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Umgekehrter Totalitarismus: Medien im Griff von Staat und Konzernen

von Markus Langemann //

Wir bekommen ein Mediensystem, das Konsum und politische Passivität fördert, während gleichzeitig durch neue Gesetzgebungen wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz und den Digital Services Act eine Art von Zensur durch private Internetkonzerne entsteht.

Diese Meinung vertritt Prof. Dr. Michael Meyen auf dem Congress der klaren Worte Ende letzten Jahres in München.

In seinem Impulsvortrag hebt Meyen hervor, wie dieser “umgekehrte Totalitarismus” die traditionelle Rolle des Journalismus als neutrale und autonome vierte Gewalt untergräbt. Die Verflechtung von Staat und Konzernen fördert eine Medienlandschaft, die weniger auf Überwachung der Machtstrukturen ausgerichtet ist und stattdessen Konsum und politische Apathie verstärkt.

Meyen beleuchtet die kritische Rolle von Leitmedien, Definitionsmacht und die durch die Digitalisierung und Medienkonzentration veränderte Medienlandschaft

Sie sehen hier den Mitschnitt seines Vortrages. Ein Beitrag zum Verständnis der kognitiven Dissonanz, von der uns immer mehr Leserinnen und Leser beim Konsum von Medien berichten. Für sie stehen Berichte oft im Widerspruch zur erlebten Realität.

Die Vortragsfolien stellen wir Ihnen hier als .pdf zum herunterladen bereit. 
 
 
 

Michael Meyen auf dem Congress der klaren Worte am 4. November 2023

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6 Antworten

  1. Ich schätze ja Michael Meyens Analysen sehr. Ich finde aber den Begriff “umgekehrter Totalitarismus” von Wolin gelinde gesagt unglücklich, unnötig kompliziert und widersprüchlich. Entweder ist etwas totalitär oder eben nicht. Insofern entspricht dieses eher dem berühmten modernen Zwiedenken und der Vernebelung. Die Umkehrung oder das Gegenteil von Totalitarismus ist ja an sich ein freiheitlicher Pluralismus. Es geht aber wohl dabei eher um einen neuen sublimen Totalitarismus ist, der sich nicht als solcher zu erkennen gibt und den Protagonisten gar nicht bewusst ist. Ich habe das in meinem Beitrag eines ‘neuen’ Autoritarismus, der von links kommt und sich aufgeklärt gibt, das ‘Wahre und Gute’ verfolgend, versucht zu analysieren:
    https://einfachkompliziert.de/krisenpolitik-und-autoritarismus-des-guten-und-wahren/

  2. Natürlich haben wir den Verstand verloren. Das ist einfach für eine Gesellschaft ohne Tradition und Geschichte. Wenn es keine Muster mehr gibt und keine wahren Werte denen die Menschen folgen können, weder Götter noch Autoritäten, dann bricht das Chaos aus und jeder ist sich selbst der Nächste. Der Idiot und das Genie stehen dann auf derselben Stufe, es gibt keine Unterschiede mehr, nur noch Menschen. Und kein Mensch ist illegal…Was wir seit zwei Jahrhunderten sehen, ist der lange Aufstieg der Prekären, Unterpriviligierten und Nicht-Leistungsbereiten an die Spitze von Staat und Gesellschaft. Da sind die jetzt im selbst angerichteten Chaos angekommen, „Die Schrecklichen Kinder der Neuzeit“ (Sloterdijk). Dahin befördert von den Gutmeinenden, aka Sozialisten, die das Gute wollen, und das Schlechte erreichen, weil sie einfach nicht erkennen, dass die Menschen unterschiedlich sind, und man mit noch so viel Geld aus einem Idioten kein Genie machen kann. In den Worten Sloterdijks: Die Entlassung der Massen in die angebliche Freiheit hat eine Anspruchsinflstion ausgelöst, die kein System der Welt einlösen kann. Die westlichen Staaten begegnen ihr mit dem Drucken von wertlosem Papier, mit dem Absenken der Standards, mit dem Errichten eines Autoritären Staates, der das System vor der Wirklichkeit schützen soll. Das Ende ist bekannt: Rom zur Zeit der Cäsaren, …, UDSSR, DDR…

  3. Die “Verflechtung von Staat und Konzernen” , das Winken mit dem Zaunpfahl “Beweislastumkehr im Beamtenrecht” nach dem Operettenputsch von 2022 bzw. der Ouvertüre von 2020 (“Sturm auf den Reichstag”) und neuerdings “Wannseekonferenz 2.0”, um die vermeintlich unabhängigen Richter – oder das letzte Aufgebot von ein paar Anständigen – endgültig zu brechen, sog. Kanzlerrunden mit faktischer Umgehung der Legislative (die ja auch nur ein Haufen Elend ist), offizielle (Polizei) und inoffizielle (sog. Antifa) Knüppeltruppen auf der Straße und gekaufte Medien/Zensur (Netzwerkdurchsetzungsgesetz), Denunziantentum (Hinweisgeberschutzgesetz) : Die Liste ist ja noch nicht vollständig. – Wollen wir aufhören, uns etwas vorzumachen und es nennen, was es ist? Faschismus?! (Aber das kann ja nicht sein – Da machen wir ja “Kampf gegen Rechts” …)

  4. In meinem Namen und mit meinen Steuern wird Politik gemacht, die ich nicht will.
    Hilflos wie die anderen Schafe muss ich zusehen wie alles was in meinem Leben Wert und Wichtigkeit hatte verblasst.
    Demokratie, Meinungsfreiheit Toleranz waren für mich unverrückbare Grundlage und mein Stolz wenn ich auf Deutschland blickte.
    Mir bleiben die Gedanken stecken, wenn ich unsere Politik sehe. Nie wieder Krieg schallt es mir noch heute in die Ohren, was ist passiert, habe ich geschlafen?
    Habe ich mich im Konsum verirrt.
    Gegen Rechts statt gegen Krieg auf die Strasse, haben wir den Verstand verloren?

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