Über Tage des Donners und Kipppunkte

// SEE BELOW THE ENGLISH VERSION //

// von Markus Langemann

Vielleicht sind dies die persönlichsten Zeilen, die ich seit Jahren schreibe.

Samstag vor einer Woche reiste ich gemeinsam mit unserer Chefredakteurin Diana-Maria Stocker nach Dubai. Die Vor-Ort-Vorbereitungen für B-Safe26 standen an – ein Projekt, das über Monate hinweg aus Gesprächen, Gedanken und Begegnungen gewachsen war. Man reist in solchen Momenten mit einer Mischung aus Professionalität und stiller Vorfreude. Alles ist vorbereitet, alles scheint geordnet. Die Welt wirkt berechenbar.

6.30 Uhr Ortszeit. Samstagmorgen. Ankunft in Dubai.
Die Stadt liegt im milden Licht des Morgens da, geschniegelt und aufgeräumt wie ein Versprechen der Moderne. Glas, Stahl, Wüste. Eine Architektur der Kontrolle. Eine Stadt, die den Eindruck erweckt, sie habe das Chaos der Welt in Beton gegossen und damit überwunden.

Rund vier Stunden später, am selben Tag um 10.15 Uhr, beginnt eine andere Wirklichkeit. Die ersten amerikanisch-israelischen Luftschläge treffen Ziele in Teheran. Exakt eine Woche später sind wir – nach einer Odyssee – in Rom. Was zwischen diesen beiden Punkten liegt, lässt sich kaum chronologisch erzählen. Vielleicht nur in Notizen. In Momenten. In Gedanken, die sich unter dem Eindruck einer Bedrohung ordnen, die plötzlich nicht mehr abstrakt ist.

Mit der Realisierung der Kampfhandlungen wird rasch klar: Jetzt müssen Entscheidungen getroffen werden. Nur wenige Stunden nach den ersten Angriffen schlägt Iran zurück. Raketen mit dem Ziel Dubai und Abu Dhabi. Amerikanische Einrichtungen, aber wer weiß das schon genau. Die Wahrheit stirbt als Erstes in einem Krieg. Erste Trümmer. Erste Verletzte. Die gerade bezogenen Hotelzimmer im 45. Stock einer amerikanischen Hotelkette erscheinen plötzlich wie eine schlechte Idee. Zu hoch. Zu exponiert.

Zu nahe an allem, was jetzt zum Ziel werden könnte. Es folgen schnelle Gespräche am Frontdesk. Abwicklung, Umbuchung, Organisation. Wir wechseln das Gebäude, verlassen Downtown, ziehen in ein niedrigeres Hotel mit sieben Stockwerken. Weniger spektakulär. Weniger sichtbar. Doch es liegt nur acht Kilometer vom Flughafen entfernt. Immerhin: zwei Untergeschosse. Das wird für die kommenden Tage unsere Operationsbasis. Lagezentrum, Entscheidungsraum, Schutzraum. Eine provisorische Kommandozentrale in einer Welt, die plötzlich ihre Ordnung verloren hat.

Sehr schnell wird klar: Die Veranstaltung in Abu Dhabi mit internationalen Speakern und Gästen ist unmöglich geworden. Safety first. Alles andere wäre verantwortungslos. Eine administrative Kaskade wird folgen – Verträge, Regulationen, Rückabwicklungen. Doch das muss warten. Jetzt zählt nur das Nötigste. Schnelle Kommunikation an Teilnehmer rund um den Globus, Entscheidungen im Minutenrhythmus. Währenddessen beginnt die Suche nach verlässlichen Informationen. Kontakte werden aktiviert, Quellen angezapft, Daten abgeglichen. Meldungen über Beschuss und Abwehr erreichen uns im Zwanzig-Minuten-Takt. Die Menschen sind verunsichert, und doch wirkt die Situation auf seltsame Weise kafkaesk. Denn während auf den offiziellen Kanälen der Ministerien und Nachrichtenagenturen der Vereinigten Arabischen Emirate Kriegsmeldungen inzwischen im Fünf-Minuten-Takt aufpoppen, läuft das Leben am Hotelpool weiter. Menschen schwimmen, Kinder lachen, in der Lobby klirren Gläser. Diese Gleichzeitigkeit von scheinbarer Normalität und rationaler Bedrohung erzeugt eine innere Spannung, die man nicht vergisst. Man spürt sie im Körper, noch heute.

Sehr schnell wird deutlich, welche außergewöhnliche Luftabwehr die Vereinigten Arabischen Emirate installiert haben. Wir hören Detonationen. Gewaltige, dumpfe Schläge, schwer zu lokalisieren, scheinbar aus Richtung Flughafen. Später erfahre ich, dass es abgefangene Kamikazedrohnen sind, die vom Luftabwehrsystem zerstört werden. Der Himmel über Dubai ist in diesen Stunden ein unsichtbares Schlachtfeld, mit aufblitzenden Leuchtbällen, immer dann, wenn das Abfangsystem Kamikatze-Drohnen zerstört.

Kurz vor Mitternacht endet ein langer Tag voller Kommunikation, Recherche und Entscheidungen. Dann schrillt mein Handy. Ein Ton, den ich noch nie gehört habe. Eindringlich, unmissverständlich. Ein Banner legt sich über das gesamte Display: sofort Schutz aufsuchen. Shelter. So landen wir – Hotelgäste aus aller Welt – irritiert und unkoordiniert im Untergeschoss, irgendwo zwischen Parkhaus und Betonstützen. Gegen zwei oder drei Uhr nachts gehen wir eigenverantwortlich wieder in unsere Zimmer. Dort fühlen wir uns wieder sicherer. Sicherheit ist ohnehin oft nur ein Gefühl. Versicherungen wissen das.

Wo liegt griffbereit Kleidung?

In diesen Stunden beginne ich zu begreifen, was meine Großeltern in Kriegszeiten erlebt haben. Sie waren Sudetendeutsche, vertrieben. Sie verloren alles: Land, Haus, Sicherheit, Zuversicht. Bis an ihr Lebensende blieben sie traumatisiert. Meine Mutter betonte noch kurz vor ihrem Tod immer wieder einen Satz, der für sie von großer Bedeutung war: Sie sei nicht geflüchtet. Sie sei vertrieben worden. Ein kleines Mädchen. In dieser Nacht denke ich an sie. Der schrille Handy-Alarm wird in den kommenden Tagen unser Begleiter, eine Woche lang. Liegt das Telefon in Hörweite, wenn ich dusche? Wo liegen griffbereit Kleidung und Schuhe? Niemals den Lift nehmen, immer die Treppe. Wasser mitnehmen, etwas Obst. Kleine Routinen des Ausnahmezustands.

Wir kommen ins Gespräch mit Menschen aus vielen Teilen der Welt. Mit Chinesen, mit Schweizern, mit Gästen und Residents, mit einem wunderbaren Zimmermädchen aus Kamerun, mit Geschäftspartnern aus Indien, aus Deutschland. Mit ihnen stehen wir bis heute in Kontakt. Und plötzlich wird etwas sehr deutlich: Über Ethnien, Weltanschauungen und Kontinente hinweg können Menschen einander respektieren, begegnen sich auf Augenhöhe. In diesen Begegnungen spüre ich etwas, das ich nur als christlichen Geist beschreiben kann – Verbundenheit, Menschlichkeit.

Gleichzeitig beginnen Gedanken zu kreisen. Diese Erlebnisse werden ein Kipppunkt sein, auch für meinen Blick auf Deutschland. Ich denke an Strack-Zimmermann und Kiesewetter. Ich denke an Friedrich Merz und seinen Satz aus dem Jahr 2024: „Frieden gibt es auf jedem Friedhof.“ Und an seine Worte in der Rheinischen Post im September 2025: „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden.“ How dare you, Merz!

Dann fällt mir Willy Brandt ein: „Ohne Frieden ist alles nichts.“ Und fast grotesk wirkt in diesen Momenten die Erinnerung an eine saturierte junge Generation, die in Deutschland Genderfragen diskutiert, als handele es sich um das zentrale Problem unserer Zeit. Wenn über deinem Kopf Marschflugkörper und Kamikazedrohnen fliegen, verändert sich der Blick auf die Welt.

Transgenerationales Trauma wird plötzlich ein greifbarer Begriff. Und staatlich verordnete Debatten über Geschlechteridentitäten erscheinen in diesem Moment wie die grell beleuchtete Absurdität einer saturierten, dummen Gesellschaft vor dem Untergang. Im Untergeschoß des Hotels denke ich all das. Ich schreibe es hier nieder. Ein weiterer Kipppunkt.

Ein Gedanke kommt mir: Ich wünschte mir einen Klimakleber neben mir in dieser Tiefgarage – festgeklebt am Betonboden. Oder besser noch auf dem Rollfeld von DXB.

Nein, Dubai brennt nicht

Währenddessen melden sich Freunde, Familie, Geschäftspartner. Ich führe vor Ort noch ein Interview. Und in Deutschland beginnt ein mediales Schauspiel. „Dubai brennt.“ Nein. Dubai brannte nicht. Was brennt, ist etwas anderes: Hass, Häme. Die deutsche „Siehste!“-Fraktion arbeitet sich an sogenannten Influencern aus Dubai ab. In sozialen Netzwerken und großen Medienhäusern überschüttet man sie mit Spott. Es ist der Moment in dem mich dieses Land fürchtet, gar ekelt. In diesem Moment löst sich ein weiteres emotionales Band zu Deutschland.

Die Fakten erzählen eine andere Geschichte. Bis zu diesem Zeitpunkt, zu dem diese Zeilen entstehen, wurden 1.668 Drohnen, Cruise Missiles und ballistische Raketen abgefangen. Mindestens drei Menschen sterben durch herabfallende Schrapnelle, es gibt mehrere Dutzend leichte bis mittlere Verletzte durch Trümmerteile in Abu Dhabi und Dubai. Und dennoch läuft das Leben unter diesem spektakulären Schutzschirm erstaunlich normal weiter.
Ein Vergleich drängt sich auf: Silvesternacht 2025 auf 2026 in Berlin. Rund 4.000 Polizisten im Einsatz. 40 bis 50 Schwerverletzte. Zwei Todesfälle deutschlandweit.

Inzwischen sind viele Airline-Websites überlastet. Verbindungen nicht mehr buchbar. Hotlines bleiben unerreichbar – selbst nachts um 3.23 Uhr. Tag zwei oder drei fühlt sich an wie Woche zwei oder drei. Adrenalin hält wach. Bis 1.30 Uhr nachts überprüfe ich Nachrichten: CNN, BBC und arabische Quellen. Dann fallen die Augen zu. Bleiben ist keine Option, warum auch? Herauskommen wird schwierig. Immerhin übernehmen die VAE Hotel- und Verpflegungskosten für jene, die eigentlich längst hätten ausreisen sollen. Für uns nicht. Die Chinesin aus dem Hotel schafft es auf einen „nichts-wie-weg“-Flug nach Malé, die Schweizerin schlägt sich über Land in den Oman durch. Diana bleibt mit ihnen in Kontakt.

Natürlich melden wir uns beim Auswärtigen Amt über die ELEFAND-Liste. Diana-Maria Stocker meldet sich als Österreicherin bei der österreichischen Botschaft in AbuDhabi an und mich dankenswerterweise als deutschen Staatsbürger als Begleitperson. Nach 5 Tagen und Zwischenkorrespondenzen meldet sich mitten in der Nacht die österreichische Botschaft. Sie organisieren einen Flug – für Diana-Maria und für mich. Danke Österreich!

Vom deutschen Auswärtigen Amt erhalte ich bis heute lediglich zwei, drei E-Mails. „Liebe Landsleute…“ Der Inhalt: „Wenn Sie ausreisen möchten, kontaktieren Sie bitte Fluggesellschaften oder Ihren Reiseveranstalter. In Betracht kommen die Flughäfen Dubai, Abu Dhabi oder Sharjah.“ Danke Deutschland für nichts. Ein weiterer Kipppunkt.

Das österreichische Angebot erreichte uns erst, als wir bereits in Muskat im Oman sind – zu spät. Wir haben inzwischen selbst Restplätze nach Rom gefunden. Dankend die Plätze im AbuDhabi-Evakuierungsflug freigegeben.

Die VAE übernehmen unterdessen alle Arzneimittelkosten für Gestrandete und setzen die Transaktionsgebühren an Geldautomaten aus. Letzteres ist eine kleine, aber spürbare Hilfe, denn festzusitzen ist teuer. Reservierungen, Mietwagen, Hotelumbuchungen – selbst wenn man sie wieder stornieren kann – führen zunächst dazu, dass die Beträge blockiert werden.

Beim Grenzübertritt in den Oman treffen wir zwei Niederländer. Sie buchten ins selbe Flugzeug wie wir – Muskat nach Rom. Zuvor hatten sie bereits andere Flüge reserviert, nach Singapur, von dort zurück nach Europa. Man nimmt, was für wenige Minuten online verfügbar ist. Die Kreditkarten glühen.

Acht Stunden Flug. Muskat nach Rom. Hinter mir eine französische Familie mit zwei Kleinkindern, vor mir die Flugroute, ein Umweg, um mögliche Raketenbahnen zu vermeiden. Neben uns sichtbar andere Verkehrsmaschinen im engen Luftkorridor. Oman Air serviert einmal ein trauriges Essen, danach nichts mehr. Aber wir landen sicher in Rom. Und seit gestern sind wir wieder in München.

Eine Frage des Respekts

Ich empfinde großen Respekt vor den Vereinigten Arabischen Emiraten, vor ihrer Organisation, ihrer Gastfreundschaft, ihrer Fürsorge und einer Administration, die funktioniert. Ich unterscheide klar zwischen Propaganda und dem realen Anliegen einer Regierung, ihre Bevölkerung zu schützen. In einer Bedrohungslage wünscht man sich genau das: eine staatliche Organisation, die den Menschen zugewandt ist. Ein Scheich der in diesen Stunden regelmäßig bei den Menschen ist und nicht auf dem Tennis-Court.

Montagmorgen. Meine rechte Hand greift nach der Kaffeetasse, etwas ruhiger. Doch das vegetative Nervensystem hat gestern noch kleine Wellen in den Kaffee gezeichnet.

Heute schreibe ich nur diese Zeilen. Vielleicht versuche ich morgen wieder so etwas wie Normalität. Eines ist mir bereits jetzt klar, ganz ohne Dramatik: Gottvertrauen und Führung sind ein Segen. Und mein Verständnis für Menschen, die in Kriegsgebieten leben – unabhängig von ihrer Weltanschauung – ist gewachsen. Auch das Leid der Generation meiner Großeltern und Eltern verstehe ich heute besser.

Strack-Zimmermann und Konsorten: eat this!
Krieg ist keine Option. Krieg war niemals eine Option. Und deshalb nehme ich die Wahlergebnisse von gestern mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis.
Deutschlands erfolgreichstes Experiment zur Markteinführung politischer Bedeutungslosigkeit: die FDP.
Next in Line: CDU.
Bitte!

Gottes Segen und Schutz für alle, die vor Ort sind.

herzlichst
Ihr
Markus Langemann

About days of thunder and tipping points

// von Markus Langemann

These are perhaps the most personal lines I have written in years.

A week ago Saturday, I traveled to Dubai with our editor-in-chief Diana-Maria Stocker. We were there to make on-site preparations for B-Safe26, a project that had grown over months of discussions, ideas, and encounters. In moments like these, you travel with a mixture of professionalism and quiet anticipation. Everything is prepared, everything seems in order. The world seems predictable.

6:30 a.m. local time. Saturday morning. Arrival in Dubai.

The city lies there in the mild morning light, spruced up and tidy like a promise of modernity. Glass, steel, desert. An architecture of control. A city that gives the impression of having poured the chaos of the world into concrete and thus overcome it.

About four hours later, at 10:15 a.m. on the same day, a different reality begins. The first American-Israeli air strikes hit targets in Tehran. Exactly one week later, after an odyssey, we are in Rome. What lies between these two points can hardly be recounted chronologically. Perhaps only in notes. In moments. In thoughts that are organized under the impression of a threat that is suddenly no longer abstract.

With the realization of the hostilities, it quickly becomes clear: decisions must be made now. Just a few hours after the first attacks, Iran strikes back. Missiles targeting Dubai and Abu Dhabi. American facilities, but who knows for sure. Truth is the first casualty of war. First debris. First casualties. The hotel rooms we just moved into on the 45th floor of an American hotel chain suddenly seem like a bad idea. Too high. Too exposed.

Too close to everything that could now become a target. Quick discussions follow at the front desk. Processing, rebooking, organization. We change buildings, leave downtown, and move to a lower hotel with seven floors. Less spectacular. Less visible. But it’s only eight kilometers from the airport. At least it has two basement floors. This will be our base of operations for the coming days. Situation center, decision-making room, shelter. A temporary command center in a world that has suddenly lost its order.

It quickly becomes clear that the event in Abu Dhabi with international speakers and guests has become impossible. Safety first. Anything else would be irresponsible. An administrative cascade will follow—contracts, regulations, reversals. But that will have to wait. Right now, only the bare essentials matter. Rapid communication with participants around the globe, decisions made every minute. Meanwhile, the search for reliable information begins. Contacts are activated, sources tapped, data compared. Reports of shelling and defense reach us every twenty minutes. People are unsettled, and yet the situation seems strangely Kafkaesque. Because while war reports are now popping up every five minutes on the official channels of the United Arab Emirates‘ ministries and news agencies, life continues at the hotel pool. People are swimming, children are laughing, glasses are clinking in the lobby. This simultaneity of apparent normality and rational threat creates an inner tension that is impossible to forget. You can still feel it in your body today.

It quickly becomes clear what extraordinary air defenses the United Arab Emirates have installed. We hear detonations. Violent, dull thuds, difficult to locate, seemingly coming from the direction of the airport. Later, I learn that these are kamikaze drones being intercepted and destroyed by the air defense system. During these hours, the sky above Dubai is an invisible battlefield, with flashing flares every time the interception system destroys kamikaze drones.

Shortly before midnight, a long day of communication, research, and decisions comes to an end. Then my cell phone rings. It’s a sound I’ve never heard before. Urgent, unmistakable. A banner covers the entire display: seek shelter immediately. So we – hotel guests from all over the world – end up confused and uncoordinated in the basement, somewhere between the parking garage and concrete pillars. Around two or three in the morning, we return to our rooms on our own. There we feel safer again. Safety is often just a feeling anyway. Insurance companies know that.

Where are my clothes?

During these hours, I begin to understand what my grandparents experienced during the war. They were Sudeten Germans, expelled. They lost everything: land, house, security, confidence. They remained traumatized until the end of their lives. Shortly before her death, my mother repeatedly emphasized a sentence that was of great importance to her: she did not flee. She was expelled. A little girl. I think of her that night. The shrill cell phone alarm will be our companion for the next week. Is the phone within earshot when I take a shower? Where are clothes and shoes within easy reach? Never take the elevator, always the stairs. Take water with you, some fruit. Small routines of the state of emergency.

We strike up conversations with people from many parts of the world. With Chinese, Swiss, guests and residents, with a wonderful chambermaid from Cameroon, with business partners from India and Germany. We are still in contact with them today. And suddenly something becomes very clear: across ethnicities, worldviews, and continents, people can respect each other and meet on equal terms. In these encounters, I feel something that I can only describe as the Christian spirit—connectedness, humanity.

At the same time, thoughts begin to circle. These experiences will be a tipping point, also for my view of Germany. I think of Strack-Zimmermann and Kiesewetter. I think of Friedrich Merz and his statement from 2024: “There is peace in every cemetery.” And his words in the Rheinische Post in September 2025: “We are not at war, but we are no longer at peace either.” How dare you, Merz!

Then I think of Willy Brandt: “Without peace, everything is nothing.” And in these moments, the memory of a saturated young generation discussing gender issues in Germany as if they were the central problem of our time seems almost grotesque.

When cruise missiles and kamikaze drones are flying overhead, your view of the world changes. Transgenerational trauma suddenly becomes a tangible concept. And state-mandated debates about gender identities seem, at that moment, like the glaringly absurdity of a saturated, stupid society on the brink of collapse. I think all this in the basement of the hotel. I write it down here.

Another tipping point.

A thought occurs to me: I wish there was a climate sticker next to me in this underground car park – stuck to the concrete floor. Or better still, on the runway at DXB.

No, Dubai is not burning

Meanwhile, friends, family, and business partners are getting in touch. I conduct another interview on site. And in Germany, a media spectacle begins. “Dubai is burning.” No. Dubai was not burning. Something else is burning: hatred, malice. The German “See!” faction is taking it out on so-called influencers from Dubai. They are being showered with ridicule on social networks and in major media outlets. It is the moment when this country frightens me, even disgusts me. At that moment, another emotional bond with Germany is broken.

The facts tell a different story. At the time of writing, 1,668 drones, cruise missiles, and ballistic missiles have been intercepted. At least three people have died from falling shrapnel, and there are several dozen minor to moderate injuries from debris in Abu Dhabi and Dubai. And yet, life continues remarkably normally under this spectacular protective shield.

A comparison comes to mind: New Year’s Eve 2025 to 2026 in Berlin. Around 4,000 police officers on duty. 40 to 50 seriously injured. Two deaths across Germany.

Meanwhile, many airline websites are overloaded. Connections can no longer be booked. Hotlines remain unreachable – even at 3:23 a.m. Day two or three feels like week two or three. Adrenaline keeps me awake. Until 1:30 a.m., I check the news: CNN, BBC, and Arab sources. Then my eyes close. Staying is not an option, and why should it be? Getting out will be difficult. At least the UAE is covering hotel and meal costs for those who should have left long ago. Not for us. The Chinese woman from the hotel manages to get on a “get out of here” flight to Malé, while the Swiss woman makes her way overland to Oman. Diana stays in touch with them.

Of course, we register with the State Department via the ELEFAND list. Diana-Maria Stocker registers as an Austrian citizen with the Austrian Embassy in Abu Dhabi and, thankfully, registers me as a German citizen accompanying her. After five days and some correspondence, the Austrian Embassy contacts us in the middle of the night. They are organizing a flight – for Diana-Maria and for me. Thank you, Austria!

To date, I have received only two or three emails from the German Foreign Office. “Dear compatriots…” The content: “If you wish to leave the country, please contact airlines or your tour operator. The airports of Dubai, Abu Dhabi, or Sharjah are possible options.” Thank you, Germany, for nothing. Another tipping point.

The Austrian offer only reached us when we were already in Muscat, Oman – too late. In the meantime, we had found remaining seats to Rome ourselves. We gratefully gave up our seats on the Abu Dhabi evacuation flight.

Meanwhile, the UAE is covering all medication costs for stranded travelers and waiving ATM transaction fees. The latter is a small but noticeable help, because being stuck is expensive. Reservations, rental cars, hotel rebookings – even if you can cancel them again – initially result in the amounts being blocked.

When crossing the border into Oman, we meet two Dutch people. They booked the same plane as us – Muscat to Rome. They had already booked other flights to Singapore and from there back to Europe. You take what’s available online for a few minutes. Credit cards are burning up.

Eight-hour flight. Muscat to Rome. Behind me is a French family with two small children, in front of me is the flight route, a detour to avoid possible missile trajectories. Next to us, other commercial aircraft are visible in the narrow air corridor. Oman Air serves one sad meal, then nothing more. But we land safely in Rome. And since yesterday, we are back in Munich.

A question of respect

I have great respect for the United Arab Emirates, for their organization, their hospitality, their care, and an administration that works. I make a clear distinction between propaganda and a government’s genuine concern for protecting its population.

In a threatening situation, that is exactly what you want: a state organization that is focused on the people. A sheikh who is regularly with the people during these hours and not on the tennis court.

Monday morning. My right hand reaches for the coffee cup, a little calmer. But yesterday, the autonomic nervous system still drew small waves in the coffee.

Today, I am only writing these lines. Maybe tomorrow I’ll try something like normality again. One thing is already clear to me, without any drama: trust in God and leadership are a blessing. And my understanding of people who live in war zones – regardless of their worldview – has grown. I also understand the suffering of my grandparents‘ and parents‘ generation better today.

Strack-Zimmermann and his ilk: eat this!

War is not an option. War has never been an option. And that is why I note yesterday’s election results with a certain satisfaction.

Germany’s most successful experiment in launching political insignificance: the FDP.

Next in line: CDU.

Please!

God’s blessing and protection for all who are there.

Sincerely

Yours

Markus Langemann

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30 Antworten

  1. Sehr geehrter Herr Langemann,
    Was sie da gerade erlebt haben, habe ich mit 13 Jahren 1967 während des 6 Tagekrieges in Kairo erlebt. Damals wurde mir klar, dass man sich schützen muss. Mit Streitkräften.
    Damals flogen keine Raketen, aber die Splittet der Flakgeschosse konnte man hören, wenn sie durch die Bäume unseres Gartens flogen oder auf die Straßen oder die Mauern knallten. Ich wie alle anderen Kinder haben dann die Splitter gesucht. und gefunden. Einen halben Schuhkarton voll. Halbfingerlang bis Handteller groß. Zackig, verbogen, scharfkantig und tödlich.
    Von der deutschen Botschaft gab es keine Hilfe. Meinem Vater, der als deutscher Experte für den ägyptischen Staat arbeitete, teilte so ein Botschafts-Fuzzi mit, dass wir für die Botschaft gar nicht existierten.
    Das war 1967. Wie ich ihrem Bericht entnehme hat sich die Einstellung Deutschlands in den vergangenen Jahrzehnten nicht geändert. Ein Trauerspiel was sich Deutschland oder besser der deutsche Staat diesbezüglich leistet. Die illegalen Messermänner , Mörder, Todschläger und Vergewaltiger werden besser behandelt als das eigene Volk. Das sollten wir hier nie vergessen.

  2. Gut, dass Sie wieder gesund zu Hause sind. Alles andere wirkt in solchen Situationen nebensächlich.
    Vielen Dank für Ihre Zeilen, die mir Mut geben. Mut deswegen, weil Sie beschreiben, wie sich die Menschen in einer solchen Situation wieder auf das besinnen, was wirklich zählt und Banalitäten hinter sich lassen.
    Sie schreiben, dass Sie sich einen Klimakleber in Dubai gewünscht hätten. Was denken Sie, nüchtern betrachtet, wäre mit einem solchen Menschen in dieser Situation psychisch passiert?
    Ich ärgere mich schon lange nicht mehr über verblendete Menschen, sondern empfinde Sie vielmehr als Opfer, die vielleicht irgendwann das erbarmungslose Schwert der Realität spüren werden. In Bruchteilen erschüttern Weltbilder. Viele werden Erkenntnis erlangen, andere werden in ihrer Welt durchdrehen und wieder andere plantschen weiter im Pool.
    Insgesamt denke ich aber, dass die Menschen wieder zueinander finden werden, auch wenn es derzeit noch nicht so aussieht. Der Mensch ist ein soziales Wesen und dies sitzt so tief verwurzelt, dass es keine PsyOps gänzlich medial herausoperieren kann. Das ist gut.
    Mit Ihren Zeilen, die einem den Moment der Erkenntnis beschreiben, geben Sie jedem Leser ein wenig dieser Erkenntnis ab. Es fühlt sich realer an, als die Schilderungen der Großeltern, die damals eher Geschichten waren, aber nun, rückblickend, eine andere Gestalt annehmen.
    Ich hoffe, dass Merz und Co auch ein wenig Erkenntnis erlangen und damit den Blick auf wirklich Wesentliches werden können.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles erdenklich Gute und Danke nochmals für die Zeilen.

  3. Lieber Herr Langemann, dass Sie ein Meister im Schreiben sind, weiß ich schon lange, aber in diesem persönlichen Bericht kommt noch etwas Anderes zuta
    ge: eine Haltung, die auch Ihr Herz offenbart.
    Freimütig und so persönlich über Ihr Erlebtes zu berichten, hat mich noch einmal davon überzeugt, das richtige Abonnement gewählt zu haben.
    Und ja, natürlich: dass Sie wieder gut angekommen sind, ist wunderbar. In mir ist immer die leise Furcht, dass gute Leute der schreibenden Zunft das Land verlassen könnten. Aber wir brauchen Sie/sie hier!!!!
    Ich grüße Sie herzlich!
    Christine Müller aus Berlin

  4. Als Flugkapitän war ich häufig in Krisengebieten und habe immer gehofft, dass in meiner Crew jemand aus Österreich, der Schweiz oder den USA dabei war, der Evakuierungen mit Hilfe seiner diplomatischen Vertretungen organisieren konnte, weil die deutschen Botschaften meist nicht zu erreichen waren!

  5. Lieber Herr Langemann, vielen Dank für Ihren unaufgeregten Bericht mit Ihrer Ankunft, dem kriegerischen Beginn und Ihren plötzlich damit verbundenen Änderungen des Auftrags und auch in Vorrausschau Ihrer sicheren Ankunft in ROM – alle Wege führen nach ROM?
    Ihre persönliche Beschreibung, was man in solch einem Notfall alles bedenken muss, verantwortungsvolles Absagen der Veranstaltung mit Gästen, ein Hotel mit weniger Stockwerken, geeignete Kleidung, Wasserversorgung, Botschaft des Heimatlandes, Flugverbindungen… Ihre Verbindung zu Geschichten von Eltern und Großeltern, die Ähnliches oder noch Einschneidenderes erfahren hatten, das Verständnis und die Kraft, die Ihnen daraus erwachsen ist.
    Sie haben alles so anschaulich beschrieben, dass sich vor meinem inneren Auge mal wieder eine ganze Liste von Notfallmaßnahmen öffnete – Maßnahmen, die ich früher in meinem „gefährlichen“ Beruf gebraucht hatte, und die bei mir immer noch bei Bedarf aufploppen – selbst, wenn ich NUR Ihre Zeilen lese.
    Sobald in meinem Leben mal das Schicksal mir eine schwere Aufgabe stellte, konnte ich schnell und mit der nötigen Ruhe von meinen imaginären Notfallmaßnahmen profitieren. Danach stellte ich mir dann die Frage, wofür war jetzt diese neue Erfahrung gut für mich? Was sollte ich dabei für mein Leben lernen?
    Und wenn trotz reichlich abgefangener Sprengsätze über VAE das „normale“ Leben weiter geht, so spricht das auch von der inneren Sicherheit und Stärke der Menschen dort. Das Leben liegt in Gottes Hand. – Im Deutsch-Französischen Krieg hatte eine französische Vorfahrin in Deutschland weiter vorm Haus ihre Teppiche geklopft. Sie fühlte sich sicher!
    Liebe Grüße und danke für Ihre einfühlsamen Berichte!

  6. Guten Morgen, Herr Langemann,
    gestandene Kriegsreporter hätten sich die Finger danach geleckt, am 28.02.2026 in Dubai zu landen. Nun gut, dies scheint nicht Ihr Metier zu sein. Meins wäre es auch nicht. Willkommen zurück in der dümmsten Bundesrepublik aller Zeiten. Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an.

  7. Lieber Herr Langemann!
    Vielen, vielen dank für dieses Essay.
    Es eröffnet einem den Blick auf die Realität, wo die unerwarteten Kipppunkte zwischen Leben und Tod stehen.
    Diese Szenario wie Sie es erlebt und beschrieben haben, sollte zur „Prime-Time“ in den ÖRR-Medien publiziert werden!
    Dazu wird es aber systembedingt nicht kommen.

    Unser amtierender Bundeskanzler, Friederich Merz, würde diese Realität vermutlich mit einem Kommentar, al la: „Jetzt seien sie mal nicht so lamoyant…“ wegwischen.
    Gefolgt von einem Statement des Außenministeriums, Herrn Johann Wadephul, mit der sinngemäßen Floskel: „Wie konnten sie nur in diese Region reisen – Selbst schuld“.

    Koffer und Hausstand schon gepackt, für ein künftiges weiter in den VAE ? 😉

    Beste Grüße
    Dirk Botschen

  8. Sehr geehrter Herr Langemann, ich bin tief berührt von Ihrem Bericht. Sie haben alles angesprochen, was mich ebenso beschäftigt und nachdenklich macht.. Auch meine Mutter stammte aus dem Sudetenland (Tetschen-Bodenbach an der Elbe) und hat die Vertreibung aus ihrer Heimat schmerzhaft durchmachen müssen. Sie hat in ca. 50 km Entfernung den blutroten HImmel über Dresden erlebt und war sehr traumatisiert von diesem furchtbarem Bombardement und den ständigen Luftangriffen der „Alliierten“…. und auch sie legte sehr großen Wert darauf zu betonen, daß sie kein Flüchtling, sondern eine Heimtvertriebene sei. Dieses Schicksal hat uns alle nachhaltig traumatisiert. Wir als Nachkriegs-Generation , die Erzählungen unserer Eltern vom Krieg mitbekommen haben, sind noch paralisiert davon. Wenn man heute unsere unfähigen Poltiker erleben muß, die nichts aus unserer Geschichte gelernt haben und nichts wissen, dann muß man sagen: Gute Nacht Deutschland. Du bist zum Scheitern verurteilt…..

    1. Danke sehr, lieber Herr Langemann,
      ich beobachte das Kriegsgeschehen auch aus der Distanz (Portugal) und kann es mir die Realität nicht wirklich vorstellen. Genauso wenig wie die Vertreibung meines Vaters aus Ostpreußen. Deshalb braucht es glaubwürdige Übersetzer zwischen den Gefühlen des Erlebens und den damit einher gehenden Erkenntnissen. Nach Ihrer Schilderung und einem gut informiert durchlebten Energie-Blackout im letzten Jahr hier in Portugal bin ich der Entscheidung, meinen Wohnsitz dauerhaft zu verlegen, einen wichtigen Schritt näher gekommen. Und ich bin bei Ihnen im Gefühl der Scham und der Trauer um unser Heimatland…

    2. Danke sehr, lieber Herr Langemann,
      ich beobachte das Kriegsgeschehen auch aus der Distanz (Portugal) und kann mir die Realität nicht wirklich vorstellen. Genauso wenig wie die Vertreibung meines Vaters aus Ostpreußen. Deshalb braucht es glaubwürdige Übersetzer zwischen den Gefühlen des Erlebens und den damit einher gehenden Erkenntnissen. Nach Ihrer Schilderung und einem gut informiert durchlebten Energie-Blackout im letzten Jahr hier in Portugal bin ich der Entscheidung, meinen Wohnsitz dauerhaft zu verlegen, einen wichtigen Schritt näher gekommen. Und ich bin bei Ihnen im Gefühl der Scham und der Trauer um unser Heimatland…

  9. Ihre Worte berühren mich. Und oft kann ich nicht glauben, was in unserer Welt geschieht. Berichten Sie bitte weiter. Es ist sehr wichtig, Berichte abseits der Mainstream Medien zu lesen.
    Rudy Bär

  10. Leider liegen die ersten acht Kommentare über dem eigentlichen Text, so dass man ihn nicht zu Ende lesen kann. Vielleicht lässt sich das noch verbessern…?!

  11. sehr geehrter Herr Langemann, wie gut, dass Sie und Ihre Kollegin es geschafft haben wieder unbeschadet(?) nach Hause zu kommen.

    Danken möchten ich Ihnen für Ihren Bericht aus der unmittelbaren existenziellen Bedrohung.
    Sie haben keine Story aus dem Krieg , nach Relotius – oder ÖRF- Manier geschrieben.
    Sie haben Ihre „vegetative Unruhe“ in Text transformiert und mit diesem Text den Leser in Ihre unmittelbare Erfahrungswelt gezogen.
    Was mich am stärksten berührte, ist die von Ihnen beschriebene, uneingeschränkte Menschlichkeit die sich in gemeinsam durchlebter Not, fern jeder ideologischen Aufrüstung, bewährt.
    Sie haben einen großen Text geschrieben, weil es Ihnen gelungen ist zu vermitteln – was Krieg bedeutet.
    Ich danke Ihnen sehr.

  12. Lieber Herr Langemann,
    auch ich freue mich, dass Sie wohlbehalten wieder angekommen sind. Sie sind ein Meister des Wortes! Ich lese Ihre Zeilen immer gerne. Dieser heutige Bericht hat mich besonders berührt, weil Sie Ihre Eindrücke so persönlich geschildert haben.
    Herzlichen Dank dafür,
    Ursula Platz-Dumas

  13. Vielen Dank. Selten hat mich ein Artikel so in seinen Bann gezogen.
    Ich bin sehr froh, dass Sie zurück sind!

    Aber wem sag ich das!

    Nochmals vielen Dank!

    Viele Grüße

    Björn Laschen

  14. Lieber Herr Lengemann,
    dass ist ein weiteres anschauliches Beispiel dafür das Deutschland „ fertig hat“ ( frei nach Trapatoni). Wir sind auf dem Weg Deutschland den Rücken zu kehren, weil das nicht mehr „ unser Land“ ist, obwohl wir viele Jahre zu den Leistungsträgern dieser Gesellschaft gehörten. Und das nicht nur im wirtschaftlichen Sinne…

  15. Vielen Dank Herr Langemann! Ich bin berührt von diesem Beitrag!
    Ihre Schilderungen decken sich mit den Erfahrungen meiner Familie die in Dubai zu diesem Zeitpunkt lebte. Mit 2 Kindern, eines davon autistisch, 31 Std. Weg über Umwege nach Hause. Alles zurücklassen. Haus, Auto..alles.

    Decken sich auch mit meinen eigenen Erfahrungen aus AbuDhabi und Dubai und egal was man über diese politischen Führer sagt, haben mir immer alle Menschen die da aus dem Ausland kommen und arbeiten, berichtet, dass sie dort sind, weil man sich wesenrlich sicherer fühlt als in der Heimat..und es war ihre freiwillige Entscheidung zum Arbeiten nach Dubai oder AbuDhabi zu gehen. Bei den Frauen tatsächlich oft die Flucht vor Vergewaltigung und Misshandlung im eigenen Heimatland.

    Bei meinem autistischen Enkel dauern die Folgen der Detonationen in Dubai noch an. Ich hoffe, wir können ihm helfen, es gut zu verarbeiten.

    Meine Großeltern waren alle Flüchtlinge…aus Schlesien und Pommern. Ich habe mir auch gedacht, dass ich ihre Erzählungen von damals jetzt so viel besser nachvollziehen kann. Krieg ist definitiv keine Option. Er ist das Ergebnis von Mangel an Diplomatie und Beteitschaft aufeinander zuzugehen. Er ist auch ein Ergebnis davon, dass man lieber nicht vor der eigenen Tür kehren möchte und erwartet, dass Andere springen.
    Nochmals Danke. Toller Artikel!

  16. Lieber Herr Langemann,
    Ihre Worte, geschrieben in einem Ausnahmezustand, bewirken Herzklopfen und sehr große Erleichterung, dass Sie nach dieser Odyssee wohlbehalten wieder daheim angekommen sind.
    Ist es noch Ihr „daheim“?
    Sicherlich sehen Sie nochmals vieles anders als vorher, Erfahrung ist der Lehrmeister.
    Lassen Sie alles „sacken“, Sie werden es auch in weiteren Essays mit Ihren treffenden, oft poetischen Worten, verarbeiten und uns daran teilhaben.
    Wie schön, dass Sie wieder bei uns sind
    Herzlichst
    Petra Stöhr

  17. Lieber Herr Langemann, mein Mann und ich freuen uns sehr, dass Sie wieder heil in Deutschland angekommen sind. Sie haben Ihren Erfahrungsbericht aus VAE wirklich genial in Worte gefasst. Wir konnten spüren und nachempfinden, was Sie dort erlebt haben. All die Bewußtseinsaugenblicke haben Sie wirklich sehr gut beschrieben. Wie ver-rückt es hier in Deutschland und Europa zugeht, wird einem bei Ihren Beschreibungen überdeutlich. Ihre Kipp-Punkte können wir mehr als nachempfinden. Wenn wir doch nur alle „wach“ würden und uns als Menschheitsfamilie füreinander einsetzen würden und den Politikern endlich ein STOP setzen würden…wir würden es uns so sehr wünschen.
    Möge die göttliche Energie uns endlich bewegen, uns für den FRIEDEN stark zu machen.
    Danke, das Sie uns an Ihren Erfahrungen Teil haben lassen….
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang und Delia Welz

  18. Sehr geehrter Herr Langemann, vielen Dank für Ihren anschaulichen Bericht.
    Ich hoffe sehr, dass sie ihre Erfahrungen in einem Kriegsgebiet in einer Friedensbewegung einbringen können. Leider wird der Frieden bei uns ja auch noch geteilt durch die “ alten“ Friedensaktivisten und die Menschen für Frieden z.b. von München steht auf.
    Ohne Frieden ist alles nichts und ich hoffe für unsere Enkelkinder ,dass unsere kriegsbegeisterten Politiker endlich aufhören mit ihrer Propaganda( nur um von anderen Verfehlungen abzulenken), zur Vernunft kommen und vor allem das Mittel der Diplomatie und des Dialogs wieder entdecken.
    Hoffen wir das Beste!

  19. Ich bin Ihnen dankbar für diese Nachrichten aus der Region.
    Besonders dieser Abschnitt wärmt mir mein Herz: “ Über Ethnien, Weltanschauungen und Kontinente hinweg können Menschen einander respektieren, begegnen sich auf Augenhöhe. In diesen Begegnungen spüre ich etwas, das ich nur als christlichen Geist beschreiben kann – Verbundenheit, Menschlichkeit.“
    Ich danke Ihnen.
    Beate R. – M.

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  20. Wenn einer eine Reise tut, dann………. Herr Langemann, vielen Dank für diese, Ihre Zeilen. Wenn der Anlass nicht so traurig wäre, könnten Erkenntnisse wie Sie sie Berichten, nicht authentischer sein. In diesem neurotischem Deutschland tut es gut dieses Essay zu lesen.
    Bleiben Sie gesund und weiterhin auf Sendung.

  21. Lieber Herr Langemann, der letzte Satz drückt die Gedanken der wohl meisten Menschen hier am besten aus … ‚Gottes Segen und Schutz für alle, die (noch) vor Ort sind‘ … und vor allem diejenigen, die direkt im Iran „vor Ort“ sind.

    Dem letzten ‚Ungläubigen‘ sind hoffentlich nun endlich die Augen aufgegangen über die wahren Gräueltäter (sog. Verfechter „unserer Demokratie“ des sogenannten „Wertewestens“) dieser Zeit Epoche .
    Über 70 Jahre kriegslüstern, sozusagen vom ‚ersten Tag an‘, ruhen sie nicht eher bis die ganze Welt in Flammen steht.
    Und sie spannen jeden eitlen (größenwahnsinnigen) Narzissten, der sich von den sogenannten Eliten auf dieser Welt bereitwillig anbiedert oder auch direkt anbietet, vor ‚ihren Karren‘ die Menschheit in den Ruin zu fahren.

    Ich persönlich bin wohnhaft im Rhein-Main Gebiet, und ich habe aufgehört zu zählen, wie oft JEDES Jahr im Rahmen von Bauarbeiten ganze Wohnviertel gesperrt und evakuiert werden müssen, weil immer noch nach 80(!) Jahren Blindgänger von den Bombenabwürfen der ‚Alliierten‘ ausgegraben werden.
    Dresden ist heute noch dabei, die einst wunderschönen Bauten dieser Stadt zu restaurieren und wieder herzurichten.

    Und dann thronen unsere Polit-Marionetten im Berliner Glaskuppelbau, dass Deutschland wieder ‚kriegstüchtig‘ werden muss, … und schonen weder Geld (1,8 Billionen € ‚Sonder-(Schulden)Vermögen) noch menschliches ‚Potential‘ (Wiedereinführung der Wehrpflicht…) weil die ‚bösen Russen‘ uns ‚demnächst‘ ja überfallen wollen … wie sie das ja schon einmal in der Geschichte getan haben …. ähhh, … oder war das etwa anders herum (???) ….

    Hoffen wir sehr, dass Europa (vor allem unser Deutschland) nicht noch einmal dieses furchtbare Grauen des Krieges erleben müssen wie die Generationen unserer Eltern und Großeltern.

    Meine Verehrung und Dank, dass Sie Ihre persönlichen Gedanken und prägenden Erlebnisse von Ihrer Odyssee mit uns so zeitnah hier geteilt haben.
    Ich bin sehr froh, dass Sie wieder ‚heile‘ unter uns sind.

  22. Sehr geehrter Herr Langemann,
    vielen Dank für den Bericht ihrer „Naherfahrung“.
    Ich musste an meine Mutter denken, die noch Jahre nach dem Krieg in den Keller geflüchtet ist, wenn ein Flugzeug zu tief über unser Haus flog.
    Ich wohne in der Nähe von Frankfurt am Main.
    Aber die ganzen Kriegstreiber werden keine Ruhe geben.
    Es ist ein lukratives Geschäft für skrupellose Menschen und davon gibt es leider zu viele!
    Wie muss es dann erst an einer Front zugehen.
    Männer, die sich nicht kennen, werden gezwungen sich gegenseitig umzubringen!
    Das ist einfach nur barbarisch.
    Und die, die die Kriege anzetteln bleiben größtenteils verschont oder schleichen sich davon.
    Ich bin froh, dass ich schon so alt bin. Die älteren unter uns, durften nach dem Krieg eine tolle Zeit erleben.
    Wir waren materiell nicht so gut gestellt, aber wir waren frei und es ging aufwärts, wenn man was geleistet hat.
    Es freut mich, das sie entkommen konnten.
    Herzlichst
    Petra Bickhardt

  23. ja, Krieg ist Sch##sse
    Imperien haben ihre eigenen Gesetze
    Demokratie wäre eine gute Idee
    Der Mensch hat einen Verstand: wozu!
    EIGENTLICH brauche ich nicht viel – warum will ich MEHR haben?
    Mit freundlichen Grüßen am Montag 09. März 26
    WolliM aus PB

  24. Sehr geehrter Herr Langemann, ich freue mich sehr, dass Sie wieder wohlbehalten in Deutschland angekommen sind. Wer weiß, wozu dieser Ausflug nach Dubai noch gut sein wird, außer Ihnen (und indirekt auch mir und andern Lesern) die Augen zu öffnen! Bitte ärgern Sie sich nicht über die Neider und Hasser, die Hähme über alle ausgießen, die ihnen nicht passen – diese Leute gab und gibt es überall.
    Dank und Anerkennung für Ihre wertvolle Arbeit
    R. A. Tiede

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