Trump greift Iran an – Diese Doku zeigt, was die Welt über Persien vergessen hat

 von Markus Langemann

Wer verstehen will, was sich in diesen Tagen zwischen Washington, Teheran und Tel Aviv abspielt, der sollte nicht nur Nachrichten konsumieren, sondern Kontext suchen. Nicht erst seit dem nächtlichen Schlag der USA gegen iranische Atomanlagen am 22. Juni 2025 ist der Nahe Osten wieder zum globalen Epizentrum einer sich verdichtenden Weltkrise geworden. Die dramatische Eskalation ist kein isoliertes Ereignis, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger politischer, ideologischer und wirtschaftlicher Verschiebungen.

Hier setzt die neu montierte CHRONOS-Dokumentation an – sie ist kein Kommentar zur Gegenwart, aber ein Schlüssel zu ihrem Verständnis. In ruhigen Bildern und historischen Tondokumenten erzählt sie vom Iran als aufstrebender Regionalmacht, vom Glanz der Monarchie und dem geopolitischen Spiel westlicher Interessen in Persien. Wer den heutigen Konflikt begreifen will, sollte die Wurzeln kennen. Dieses filmische Zeitzeugnis erlaubt eine Art Tiefenschärfe, die in Eilmeldungen nicht vorkommt. Es ist ein dokumentarisches Brennglas – und inmitten aktueller Brandherde eine Einladung zum Sehen, Verstehen, Reflektieren.

Ein filmischer Blick zurück: Der Iran zwischen Glanz, Geschichte und geopolitischem Spiel

Aus dem reichen Fundus der CHRONOS-Filmchroniken entstand ein neu geschnittener Dokumentarfilm, der das Vermächtnis dreier Quellen vereint: The Heirs of Cyrus the Great (1974), Politics of Oil (1980) sowie private Super-8-Aufnahmen von Irmgard und Bengt von zur Mühlen. Letztere gehören zu den stillen Chronisten des 20. Jahrhunderts – ein Ehepaar, das seit den 1960er Jahren mit Kamera und Kompass um die Welt reiste, um Geschichte nicht nur zu erzählen, sondern visuell zu bewahren.

Die von ihnen gegründete Produktionsfirma CHRONOS brachte über fünfhundert Dokumentarfilme hervor, vielfach ausgezeichnet, zweimal gar für den Oscar nominiert – eine stille, aber eindrucksvolle Anerkennung für ihr konsequent unabhängiges Filmschaffen.

In rund 15 Minuten entfaltet der englischsprachige Film eine atmosphärische Reise in das Jahr 1974: Ein Iran, der in seiner Hauptstadt Teheran einen geradezu futuristischen Glanz verströmt – modern, selbstbewusst, dynamisch. Doch der Film belässt es nicht beim Oberflächenglanz: Er webt sich durch die Jahrzehnte und lässt ikonische Momente auferstehen, darunter:

  • die prunkvolle Krönung von Schah Mohammad Reza Pahlavi und Farah Diba am 26. Oktober 1967,

  • der Persische Staatsstreich vom 21. Februar 1921,

  • der erste Staatsbesuch des afghanischen Königs im Iran im Jahr 1928

  • und die bemerkenswerte Rede des Schahs vor der UNO am 21. November 1949.

All dies eingebettet in hochwertig restaurierte Bilder: Originalmaterial in High Definition gescannt und mithilfe moderner KI-Software sensibel aufbereitet – ein restaurierter Blick auf eine Epoche zwischen Hoffnung und Hybris.

Der Film ist mehr als eine Montage vergangener Tage – er ist ein visuelles Zeitdokument, das zum Nachdenken einlädt. Wenn er Sie berührt oder inspiriert, zögern Sie nicht, ihn weiterzuempfehlen – über den Share-Button im Player.

Die aktuelle Lage – Chronologie der Eskalation

Washington/Teheran, 23. Juni 2025, 08:00 MESZ –

In der Nacht zum 22. Juni griffen die USA drei iranische Atomanlagen in Fordo, Natans und Isfahan an. US-Präsident Donald Trump erklärte in einer Ansprache: „Irans entscheidende Anlagen zur Urananreicherung sind komplett zerstört.“ Er drohte mit weiteren Angriffen, sollte der Iran nicht „den Weg des Friedens wählen“. Die Operation „Midnight Hammer“ setzte sieben B-2-Tarnkappenbomber und 14 bunkerbrechende GBU-57-Bomben ein, ergänzt durch Marschflugkörper von U-Booten.

US-Vizepräsident J.D. Vance betonte auf NBC: „Wir führen keinen Krieg gegen den Iran, sondern gegen Irans Atomprogramm.“ Er sprach von einer Verzögerung des iranischen Nuklearprogramms „um Jahre“ und drängte auf diplomatische Gespräche. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte, dass keine Strahlung freigesetzt wurde, Schäden an den Anlagen seien jedoch unklar.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi nannte die Angriffe auf X „ungeheuerlich“ und warnte vor „dauerhaften Folgen“. In Istanbul erklärte er, die USA hätten „kaum Raum für Diplomatie“ gelassen. Iranische Revolutionsgarden feuerten Dutzende Raketen auf Israel, wobei 86 Menschen verletzt wurden. Teheran bestätigte Schäden um Fordo, bestritt aber weitreichende Zerstörung.

Die EU zeigte sich besorgt. Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte „schnelle Verhandlungen“ und betonte: „Diplomatie ist der einzige Weg.“ EU-Ratspräsident António Costa rief zur „Zurückhaltung“ und Einhaltung des Völkerrechts auf. Bundeskanzler Friedrich Merz drängte Iran zu sofortigen Verhandlungen.

UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor einer „Spirale des Chaos“ und einer „Bedrohung für den internationalen Frieden“. Russland und der Irak verurteilten die Angriffe als Verstoß gegen internationales Recht. Israel lobte die Aktion als „historisch mutig“.

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