Wenn Hintergründe den Vordergrund ausleuchten

von Markus Langemann //

„Eine sehr bedenkliche Entwicklung ist, dass man versucht die Pluralität von Auffassungen, die es in der Mitte der Gesellschaft gibt, einzuschränken.“

Es sind die Worte des Philosophen Prof. Dr. Lütge, Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsethik an der Technischen Universität München, über die aktuelle Lage in der Gesellschaft. Hören Sie diese und weitere An- und Einsichten im Interview mit Christoph Lütge im Video. Es ist der dritte Teil der Trilogie zur „Krise und seinen Hintergründen“. In ausführlichen Interviews mit einem Kommunikationswissenschaftler, einem Rechtswissenschaftler und einem Ethiker habe ich versucht einen Teil der Krise, fernab des tagesaktuellen Skandalisierungsrausches, zu beleuchten.

Es sind Gespräche, die von Nachhaltigkeit geleitet sind und Ihnen eine Option auf der Suche nach Erkentnissgewinn bieten. Sie sind zuweilen spannend wie ein Krimi und gut investierte Stunden der Information und Unterhaltung.

Sie müssen mit den Meinungen der Interviewten natürlich nicht konform gehen. Sie sollten sie aber kennen.

Diese Interviews kann man auch gut beim Joggen oder Autofahren hören. Kommentieren und diskutieren Sie mit Ihren Gedanken im Kommentarfeld. Leiten Sie diese Seite gerne in Ihrem Kreis weiter.

Teil I mit Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Michael Meyen.

Teil II mit Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Martin Schwab

Teil III mit Philosoph Prof. Dr. Christoph Lütge

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19 Antworten

  1. Ein wenig vermisse ich hier schon etwas die Tagesaktualität, es „passiert“ manchmal mehr als 10 Tage gar nichts, während andere komplementäre Medien fast stündlich berichten. Das muss natürlich nicht sein, aber am Puls der Ereignisse sollte auch dieses Angebot, finde ich, schon sein. Sorry.

  2. Seit fast einer Woche kein Leserkommentar mehr!?

    Trauen sich die Menschen in einem zunehmend faschistoid agierenden deutschen Staat der Spät-Merkel -Ära nicht mehr ihre Meinung kundzutun? Übrigens noch länger hält nun die Nachrichtensperre um den Tod des Deutschen Botschafters in China an. Alle Nachrichten reißen etwa um den 06. September 2021 urplötzlich ab, einem Zeitpunkt an dem als Todesursache „unbekannt“ bzw. „plötzlich und rätselhaft“ vermittelt wurde (s. Google).

    Das öffnet Raum für FRAGEN (und damit einhergehend zwangsläufig auch Spekulationen zur Todesursache – ein gesunder 54-Jähriger stirbt in aller Regel nicht einfach nur so):
    1. Wurde er ermordet, weil er zu gradlinig und damit nicht bereit war, eine botschaftsinterne Information zum Besuch Merkels im Spätjahr 2019 in Wuhan, also kurz vor Ausbruch der Pandemie, für sich zu behalten? Das würde zumindest zur mysteriösen (Selbst-)Mordserie an NSU-Zeugen im Stasi-Stil im Merkel-Deutschland passen. Schließlich sollte damals niemand erfahren, was mit den die CDU belastenden Informationen in den geschredderten Unterlagen des Verfassungsschutzes vernichtet wurde.

    2. Oder wurde er kurzfristig nach einer Doppelimpfung mit einem in Deutschland/EU zugelassenen Impfstoff mit einem von China zugelassenen Impfstoff geimpft? Hat Prof Bhakdi* in seinem von Youtube gelöschten und nur nach Klage wieder freigeschalteten Youtube-Video Recht, könnte dadurch eine lebensbedrohliche Situation für den deutschen Botschafter entstanden sein (s. https://www.presseportal.de/pm/75150/4998459; Link zum Video am Ende der Veröffentlichung).

    Oder verfügt jemand über neuere, verlässliche Informationen zum Tod des Botschafters? Gehe davon aus, dass niemand in der Bundesregierung auch nur ansatzweise den Willen hat, diese Fragen offen und ehrlich zu beantworten.

    Wer in diese Bundesregierung bzw. diese Bundeskanzlerin noch irgend einen Rest von Vertrauen setzt, braucht sich nicht wundern, wenn er irgendwann erkennen muss, dass auch dieser Rest an Vertrauen bitterlich enttäuscht wird.

    *Wikipedia: Sucharit Bhakdi ist ein deutscher Mediziner. Bis zu seinem Ruhestand 2012 war er als Professor für Medizinische Mikrobiologie tätig, von 1982 bis 1990 an der Justus-Liebig-Universität Gießen, dann als Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

    1. Lieber Herr Dr. Aßmann,
      ich war damals bei der Deutsche Bank AG, gemeinsam mit meinen Kollegen, u.a. auch für die Sicherheit von Dr. Herrhausen zuständig. Dieses Attentat ist bis heute nicht aufgeklärt, das Wrack des gepanzerten Mercedes 500, das heute noch mit einer dicken Staubschicht bedeckt im Keller des BKA steht, habe ich selbst oft gefahren. Angeblich war es die „RAF“ nach offizieller Lesart. Vielleicht war sie als „Subunternehmen“ beteiligt, m.E. jedoch bestimmt nicht autark. Diese Dinge werden nicht aufgeklärt, sie sollen es nicht, glaube ich. Vielleicht in späteren Generationen, wenn die „Akten“ geöffnet werden. Es ist alles ein so widerliches Spiel.

      1. Das ist genauso skandalös, wie die nicht erfolgte Aufklärung zu 9/11 bzw. WTC 7…dazu gibt es sicher noch unzählige Beispiele.
        Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man ernsthaft einen Kanzlerkandidaten aufstellen kann, der nachweislich bei Warburg und Wirecard gelogen u den Steuerzahler um 75 Millionen Euro betrogen hat. Dieses Politik-Theater ist unerträglich geworden, wer den Marionetten noch vertraut, dem ist nicht zu helfen.

  3. Wahlkampf in Münster am 11. September 2021

    Jeden Mittwoch und Sonnabend ist auf dem Domplatz in Münster Wochenmarkt. Gerne tummele ich mich dann und wann dort und genieße den Flair. Seit einigen Wochen ist dort sogar das Maskengebot aufgehoben – wie man weiß, sind Coronaviren extrem wochenmarktaffin und daher war für lange Zeit beim Betreten des Geländes eine Maske aufzusetzen. Woran sich natürlich fast jeder – die Autorin und einige Wagemutige ausgenommen – gehalten hat. Auch heute trugen, ganz ohne Maskenzwang, 90 – 95% der Marktbesucher eine ‚Wochenendsmaske‘. Man weiß ja nie. Nicht nur Münsters Gerichte zeichnen sich durch besonderen Corona-Maßnahmen-Gehorsam aus.
    Gegen ca. 12:30 Uhr entdeckte ich an dem Ende des Marktes, das dem Rathause zugewandt ist, einen Wahlkampfstand der CDU. Gerade wollte ich den dort aufgestellten Kandidaten ansprechen, da hieß es neben mir: „Ah, Herr Borjans.“ Straks drehte ich um, folgte Herrn Borjans und seinem Kofferträger – beide unbemaskt – und sprach ihn an. Da der Mann, genau wie ich, ein laufender Meter ist, konnte ich ihm direkt in seine hyperop-bebrillten Augen schauen.
    Nachdem ich mich dem SPD-Vorsitzenden kurz vorgestellt hatte, fragte ich ihn (sinngemäß), wie er es erklären könne, daß unsere Grundrechte dermaßen eingeschränkt seien wegen Corona, und wie lange das noch so gehen solle?
    Sein serviler Begleiter stöhnte laut auf, faßte Herrn Borjans am Arm und sagte so etwas wie:“Bohr nee, komm.“ Beide stoben davon.
    Ich eilte hinterher und fragte Herrn Borjans, warum er nicht mit mir reden wolle? Notgedrungen blieb er stehen. Wir sprachen über die Impftoten, was wiederum von seinem Begleiter mit Kopfschütteln und einem genervten Grunzlaut beantwortet wurde. Herr Borjans fragte mich, recht aggressiv, wer denn auf den Intensivstationen läge und woher denn die ganzen Toten kämen? Ich bat ihn, sich die entsprechenden Daten anzusehen, z.B. auch aus Israel, wo über 50% der stationären Corona-Patienten doppelt geimpft seien. Das ließ er nicht gelten. Er wurde sogar laut. Sein Begleiter giftete mich an. Ich bat, ob nicht vielleicht doch eine sachliche und ruhige Diskussion möglich sei. Beide nahmen sich zusammen.
    Dann wies ich darauf hin, daß man Nicht-Geimpfte und Un-Geimfpte mit zweierlei Maß messen und nur noch die Un-Geimpften PCR-testen dürfe. Die sei wissenschaftlich nicht korrekt und erlaube keine klare Aussage.
    Er erwiderte, er selbst sei zweimal geimpft und würde sich jeden Tag testen. Und wie ich selber sehen könne, sähe er doch gut aus. (Über Geschmack läßt sich nicht streiten…).
    Eine sachliche Antwort auf meine Frage, war dieses sinnfreie Statement sicherlich nicht.
    Jetzt war er nicht mehr zu halten, und unter nicht-verständlichen Unmutsbekundungen zogen er und sein Adlatus, mit weiteren Anhängern im Schlepptau, davon.
    Ich rief ihm – zugegebenermaßen wenig höflich – hinterher, er solle endlich aufhören, die Leute mit seinem ‚Great Reset Scheiß‘ zu kujonieren.
    Mehr Unmutsbekundungen aus Richtung des SPD-Politikers waren die Antwort.
    Dies trug mir beim Weggehen ein „Schwachsinn“ eines bemaskten Münsteraner Marktgängers ein.

    Zurück also zum CDU Stand. Dort kandidiert ein Herr Stefan Nacke. Bisher Landtagsabgeordneter in Düsseldorf.
    Nach einigem Warten war ich an der Reihe und fragte ihn, nachdem ich mich vorgestellt hatte, wer er denn sei. Das erläuterte er kurz und durchaus freundlich. Ich sagte, daß ich gespannt sei, ob er mir nun zuhören würde da Herr Borjans ja schon vor mir weggelaufen sei. Das entlockte ihm ein kurzes Grinsen.
    Da er eine FFP2-Maske trug, bot ich ihm an, diese gerne abzusetzen, was er auch tat, mit der Bemerkung, daß er dann endlich mal wieder richtig atmen könne.
    (Was geht in diesen Köpfen vor…?).
    Auch hier wieder meine Frage nach den Grundrechten. Beantwortet mit der üblichen Intensivbetten-Überbelegungstheorie und „wir müssen diese Pandemie bekämpfen“.
    Nun mußte er eine Faktenflut über sich ergehen lassen:

    1. Hinweis auf die Behauptung von Spahn, Wieler und Drosten, daß der PCR-Test der Goldstandard sei.
    Das war ihm bekannt und er stimmte mir zu.

    2. Dann, Hinweis auf die Abschaffung des PCR-Tests durch die CDC zum 31.12.2021, da er nicht zwischen verschiedenen Corona-Viren – sowie Influenzaviren unterscheiden könne: Wo ist dann die Pandemie? Keine Antwort. Hinweis auf Tönjes und daß dort evtl. mittels des PCR-Tests Rinder- und Schweinecoronaviren bei den Schlachthofmitarbeitern nachgewiesen wurden.
    Außerdem weise der Test auch PCR-Fragmente nach von vorangegangenen Infektionen, die teilweise bis zu sechs Monate zurückliegen könnten.
    Keine Reaktion.

    3. Im Folgenden, Hinweis auf den Abbau von Intensivbetten um 50% von August 2020 bis August 2021.
    Keine Reaktion.

    4. Hinweis auf die tausende Impftoten, die schweren Schäden durch Myo- und Perikarditis bei Jugendlichen, die bedingte Zulassung der Impfstoffe, die Verstöße gegen den Nürnberger Kodex und damit das Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
    Keine Reaktion.

    5. Hinweis, daß laut BMG und Herrn Spahn die Belegung der Intensivbetten durch Corona-Patienten in 2020 bei 4% lag.
    Nun Reaktion auf 2., 3. und 4.: „Da gehen wir wohl von unterschiedlichen Zahlen aus.“

    6. Daraufhin nochmaliger Hinweis, daß dies offizielle Zahlen aus dem DIVI-Register (ob er dieses kennt, wurde mir nicht klar) und von Herrn Spahn/BMG seien.
    Keine Reaktion.

    7. Neuer Versuch mit Hinweis auf Herrn Dr. Wodarg und seine Aufklärungsarbeit während der Schweinegrippe, verbunden mit der Frage, wie er es sich erklärt, daß Herr Wieler von Beginn an verboten hat, die Maßnahmen zu hinterfragen? Ob er, Herr Nacke, nicht auch denke, daß da etwas nicht stimme, wenn offene und kontroverse Diskussionen zwischen Fachleuten à priori unterbunden werden. Dies sei, meiner Meinung nach, nicht wissenschaftlich.Keine verbale Reaktion. Als Übersprungshandlung grüßte er jetzt einen in der Reihe hinter mir Wartenden. Ich mußte mich also sputen.

    8. Vorschlag, daß man doch einfach mal die Regierungsexperten Drosten und Wieler mit Dr. Wodarg und Professor Bhakdi, offiziell und offen diskutieren lassen solle. Wenn Drosten und Wieler recht hätten, dann würden sie die Herren Wodarg und Bhakdi und ihre Argumentation ja problemlos vom Tisch fegen.
    Unruhiges Hin- und Hertrippeln.

    9. Hinweis auf das Weimarer Urteil:
    „Was ist das?“, fragt Herr Nacke.
    Da hätte es mich fast umgehauen.
    Eine kurze Erklärung füge ich an und verweise ihn dann an reitschuster.de.

    10. Hinweis auf die Hausdurchsuchungen bei dem Weimarer Richter und anderen Richtern sowie bei verschiedenen Gutachtern.
    Warum die denn durchgeführt worden seien, fragt er mich.
    Das müsse er diejenigen fragen, die das beauftragt hätten, erkläre ich ihm. Er sei schließlich Mitglied einer Regierungspartei.
    Und überhaupt, was denn die Abschaffung der Grundrechte mit christlichen und demokratischen Werten zu tun habe?
    Keine Reaktion.

    11. Hinweis auf die BPK und die dortigen Unerhörtheiten: „Das weiß ich nicht.“, „Das kann ich evtl. nachreichen.“, „Dazu kann ich mich nicht äußern.“; und daß dies eine Unverschämtheit sei, in einem freiheitlich-demokratischen Land. Auch gäbe es eigentlich nur noch zwei wirkliche Journalisten, nämlich Boris Reitschuster und Ken Jebsen (Herrn Langemann, Herrn Müller-Ulrich und weitere von der Achse des Guten und Rubikon, Gunnar Kaiser, Wickihausen, Demokratischer Widerstand, etc. bitte ich, die Nicht-Erwähnung zu entschuldigen). Doch die Zeit wurde knapp, die der wahlkämpfende Politiker mir noch zubilligen würde, Das konnte ich seiner immer schlechter zu unterdrückenden Fluchtreaktion entnehmen.

    Zum Abschied wies ich ihn auf den desaströsen Satz des CDU-Bundesgesundheitsministers Jens Spahn hin: „Wir impfen uns zurück in die Freiheit.“
    „Das hatten wir schon mal, vor 80 Jahren, Herr Nacke.“
    Reaktion: Ich könne ja auch eine andere Partei wählen.

    Was mich absolut erschüttert hat, ist das offensichtliche Unwissen beider (Borjans und Nacke) Politiker.

    Diese vollkommene Fakten-Resistenz.

    Stattdessen immer wieder der Vorwurf, daß das Gegenüber – in diesem Falle ich – offensichtlich ja nicht richtig informiert sei.

    Diese Menschen haben nicht die geringste Ahnung, was sich tatsächlich unter dem Namen der ‚Corona-Pandemie‘ abspielt.

    Aber sie nennen sich selbstbewußt: „Volksvertreter“.

    „Volkstreter“, wäre wohl passender.

    Diese Politiker schaffen unsere Grundrechte ab, vereinsamen alte Menschen, zerstören Existenzen, quälen Kinder, verstoßen gegen den Nürnberger Kodex, schaden und töten Menschen durch die Applikation von genmodulierenden Substanzen. Und dies alles offensichtlich ohne jegliche Kenntnis der wahren Fakten und Daten, ja nicht mal mit dem geringsten Interesse dafür.

    Beide scheuten die sachliche Diskussion. Herr Borjans wäre am liebsten nach meiner ersten Frage bereits weggelaufen.

    Beide sahen mich an, als habe ich den Verstand verloren.

    Diese Politiker haben weder das Wissen, noch das Interesse, noch die Empathie, sich für die Rechte und das Wohlergehen der Bürger in der Bundesrepublik Deutschland einzusetzen.

    Es ist erbärmlich und menschenverachtend.

    1. Danke, Frau Schoene.
      Solche Szenen spiele ich in Gedanken manchmal durch, habe aber dabei immer die unbestimmte Befürchtung, die Spitzenpolitiker müssten doch mehr Ahnung haben und wären mir im Zweifelsfall rhetorisch überlegen. Scheint doch nicht der Fall zu sein… 😉
      Frauen sind dann doch meistens mutiger, ich kann mich auch nicht so gut streiten, zugegeben.

    2. Sehr geehrte Frau Schoene,

      das von Ihnen geschilderte Verhalten unserer Politiker*innen inkl. absoluter Ignoranz gegenüber Fakten und Wissen kennen Windenergiekritiker schon lange.

      2015 sollte ich von der Stadt Büdingen angezeigt werden, wohl weil ich einer Einladung des Bürgermeisters bzw. des Stadtverordnetenvorstehers gefolgt war und vor dem Stadtparlament einen Vortrag zum Thema Windenergie gehalten und mich dabei erdreistet habe, auf Nachteile – und besonders verwerflich – auf nachhaltigere Alternativen zur Windenergie hinzuweisen. Dem war vorausgegangen, dass ich den beiden nach einem Windenergie-Ausbaubeschluss zehn einfache fachliche Fragen zur Windenergie gestellt hatte und die Genannten keine einzige Frage beantworten konnten. Daraufhin hatte die SPD-Fraktion unter Protest die Parlamentssitzung verlassen. Kurze Zeit später hat ein SPD-Stadtrat mit fingierter Begründung die Anzeige in einer Stadtratssitzung initiiert mit Verweis auf einen Zeitungsbericht. Der offizielle Beschluss des Stadtrats zur Erstattung einer Anzeige lief jedoch ins Leere, weil man schlicht zu unfähig war, den Zeitungsbericht korrekt zu interpretieren, in dem u.a. detailliert über meinen Vortrag berichtet wurde. Der angezeigte Sachverhalt, zu dem ich lediglich Stellung bezogen hatte, bezog sich auf andere Personen. Da ich mit dem angezeigten Vorgang nicht das Geringste zu tun hatte und mein Name im Zeitungsbericht nur in Bezug auf eine Kommentierung des Vorgangs meinerseits gefallen war, bereitete der Bürgermeister, der zum Zeitpunkt des Beschlusses im Urlaub weilte, dieser Provinzpose nach seiner Rückkehr ein schnelles Ende (Dokumentation des Vorgangs inkl. Zeitungsbericht liegt dem CdkW vor).

      Letztlich war dieser symptomatische Vorgang für den Umgang der Politik mit uns fachlich oft weit besser informierten Bürgern (habe selbst Maschinenbau mit Vertiefungsrichtung u.a. Wind-/Wasserturbinen an der TU Karlsruhe mit bestmöglichem Ergebnis studiert) einer der beiden Ausgangspunkte, dass ich mir vorgenommen habe, mir von nichts und niemanden meine Meinungsäußerungen verbieten zu lassen, schon gar nicht von der SPD, der CDU oder gar den Grünen. Der andere Vorgang war die Beugung eines von der FDP eingebrachten Gesetzgebungsverfahrens zur 10H-Regelung im hessischen Landtags Ende 2015 durch Ausschluss meines offiziellen Gutachtens mit fingierter, unwahrer Begründung und entgegen die Auffassung der Landtagsverwaltung, dass das Gutachten zu berücksichtigen sei, da der in der Begründung angegebene Verfahrensfehler nicht den Tatsachen entsprach. Alles war im Vorfeld sorgfältig und schriftlich mit der Landtagsverwaltung abgestimmt und von dieser bestätigt. Diese Beugung eines Gesetzgebungsverfahrens wurde getragen durch die Regierungspartei CDU, wohl aber auch durch die Grünen, SPD und Die Linke.
      (Meine Antwort an den Ausschussvorsitzenden der CDU ist im Blog: https://clubderklarenworte.de/regierungs-pr-ersetzt-journalismus/ als Leserkommentar im Original nachzulesen.)

      Man wird das Gefühl nicht los, dass es gleich mehrere Themen gibt, u.a. Windenergie und Corona, bei denen kein demokratischer Diskurs zugelassen werden soll. Bei beiden Themen ist die offiziell vorgetragene Faktenlage dünn und sind die vorgetragenen Gegenargumente zu massiv. Auch deshalb kommt es hier besonders häufig zu Angriffen auf die Bürger unterhalb der Gürtellinie, geprägt von Diffamierungen wie Klima- und Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker, etc. Politiker*innen, die sich solchen Begriffen bedienen, haben aus zwei Diktaturen im 20. Jahrhundert auf deutschen Boden nicht das Geringste gelernt. Das ist wohl das Beängstigendste an deren Benehmen.

  4. Zum Verstehen von Hintergründen hilft vielleicht eine Meldung aus dem Nachrichtentext des „Kulturkanals“ 3sat. Dort heißt es sinngemäß, dass es der „Gipfel der Demokratieverachtung“ von bürgerlich wirkenden Demonstranten der Querdenkerszene gewesen sei, auf Polizeibeamte loszugehen….

    Sorry, aber mir fehlen wirklich die Worte!!!

  5. Ethik zu definieren vor dem Hintergrund eines auf dem Rücken der Menschen ausgetragenen Wirtschaftskrieges skrupelloser Lobbyisten (s. https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-impfstoff-chinas-maer-von-den-biontech-toten-17154090.html), allen voran unser „Gesundheits“-Minister und Chef-Pharmalobbyist Jens Spahn (s. detaillierte Ausarbeitung von Sahra Wagenknecht seiner Rolle im Geflecht der Wirtschaftsinteressen der Pharmaindustrie: https://www.focus.de/politik/deutschland/weitergedacht/weitergedacht-die-wagenknecht-kolumne-lobbyismus-spenden-kaeuflichkeit-deutschlands-politik-hat-ein-problem-es-ist-nicht-die-raffgier_id_13101125.html) ist wirklich kein einfaches Unterfangen. Was passiert, wenn man als Mitglied eines Ethik-Rates diese Aufgabe ernst nimmt, demonstriert der beispiel- und stillose Umgang der zunehmend autokratisch agierenden Landesregierung unter Führung von Markus Söder mit Prof. Lütge.

    Man kann nur hoffen, dass möglichst viele Menschen gerade noch rechtzeitig erkennen, auf welchen gefährlichen gesellschaftspolitischen Pfad uns diese Bundesregierung unter Führung von Angela Merkel, Sakia Esken, Kevin Kühnert und Norbert Walter-Borjans geführt hat. Olaf Scholz ist nur ein knetbarer und stets schlecht informierter Mitläufer in diesem Zusammenspiel eingefleischter Sozialisten.

    Man sieht diese Fehlentwicklung wohl nur dann in aller Klarheit, wenn man sich einen wesentlichen Teil seiner Zeit im liberaleren Ausland aufhält und man so auch eine andere Realität als die deutsche kennenlernt. Zur Info: gestern Abend waren in einer mittelgroßen polnischen Stadt die Restaurants und Kneipen auch angesichts eines lauen Spätsommerabend innen und außen brechend voll. Das Leben pulsiert. Die Menschen feiern die wiedergewonnen Freiheit. Dass keine Zugangsbeschränkungen existieren, niemand eine 3G- oder gar 2G-Regel erfüllen muss, die Impfquote mit etwa 50% deutlich niedriger ist und trotzdem die Inzidenzzahl zehnmal niedriger liegt als in Deutschland (s. https://www.corona-in-zahlen.de/weltweit/polen/), offenbart den ganzen Irrsinn deutscher (und nicht nur deutscher) Politik der Jahre 2020 und insbesondere 2021. Im Vergleich zu Polen ist Deutschland gefühlt längst zu einem schlecht gemanagten Altersheim mit Grabesruhe verkommen.

    Besten Dank für diese neuerliche Aufklärung auf einem Niveau, das man bei ARD und ZDF längst vermisst und das leider auch die führenden Tageszeitungen kaum noch ermöglichen.

    1. AUSZUG aus dem oben erwähnten Kolumne von Sahra Wagenknecht (s. https://www.focus.de/politik/deutschland/weitergedacht/weitergedacht-die-wagenknecht-kolumne-lobbyismus-spenden-kaeuflichkeit-deutschlands-politik-hat-ein-problem-es-ist-nicht-die-raffgier_id_13101125.html):

      „Aber genau diese wichtige Unterscheidung wird nicht gemacht. Daher können es Lobbyisten in der Politik ausgesprochen weit bringen. Ein prominentes Beispiel dafür ist just der heutige Gesundheitsminister. Selbiger war beispielsweise zwischen 2006 und 2010 an einer Lobbyagentur beteiligt, die schwerpunktmäßig für Unternehmen aus dem Pharma- und Medizinsektor arbeitete, unter anderem für die Versandapotheke DocMorris und einen Pharmagroßhändler. Gleichzeitig saß Spahn als führender Gesundheitspolitiker der Kanzlerpartei im Gesundheitsausschuss, in dem ganz zufällig zu jener Zeit die Liberalisierung des Apothekenmarktes debattiert und beschlossen wurde. Die genannten Kunden von Spahns Lobbyagentur waren offenbar zufrieden. Sie machte Gewinn, ein Viertel der Ausschüttungen floss in die Taschen des heutigen Gesundheitsministers. Alles legal!

      Bis März 2015 war Jens Spahn außerdem Vorsitzender des „Beirats Gesundheit“ einer gewissen „Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen“, zu deren Mitgliedern unter anderem der Verband der Privaten Krankenversicherungen gehört. Anders als der Name nahelegt, widmet sich die Gesellschaft allerdings weniger dem Studium als der Einflussnahme auf wichtige Gesetzesvorhaben, und die für sie einzig interessanten Strukturen sind solche, in denen sich Unternehmen und Verbände mit Ausschussmitgliedern und Regierungspolitikern zusammenzubringen lassen. Das funktioniert natürlich besonders gut, wenn man verlässliche Politiker gleich selbst beschäftigt. Spahn ist da bei weitem nicht der einzige.“

      Sorry, wenn ich das so deutlich sage, aber wir werden von unseren Politiker(inne)n, von einigen Ausnahmen einmal abgesehen, in Tateinheit mit den ÖR-TV-Sendern ARD und ZDF verraten und für dumm verkauft. Die Zwangsfinanzierung dieser Sender war wohl für die politische Kultur unseres Landes die fatalste Fehlentscheidung der west- bzw. gesamtdeutschen Politik nach 1945.

  6. Die ursprüngliche Idee von Ethik-Räten war eine gute. Bei heiklen Themen wie Abtreibung konnten sie politischen Entscheidern im Vorfeld (!) ihre Expertise geben und diese konnte dann bei Gesetzen mit einfließen. Ähnlich wie ein wissenschaftlicher Beirat.
    Ebenso wie wissenschaftliche Institutionen sind sie mMn inzwischen instrumentalisert worden. Sie geben der Politik im Nachhinein (!) eine Legitimation. Auf Corona bezogen: „Impfung ist eine moralische Verpflichtung und außerdem unbedenklich. Neben Wissenschaftlern liefere ich Ihnen zu meiner politischen Legitimation zwei Bio-Ethiker, drei Medizin-Ethiker und vier Moral-Kommissionen, die Ihnen das bestätigen. Und diese Ethiker jage ich durch den Mainstream. Wissenschaftsstempel plus Moral-Stempel. Mehr Zertifizierung geht ja wohl nicht.“
    Wer ausschert (wie Prof. Dr. Lütge) wird entsorgt.
    Das Phänomen gab es aber schon vor Corona. Es gibt mittlerweile fast so viele Ethik-Kommissionen wie Gleichstellungs- und Genderbeauftragte. Problematisch ist es deswegen, weil oft nicht mehr die Justiz/das Gesetz maßgeblich ist, sondern es zu Vorverurteilungen kommt von gesteuerten Moralpolizisten. Vor allem bei den Themen angebliche Rechtsradikalität und angeblicher Rassismus. Das Ethischte eines so manchen Ethikrates wäre es, sich selbst weg zu rationalisieren.

    1. Lieber Herr Löcke,
      und die Moralpolizisten werden von echten Polizisten bewacht. Ich schaute mir in der Stadt die verschiedenen Wahl-Stände an, alle Parteien friedlich in einer Reihe nebeneinander. Dann etwas weiter ein Stand der „Omas gegen Rechts“. Und dieser wurde demonstrativ von zwei Landespolizisten bewacht, im vertrauten Gespräch mit den Omas…

      Ein gutes Wochenende noch.

      1. Lieber Herr Linsner,
        echte Polizisten? Meine Frau geriet in der letzten Woche in eine Situation, an einen Ort, wo neuerdings die 2G-Regel herrscht. Sie wusste nicht davon, trug nur eine Maske. Sie wurde des Platzes verwiesen (weil ungeimpft) und machte dann den „Fehler“ die Sinnhaftigkeit der Regel auf einem Marktplatz zu hinterfragen. Ende vom Lied? Sie wurde von drei „echten Polizisten“ vom Ort entfernt. Einer packte meine Frau dabei grob am Arm. Das alles unter dem geifernden Jubel eines Mobs. Was Sie sich alles anhören musste, können Sie sich ausmalen. Und es wundert mich noch nicht mal, wenn ich die Aussagen von Wieler („Bildungsferne“ und Schlimmeres) und Gauck („Bekloppte“) lese. Ich war nicht dabei, konnte Ihr nicht beistehen. Vielleicht hätte ich die Situation auch nur schlimmer gemacht. Ich weiß es nicht.
        Ich schreibe Ihnen das nicht, weil ich Sie entmutigen möchte. Im Gegenteil. Ich schreibe Ihnen das, weil mich Ihre persönliche Geschichte rund um das Familientreffen (die Reaktion Ihrer Cousinen) sehr berührt hat. Ich schreibe Ihnen das, damit Sie wissen, dass Sie nicht alleine stehen mit Ihren Erfahrungen.
        Bleiben Sie stark. Dazu gehört auch, schwache Momente zuzulassen. Verlieren Sie nicht die Hoffnung. Menschen wie Sie geben mir gerade Hoffnung.
        Dafür Danke.

        1. Sehr geehrter Herr Löcke,
          bitte sagen Sie, dass das nicht wahr ist.

          Ansonsten muss man konstatieren, dass unser Staat zunehmend faschistoid reagiert. Das fördert nicht mehr nur Politik- sondern gar massiv Staatsverdrossenheit und das mittlerweile sogar in der politischen Mitte der Gesellschaft.

  7. Warum sollen wir es schönreden: Die klügsten Köpfe wurden gehört – umsonst. Die Gesellschaft wurde und wird gespalten, was ich inzwischen für unumkehrbar halte. Wir werden die Wahl haben und auch dabei scheitern. Der Kreis möglicher Lösung reduziert sich zum Punkt und Einstein mag Recht bekommen : „Ich weiß nicht, welche Waffen im nächsten Krieg zur Anwendung kommen, wohl aber, welche im übernächsten: Pfeil und Bogen.“

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