sendungen auf n-tv und Kolumnen in der WiWo. Er gilt als rennomierter und erfahrener Geldmanager und ist Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft. In unserem Gespräch spricht er nun überdeutlich im Klartext.
„Es geht also in Richtung Planwirtschaft.“ Er verweist auf einen Arbeitsmarkt, der mit rund drei Millionen Arbeitslosen die Anspannung im Inneren spiegelt.
International fällt seine Bilanz für Europa ernüchternd aus. Während die USA – politisch umstritten, ökonomisch jedoch konsequent – bis 2028 Investitionen „von 3 Billionen US-Dollar“ mobilisieren, habe Europa „zwischen nichts oder gar nichts“ zustande gebracht. Zschabers Grundbefund: „Europa spielt bei zentralen Themen der zukünftigen Entwicklung eine sehr untergeordnete Rolle.“ Frankreich nennt er mit Blick auf Schuldenstand und Reformstau als möglichen „nächsten Griechenland“-Kandidaten.
Innenpolitisch hält er die Karten nicht vor die Brust. Auf die Frage, wem er in der aktuellen Bundesregierung wirtschaftliche Führung zutraue, lautet seine Antwort: „niemanden“. Statt weiterer Programmansagen brauche es strukturelle Reformen – über mehrere Legislaturperioden, mit spürbaren Einschnitten, um Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Das unternehmerische Fundament bröckele bereits: Im Juli 2025 habe es „25 bis 30 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr“ gegeben – besonders im Mittelstand; viele dieser Firmen kämen „nicht zurück“.
Was bedeutet das für privates Vermögen? Zschaber formuliert es unmissverständlich: „Wer heute nicht handelt, vernichtet morgen sein Vermögen.“ Die Deutschen seien „Weltmeister im Sparbuch, aber Schlusslicht im Vermögensaufbau“ – eine teure Fehlallokation in Zeiten erhöhter Inflation. Wissen und Disziplin seien die knappen Güter: „Wissen ist Macht – am Kapitalmarkt erst recht.“
Konsequent denkt er die Signale der Staatsanleihemärkte mit: Steigende „Risikoprämien“ beträfen längst nicht nur Peripherieländer, sondern auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien. In der Allokation plädiert Zschaber für reale Unternehmensbeteiligungen, robuste Cashflows, internationale Diversifikation entlang globaler Wachstumsachsen – und für ein klares Verständnis dessen, was Risiko ist und was nicht. Bitcoin ordnet er nicht als Heilsversprechen ein, sondern als möglichen Risikobaustein innerhalb eines dezentralen Währungssystems – nicht als Kernanlage.
Dieses Gespräch ist kein Alarmismus, sondern Bilanz: Daten, die einordnen – und ein „Way out“, der Eigenverantwortung verlangt. Der Satz, der bleibt, ist ein einfacher: „Das Gefühl, dass es so weitergeht, ist das Trügerischste, was man haben kann.“
Wer präzise verstehen will, wo Zschaber die Hebel sieht – von Zinsstruktur und Kreditzyklen über Bewertungsniveaus bis zu konkreten Anlagebeispielen –, findet die Details im vollständigen Interview. Sehen Sie das gesamte Gespräch in der Mediathek des Clubs der klaren Worte.

Eine Antwort
Massendemokratien tendieren dazu auf Pump zu leben, das heißt sie geben viel mehr Geld aus, als sie einnehmen. Dass sie keine Rücklagen für Erhaltung und Innovationen bilden, kommt noch als Problem hinzu. So kommt es dann, insbesondere in europäischen Staaten, zum „Steuerstaat“, in dem die Mittelschicht gemolken wird, und dann zum „Schuldenstaat“, wenn auch fünfzig Prozent Steuerabteil am BSP nicht mehr zu Finanzierung aller „Wohltaten“ reichen. Versprochen hatten uns die linken Theoretiker wie Amitai Etzioni in den Siebzigern das „Golden Age“, das Sozialdemokratische Paradies aus Teilhabe und ewigem Wohlstand für alle. Amerikaner, und auch Deutsche wie Hayek, sahen das schon immer anders. Für die war das schlicht Sozialismus oder gar Kommunismus. Womit ich diese Sicht nicht von Irrtümern frei sprechen will. Am Ende hat weder der sozialdemokratische Weg noch der neoliberale ins Paradies geführt. Es bleibt in beiden eine Unterschicht, die ohne Chancen ist, eine Mittelschicht, die mehr oder weniger gemolken wird, und komplett überschuldete Staaten. Allein die Funktionskasten und Oberschichten schwimmen im Geld. Es gibt Staaten wie Deutschland, die für die breite Vorsorge nichts zustande gebracht haben, weil ihre Politiker unfähig waren die Probleme pragmatisch zu lösen, und an das Märchen vom „Reichen Land“ glaubten, ähnlich Frankreich und Großbritannien, und Staaten wie Norwegen, die wenigsten Staatsfonds aufgebaut haben oder Österreich das frühzeitig das Rentenproblem anging. Dass kapitalistische Systeme wie die USA schneller aus dem Steuer-/Schulden- Dillema herauskommen als sozialliberale ist klar, weil letztere ihren Schäfchen nur unter dem Diktum des Machtverlustes klar machen können, dass das versprochene Paradies eine Luftnummer war. Aber selbst in den USA braucht es einen Trump dazu, weil die Dems dasselbe Problem haben wie ihre sozialdemokratischen Freunde in Europa. Fazit klar, wer Vermögen hat muss raus aus den überschuldeten Staaten, wenn er kann und diversifizieren. Menetekel, dass die größte sozialistische Bürokratie der Welt, EU genannt, jetzt den letzten Safe Heaven in Europa, die Schweiz, an die Kette legen will!