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Süddeutsche Zeitung erfindet vorauseilende Kontaktschuld

Kommentar von Markus Langemann//

In der Vergangenheit habe ich Sie gelegentlich auf die Wirkmechanismen der Medien, insbesondere der öffentlich-rechtlichen und auch der sogenannten Leitmedien, aufmerksam gemacht. Die aktivistische statt journalistische Arbeit, die sich hinter dem Verbalvorhang „Haltungsjournalismus“ verbirgt, habe ich versucht zu dekonstruieren, damit Sie analytische Werkzeuge zur Hand haben, die konsumierten Inhalte zu beurteilen.
Begleiten Sie gerne auch meine Arbeit kritisch.

Mit diesem Artikel zeige ich Ihnen nun eine Live-Einsicht in die Arbeit der Süddeutschen Zeitung: Am 28.2.2024 erhielt ich eine E-Mail des SZ-Redakteurs Bernd Kastner. Er kündigt eine Recherche zum – nunmehr vier Monate zurückliegenden – 1. Congress der klaren Worte in der Eventlocation „Weitblick“ in München an.
Darin schreibt er von ungenannten „Fachleuten“ und nimmt Bezug auf Veranstaltungen nach unserem Congress, die dort wohl stattgefunden haben sollen. Er schreibt von Veranstaltungen, die er mit “rechts” konnotiert und nennt:

“(…) Pressekonferenzen des Vereins „Mediziner, Wissenschaftler für Gesundheit, Frieden und Demokratie“, Treffen der Partei „Die Basis“ sowie mehrere Veranstaltungen mit Beteiligung von AfD-Abgeordneten(…)”.

Er insinuiert in seiner E-Mail eine vorauseilende „Kontaktschuld“ (was auf einen „Aktivisten“ hinweist). Das ist tatsächlich eine neue Qualität des propagandistischen Framings.

Nun, es gibt ja auch bei der Steuer in Deutschland nachträgliche Vorauszahlungen. Es wird halt immer unübersichtlicher.
Sie sehen die originalen E-Mails unten.

Wie ich erfuhr, haben zahlreiche Diskutanten wie auch der Pächter der Location eine ähnliche E-Mail erhalten. Wenn Sie Teilnehmer auf der Veranstaltung waren oder ausgewählte Mitschnitte in der Mediathek gesehen haben, wird Sie eventuell der Einblick sozusagen in das offene Herz des Mainstreamjournalismus und das kommende Storytelling über die Location und die Veranstaltung interessieren, gar amüsieren.

Zum Zustand des Journalismus sehen Sie hier das zurückliegende Interview mit Prof. Dr. Michael Meyen. Vielleicht kennen Sie es noch nicht. Es ist nach wie vor aktuell.

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15 Antworten

  1. Die SZ schwafelt und hetzt wieder in typischer selbstgerechter Manier zum vermeintlich “schlechten Umgang” (ähnlich wie gegen Michael Meyen usw.). Ich habe mich aufgrund der auch gegen mich als Prof. an der Hochschule München gestarteten, ähnlich gelagerten Hetze analytisch mit dem wachsenden technokratischen ‘Links-Autoritarismus’ auseinandergesetzt:

    https://einfachkompliziert.de/krisenpolitik-und-autoritarismus-des-guten-und-wahren/

    Herzliche Grüße

    G. Roth

  2. Vor 10 Jahren habe ich noch regelmäßig Süddeutsche gelesen, vor allem den Wissenschaftsteil, dann die schleichende Qualitätsminderung bemerkt. Da bin ich auf die Zeit um geschwenkt und habe mir mit Beginn der Coronazeit nur noch die Augen gerieben, jetzt habe ich eine Flasche Champagner kalt gestellt um die erste Pleite einer der der großen Blätter zu feiern.
    Letztendlich schaufeln sie sich ihr eigenes Grab,……

    1. Ich lese dieses Kommunistenblatt schon seit 25 Jahren nicht mehr, obwohl es in der Familie und von mir über Jahrzehnte abonniert war. Mittlerweile hat die Süddeutsche die Rolle der Prawda in der alten UDSSR übernommen.

  3. “…wohl stattgefunden haben sollen…” – wie immer ist es kennzeichnend, wie die neue Rechte versucht, Aktionen, Absichten und Ideologien ihrer Mitstreiter in schwurbelhaftem Deutsch zu verleugnen.

    1. Drei Klassiker in einem unvollständigen Satz, „wie immer“, „neue Rechte“ und schwurbeln. Was ist denn die neue Rechte? Weite Teile der AFD sind alte Rechte auf dem Kurs von F.-J. Strauss bzw. eines Alfred Dregger selig, die ich im Übrigen immer für unwählbar gehalten habe. Viele, auch ich, vermuten in der AfD einen Flügel, der schon etwas weiter nach rechts gehen könnte. Wer weiß, vielleicht sogar die Verfassung aushebeln möchte. Manche fragen sich allerdings auch, ob das die Einzigen sind, die dort Ambitionen haben. Es wird ja gerade viel diskutiert, ob wir uns Rede- und Pressefreiheit im weiteren Sinne noch leisten können bzw. wollen. Wenn man sich einen Höcke so anhört, bekommt man allerdings Beiträge in einwandfreiem Deutsch. Geschwurbel? Brauchen wir solche Worte, die die Aussagen Andersdenkender und auch sie selbst als Personen herabsetzen, statt die strittigen Inhalte zu diskutieren und auszuloten? Diese Strategie der Ausgrenzung geht nicht auf. Die jungen Wähler sind im Osten schon zu 50% bei der AfD. Die Parteien, die sich als Gegner der AfD sehen, haben in den letzten Jahren, zu mindest aus Sicht der AfD Wähler, enttäuscht. Es wurden mit der Brechstange höchst umstrittene politische Vorhaben umgesetzt, welche das sind, wissen wir alle. Die AfD wirbt für Friedensverhandlungen, stellt sich gegen die CO2 Erzählung und den Umgang mit der Migration, ganz abgesehen von der Weigerung, die Corona Jahre aufzuarbeiten. Neue Rechte? Es fehlt nicht viel und Wagenknecht gehört irgendwann auch noch dazu und alle reiben sich die Augen. Dieses naive Weltbild von rechts und links ist überholt, viel entscheidender ist m.E. der Unterschied zwischen Kollektiv und Selbstbestimmung – Kommunismus bzw. Faschismus oder auch, aktueller denn je, Feudalismus und Demokratie. Wohlgemerkt, immer unter dem Vorbehalt, dass die eigene Freiheit dort aufhört, wo sie die des Anderen beeinträchtigt.

  4. DieBasis wurde gegründet, u.a. um zu verhindern, dass die AfD die einzige Oppositionspartei ist, die zur Wahl steht. In sofern ist es ein wenig abwegig zu glauben, dieBasis wäre eine rechte Partei; da kann man ja gleich zum Original gehen. Das Gegengewicht zur AfD hat leider nicht funktioniert und diese ist im Anflug auf die 40%. Mir wird immer klarer, dass die veröffentlichten Umfragen nur für die „Untertanen“ sind, die echten Umfragen sehen wohl ganz anders aus, sonst gäbe es nicht so eine aberwitzige Mobilisierung gegen eine Partei ohne Koalitionspartner, die mit 30% nie an die Macht käme. Zu unseren Journalisten in SZ und ihren Konsorten bei den anderen einschlägigen Medien kann ich nur sagen: Tut endlich Eure Arbeit und werdet Eurer Verantwortung gerecht! Stichwort Wahrheitssuche. Letztendlich die wesentliche Grundlage einer demokratischen Willensbildung der Wahlberechtigten in einer lebendigen Demokratie.

  5. Vor ein paar Jahren wäre ich noch tief bestürzt über über eine derartige Anfrage gewesen. Nun sind wir bereits an einem Punkt angekommen, an dem einen schon fast gar nichts mehr wundert, was die MS Medien alles anstellen um die Meinungsfreiheit des Bürgers zu untergraben. Auch ich habe an dem wunderbaren Congress teilgenommen, bzw. war Zuhörer. Eine Veranstaltung auf hohem Niveau, was man leider heutzutage wohl sonst nirgendwo mehr findet. Wenn ein gepflegter Austausch von sachlichen Informationen in einer angenehmen Atmosphäre mit durchwegs angenehmen, gebildeten, emphatischen Menschen ein Stein des Anstoßes sein soll, dann sollte die Frage erlaubt sein, ob sich die Süddeutsche Zeitung inzwischen auf finsteren Abwegen befindet. Diese Zeitung hat meinen Respekt komplett verloren.

    1. Interessieren würde mich, wie die Antwort von Herrn Langemann auf diese Email lautete. Die Fragen sind alle klar gestellt und sollten einfach zu beantworten sein.

  6. Die einzig mögliche Antwort, auch wenn die „Schmierfinken“ vermutlich anderer Ansicht sind. Ich bin auf die Auslösung, sprich den Artikel, gespannt. Wenngleich ich auch mittlerweile vermeide, dieses, wie auch sonstige, Blätter zu lesen. Insofern ist es ein wenig bedauerlich, auch noch Begehrlichkeit auf die Veröffentlichung einer (vermeintlichen und leider zu erwartenden) Diffamierungskampagne zu erwecken ;-).

  7. Ich habe als kritischer, freiberuflich tätiger Mensch in den letzten Jahren viele angespannte Phasen erlebt – davon brauche ich hier wohl nicht zu berichten. Aber so etwas, eine solche E-Mail von einem Redakteur einer Zeitung, die ich früher sehr geschätzt habe, dann schwarz auf weiß zu lesen – am 1. März 2024 – schockiert mich zutiefst. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, bevor überhaupt eine Aufarbeitung möglich sein wird. Viele Grüße vom gegenüberliegenden Isar-Ufer aus Solln!

  8. …schon Jesus Christus sagte einst: “Er ist ein Lügner von Anfang an” ( gemeint war damit der Antichrist oder der Vater von Unten ). Mich wundert in dieser hyperventilierenden Zeit überhaupt NICHTS mehr! Die Menschen haben den Kompass verloren, um zwischen der Lüge, die ganz offenbar der Normalzustand zu sein scheint, und der Wahrheit zu unterscheiden. Sie sind Opfer ihres verqueren Intellektes geworden.

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