Tatort Idar-Oberstein. Schuld und Sühne.

Kommentar von Axel Pajunk //

Die Corona-Krise hat ein weiteres Todesopfer hervorgebracht. Ein Kassierer einer Tankstelle wurde von einem Kunden mit einem Kopfschuss getötet. Schenkt man den rasch geschriebenen Überschriften der Leitmedien Glauben, so war der Täter ein Maskenverweigerer, der Querdenker-Inhalte geteilt hat. Der mutmaßliche Schütze habe gegenüber der Staatsanwaltschaft geäußert, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne und sich durch die Pandemie-Situation stark belastet fühle.
Bei einer solch abscheulichen Tat, sind die Stimmen in Politik und Medien ebenso laut und schrill zu vernehmen, wie der Knall aus der Waffe des Mörders. Sowohl den Ad-hoc-Äußerungen der Politiker und Journalisten als auch der Handlung des in Gewahrsam genommenen Beschuldigten gingen augenscheinlich wenig ernstzunehmende Überlegungen voraus. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist es eine Willkürtat, die nicht von langer Hand geplant war. Vielmehr deutet Einiges auf einen spontan gefassten Tatentschluss hin. Bei den Politikern ist – und das wurde bei den Corona-Maßnahmen besonders deutlich – ohnehin wenig von langer Hand geplant, geschweige denn von langer Dauer. Dies heißt natürlich nicht, dass dadurch die Schuld der jeweiligen Handlungen minder groß ist.
Die Schuld und das genaue Motiv des Täters wird Teil der strafrechtlichen Ermittlungen sein und interessiert hier – bei allem gebührenden Mitleid gegenüber den Angehörigen des Opfers – nicht weiter. Man kann jedenfalls annehmen, und dies vermuten auch die Ermittlungsbeamten, dass der Täter bereits unmittelbar nach seiner tödlichen Handlung mit der Sühne begonnen hat. Denn er wartete nach der Tat, bis die Polizei ihn festnahm.
Was sich aber anlässlich dieser Tat an Fragen und Auffälligkeiten aufdrängt, ist nicht der Umstand, dass der Täter wohl selbst unlautere Motive angegeben hat. Sondern wie die Medien und die Politik mit diesem Umstand umgehen. Man muss kein Verständnis haben mit jemandem, der eine Straftat begeht, schon gar einen Mord. Aber die Ursachen mit dem nötigen Anstand und der gebotenen Ehrlichkeit gegenüber den Angehörigen des Opfers, aber auch dem Täter und seinem Umfeld, ohne Voreingenommenheit und Hintergedanken zu ergründen, „schulden“ die öffentlichen Meinungsmacher der Gesellschaft. Auf dass wir alle daraus lernen mögen. Eine solche Tat und deren mutmaßliche Motive aus wahlkampftaktischen Gründen oder Quotenhascherei zu missbrauchen, ist moralisch höchst zweifelhaft. Es stünde gerade den Politikern gut zu Gesicht zu erkennen, dass ihre eigenen Handlungen mindestens geeignet sind, bei einem Großteil der Bevölkerung Ängste auszulösen und die Gesellschaft zu spalten. Die medial mit viel Getöse verbreiteten Politikeraussagen (z.B. „Covidioten“), Corona-Maßnahmen und Impfkampagnen, die bewusst viele kritisch Denkende diffamieren und ausgrenzen sollen, sind in Westdeutschland in dieser Form ohne Vorbild und sollen gerade den nötigen Druck beim Einzelnen erzeugen, sein Verhalten im Sinne der Regierungsmeinung zu ändern. Hier wird billigend in Kauf genommen, dass manch einer diesem Druck nicht standhält. Natürlich geht es hier nicht um Mitschuld, aber eben um eine moralische Mitverantwortung all jener, die an diesen (Ausnahme-) Zuständen in der Gesellschaft maßgebend beteiligt sind.
Die Schreihälse in den Medien, die aber gerade mit ihren Äußerungen anlässlich einer – nochmal – nicht zu tolerierenden Tat die Ängste und die Spaltung der Gesellschaft befeuern, indem sie den Täter quasi gleichsetzen mit den maskenverweigernden Querdenkern, sollten sich bewusst sein, dass ihr ausgrenzendes und populistisches Gedankengut den Boden für immer größere Radikalisierung anders Denkender erst nährt. Es ist eine Schande auch gegenüber dem Opfer, diese Tat für die eigenen politischen Zwecke zu missbrauchen.
Wenn der Tod eines Menschen überhaupt einen höheren Sinn haben kann, dann wäre der Tod des Kassierers geeignet, von Schuld und Sühne zu sprechen. Unter diesem Titel veröffentlichte Fjodor Dostojewski 1866 seinen wohl bekanntesten Roman. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen wird darin die Geschichte des Mörders Raskolnikow erzählt. Zentrale Themen des Buches sind die Suche nach Moral und Gerechtigkeit sowie der Umgang mit der Schuld. Er ist ein Plädoyer für Menschlichkeit und Altruismus. In diesem Sinne hätte ich mir einen Appell unserer Politiker und Journalisten gewünscht. Die Chance, ein Zeichen für verantwortliches, auf gesellschaftliche Einheit abzielendes Handeln und wirkliche Empathie zu setzen, wurde einmal mehr vertan.

Dr. Axel Pajunk ist promovierter Wirtschaftsanwalt in eigener Kanzlei in Frankfurt am Main und verheirateter Familienvater. Zur Person: „Ich bin parteilos, aber parteiisch, wenn es um die Einhaltung der Grundrechte geht. Ich bin um objektive Darstellung und sachliche Argumentation bemüht und verstehe mich als Verfechter der Grundrechte, insbesondere der Meinungsfreiheit und eines offenen gesellschaftlichen Diskurses ohne Ausgrenzung und Zensur. Als Freund der Demokratie bin ich Gegner jeglicher Form von Extremismus.“

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18 Antworten

  1. Ich möchte hier nichts relativieren oder verharmlosen,aber. Der Vorfall bestätigt mich in meiner Meinung,das kein Angestellter für den Betrieb in dem er tätig ist,die Coronamaßnahmenregeln des Staates anderen vortragen sollte.Es ist einfach nicht die Aufgabe eines Angestellten! Würde ich auf dem Weihnachtsmarkt Punsch ausschenken und ich müsste weil mein „Chef“ es mir sagt,mir vorher einen 2G/3G Nachweis zeigen lassen,würde ich mir dabei ausgesprochen schlecht vorkommen und es auch nicht tun.

  2. Etwas enttäuschend fand ich im Artikel die Unterschlagung sozialer Kontexte: Waren das Opfer nicht ein als Kassierer nebenberuflich beschäftigter Student, und der Täter nicht Abkömmling einer hochgradig zerrütteten Familie?

  3. Hallo,
    Ich finde hier humanistisches Gedankengut, sowohl im Beitrag als auch in den Kommentaren. Herr Pajunk hat im Sinne eines Täter-Opfer-Ausgleiches geschrieben, wo beide Seiten Berücksichtigung finden, um in ihrer Seele zur Ruhe kommen zu können, wonach sich die Menschheit und natürliche Entwicklung sehnt. Das ist sehr weise. Vielen Dank für diesen höchst wertvollen geistigen Impuls.

  4. Die „Corona-Krise“ hat keine Opfer hervorgebracht, sondern die kriminelle Niedertracht der Planer dieses Psycho-Krieges!
    Überhaupt tritt ein nicht unerheblicher Teil der Menschheit als Erfüllungsgehilfe in Erscheinung.

    Und wieviele Tausende und Abertausende sind ohne großen Knall dahingeschieden???

    So ist das in gottlosen Zeiten………

  5. wenn in den Leitmedien und Kommentaren unseres Politik-Establishment die AFD und die Querdenker als die Wegbereiter dieser abscheulichen Tat gebrandmarkt werden, wird wohlwissend der Hinweis unterschlagen, dass der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck sich als „geistiger Brandstifter“ hervorgetan hat, in dem er impfunwillige Menschen als „Bekloppte“ diffamierte.

  6. Ich neige zu Sarkasmus, ich neige dazu, meine Sprache als scharfes Schwert einzusetzen. Das ist mein Panzer, der mich all das ertragen lässt. Aber dann ermahne ich mich und benötige als inneres Gegengewicht einen solch sachlichen, wundervollen Kommentar von Herrn Dr. Pajunk und die Empathie der hier Mit-Schreibenden. Dann hilft mir auch die Lyrik-Ecke hier oder die emotionale Intelligenz meiner Frau. Das erdet mich, das lässt mich durchatmen. Ich möchte nicht der Gefahr erliegen, auf (instinktive, in-szenierte, instrumentalisierte) Empörung ebenfalls mit Empörung zu reagieren. Es ist auch für den eigenen Seelenfrieden so viel gesünder, etwas sacken zu lassen und dann mit Abstand nach Ursachen zu suchen statt spontan nach Schuldigen. Ursachen, nicht Schuldige. Das gilt für den Konflikt im Privaten wie den politischen Streit. Das ist nicht immer einfach und da bin ich ein ewig Lernender.

    Ich habe eine Gänsehaut des Schreckens bekommen, als ich diverse zwitschernde Politiker-Kommentare und Mainstream-Artikel nach dem Mord quergelesen habe. Das sind für mich Menschen, die vermeintlich als Feuerwehrleute auftreten, dabei aber einen verbalen Benzinkanister und Streichhölzer in der Hand haben. Und diese Spaltung wird weiter politisch wie medial täglich befeuert. Spalte und herrsche. Regierungskritiker gleich Maßnahmen- und Lockdownkritiker gleich rechts und Coronaleugner gleich Querdenkerszene gleich politisch radikal gleich potentieller Möder? Diese primitiven Assoziationsketten, diese billige Logik und Propaganda funktioniert? Ich fasse es nicht. Es braucht verbale Abrüstung.

    1. Lieber Herr Löcke,

      ich denke an Nelson Mandela, der nach 27 Jahren auf Robben Island gesagt haben soll, dass er während der gesamten Zeit ein einziges Mal Angst verspürte, nämlich, als er einmal ein Hassgefühl gegen seine Peiniger fühlte…

      Mit den besten Grüßen.

    2. Das gefällt mir … spalte und herrsche ..
      teile und herrsche birgt im Wort … Teile … ein Mißverständnis, denn wenn jemand etwas teilt, so ist es etwas Positives … das Wort …Spalte… kann zu keinem Mißverständnis führen

  7. Es ist bedauerlich, dass so eine Tat wegen einer, im übrigen völlig nutzlosen Maske, geschehen ist. Die staatstreuen Medien haben sich natürlich gleich auf die, wie üblich, unrecherchierten haltlosen Berichte verschiedener “ Volksparteien “ gestürzt und damit wieder mal die Spaltung der Gesellschaft angeheizt. Es spielt heute keine Rolle, ob man einfach keine Maske tragen will oder aus gesundheitlichen Gründen tragen kann, man wird immer sofort als“ Feind “ der Volksgesundheit bezeichnet. In meiner Region (Erzgebirge) wird ungeimpften Menschen die Behandlung verwehrt. Und Herr Hölzemann hat Recht, dass man auf Augenhöhe mit den treuen Schafen nicht mehr kommunizieren kann. Ich habe leider auch viele gute Freunde „verloren“. Möge dieser Alptraum bald vorbei sein, allerdings bezweifle ich den Wandel mit diesen Kandidaten.

  8. Es ist immer seit Adam und Eva das gleiches Prinzip, „Schuld ist immer der Andere“. Schuldenböcke werden ständig erfunden oder ernannt. Wie wäre es, wenn jeder selbst dafür Sorge trägt, seine eigene Verantwortung wahr zu nehmen und es dabei zu belassen. Verantwortung im Sinne von Reflektion und Warnung. Niemand sollte den Anderen abstürzen lassen oder die Augen davor verschließen. Wir sollten eben eindeutig „Unseres Bruders Hüter“ sein. Aber in Respekt, Achtung und Anstand.
    Sollte die Warnung in den Wind geschlagen werden, sind wir trotzdem zu „Erster Hilfe“ gefragt und benötigt. Danke an Alle, die dies so umsetzen.

  9. Laut Ermittlungsbehörden sagt der Täter, er habe ein Zeichen setzen wollen. Besteht aber im Lager der Medien denn überhaupt ein Interesse, herauszufinden, vor welchem Hintergrund dieses Zeichen zu betrachten sein könnte? Der Täter selbst scheint die Waffe als Ausdrucksmittel zu bevorzugen, weshalb von ihm eine Erklärung über das Zeichen Setzen hinaus erst in einem von der Öffentlichkeit abgeschirmten Prozess zu erwarten ist.

    Ich biete die Veranschaulichung eines denkbaren Motivs an, das mit der Realität nicht übereinstimmen muss, aber jedenfalls zu einem Bühnendrama passen würde.

    Die Gesamtbevölkerung einschließlich des Täters wird von Politik und Medien mit dem Vorwurf unter Dauerfeuer gesetzt, Maßnahmenverweigerer, zu denen zweifelsfrei Maskenverweigerer zählen, würden andere Menschen töten. Hier ist der Rahmen der Realität noch längst nicht überschritten. Die Absurdität dieses Zusammenhangs führt zu einer Banalisierung des inflationär verwendeten Tötungsvorwurfs, was bereits den Anfängen einer geistigen Brandstiftung entspricht.

    Der Täter, ausgestattet mit einer labilen Persönlichkeit, verspürt dadurch den Drang, einer möglichst großen Öffentlichkeit vorzuführen, wie man tatsächlich einen Menschen tötet, nämlich mit einer Schusswaffe und nicht mit einem unmaskierten Gesicht. An diesem Punkt ist es nur noch eine Frage der nächstbesten Gelegenheit, wann und wo er auf sein Opfer treffen wird.

    Wer sich auf diese Vermutung des Tatmotivs einlässt, wird feststellen, dass der Mord in Idar-Oberstein nicht das Geringste mit der Querdenker-Bewegung zu tun haben kann. Es sind vielmehr diejenigen dafür mit verantwortlich, die nicht nur medizinische, sondern auch psychosoziale Experimente durch Indoktrinierung von absurden Schuldzuweisungen so weit ins Extrem treiben, bis es knallt.

  10. dazu fällt mir ein: gestern im Aldi (Nord) Markt Kiel-Dietrichsdorf: trage meinen „Maullappen“ jedoch nicht ganz über die Nase gezogen. Im Eingang eine ausländische Person (schwarzer Anzug mit Secutity Aufdruck) ermahnt mich, die Maske ganz überzuziehen. Ziehe den „Maullappen“ etwas höher, um noch einigermaßen Luft zu bekommen. Er verfolgt mich, ermahnt mehrfach, ich erwidere laut und deutlich. Schließlich will er unter Verstoß auf den Mindestabstand mir meine Ware vor der Kasse aus der Hand reißen! Ein anderer Kunde meint: dann gehen Sie doch nach Dänemark. Meine Antwort: ach ja, nur in Deutschland ist das Virus so gefährlich!!
    Auch der Hinweis, dass alle anderen Kunden sich an die Regeln halten, zeigt, wie viele Menschen durch die Propaganda verblödet sind. Nur diejenigen, die (wie ich von Anfang an) Fragen stellen, erkennen, was die „Regierung“ mit dem Volkssouverän antut!

  11. Der Kommentar von Dr. Axel Pajunk gefällt mir gut. Seine Erkenntnis könnte dazu beitragen, Mäßigung zu bewirken und miteinander ins Gespräch zu kommen.

    Aktuell erlebe ich im Bekanntenkreis ein Beispiel der unreflektierten Aufnahme des Medienrummels zu dem Thema. Kämpferisch, undifferenziert und ohne jede Wertschätzung werden „Querdenker“ als Ursache und Mitverantwortliche des Geschehens angesehen. Ein Gespräch auf Augenhöhe ist nicht mehr möglich. Wirkmechanismen, die dazu beitragen, hat Dr. Axel Pajunk aufgezeigt.

    Dem ist sicherlich mit klarer Haltung zu begegnen. Gleichzeitig ist Verständnis für die (von außen induzierten) Aufregung, Wertschätzung für den Menschen und Zurückhaltung notwendig, um nicht aus eigener Kampfhaltung heraus die Spaltung weiter zu treiben. Die Formulierung „Die Schreihälse in den Medien …“ in Dr. Pajunks Kommentar passt in dem Sinne nicht besonders gut.

    Ich wünsche mir, dass kluge Gedanken wie die von Dr. Pajunk zunehmend auch Menschen erreichen, die momentan noch einen ganz anderen Wahrnehmungsfilter haben. Ich bemühe mich um eine entsprechende Gesprächskultur.

  12. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, daß das, was jemand einem anderen antut, er/sie immer auch sich selbst antut. Und Phänomene eines erweiterten Suizides bei psychischer Dekompensation kennt die Psychologie sehr wohl.
    Der politisch-mediale Umgang mit der Realität wird eklatant deutlich an dem Artikel in „Die Welt“ zu der Pathologen-Pressekonferenz der Professores Burkhardt, Land und Bergholz. Hocherfahrene Mediziner werden als nahezu senil stilisiert, weil die profund erarbeitete Botschaft der politischen Agenda entgegensteht und damit den (politischen) Erfolg gefährdet, der auf dem Rücken der Gesundheit – und der Medizin – ausgetragen wird. Zum Wohle des Volkes Schaden abwenden wurde geschworen. Das dürfte (auch in einer Pandemie) nicht gelingen, wenn man nur einseitige Informationen zuläßt und nicht das Rückgrat hat, Fakten, die zu anderen Ergebnissen als die Erwarteten oder Gedachten führen, überhaupt wahrzunehmen – „bei youtube gelöscht“. Danke Herr Dr. Pajuk für die perspektivische Öffnung einer differenzierten Betrachtung einer traurigen Amok-Tat und den notwendigen Apell an die gesellschaftliche Verantwortung zum Umgang miteinander.

    1. Danke, Verena, für diesen Beitrag. Aber ich bin mir sicher, dass Alle, Politik, Medien und Mitläufer, ihre Fragen noch zu beantworten haben werden. Gottes Mühlen mahlen langsam.

      1. …die Deutsche Gesellschaft für Pathologie distanziert sich von ihren (hocherfahrenen) Alt-Vorderen.Es sei „Nicht wissenschaftlich“.
        Gleichartige, handfeste Befunde in einem kleinen Verstorbenen-Kollektiv mit der Gemeinsamkeit „Zustand nach Impfung“. Im übrigen auch passend zu den Beobachtungen des Paul-Ehrlich-Instituts. Als gehörten Fallanalysen nicht zum wissenschaftlichen Diskurs. Aber die freche pseudo-wissenschaftliche Arbeit bei der 6 Proben mit Influenza-, Rhino- und Adenoviren (nicht reaktiv) und einmal SARS-CoV1(reaktiv) beschickt werden um hinterher den Schluß zu ziehen, die PCR sei SARS-CoV2-spezifisch und könne nicht auch (unerwünscht) „normale“ -in Abgrenzung zu SARS-CoV2- Coronaviren positiv ausweisen, ist wissenschaftlich…ich mag nicht mehr. Wissenschaftlich ist, was politisch opportun ist…auch das gab es in der Geschichte bereits…

  13. Das Kernproblem scheint mir zu sein, dass es zunehmend Politiker(innen) und Journalist(inn)en in diesem Land gibt, die versuchen, Diskurs dadurch auszuhebeln, dass sie das Gegenüber – egal ob Politiker oder Bürger – außerhalb des demokratischen Spektrums zu stellen, sobald diese ihre kruden Ansichten und neuerdings Regeln nicht teilen. Wenn Friedrich Merz auch nur auf unbestreitbare Realitäten hinweist, spult Hubertus Heil wie einstudiert das Tonband seiner Blase ab, die immer wieder betonen müssen, dass sie Demokraten sind und die doch ein Hinterfragen ihrer Politik nicht mehr zulassen wollen oder können. Nichts anderes spielt sich auch in einer Autokratie ab, denn da kommt dann zum Tragen, was Maischberger in der Diskussion mit Hubertus Heil und Friedrich Merz wohl indirekt fordert: „ein anderer Umgang“ mit Kritikern der Regierungspolitik. Welche Repressionen sie damit meint, lässt sie im Dunkeln (s. https://www.youtube.com/watch?v=vaF7vrcJ1sc / ab min 28:25).

    Unglaublich welche Szenen sich in unserem Land abspielen, gerade von jenen Politiker(inne)n und Journalist(inn)en, die nicht müde werden, man dürfe den Mord an einem erstochenen jungen Mädchen nicht instrumentalisieren. Die Abschlussrunde der Spitzenkandidaten im ÖRR gestern war diesbezüglich keinen Deut besser.

    Menschen reagieren unterschiedlich und oftmals irrational, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, wobei Suizide sehr viel häufiger sein dürften als eine solche Wahnsinnstat wie in Idar-Oberstein. Wenn Hetzer unter Politiker(inne)n und Journalist(inn)en nicht gestoppt werden, denen statt Argumente nur noch immer zahlreichere, hasserfüllt ausgesprochene Leugner-Variationen einfallen, wird es – wie die Geschichte lehrt – nicht bei einem Opfer bleiben, gerade wenn man die Suizide mit einrechnet. Zudem sollte man nicht vergessen, bereits in Idar-Oberstein wurden zwei Menschenleben durch die Corona-Maßnahmen zerstört, von den bemitleidenswerten Eltern und Familien jeweils ganz zu schweigen.

    Wie wir als Gesellschaft wieder den Ausweg aus dieser unerträglichen Verlogenheit und Heuchelei finden wollen, ist mir zunehmend schleierhaft. Die Realitätsverweigerung wie auch die von einer Dauerkrimischleife, sprich Tatort & Co, getragene Verrohung der Gesellschaft scheint leider mehr und mehr die gesellschaftliche Norm statt die Ausnahme zu werden. Verantwortlich sind bei ARD und ZDF jedoch bekanntlich immer die Anderen.

    1. Aus der Seele gesprochen! Danke! Was ist verwerflich am Querdenken, d.h. am kritischen eigenständigen Denken? Ich bin entsetzt was aus diesem Land geworden ist, Dank der Politik und der Hetze seitens der Medien!

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