Die offene Gesellschaft und ihre neuen Feinde

Wir erleben eine Zeitenwende. Am Corona-Komplex entfachte sich eine toxische Mischung aus Überforderung in digitaler Dekadenz, dem Aufstieg des unsichtbaren Kapitals, dem Verlust von Identität im globalen Raum und insbesondere die Erosion von Intellekt in Zeiten von dicken Twitter-Daumen und der politischen Selbstermächtigung mittels Hashtag-Populismus. Hiermit sind nur pointiert ein paar Zutaten für den gesellschaftlichen Sprengstoff genannt, dessen nachexplosiver Pulverdampf nun in Augen und Rachen beißt. Es ist eine Zeit der Prüfung, der Versuchung der Unfreiheit nicht zu widerstehen. Ja, Sie denken selbst. Und allein deswegen müssen Sie auch selbst ganz oft allein Ihre Auffassung vertreten. Diese Isolierung ist vielleicht der Preis der Freiheit. Wie offen, wie frei unsere Gesellschaft künftig sein soll, entscheiden wir. Sie! Jetzt. Der Philosoph Michael Esfeld über die "offene Gesellschaft und ihre neuen Feinde" im Club der klaren Worte. (ML)
von Michael Esfeld

Die offene Gesellschaft und ihre Feinde ist der Titel von Karl Poppers Hauptwerk in politischer Philosophie, geschrieben im Exil in Neuseeland während des zweiten Weltkriegs und 1945 veröffentlicht. Dieses Buch war eine der intellektuellen Grundlagen für die politische Weichenstellung, die man an Winston Churchills Reden in Fulton (Missouri) und Zürich 1946 festmachen kann: die Bildung einer westlichen Staatengemeinschaft, die auf Rechtsstaat und Menschenrechten basierend sich dem Sowjetimperium entgegenstellt. Dadurch wurde der eiserne Vorhang nicht nur zu einer physischen, sondern vor allem auch zu einer weltanschaulichen Grenze – die Behauptung von Freiheit gegen den Machtanspruch des Totalitarismus. Diese Weichenstellung setzte einen Rahmen, der alle wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Parteien im Westen umfasste: Was auch immer für verschiedene Interessen und unterschiedliche parteipolitische Programme bestanden, der auf Grundrechten basierende freiheitliche Rechtsstaat im Gegensatz zum Totalitarismus des Sowjetimperiums stand nicht zur Disposition. Diese Weichenstellung prägte Politik und Gesellschaft über vier Jahrzehnte. 1989, nach dem Fall der Berliner Mauer, schien keine neue Weichenstellung erforderlich: Freiheit und Rechtsstaat hatten sich durchgesetzt. Francis Fukuyama sprach sogar vom Ende der Geschichte.

Das war ein Irrtum. Die Weichenstellung erfolgt jetzt, im Jahre 2021. Auch heute geht es um eine Weichenstellung zwischen Freiheit und Totalitarismus, die wiederum unser Leben für die kommenden Jahrzehnte prägen könnte. Und es geht wieder um einen Trend, der alle wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Parteien umfassen könnte, was auch immer ansonsten ihre Unterschiede sein mögen. Diese Weichenstellung wird man daran festmachen können, welche Konsequenzen wir aus der Coronakrise ziehen.

Popper über die offene Gesellschaft

Die offene Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie jeden Menschen als Person anerkennt: Die Person hat eine unveräusserliche Würde. Sie hat die Freiheit, ihr Leben nach eigenem Ermessen zu gestalten, ebenso wie die Verantwortung, für ihr Handeln auf Verlangen Rechenschaft abzulegen. Freiheit ist die condition humaine. Wenn wir denken und handeln, sind wir frei. Das ist deshalb so, weil man für Gedanken und Handlungen – und nur für diese – Gründe und damit Rechtfertigungen verlangen kann. Für Verhalten, das eine Reaktion auf biologische Reize und Begierden ist, ergibt es hingegen keinen Sinn, Gründe zu verlangen. Frei sind wir, weil die Spezies Mensch sich in der Evolution von dem Zwang befreit hat, einer blossen Reaktion auf Reize unterworfen zu sein.

Aus dieser Freiheit ergeben sich Grundrechte. Das sind Rechte der Abwehr gegen äussere Eingriffe in die eigene Urteilsbildung darüber, wie man sein Leben gestalten will. In der Philosophie werden diese Grundrechte so gedacht, dass sie mit der Existenz von Personen als solcher gegeben sind. Sie hängen also nicht vom positiven Recht eines Staates und kontingenten historischen Umständen ab. So zum Beispiel im Naturrecht seit der Antike; in der Aufklärung, die universelle Menschenrechte politisch einforderte, die für alle Menschen in gleicher Weise gelten und unter anderem zur Abschaffung der Sklaverei führten; bei Kant, dessen kategorischer Imperativ fordert, Menschen stets als Zweck an sich selbst und nie nur als Mittel zu einem Zweck zu behandeln; im 20. Jahrhundert unter anderem auch in der Diskursethik von Karl-Otto Apel oder der Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls. Der Staat ist ein Rechtsstaat, der diese Rechte schützt; er lenkt die Gesellschaft nicht, sondern lässt den Menschen freien Lauf, ihre sozialen Beziehungen zu gestalten.

Popper zufolge sind die intellektuellen Feinde der offenen Gesellschaft diejenigen, die für sich reklamieren, das Wissen um ein gemeinschaftliches Gut zu besitzen. Aufgrund dieses Wissens nehmen sie in Anspruch, die Gesellschaft technokratisch steuern zu können, um dieses Gut zu verwirklichen. Dieses Wissen ist sowohl faktisch-naturwissenschaftlicher als auch normativ-moralischer Art: Es ist moralisches Wissen um das höchste Gut zusammen mit naturwissenschaftlichem bzw. technokratischem Wissen darüber, wie man die Lebenswege der Menschen steuern muss, um dieses Gut zu erreichen. Deshalb steht dieses Wissen über der Freiheit der einzelnen Menschen, nämlich über deren eigener Urteilsbildung darüber, wie sie ihr Leben gestalten möchten.

Diese Feinde kommen aus dem Inneren unserer Gesellschaft. Popper macht das am Übergang von Sokrates zu Platon und dann von Kant zu Hegel und Marx fest. Sokrates und Kant legen den intellektuellen Grund für die offene Gesellschaft; Platon, Hegel und Marx zerstören diesen, indem sie die Suche nach dem, was jeder als ein für sich gelingendes Leben ansieht, durch den Wissensanspruch um ein absolutes Gutes ersetzen, auf das die Geschichte zusteuert. Dieses Wissen berechtigt sie dazu, sich über Grundrechte und Menschenwürde hinwegzusetzen; denn es geht um das Ziel des menschlichen Daseins. Deshalb handelt es sich um einen Totalitarismus: Die gesamte Gesellschaft bis hin zum Leben der Familien und Individuen wird auf die Verwirklichung des angeblichen absoluten Gut ausgerichtet, ohne dass durch Menschenwürde und Grundrechte Schranken gesetzt sind.

Diese Feinde der offenen Gesellschaft sind durch die Massenmorde entlarvt worden, die sich im 20. Jahrhundert auf dem Weg zur Verwirklichung des angeblich Guten als unumgänglich erwiesen haben. Auf diesem Weg wurden nicht nur Menschenwürde und Grundrechte beseitigt, sondern zugleich auch ein schlechtes Resultat in Bezug auf das absolut gesetzte, angebliche Gute erzielt. Unter kommunistischen Regimen hat es auf dem Weg zur klasselosen, ausbeutungsfreien Gesellschaft schlimmere wirtschaftliche Ausbeutungsverhältnisse gegeben als jemals im Kapitalismus. Der Weg zum Ziel einer reinrassigen Volksgemeinschaft hat im Nationalsozialismus eben dieses Volk an den Rand des Untergangs geführt. Diese Ideen und ihre politischen Folgen gehören in der Tat der Geschichte an.

Die neuen Feinde der offenen Gesellschaft

Nichtsdestoweniger stehen wir heute wieder vor einer Weichenstellung zwischen offener Gesellschaft und Totalitarismus. Die neuen Feinde der offenen Gesellschaft kommen wieder aus dem Inneren der Gesellschaft mit Wissensansprüchen, die zugleich kognitiver und moralischer Art sind und die wiederum eine technokratische Gestaltung der Gesellschaft zur Folge haben, die sich über Menschenwürde und Grundrechte hinwegsetzt. Allerdings operieren die neuen Feinde der offenen Gesellschaft nicht mit dem Trugbild eines absolut Guten, sondern mit gezielt geschürter Angst vor Bedrohungen, die angeblich unsere Existenz gefährden. Diesen Bedrohungen liegen Fakten zugrunde, wie die Ausbreitung des Coronavirus oder der Klimawandel, der mit der Industrialisierung in den letzten zwei Jahrhunderten korreliert ist. Man nimmt diese Bedrohungen zum Anlass, um bestimmte Werte absolut zu setzen, wie Gesundheitsschutz oder Klimaschutz. Eine Allianz aus Experten, Politikern und manchen Wirtschaftsführern nimmt für sich in Anspruch, das Wissen zu haben, wie man das gesellschaftliche bis hin zum familiären und individuellen Leben steuern muss, um diese Werte zu sichern. Wiederum geht es um ein höheres gesellschaftliches Gut – Gesundheitsschutz, Lebensbedingungen zukünftiger Generationen –, hinter dem individuelle Menschenwürde und Grundrechte zurückzustehen haben.

Der eingesetzte Mechanismus besteht darin, diese Herausforderungen so ins Rampenlicht zu stellen, dass sie als existenzielle Krisen erscheinen – ein Killervirus, das umgeht, eine Klimakrise, welche die Existenzgrundlagen unserer Kinder bedroht. Die Angst, die man auf diese Weise schürt, ermöglicht es dann, Akzeptanz dafür zu erhalten, die Grundwerte unseres Zusammenlebens beiseite zu schaffen – genau wie in den von Popper kritisiertenn Totalitarismen, in welchen das angeblich Gute sehr viele Menschen zu de facto verbrecherischen Handlungen motivierte. Es sind ja nicht in erster Linie Böse, die Böses tun, sondern häufig Gute, die aus Sorge um einen ihrer Überzeugung nach bedrohten und existenziell wichtigen Wert Dinge tun, die letztlich verheerende Folgen haben.

Dieser Mechanismus trifft die offene Gesellschaft ins Mark, weil man ein bekanntes Problem ausspielt, nämlich das der negativen Externalitäten. Damit ist Folgendes gemeint: Die Freiheit des einen endet dort, wo sie die Freiheit anderer bedroht. Handlungen des einen einschliesslich der Verträge, die er eingeht, haben Auswirkungen auf Dritte, die ausserhalb dieser Beziehungen stehen, deren Freiheit zur Gestaltung ihres Lebens aber durch diese Handlungen beeinträchtigt werden kann. Die Grenze, jenseits der die freie Lebensgestaltung des einen der freien Lebensgestaltung anderer einen Schaden zufügt, ist nicht von vornherein festgelegt. Man kann sie eher weit oder eher eng fassen. Der genannte Mechanismus besteht nun darin, mittels Erzeugens von Angst und unter dem Deckmantel von Solidarität diese Grenze so eng zu fassen, dass de facto kein Spielraum mehr für die freie Lebensgestaltung bleibt: Jede freie Lebensgestaltung des einen kann so ausgelegt werden, dass mit ihr negative Externalitäten einhergehen, die potenziell eine Bedrohung für die freie Lebensgestaltung anderer darstellen.

Die neuen Feinde der offenen Gesellschaft schüren die Angst vor der Ausbreitung einer angeblichen Jahrhundertseuche – aber natürlich kann jede Form physischen Kontaktes zur Ausbreitung des Coronavirus (ebenso wie anderer Viren und Bakterien) beitragen. Sie schüren die Angst vor einer drohenden Klimakatastrophe – aber natürlich kann jede Handlung Auswirkungen auf die nicht-menschliche Umwelt haben und dadurch zur Veränderung des Klimas beitragen. Mithin soll jeder nachweisen, dass er mit seinem Handeln nicht unabsichtlich zur Ausbreitung eines Virus oder zur Schädigung des Klimas beiträgt usw. – die Liste könnte man beliebig erweitern. So stellt man alle Menschen unter Generalverdacht, letztlich mit allem, was sie tun, andere zu schädigen. Man kehrt die Beweislast um: Es muss nicht der konkrete Nachweis geführt werden, dass jemand mit bestimmten seiner Handlungen andere schädigt. Vielmehr muss jeder nachweisen, dass er andere nicht schädigt, einschliesslich der Mitglieder zukünftiger Generationen. Dementsprechend können sich die Menschen von diesem Generalverdacht nur dadurch befreien, dass sie ein Zertifikat erwerben, durch das sie sich reinwaschen – wie einen Impfpass, einen Nachhaltigkeitspass oder generell einen sozialen Pass. Das ist eine Art moderner Ablasshandel. Damit ist Freiheit abgeschafft und ein neuer Totalitarismus installiert; denn die Ausübung von Freiheit und die Gewährleistung von Grundrechten hängt dann von einer Genehmigung ab, die eine Elite von Experten erteilt – oder eben verweigert.

Die Weichenstellung, vor der wir stehen, ist somit diese: eine offene Gesellschaft, die jeden bedingungslos als Person mit einer unveräusserlichen Würde und Grundrechten anerkennt; oder eine geschlossene Gesellschaft, zu deren sozialem Leben man Zutritt erhält durch ein Zertifikat, dessen Bedingungen bestimmte Experten definieren, wie einst die Philosophen-Könige Platons. Genau wie letztere, deren Wissensansprüche von Popper entlarvt wurden, haben auch ihre heutigen Nachfahren kein Wissen, das sie in die Position versetzen würde, solche Bedingungen ohne Willkür festzusetzen.

Das Trugbild von Wissen zur Steuerung der Gesellschaft

Virenausbrüche in ähnlicher Grössenordnung wie die gegenwärtige Corona-Pandemie hat es häufig gegeben – zuletzt die Asien-Grippe Mitte der 1950er und die Hongkong-Grippe Ende der 1960er Jahre. Offene Gesellschaften haben diese stets erfolgreich durch spontane Verhaltensanpassung und rein medizinische Mittel bekämpft. Dieses Wissen um effiziente Pandemie-Bekämpfung wurde im Frühjahr 2020 über Bord geworfen und die Experten, die für die bewährte medizinische Strategie mit allgemeinen Hygiene-Empfehlungen und gezieltem Schutz der Risikopersonen eintraten, diffamiert – als ob jeder, der mit welcher wissenschaftlichen Reputation auch immer für den traditionellen Umgang mit einer Pandemie eintrat, seinen Verstand verloren hätte. Das Ziel war, an die Stelle der medizinischen eine politische Strategie zu setzen, welche die gesamte Gesellschaft durch allumfassende Kontrolle der physischen Kontakte durch die Pandemie hindurchzusteuern versucht. Menschenwürde und Grundrechte stehen hinter dieser Kontrolle zurück. Es geht dabei nicht um Solidarität mit den gefährdeten Personen. Deren gezielter Schutz wird durch die politische Reglementierung des gesamten sozialen Lebens unterminiert. Die politische Reglementierung des sozialen Lebens aller wird geradezu zu einer Entschuldigung dafür, sich nicht gezielt um den Schutz der gefährdeten Personen kümmern zu müssen, mit fatalen Folgen für diese, sichtbar in der skandalös hohen Anzahl von Corona-Toten in den Alters- und Pflegeheimen. Es geht um soziale Kontrolle der Lebensgestaltung aller.

Inzwischen liegen zahlreiche Studien vor, die nachweisen, dass politische Repressalien wie Lockdowns keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Bekämpfung der Corona-Pandemie ergeben. Das kann man so veranschaulichen: Man legt Personen die relevanten Daten zum Infektionsgeschehen wie Krankenhauseinweisungen und Todesfälle im Verhältnis zur Bevölkerung aus Ländern mit ähnlicher geographischer Lage und wirtschaftlicher Entwicklung über eine längere Zeitspanne hinweg vor. Anhand dieser Daten lässt sich nicht ersehen, welche dieser Länder scharfe politische Massnahmen wie einen Lockdown mit der Anordnung, zu Hause zu bleiben, ergriffen haben und welche nicht.

Ein Beispiel ist der Vergleich zwischen Deutschland und Schweden ab Mai 2020, nachdem Schweden die anfänglichen Versäumnisse im Schutz der Alters-und Pflegeheime in den Griff bekommen hatte: Zwischen Schweden ohne Lockdown und Deutschland mit Lockdown gibt es seit Mai 2020 keinen statistisch signifikanten Unterschied im Erfolg der Bekämpfung der Pandemie. Ein anderes Beispiel sind Bundesstaaten in den USA, wie etwa Florida und Kalifornien, die wegen ihres warmen Klimas und der Küstenlage vergleichbar sind. Seit September 2020 folgt der Gouverneur von Florida der Wissenschaft, nämlich derjenigen Wissenschaft, mit der Pandemien in vergleichbarer Grössenordnung stets medizinisch erfolgreich bekämpft wurden. Florida steht trotz aller katastrophalen Prophezeiungen, wenn man dieser Wissenschaft folgt, in der Pandemie-Bekämpfung nicht schlechter da als Kalifornien, wo weiterhin politische Repressalien bestehen. Ähnliches gilt für South Dakota, das nie zu politischen Zwangsmassnahmen griff, im Vergleich zu North Dakota.

Mehr noch: Inzwischen bestätigen zahlreiche Studien aus vielen Ländern, dass die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Schäden der so genannten Corona-Schutzmassnahmen deren Nutzen bei weitem übersteigen werden. Berechnen tut man das auf folgende Weise: Man akzeptiert die Annahme, dass Lockdowns tatsächlich vorzeitige Todesfälle infolge einer Infektion mit dem Coronavirus in einer statistisch signifikanten Weise verhindern können. Man schätzt dann die Lebensjahre ab, die durch einen Lockdown gewonnen werden können und vergleicht sie mit den Lebensjahren, die infolge der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Schäden, die Lockdowns anrichten, verloren gehen; denn Menschen werden wegen dieser Schäden früher sterben als es ansonsten der Fall wäre. Diese Todesfälle treten natürlich erst in der Zukunft auf, und zwar weltweit und in sozial ungleich verteilter Weise: Sie betreffen in erster Linie unterprivilegierte soziale Schichten und sich entwickelnde Länder, vor allem durch die Rückschritte in der Gesundheitsversorgung und Armutsbekämpfung in diesen Ländern. Diese Zahlen lassen sich nicht exakt abschätzen, aber ihre Grössenordnung ist eindeutig: Die Schäden an verloren gehenden Lebensjahren übertreffen die möglicherweise gewonnenen Lebensjahre um ein Vielfaches.

Alles dieses bestätigt ein bekanntes Resultat: Wenn man Wert X – hier Gesundheitsschutz – über Menschenwürde und Grundrechte setzt, dann zerstört man nicht nur diese, sondern erzielt im Endeffekt auch ein schlechtes Resultat in Bezug auf X. In diesem Falle sind das gravierende negative Effekte für den Gesundheitsschutz, für die gesamte Bevölkerung und weltweit betrachtet, in Folge der verheerenden Schäden, welche die so genannten Corona-Schutzmassnahmen anrichten. Man sollte hieraus die Konsequenz ziehen, Lockdowns und dergleichen in der Verfassung zu verbieten, damit sich das, was wir seit März 2020 erlebt haben, nicht wiederholen kann.

Ähnliches ist jedoch leider bei dem politischen Umgang mit der Klimakrise zu befürchten. Die mit der Industrialisierung korrelierte Erderwärmung ist zweifellos eine ernsthafte Herausforderung. Nichtsdestoweniger zeigt uns der Umgang mit Klimaveränderungen in der Geschichte, wie die Menschheit diese bisher stets durch spontane Anpassung und technologische Innovation gemeistert hat. Dafür stellt die offene Gesellschaft die besten Bedingungen bereit. Politische Bedingungen zu stellen in Form einer Steuerung von Wirtschaft und Gesellschaft, die sich wiederum über Menschenwürde und Grundrechte hinwegsetzt und die mit ziemlich willkürlichen, politisch beeinflussten Definitionen dessen operiert, was jeweils nachhaltig sein soll, führt nicht zum Ziel. Die Fakten zeigen schon jetzt, dass der CO2-Ausstoss in Industrieländern ohne Energiewende bisher (wie Frankreich, England, USA) prozentual in gleicher Grössenordnung zurückgegangen ist wie in Ländern, die in den letzten 20 Jahren mit enormem finanziellen Aufwand eine Energiewende betrieben haben (Deutschland). Entscheidend ist technologische Innovation und nicht politische Bevormundung, die sich auf Wissenschaftlicher stützt, welche moralisch-normatives Wissen zur Steuerung der Gesellschaft beanspruchen. Es ist wiederum zu befürchten, dass die politische Lenkung zur angeblichen Rettung des Weltklimas eine gezielte, je lokale Bekämpfung derjenigen konkreten Umweltprobleme geradezu verhindert, die tatsächlich in der Gegenwart jedes Jahr eine Vielzahl von Todesopfern fordern.

Es ist kein Zufall, dass es weitgehend dieselbe Gruppe von Experten und ihren Organisationen wie Akademien im Verbund mit einigen Politikern und manchen Wirtschaftsführern ist, welche Coronakrise und Klimakrise zum Anlass nehmen, uns von einer offenen in eine geschlossene Gesellschaft hineinzusteuern. Die Ausbreitung des Coronavirus soll offenbar als Generalprobe für Folgendes herhalten: durch das gezielte Schüren von Angst negative Externalitäten so umfassend zu definieren, dass jede Freiheitsausübung unter Generalverdacht steht, um dann eine Kontrolle der Freiheit durch von angeblichen Experten formulierte Bedingungen durchsetzen zu können.

Wieso geschieht das? Für viele Wissenschaftler und Intellektuelle ist es offenbar schwer einzugestehen, kein normatives Wissen zu haben, das die Steuerung der Gesellschaft ermöglicht. Sie erliegen der Versuchung, die bereits Popper bei den von ihm kritisierten Intellektuellen und Wissenschaftlern ausmachte. Für Politiker ist es wenig attraktiv, am besten nichts zu tun und das Leben der Menschen seinen Gang gehen zu lassen. Da kommt die Gelegenheit recht, altbekannte, aber in neuer Form auftretende Herausforderungen zu existenziellen Krisen hochzureden und Angst zu schüren mit pseudo-wissenschaftlichen Modellrechnungen, die in Katastrophen-Prognosen münden. Dann können Wissenschaftler sich mit politischen Forderungen ins Rampenlicht stellen, denen durch den angeblichen Notstand keine rechtsstaatlichen Grenzen gesetzt sind. Politiker können durch wissenschaftliche Legitimation eine Macht erhalten, in das Leben der Menschen einzugreifen, die sie auf demokratischem, rechtsstaatlichem Wege nie erlangen könnten. Bereitwillig hinzu gesellen sich diejenigen wirtschaftlichen Akteure, die von dieser Politik profitieren und die Risiken ihrer Unternehmen auf den Steuerzahler abwälzen können.

Es gibt einzelne Wissenschaftler, Politiker und Wirtschaftsführer, die bereits bei vergangenen Virenausbrüchen wie der Schweinegrippe 2009 politische Zwangsmassnahmen gefordert hatten. Diese Personen waren darauf vorbereitet, den nächstbesten Virusausbruch dafür zu nutzen, um ihre Pläne – aus aufrichtiger Überzeugung, Machtwillen oder Profitinteressen – durchzusetzen. Aber gerade die Wissenschaftstheorie Poppers lehrt uns, dass kein Individuum oder Gruppe von Individuen die Entwicklung der Gesellschaft mittels eines vorbereiteten Planes (einer «Verschwörung») bestimmen kann. Es waren kontingente Umstände – wie vielleicht die Bilder aus Wuhan und Bergamo – verbunden mit Panikreaktionen, die dazu führten, dass diesmal diese Pläne in breiten Kreisen von Medien, Politikern und Wissenschaftlern Anklang fanden. Es bildete sich dann ein Trend aus, der immer mehr gesellschaftliche Akteure mit sich riss und dem man sich nur schwer entziehen konnte.

Diese Situation ist gut mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs vergleichbar, der sich auch aus kontingenten Umständen im Juli 1914 entwickelt hatte. In der Tat besteht die Gefahr, dass sich die Geschichte des 20. im 21. Jahrhundert wiederholt: Der politische Umgang mit der Corona-Pandemie entspricht dem ersten Weltkrieg. Forderungen einer radikalen Umwälzung der Gesellschaft wie «Zero Covid» (und deren Pendant im Klimaaktivismus) entsprechen dem Bolschewismus. Gegen diese Forderungen und das Versagen der Eliten insgesamt formiert sich ein radikaler Rechtspopulismus, der sich zum zeitgenössischen Pendant des Faschismus entwickeln könnte. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Zwangsmassnahmen und das unbegrenzte Gelddrucken, um diese Folgen aufzufangen, könnten zu Inflation und schliesslich einer Wirtschaftskrise führen wie am Ende der 1920er Jahre, in der die liberalen Kräfte in Kontinentaleuropa zwischen Bolschewismus und Faschismus zerrieben wurden. Es ist wichtig, sich dieser Gefahr bewusst zu sein, die Parallelen zum Ablauf des 20. Jahrhunderts zu erkennen und sich dem fatalen Trend, der sich im Umgang mit der Corona-Pandemie ausgebildet hat, entgegenzustellen.

Das Problem negativer Externalitäten und seine Lösung

Das Problem, das hier zutage tritt, ist ein altes. Es wohnt auch dem rein auf Schutz beschränkten Staat inne: Um jeden wirkungsvoll vor Gewalt zu schützen, müsste von jedem zu jeder Zeit der Aufenthaltsort nachweisbar sein; um die Gesundheit von jedem wirkungsvoll vor Ansteckung durch Viren zu schützen, müssten von jedem zu jeder Zeit die physischen Kontakte kontrollierbar sein. Das Problem ist die willkürliche Definition von negativen Externalitäten, gegen die auch der Liberalismus und sogar der Libertarianismus per se nicht gefeit sind. Denn es nicht einfach klar, was eine negative Externalität ist und was nicht. So kann man aus der Ausbreitung von Viren oder der Veränderung des Weltklimas negative Externalitäten ableiten, die letztlich in jeglichem Handeln von Menschen auftreten und die eine Reglementierung erfordern, sei es eine staatliche, sei es eine marktwirtschaftliche über die Ausweitung von Eigentumsrechten. Man könnte zum Beispiel jeder Person Eigentumsrechte an der sie umgebenden Luft zusprechen, so dass diese Luft nicht durch Viren belastet sein darf, die durch menschliche Körper verbreitet werden, oder bestimmte klimatische Bedingungen erfüllen muss, die durch menschliche Handlungen beeinflusst werden usw.

Folglich ist der Gegensatz nicht der zwischen Staat und freien Märkten. In diesem Schema zu denken, greift zu kurz, um das zugrunde liegende Problem der willkürlichen Ausweitung negativer Externalitäten anzugehen. Die Kontrolle kann durch staatliche oder private Stellen erfolgen. Die Zertifikate, welche die Menschen reinwaschen und die Teilnahme am sozialen und wirtschaftlichen Leben ermöglichen, können von privaten oder staatlichen Stellen ausgegeben werden. Es kann Konkurrenz in Bezug auf sie und ihre konkrete Ausgestaltung geben. Das alles ist letztlich irrelevant. Der Punkt ist der Totalitarismus der allumfassenden Kontrolle, in den auch liberal angelegte Staats- und Gesellschaftsordnungen abgleiten können, wenn man es zulässt, negative Externalitäten so willkürlich zu definieren, dass am Ende jeder mit all seinem Handeln unter dem Generalverdacht steht, andere zu schädigen.

Dagegen kann man nur mit einem substanziellen Menschenbild angehen, das auf Freiheit und Menschenwürde basiert. Daraus ergeben sich Grundrechte, die in folgendem Sinne bedingungslos gelten: Ihre Geltung kann nicht einem höheren Ziel untergeordnet werden. Sie können nur ausgesetzt werden, wenn die Verteidigung der Existenz des Staates, der ihre Geltung durchsetzt, dieses erfordert, wie im Falle eines äusseren Angriffs. Das ist das Fundament der offenen Gesellschaft im Sinne Poppers, das, wie oben erwähnt, gelegt wird durch das Naturrecht, die Forderung der politischen Durchsetzung universeller Menschenrechte in der Aufklärung usw. Zu der offenen Gesellschaft gehört eine Wissenschaft, die ebenso offen ist in ihrer Forschung und Lehre wie die Gesellschaft, genauso wie Vertragsfreiheit und die mit ihr verbundene wirtschaftliche Freiheit. Letztere besteht aber nicht für sich allein, sondern nur auf dem genannten Fundament. Denn nur von diesem Fundament aus, das jedem unbedingt das Recht zur freien Lebensgestaltung zuspricht, kann man dann negative Externalitäten eingrenzen in Form konkreter und signifikanter Schädigungen der Freiheit anderer, welche dann in der Tat äussere Eingriffe in die Lebensführung von Personen rechtfertigen.

Noch einmal anders formuliert: Das Axiom ist die Freiheit jeder Person im Denken und Handeln; einen Menschen als Person anzuerkennen, heisst, ihm diese Freiheit zu gewähren und damit seine Würde zu respektieren. Damit ist das Recht verbunden, sein Leben selbst zu gestalten. Es gibt keinen moralischen Wert, der über dieser Würde steht und in Hinblick auf den es gerechtfertigt sein könnte, negative Externalitäten zu definieren, die das Handeln jedes Menschen unter den Generalverdacht der Schädigung anderer im Hinblick auf diesen Wert stellen (wie Gesundheitsschutz oder Klimaschutz). In der Philosophie nennt man eine solche Überlegung ein transzendentales Argument, das a priori gilt. Empirisch, aus der Geschichte ebenso wie aus der Erfahrung, die wir zur Zeit wieder machen, ist zudem offensichtlich (wenn man nur hinschauen will), dass dann, wenn man diese Grundlage verlässt, stets grosser Scha-den für die allermeisten Menschen angerichtet wird und Nutzen nur für die Elite derjenigen, welche von den Bedingungen profitieren, die den Zutritt zur geschlossenen Gesellschaft regeln. Dieses empirische Argument ergänzt das genannte transzendentale Argument.

Wie nach dem zweiten Weltkrieg stehen wir heute vor einer Weichenstellung, welche unsere Gesellschaft für die kommenden Jahrzehnte prägen könnte, weil sie einen Trend setzen könnte, der alle wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Parteien umfasst. Peter Sloterdijk hat im März 2020, zu Beginn der Coronakrise, gesagt, dass der Westen sich als genauso autoritär wie China erweisen wird. Leider sollte er im vergangenen Jahr in einer Weise Recht bekommen, die viele, der Autor dieses Papiers eingeschlossen, nach der Erfahrung der Totalitarismen des 20. Jahrhunderts nicht für möglich gehalten haben. Ein grosser Teil der Organisationsformen der gesellschaftlichen Gruppen ebenso wie der politischen Parteien – einschliesslich derer, welche die Bezeichnung «liberal» führen – hat sich in den Trend zu dem neuen Totalitarismus umfassender Kontrolle eingereiht. Aber es gab auch viele, die sich aus liberaler, religiöser oder sozialer Überzeugung dagegen gewandt haben – oder einfach nur, weil sie sich nicht den gesunden Menschenverstand haben nehmen lassen durch eine modellierte Realität, die ihnen Medien vorgegaukelt haben.

Es ist höchste Zeit, dass wir uns der Weichenstellung bewusst werden, vor der wir stehen. Dazu braucht es einen nüchternen Blick, der sich nicht von den Ängsten trüben lässt, welche die neuen Feinde der offenen Gesellschaft schüren, nämlich den Blick und das Vertrauen darauf, was jeden einzelnen von uns als vernunftbegabtes Lebewesen auszeichnet: die Würde der Person, die in ihrer Freiheit im Denken und Handeln besteht.

Prof. Dr. Michael Esfeld ist seit 2002 Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lausanne und seit 2010 Mitglied der Leopoldina, die er im Februar 2021 stark kritisierte. Esfeld ist Mitglied im akademischen Beirat des Liberalen Instituts. Den Text mit allen Quellenverweisen können Sie  auf der Institutsseite downloaden. Esfeld hat zu diesem Thema in der Neue Zürcher Zeitung veröffentlicht. Im Club der klaren Worte lesen Sie die ausführliche Abhandlung.

Zusammenfassung:

• Wie nach dem zweiten Weltkrieg stehen wir heute erneut vor einer Weichenstellung zwischen Freiheit und Totalitarismus – zwischen einer offenen Gesellschaft, die jeden Menschen bedingungslos als Person anerkennt, und einer geschlossenen Gesellschaft, die die Gewährung von Grundrechten an bestimmte Bedingungen knüpft.

• Herausforderungen wie die Ausbreitung des Coronavirus oder der Klimawandel sind in ihrer Qualität und Grössenordnung nicht völlig neu. Solche Herausforderungen wurden von offenen Gesellschaften stets gemeistert durch spontane Verhaltensanpassung und technologische Innovation.

• Akteure aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in Verbindung mit Massenmedien reden diese Herausforderungen zu existenziellen Krisen für die Menschheit hoch, um mittels gezielt geschürter Angst Akzeptanz dafür zu erhalten, die Grundwerte unseres Zusammenlebens beiseite zu schaffen.

• Man spielt dabei Externalitäten so aus, dass letztlich jedes freie Handeln unter dem Verdacht steht, andere zu schädigen. Von diesem Verdacht kann man sich dann nur durch einen Impf-, Nachhaltigkeits- oder allgemein sozialen Pass befreien. Die Ausübung von Freiheit wird damit unter Bedingungen gestellt, die Experten festsetzen, welche für sich in Anspruch nehmen, ein moralisch-normatives Wissen zur Steuerung der Gesellschaft zu haben – wie einst die Philosophen-Könige Platons.

• Dagegen kann man nur mit einem substanziellen Menschenbild angehen, das auf Freiheit und Menschenwürde basiert, woraus sich Grundrechte ergeben, die bedingungslos gelten. Es gibt keinen moralischen Wert, der über der Würde jedes einzelnen Menschen steht.

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42 Antworten

  1. Salut!
    Gibt es eine englische Version/Ūbersertzung dieses Artikels?
    Oder von dem, der vor etwa einem Monat auf die Zūrcher Zeitung erschien?
    Danke sehr!
    Inés Belluscio

  2. ein bisschen Metaebene: Die Corona-Religion – die neue Weltreligion
    In 2020 hat die neue Corona-Virus- Angst-Religion die christliche Hölle-Fegefeuer-Angst-Religion abgelöst. Die Leitfigur Papst hat sich am Karfreitag und zu Ostern der Angst-Priesterschaft der Virologen ergeben; auch der Islam hat sich unter der Virenpeitsche geduckt. Zu den Oberpriestern haben sich die Polit-Marionetten hochgedient und haben aktuell den gleichen Rang wie die Banken-Hedgefonds-Mafia, die 1800-Milliarden-Rüstungsindustrie und die Relotius-Medien. Unangefochtener Corona-Gott ist der Mann, der 7,8 Milliarden Menschen impfen will …
    Wieso dieser Erfolg? Antwort: Seit vielen Jahrzehnten wurde darauf hingearbeitet durch eine psychopathische „Elite“ namens MIMBK (Militärisch-Industrieller-Medien-Banken-Komplex) zur absoluten Sicherung ihrer Macht. (In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war. Franklin D. Roosevelt)
    Tittytainment durch Fernsehen, mediale Verblödung, Zerstörung der Familie, Zerstörung der Gewerkschaften, Zerstörung der Religionen, Angstproduktion durch Kriege, durch Terrorismus (Abschaffung der Grundrechte in den USA nach 9/11), Materialismus, Junk food, Konsum statt Sinn, Angstproduktion durch prekäre Beschäftigung, Leiharbeit, Arbeitslosigkeit, Angstproduktion durch Klima/Erderwärmung, … alles Vorbereitungen für den finalen Schlag mit der Virus-Keule, die via ID2020, Corona-App, Bargeldabschaffung der sichere Weg in den Totalitarismus und die Versklavung sein wird. Abwegig? Nein – der Beweis sind die aktuellen Gesichtsmaskenträger … (Zwischenruf – Stand 14.5.2020, 10h – Ergänzung 1.1.2021 – nota bene „great reset“ des Soziopathen Schwab und „Elitenfaschismus“ nach Ulrich Mies)
    UND: irreversible Impf-mRNA-Impfschäden, Bargeldabschaffung, Polizeistaat und Totalüberwachung sind nahe …

    1. Sehr geehrter Herr Piechotta,
      das klingt sehr dystopisch und bedrohlich, ebenso wie auf der anderen Seite die Verlautbarungen unserer staatlichen Angstflüsterer. Ich hoffe, dass es weder so noch so wirklich so ist oder kommen wird…
      Jedoch, es ist dennoch nicht aus der Luft gegriffen und sagt mir eigentlich nur, dass ich (als einzelner, älterer Mensch) wohl am Besten daran tue, mich um meinen Seelenfrieden und ein möglichst gesundes privates Umfeld zu kümmern. Darüber hinaus bin ich mir ziemlich sicher, dass all diese Herrschaften aus den von Ihnen genannten Komplexen irgendwann auch ihre Fragen zu beantworten haben werden.
      Passend dazu finde ich den Text aus der Aria (BWV 516) den ich hier auszugsweise wiedergebe: „Warum betrübst du dich und beugest dich zur Erden, mein sehr geplagter Geist, mein abgematter Sinn? …….. Wirst du dich nicht fest in Gottes Willen gründen, kannst du in Ewigkeit nicht wahre Ruhe finden.“

  3. „Aus dieser Freiheit ergeben sich Grundrechte. Das sind Rechte der Abwehr gegen äußere Eingriffe in die eigene Urteilsbildung darüber, wie man sein Leben gestalten will.“

    Die Abwehr gegen äußere Eingriffe in die eigene Urteilsbildung ist wohl kaum möglich in einem Land, in dem der eingetragene gemeinnützige Verein „Netzwerk Weitblick e.V. – Verband Journalismus & Nachhaltigkeit“ (s. https://www.netzwerk-weitblick.org/) nach der Zusendung (in CC) von umfangreichen Belegen, die eine unzutreffende Darstellung über die Energiepolitik der FDP bzw. Christian Lindner in einem Bericht der ZEIT belegen, folgende drei E-Mails (inkl. der Rechtschreib- und Tippfehler) formuliert:
    NACH NUR 2 MINUTEN: „bitte nehmen sie uns aus ihrem Verteiler“ als Betreff einer sonst leeren E-Mail
    (das ist umso erstaunlicher, als das mein erster bewusster Kontakt mit diesem Netzwerk war und meine umfangreiche E-Mail inkl. diverser Anlagen in dieser Zeit nicht ansatzweise zu erfassen war)
    NACH MEINER ERSTEN ANTWORT:
    „Besten Dank für prompten Beweis meiner These. Mit verlogenen Argumenten Stimmung zu machen, ist für Haltungsjournalisten eben doch einfacher, als der schlichten Wahrheit ins Auge zu blicken und sich mit berechtigter Kritik auseinanderzusetzen.
    Wahrheit ist eben relativ!
    Mit freundlichen Grüßen
    Roland Aßmann“)
    UND MEHR ALS 4 STUNDEN, KAM DIESE ZWEITE E-MAIL VOM NETZWERK WEITBLICK:
    „Hallo herr Aßmann,
    nein das ist die Reaktion auf Ihre wirren Texte. Und dass Sie das als Beweis sehen, zeigt noch mehr, wie verirrt Sie sind.
    Beste Grüße“
    AM NÄCHSTEN TAG UND NACH ZUSENDUNG WEITERER INFORMATIONEN SOWIE EINER IRONISCHEN KOMMENTIERUNG MEINERSEITS ERHIELT ICH FOLGENDE DRITTE UND LETZTE E-MAIL:
    „Bitten stoppen sie ihre wirren Mails, sonst werde ich Sie melden. Sie haben kein Recht, dieses Postfach zuzuspamen. Wir sind nciht verpdlichtet, mit Ihnen zu kommunizieren.
    beste Grüße“

    Der komplette Schriftwechsel mit diesem Zusammenschluss, dessen Mitglieder sich aus Journalisten diverser Redaktionen von Presse und Medien sowie einigen wissenschaftlichen Institutionen zusammensetzt (s. https://www.netzwerk-weitblick.org/wp-content/uploads/2019/06/Mitglieder-Medien-30.6.pdf), liegt dem CdkW vor. Dazu „passt“ das Selbstverständnis dieses Vereins: „Mitglieder tauschen in dem Verein Erfahrungen aus und kooperieren. Mit Tipps, Hinweisen und Veranstaltungen zu zukunftsrelevanten Fragestellungen informiert und unterstützt der Verein Journalistinnen und Journalisten und vernetzt sie mit Fachleuten. Ziel ist, Nachhaltigkeit in allen journalistischen Ressorts breiter zu etablieren, um den gesellschaftlichen Diskurs voranzubringen.“

    Meine Beschwerde beim Presserat wurde mit folgender Begründung abgelehnt:
    „Sehr geehrter Herr Dr. Aßmann,
    wir kommen zurück auf Ihre oben genannte Beschwerde. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass uns eine presseethische Prüfung der Inhalte dieser Website nicht möglich ist. Eine Zuständigkeit des Deutschen Presserats für reine Online-Seiten besteht nur dann, wenn sie journalistisch-redaktionelle Inhalte verbreiten und uns eine Selbstverpflichtungserklärung für die jeweilige Website vorliegt, mit der sich der Betreiber der Freiwilligen Selbstkontrolle anschließt. Dies ist im Hinblick auf die von Ihnen kritisierte Seite nicht der Fall. Daher können wir Ihre Beschwerde leider nicht bearbeiten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Name“
    Wenn ein Verband, dessen Mitglieder sich überwiegend aus Journalisten von Presse und Medien zusammensetzen, Bürger bedrohen, weil diese ihnen unliebsame Wahrheiten in Kopie zusenden, hat das eine Qualität, die allemal den Presserat interessieren sollte und müsste.
    Bei diesem Selbstverständnis der Presse wundert es nicht mehr, dass nahezu alle, hier geschildeten Fakten und Auffälligkeiten über Klimawandel und Dürre im Zusammenhang mit der Windenergie in der Berichterstattung und damit der öffentlichen Wahrnehmung faktisch nicht vorkommen: https://freier-wald-ev.de/wp-content/uploads/2021/04/Standortgebunden-abgeschopfter-Wind-verursacht-Windsterben.pdf

    Ausnahmen, z.B. der Nachrichten aus Nordhausen, bestätigen nur die Regel: https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=273203

    Dazu passt, dass die Grünen laut jüngster Forsa-Umfrage bei 26%, die CDU dagegen nur bei 24% liegt. Die SPD bezahlt für das hinter den Grünen herdackeln mit 15% ohnehin schon lange einen hohen Preis.
    Wann kapieren die restlichen Parteien endlich, dass die Unterdrückung von Fakten, was den Ausgangsbasis meines Schreibens bildete, das ich in CC u.a. an das Netzwerk Weitblick gesendet habe, nur den genannten Parteien schadet und den Grünen sowie den vielen journalistischen Mitläufern unter ihren Anhängern hilft?

    So wundert es nicht, dass Politiker(innen) wie Sahra Wagenknecht, die dieses längst erkannt haben (s. https://www.youtube.com/watch?v=rIlUci-PJVA) vom Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, beispielsweise jüngst vom Bericht aus Berlin des ZDF, massiv gemobbt werden. Nicht nur in der Türkei werden den Bürgern bei den Wahlen von den Medien die Hand geführt. Es gibt leider auch bei uns immer noch zu viele Menschen, die 1:1 glauben, was Kleber, Slomka & Co berichten und ihre Wahlentscheidung daran ausrichten.

  4. Der Kern liegt in der Erziehung und Bildung. Wir wurden durch die Strafe und Belohnung zu den Sklaven gemacht. Wozu braucht ein Sklave die Freiheit? Der kann damit nicht umgehen. Der goldene Käfig scheint für ihn besser zu sein und mit künstlichem Intellekt braucht er nicht mehr darüber nachzudenken, was für ihn gut oder schlecht ist. Gemeinwohl wird falsch interpretiert und zerstört die Individualität der Menschheit. Während die alle Intellektuellen über die Freiheit und Grundgesetze diskutieren, werden unsere Kinder psychologisch und physisch missbraucht. Sie werden sich an „Gemeinwohl“ gewönnen müssen und lernen, die Masken zu tragen.

  5. „Aus dieser Freiheit ergeben sich Grundrechte. Das sind Rechte der Abwehr gegen äußere Eingriffe in die eigene Urteilsbildung darüber, wie man sein Leben gestalten will.“

    Die Abwehr gegen äußere Eingriffe in die eigene Urteilsbildung ist wohl kaum möglich in einem Land, in dem der eingetragene gemeinnützige Verein „Netzwerk Weitblick e.V. – Verband Journalismus & Nachhaltigkeit“ (s. https://www.netzwerk-weitblick.org/) nach der Zusendung (in CC) von umfangreichen Belegen, die eine falsche Darstellung über die Energiepolitik der FDP bzw. Christian Lindner in einem Bericht der ZEIT belegen, folgende drei E-Mails (inkl. der Rechtschreib- und Tippfehler) formuliert:
    NACH 2 MINUTEN: „bitte nehmen sie uns aus ihrem Verteiler“ als Betreff einer sonst leeren E-Mail
    NACH MEHR ALS ALS 4 STUNDEN: „Hallo herr Aßmann
    nein das ist die Reaktion auf Ihre wirren Texte. Und dass Sie das als Beweis sehen, zeigt noch mehr, wie verirrt Sie sind.
    Beste Grüße“
    (und meiner Antwort: „Besten Dank für prompten Beweis meiner These.
    Mit verlogenen Argumenten Stimmung zu machen, ist für Haltungsjournalisten eben doch einfacher, als der schlichten Wahrheit ins Auge zu blicken und sich mit berechtigter Kritik auseinanderzusetzen.
    Wahrheit ist eben relativ!
    Mit freundlichen Grüßen
    Roland Aßmann“)
    AM NÄCHSTEN TAG UND NACH ZUSENDUNG WEITERER INFORMATIONEN SOWIE EINER IRONISCHEN KOMMENTIERUNG MEINERSEITS ERHIELT ICH FOLGENDE E-MAIL:
    „Bitten stoppen sie ihre wirren Mails, sonst werde ich Sie melden. Sie haben kein Recht, dieses Postfach zuzuspamen. Wir sind nciht verpdlichtet, mit Ihnen zu kommunizieren.
    beste Grüße“

    Das sind bislang alle drei E-Mail (liegen dem CdkW inkl. meiner Antworten im Original vor) eines Zusammenschlusses, dessen Mitglieder (s. https://www.netzwerk-weitblick.org/wp-content/uploads/2019/06/Mitglieder-Medien-30.6.pdf) sich u.a. aus Journalisten des Handelsblatt, der ARD, des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Klimaretter.info, Süddeutsche Zeitung, FAZ, Redaktion grüner Journalismus (www.grüner-journalismus.de) der Hochschule Darmstadt, Aufsichtsratsvorsitzender von ARTE, Tagesspiegel, deutsche Verkehrszeitung, reich.media, ARD aktuell, TAZ, Capital, NDR info, Universität Leipzig und eben der ZEIT angehören. Daneben finden sich nebst weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen und freien Journalisten auch der Mitarbeiter einer Bank im öffentlich zugänglichen Mitgliederverzeichnis (Link s. oben) des Vereins.

    Wer bislang darüber gerätselt hat, wieso viele Redaktionen plötzlich über sog. Verschwörungstheorien berichten, sollte sich diesen gemeinnützigen Verein einmal genau anschauen.

    So wundert es nicht mehr, dass alle, hier geschildeten Fakten und Auffälligkeiten über Klimawandel und Dürre im Zusammenhang mit der Windenergie in der öffentlichen Wahrnehmung faktisch nicht vorkommen:
    https://freier-wald-ev.de/wp-content/uploads/2021/04/Standortgebunden-abgeschopfter-Wind-verursacht-Windsterben.pdf

    Ausnahmen, z.B. der Nachrichten aus Nordhausen, bestätigen nur die Regel: https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=273203

    Bezüglich meiner schriftlichen Beschwerde beim Presserat habe bislang nicht einmal eine Eingangsbestätigung meiner in Summe 3 E-Mails erhalten.

  6. Der ansonsten schätzenswerte Text tut drei bedeutenden Denkern sehr unrecht: Platon, Hegel und Marx. Platon und Aristoteles standen unter dem Schock des Philosophenmordes an Sokrates durch die Athener Demokratie; Rettung schien unter den damaligen Umständen nur durch einen Tyrannen möglich. – Hegel unter die Totalitären, also die Verfehler der Totalität, zu zählen, ist völlig danebengegriffen, hat er doch wie kein anderer Denker die Differenz von Staat und bürgerlicher Gesellschaft herausgearbeitet. – Marx trifft der Totalitarismusvorwurf nur bis zum „Kommunistischen Manifest“ 1848, ab 1858 hatte er im „Rohentwurf zum Kapital“ einen klaren Begriff der asiatischen Produktionsweise und damit des Urkommunismus entwickelt. Sein Hauptwerk konnte er leider nicht mehr selber vollenden, das blieb den 68er Theoretikern vorbehalten, was durch die katastrophalen Folgen der feministischen Konterrevolution heute gänzlich verdeckt ist.

  7. Das absurde Politische wird dadurch, dass man es in Gesetze verankert, kein bisschen rationaler, sondern für uns alle Betroffenen schlicht noch gefährlicher, weil das Verrückte/Kranke zur gesetzlichen, unverrückbaren Norm erklärt wird.
    Die Abstimmung am 13. Juni in der Schweiz zum Covid19-Gesetz ist unter diesen Voraussetzungen (staatliche Machtfülle, Wissenschafts-Einheitsbrei, Mediengleichschaltung etc.) unfair konditioniert und müsste gerichtlich angefochten und verschoben werden, bis mehr Klarheit herrscht über all die unglaublichen Geschehnisse und Vorkommnisse, und bis mit etwas Abstand eine unabhängige, vernünftige Einordnung überhaupt möglich sein wird. Ansonsten ist es eine reine Glaubensentscheidung, die normalerweise zugunsten dessen ausgeht, der der vermeintlich gute Hirte meiner Herde ist, denn ansonsten würde alles zusammenbrechen, worauf ich bisher vertrauen durfte, was psychologisch ganz schwer zu verarbeiten wäre, weil es schlicht als absolut „verrückt“ bezeichnet werden müsste. Auch wenn es Kopfweh auslöst, ich persönliche bezweifle inzwischen die Befähigung unserer Hirten, die Herde wohl und klug zu führen und behüten.
    Der glückliche Privatmensch, der den Bürger fallenlässt, vergisst dabei, dass es der Bürger war, der das private Glück einstmals blutigt erstritt und es nur gewährleisten kann, wenn der Privatmensch auch weiter Bürger bleiben und sich für die gemeinschaftliche Freiheit und Ordnung einsetzen will.
    In einer Demokratie, in der nach Verfassung jeder Bürger gleichberechtigt an der Macht teilhat, ist das aufkommende Bedürfnis, die ohnemächtige Bevölkerung vor der Willkür und dem Missbrauch der öffentlichen Gewalt schützen zu wollen, ein klares Anzeichen dafür, dass es um die öffentlichen Teilhabe (politische Mitsprache) schlecht bestellt ist.
    Die richtige Antwort auf einen blossen Missbrauch der Macht sind Reformen oder einen Austausch der Regierung, der möglicherweise nur auf demonstrativen Druck der Bevölkerung resultieren wird.

  8. Viele von Prof. Dr. Michael Esfeld angebrachte Thesen sind den Konsumenten von Seiten wie „Club der klaren Worte“ durchaus geläufig.
    Leider fehlt es mir an Lösungsvorschlägen.
    Wie wurde das Statement von Prof. Dr. Michael Esfeld bei der Leopoldina aufgenommen oder gar umgesetzt?
    Was haben bisher die Versuche eines Widerspruchs von kritischen Wissenschaftlern, Künstlern, Journalisten und den gemeinen Bürgern gebracht, außer dass diese abrissbirnenartig pulverisiert wurden?
    Ich bin persönlich immer häufiger an einem Punkt der offensichtlichen Machtlosigkeit angelangt.

    1. Sehr geehrter Herr Püchner,
      wir sind auch deshalb machtlos, weil wir Bürger aus der Mitte der Gesellschaft, die mitten in einem erfolgreichen Berufsleben stehen oder darauf zurückblicken uns nicht zusammenschließen und gegen all diese Machenschaften aktiv vorgehen. Wir alle sollten uns darüber bewusst sein, dass jede Regierung, die derartige Bestrebungen wie die aktuelle Regierung betreibt, sich darüber im Klaren sein muss, dass irgendwann der Zeitpunkt gekommen ist, an dem sie dem Anspruch an eine Demokratie bzw. freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung nicht mehr genügt. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Rücktritt oder der Übergang zur Autokratie bzw. Diktatur. In diesem Kontext müssen auch Statements von Horst Seehofer kritisch beleuchtet werden. Das sollte uns allen bewusst sein, zumal wir in einem Land leben, das im letzten Jahrhundert gleich zwei, d.h. eine rechte und eine linke Diktatur hervorbrachte und uns allen bekannte Personen an maßgeblicher Stelle ihre politische Karriere in der linken Diktatur begonnen haben.

      Presse und Medien blenden eine entscheidende Frage in diesem Zusammenhang nahezu komplett aus: Wann gedenkt diese Regierung bzw. diese Gesellschaft, ungeimpften Menschen ihre im Grundgesetz verankerte Menschenwürde bzw. bürgerlichen Freiheiten zurückzugeben?

      1. Ein 2nd amendment würde genügen, und steht genau dafür, dass die Bürger der USA keine Tyrannei dulden müssen.
        Die Verankerung des Widerstandsrechtes im Artikel 20(4) GG ist zu allgemein und wird durch die Zuschreibung von
        extremistischer Haltung des Widerstandes durch die politischen Verfassungsorgane quasi verhindert.
        Ich gebe es zu: die Parteiendiktatur hat gewonnen. Vor allem wegen der immer geringer werdenden intellektuellen
        Leistungsfähigkeit der Bürger, die nicht merken, wohin der Karren fährt.

      2. Hallo Herr Aßmann,
        meine Antwort auf Ihre letzte Frage lautet: Gar nicht. Der Wunsch, etwas zurück zu bekommen, das man grundsätzlich überhaupt niemandem wegnehmen kann, deutet darauf hin, dass die Legitimation „von oben“ kommen muss. Das ist aber ein Paradox, wie ich denke. Die Veränderung muss aus dem Volk selbst kommen. Jeder Widerstand ist willkommen. In der eins-zu-eins Begegnung würde man auch nicht darauf warten, dass derjenige, der einen eingesperrt hat und davon überzeugt ist, das Richtige getan zu haben, einem den Schlüssel zur Freiheit aushändigt. Das kann nur derjenige tun, der sich bisher in den Dienst dieser „Autorität“ gestellt hat. Einer, von dem man das nicht erwartet hätte: der ordinäre Schlüssel-Wärter. Ich denke, das normale Volk, also wir, die wir weder zu den Entscheidern in Politik und Wirtschaft gehören und keine Millionen auf dem Konto haben.

        Grüße an Sie.

      3. Sehr geehrter Dr. Aßmann,
        ich stimme Ihnen zu, dass es einen Zusammenschluss der bürgerlichen Mitte geben sollte.
        Hier stellt sich für mich jedoch wieder die praktische Frage, durch wen dieser organisiert werden kann und vor allem, wen ich hier in der Endkonsequenz erreichen werde.
        Und selbst offenkundige Zusammenschlüsse, wie im August zur Demonstration in Berlin, werden als solche durch viele Bürger auf Grund der gängigen Berichterstattung nicht wahrgenommen.
        Die eigene Recherche verschiedener Positionen ist enorm zeitaufwendig und wird damit von vielen Menschen nicht betrieben.
        Glaubt man Umfragen, dann haben 2/3 der arbeitsfähigen Deutschen keine finanziellen Einbußen während der Corona-Zeit.
        „Das bisschen Maske tragen ist doch auch nicht so schlimm, ebenso dass ich ein- oder zweimal im Jahr nur eingeschränkt Urlaub machen kann. Und wenn ich gut essen will, dann bestelle ich es mir eben!“
        Auch dies sind, denke ich, Gründe für die Untätigkeit von Vielen.
        Ich habe die „Wende“ bewusst miterleben können. Es gab einen Zusammenschluss der Bürger, organisiert durch die Kirchen. Eine Diktatur wurde beseitigt.
        Dennoch musste ich feststellen, dass es bei den „Machthabenden“ nur marginale Veränderungen gegeben hat.
        Deshalb bin nicht nur ich diesbezüglich desillusioniert.

    2. Sehr geehrter Herr Püchner, das geht den Lesern auf dieser Platform sicher häufig ganz ähnlich. Ich habe einen Buchtip für Sie (153 Seiten): „Wer, wenn nicht Bill/WIR?“ Von Sven Böttcher. Hab’s gerade in Windeseile zu Ende gelesen und seit langer Zeit ein wenig Beruhigung verspürt. Zum einen, weil dort Zusammenhänge erkannt, benannt und belegt werden und zum anderen, weil ein Gegenentwurf skizziert wird, der alles andere als bereits perfekt ist, aber der Raum lässt für den Menschen in uns.

    3. Moin,
      Ihrem Kommentar kann ich mich nur anschließen!
      Ich bin mittlerweile fassungslos was hier und in der Welt abgeht .
      Komme mir wie in einem schlechten Film vor,in dem erprobt wird ,wie schnell man Menschen in Panik versetzen u. ihre Rechte einschränken kann…

  9. Die Wertschätzung der hier Kommentierenden kann ich unterschreiben, was den Inhalt des Artikels betrifft. Darüber hinaus habe ich aber einige Kritikpunkte.

    „Ein anderes Beispiel sind Bundesstaaten in den USA, wie etwa Florida und Kalifornien, die wegen ihres warmen Klimas und der Küstenlage vergleichbar sind. Seit September 2020 folgt der Gouverneur von Florida der Wissenschaft, nämlich derjenigen Wissenschaft, mit der Pandemien in vergleichbarer Grössenordnung stets medizinisch erfolgreich bekämpft wurden.“

    Ich frage mich, was mit der Formulierung „medizinisch erfolgreich bekämpft“ gemeint ist. Was ist gemeint? Impfungen? Doch wohl nicht. Dann muss der Autor etwas anderes meinen, nur: was?

    „Offene Gesellschaften haben diese stets erfolgreich durch spontane Verhaltensanpassung und rein medizinische Mittel bekämpft. Dieses Wissen um effiziente Pandemie-Bekämpfung wurde im Frühjahr 2020 über Bord geworfen und die Experten, die für die bewährte medizinische Strategie mit allgemeinen Hygiene-Empfehlungen und gezieltem Schutz der Risikopersonen eintraten, diffamiert.“

    „Das Ziel war, an die Stelle der medizinischen eine politische Strategie zu setzen“ – da irritiert es mich wieder… Ersinnt eine Regierung medizinische Strategien? Doch wohl eher nicht. Dazu ist sie gar nicht da nach meinem Verständnis. Und auch nicht berechtigt. Politiker sollten sich hier überhaupt keine Strategien in Bezug auf Gesundheit ausdenken, finde ich.

    Auch hier die Formulierung „rein medizinische Mittel“ – ich denke, dass der Autor hier das Gebiet verlässt, indem er sich gut auskennt. Kann man niemandem verübeln, denn die Geschichte der Schulmedizin wird in der Regel als Erfolgsgeschichte gefeiert und kaum jemand kratzt an ihr. Ich denke, die indirekte Wertschätzung ging hier zum Beispiel an Herrn Dr. Wodarg.

    Persönlich stehe ich den Aussagen von Herrn Dr. Köhnlein näher, der praktizierender Arzt ist und sehr zurückhaltend ist mit der Kritik, die aber, wenn man genauer hinhört und recherchiert, es in sich hat: Übermedikalisierung, zu hohe Dosierungen, falsche Medikamente.

    „Diese Todesfälle treten natürlich erst in der Zukunft auf, und zwar weltweit und in sozial ungleich verteilter Weise: Sie betreffen in erster Linie unterprivilegierte soziale Schichten und sich entwickelnde Länder, vor allem durch die Rückschritte in der Gesundheitsversorgung und Armutsbekämpfung in diesen Ländern.“

    In Bezug auf die Worte „Rückschritte in der Gesundheitsversorgung“ – was meint er wohl damit? Ist das nicht ein Vorurteil von uns Modernen, dass „nicht entwickelte Länder“ etwa schlechtere Heilmethoden haben? Woher wollen wir das wissen? Die wirklich innovativen Forscher sind seit einigen Jahrzehnten dabei, sich die uns bisher unbekannten Heilmethoden anzueignen und zeigen oder erzählen zu lassen, bevor sie drohen, verloren zu gehen. Die Schulmedizin verdient oft nicht ihren guten Ruf. Wer dazu etwas tiefer graben will, dem empfehle ich diese Lektüre hier (Englisch) von Eleanora I. McBean, Ph.D., N.D.: „Swine Flu Expose“ – vielleicht beginnend mit „Chapter 2 The Spanish Influenza Epidemic of 1918 was caused by vaccinations“: http://www.whale.to/vaccine/sf.html – es öffnet einem in vielerlei Hinsicht die Augen und zeigt deutliche Parallelen zu heute. Nicht viel hat sich verändert seit den 70er Jahren und auch nicht davor.

    Der Begriff der „Armutsbekämpfung“ in diesem Zusammenhang – der ist mir zu oberflächlich. Seit wie vielen hunderten von Jahren bekämpft der reiche Westen denn schon die Armut in ANDEREN Ländern? Es ist wohl doch eher so, wie es im ersten Teil dieses Absatzes anklingt: Der Westen bereichert sich an den nicht entwickelten Ländern und kreiert das Bild von rückständigen (Agrar)-Gesellschaften, denen wir dann mit unsere „Bildung“ auf die Sprünge helfen müssen. Ein überhebliches Überbleibsel aus Kolonialzeiten, vermute ich.

    Grüße an alle Nachdenkenden und Skeptiker

    1. Apropos „Erfolgsgeschichte der Schulmedizin“. Vor 50 Jahren rief ein gewisser Richard Nixon den „war on cancer“, den Krieg gegen den Krebs, aus. Ziel war es, die Sterblichkeit deutlich zu senken, Heilmittel zu finden, den Krebs ganz auszulöschen. Unzählige Milliarden wurden seitdem in schulmedizinische Forschung und Therapie gesteckt, noch mehr daran verdient. Andere Denk- und Lösungsansätze außerhalb von Chirurgie, Chemo-, Strahlentherapie und Co werden belächelt und bekämpft. Theoretisch haben Sie als Betroffener natürlich die freie Wahl der Therapie, nur zahlen die Kassen diese i.d.R. nicht, auch wenn andere Wege weitaus günstiger sind.

      Wenn man nur die klassischen Medien verfolgt und Apothekerzeitschriften liest, hat man das Gefühl, dass Jahr für Jahr „bahnbrechende Erfolge“ in der Krebsbehandlung erzielt werden. Nur gibt es die nicht wirklich, es sei denn, man wertet es als Riesenerfolg, dass das Durchschnittsalter der Krebstoten im Laufe der Jahrzehnte etwas angestiegen ist.

      Off topic? Vielleicht. Nixon: „Machen wir uns dieses Ziel zu einer totalen nationalen Verpflichtung. Amerika ist seit langem die reichste Nation der Welt. Es ist jetzt an der Zeit, dass wir das gesündeste Land werden …“. Vielleicht ja doch nicht off topic. Dieser Gesundheits-Pathos erinnert mich stark an heute beim „war on virus“. Dass es einem Nixon wie auch den Verantwortlichen heute, nicht wirklich um Gesundheit geht, ist nur meine persönliche Meinung.

      Ihr Kommentar war lehrreich und äußerst interessant für mich. Vielen Dank, Frau Reglin.

      1. Danke, Herr Löcke, für diese zusätzlichen Informationen und die Kritik. Ja, die viel zitierten „bahnbrechenden Erfolge“ sind auch nur leere Worte. Alles scheint recht, um nur ja nicht krank zu werden. Je mehr man solches zu vermeiden sucht, umso schlimmer trifft es einen, so denke ich. „Prävention“ ist das Schlagwort der letzten Jahrzehnte geworden. Ein Paradox, wie ich meine. Nein, off topic ist das nicht. Wenn man Ideologien mit Gesundheits-Themen mischt, kommt immer etwas Fürchterliches dabei heraus. Allein so eine Zielsetzung, zum „gesündesten Land der Welt zu werden“ hat einen größenwahnsinnigen Beigeschmack.

        Grüße an Sie.

    2. Auf dem Kanal von Gunnar Kaiser bei YouTube können Sie ein Video finden, in dem Gunnar Kaiser Herrn Esfeld interviewt. Dies könnte einige Ihrer Fragen beantworten. Es geht um das gleiche Thema und ist sehr ausführlich.

      1. Danke, Simone M. Ich habe dieses Interview schon gesehen, bevor ich hier kommentiert habe. Der Text ist es aber, den ich hier etwas unter die Lupe genommen habe und ich bezog mich auf die Formulierung der „rein medizinischen Mittel“ usw. Teilen Sie meine Kritik nicht? Wenn nein, können Sie das weiter ausführen?
        Vielen Dank und Grüße

  10. …messerscharfe, philosophische Analyse…mich erschreckt, das dies aus der Feder eines Mitglieds der Leopoldina entspringt – jenes Gremium, das in Regierungsberatungsfunktion (gekauft?) Gehör findet. Welche Absicht wird denn offengelegt? Wie stellt sich die Regierung zu so einer kritischen Analyse?

  11. Michael Esfeld schreibt:
    »Deshalb handelt es sich um einen Totalitarismus: Die gesamte Gesellschaft bis hin zum Leben der Familien und Individuen wird auf die Verwirklichung des angeblichen absoluten Gut ausgerichtet, ohne dass durch Menschenwürde und Grundrechte Schranken gesetzt sind.«

    Dieses Zitat gilt für alle totalitären Systeme. In diesem Sinne ist auch der Kapitalismus „totalitär“. Wobei es im Kapitalismus nicht um die Verwirklichung eines hehren Zieles, eines „höchsten Gutes“, geht, sondern schlicht um den Selbstzweck „Vermehrung von Wert“ (Geld).

    Daher ist das Marx-Bashing des Autors nicht korrekt. Denn der Kern der Marxschen Gesellschaftskritik ist aktueller denn je. Richtig gelesen, öffnet Marx den Menschen die Augen darüber, wie sie in der bürgerlichen Gesellschaft zu Sklaven ihrer eigenen Handlungen werden. Gesellschaftliche Verhältnisse erscheinen den Menschen als Sachzwänge und natürliche Eigenschaften von Dingen. Erich Fromm hat in seinen beiden kleinen Schriften „Das Menschenbild bei Marx“ und „Jenseits der Illusionen“ (im Original treffender „Beyond the Chains of Illusion“) diesen „esoterischen Marx“ (nach Robert Kurz) in Kurzform treffend herausgearbeitet.

    Dieser Strang der Marxschen Theorie, der auch von den Wertkritikern verfolgt wird, ist wieder aufzunehmen. Das wird allerdings nicht einfach sein. Führt alleine die Namensnennung von Marx bei vielen Menschen bereits zur Schnappatmung und Abwehrreflexen, kann sich jeder leicht vorstellen, was medial passiert, wenn eine halbwegs ernst zu nehmende politische Kraft versucht, auf marxschen Gedanken ein politisches Programm aufzubauen.

    Von den Auseinandersetzungen in der politischen Linken über die „wahre“ Auslegung marxscher Gedanken mal ganz abgesehen. Aber ohne eine grundlegende Kritik an den Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft (das ist die Gesellschaft, die mit dem Kapitalismus entstanden ist) wird eine gesellschaftliche Transformation in eine freiheitlich, zukunftsfähige, sozial gerechte, friedliche und ökologisch nachhaltige Gesellschaft nicht gelingen. So lange die Gesellschaft warenförmig mit „Ware“, „Wert“, „Geld“ und „Lohnarbeit“ organisiert wird, so lange wird der Prozess der Barbarisierung und Zerstörung dieser Welt anhalten.

    Und die Menschen in seelenlose Roboter verwandelt. Gehorsam, satt und fremdgesteuert. Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass das Faktencheckerprogramm der EU „Soma“ (https://www.disinfobservatory.org/) heißt, wie die Volksbefriedungsdroge in „Schöne neue Welt“?

    1. Sehr geehrter Herr Zeller, da ist viel in Ihrem Kommentar, was nachdenklich macht. Menschen der Zeitgeschichte, wie Marx, werden ja gern einfach aus ihrer Zeit herausgelöst und dann in einem Zerrbild ins Heute überführt und auf diese Weise verdreht dargestellt. Wer weiß, ob Marx angesichts der heutigen „Spaß-Gesellschaft“ und im Bewusstsein der allumfassenden täglichen Infiltration nicht Mitglied einer wertkonservativen Bewegung wäre. Den freien Geist dazu hatte er sicher. Aber Ihr Schlusssatz bringt es auf den Punkt: „ Und die Menschen in seelenlose Roboter verwandelt. Gehorsam, satt und fremdgesteuert. Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass das Faktencheckerprogramm der EU „Soma“ (https://www.disinfobservatory.org/) heißt, wie die Volksbefriedungsdroge in „Schöne neue Welt“?“ Ich befürchte, ja ich sehe täglich, dass Sie leider Recht haben.

    2. Ich empfehle in diesem Zusammenhang auch das Werk von Erich Fromm: „Haben oder Sein“, in dem er seinerzeit schon darlegte, dass sich eine Gesellschaft grundlegend verändern müsste, um die Werte vom „Haben“ hin zu dem „Sein“ zu vollziehen. Ich selbst hielt dies damals schon für zwar wünschenswert, jedoch ebenso illusorisch. Heute scheint es nicht anders zu sein. Ich glaube, dass letztendlich nur die allerhöchste Instanz (und damit meine ich keine politischen oder wie auch immer gearteten „Eliten“) die wirkliche Wende vollziehen kann und auch wird. Aber da wir alle nicht wissen, wann und wie auch immer das vollzogen werden wird, könnte es ja auch sein, dass sich diese „Instanz“ vielleicht auch solcher Ereignisse wie der derzeitigen bedient, natürlich ohne dass wir das erkennen.
      Nur so ein Gedankenspiel…

  12. Sehr gehaltvoller Artikel. Leider wird die breite Masse aufgrund fehlender Intelligenz und/oder mangelndem Interesse in ihrer Unfähigkeit zu offener Selbstreflexion den etablierten Eliten in der nahen Zukunft keine Paroli bieten können und/oder wollen. Das Pendel schlägt klar in Richtung Unfreiheit aus – leider.

    1. Sie haben es auf den Punkt getroffen Elmar Gaschet, und ich finde es umso merkwürdiger ja nahezu unverständlich, war es doch schon ab Februar/März 2020 mit relativ wenig Rechercheaufwand machbar, reichlich Inkonsistenzen in den Aussagen der politischen Protagonisten zu erkennen. Fatalerweise hat es offensichtlich viele Menschen nicht erreicht …

  13. Vielen Dank für diesen hervorragenden Beitrag!

    Angst war, ist und bleibt es auch in Zukunft – ein hervorragendes Instrument zur Steuerung der Massen, ein Instrument zum Missbrauch der Macht!

    1. Jenes Kapital, das Sie nicht „sehen“ können. Deswegen unsichtbar.
      In der Bilanz = stille Reserven oder Rücklagen
      Hier = Follower, Ihre persönlichen Daten, Software, Markenwert etc.
      Gruss
      M.L.

  14. Erstklassig das Zeitgeschehen und den Zeitgeist in treffliche Worte gekleidet. Wer die Zensur-Orgien und Anfeindungen in Social Media als normal wertet, dem ist kaum mit paar richtungsweisenden Sätzen zu helfen.

    Auch im privaten eingeschränkten Umfeld, auf Arbeit – sofern vorhanden, beim Einkaufen sind die Streitigkeiten auffällig. Die Stimmung ist geladen, wo man auch hinschaut. Viele in Hartz4deluxe (Kurzarbeit), Arbeitslosigkeit, Hartz und die noch schaffenden Unternehmer an der Schmerzgrenze. Dann gibt es die ohne Versorgung, Brotlose Kunst in vielfacher Couleur ohne Rückhalt. Da kochen die Gemüter schnell hoch für quasi nix.

    Zeiten, in denen man wieder auf gepackten Koffern sitzen sollte. Aber wohin ? Der Wahn umspannt den Globus.

    1. Zum globusumspannenden Wahn wäre auch die Lektüre des, schon ziemlich alten, Buches von Eckardt Tolle, „Eine neue Erde“ zu empfehlen. Darin ist auch sehr gut beschrieben vom „Globalen Wahnsinn“ die Rede.
      Wie sich die Dinge doch gleichen.

  15. Danke für diesen intelligenten Beitrag. Was gäbe ich dafür, wenn man auf einen Michael Esfeld hören würde und nicht auf den Staatsphilosophen Richard David Precht. Der sagte zur lockdown-Politik: „Merkel und Söder haben den richtigen politischen Riecher gehabt.“

    Was ist der gemeinsame Nenner zwischen Corona, Klimaschutz und Krieg? Angst und Angstpropaganda. Angst vor etwas, was für jeden konkret, greifbar, spürbar, unmittelbar wahrnehmbar wäre im Jetzt? Nein. Es sind jeweils abstrakte Ängste, potenzielle Gefahren, meist in der Zukunft liegend. Das Praktische ist: Eine mögliche Bedrohung kann man nie gänzlich widerlegen. Und trotzdem kann man sie als Fakt verkaufen und jeden Zweifler diskreditieren.

    Kriege alias Friedensmissionen werden mit einer terroristischen Bedrohung begründet. Knapp 20 Jahre danach ist 9/11 immer noch Selbstermächtigung der NATO, in ein anderes Land einzumarschieren, um dort „den Frieden zu sichern“. Auch staatliche Überwachungsmöglichkeiten und Einschränkungen der Freiheit werden damit begründet. Jeden Moment könnte es einen neuen 11. September geben. Daher ist das alles nötig. Und Putin erst. Irgendwann müssen wir Putin stoppen, bevor der … ja was eigentlich?

    Klimaschutz? Wir müssen den Planeten retten, ansonsten steigt der Meeresspiegel bis 2121 um exakt 3,4 cm. Laut Studien. Erderwärmung und C02-Anstieg werden uns alle auslöschen. Dafür müssen weitreichende Dinge geändert werden und ja, selbstverständlich sind auch Klima-lockdowns denkbar. Und ja, selbstverständlich muss Klimaschutz dringend in der Verfassung verankert werden. Notfalls rettet Deutschland den Planeten alleine. Irgendeiner muss ja vorangehen.

    Covid? Masken, Maßnahmen, lockdowns, Impfungen sind nötig. Ansonsten hätten wir schon längst 500.000 Tote mehr. Und unser Gesundheitssystem wäre zusammengebrochen und wird es auch, wenn wir nun locker lassen. Laut Studien. Und weil wir die Wirtschaft retten müssen, legen wir sie lahm.

    Wir müssen die Agenda 2030 durchsetzen, die „Transformation unserer Welt“ (Orginaltitel), die 17 Nachhaltigkeitsziele. Das Paradies auf Erden, erreichbar in 15 Jahren. Warum nur ist man nicht früher auf den Gedanken gekommen? Wie in jedem Vertrag sollte man allerdings auf das Kleingedruckte bzw. das „wie“ achten. Ein Michael Esfeld tut das.

    1. „Staatsphilosoph“ Richard David Precht, der pseudointellektuelle Vordenker, hat sich vom Selbst- und Nachdenken verabschiedet und sich somit selbst diskreditiert. Braucht kein Mensch, den Papagei.

    2. Hallo Herr Löcke !

      Sie bringen es wunderbar auf den Punkt: wir leben in einem Jahrhundert der Angst. Angst vor dem Klimawandel, Angst vor Terrorismus, und jetzt halt Angst vor einem Virus. Mit Angst (macherei) kann man wunderbar die (wenig kritische und hellhörige) Bevölkerung zu Handlungen bringen, die sie eigentlich selbst gar nicht will (wer will schon dauerhaft Masken tragen und sich den Kino/Kneipen/Konzertbesuch vermiesen -bzw. verweigern lassen).
      Das Erschreckende ist, dass -wie viele Kommentatoren in diesem Forum schon angemerkt hatten- keiner mehr seinen gesunden Menschenverstand gebraucht und
      diese ganzen Maßnahmen hinterfragt. Jeder will nur händeringend die kleine Freiheiten (siehe oben) wiederhaben, die ihm eigentlich normalerweise sowieso zustehen.
      Unfassbar, das Ganze !

  16. Ein hervorragender Beitrag, der die aktuelle Situation, in der wir uns befinden, messerscharf skizziert. Allerdings wirkt Corona nur als Brennglas oder Katalysator, um all das sichtbar zu machen, was sich bereits über die letzten 2 Jahrzehnte – möglicherweise auch länger – in Staat und Gesellschaft entwickelt und verwurzelt hat. Und die selbsternannten Eliten verstehen es perfekt, diese so schnell nicht wiederkehrende Gelegenheit für ihre Zwecke zu nutzen, einen neuen Totalistarismus zu installieren. Dass insbesondere Europa als Epizentrum der P(l)andemie auserkoren wurde, hat sicherlich auch historische Gründe und wird letztlich zu einer nachhaltigen Schwächung dieses Kontinents führen. Es ist jedoch zu befürchten, dass die Weichenstellung bereits erfolgt und der eingeschlagene Weg unumkehrbar ist.

  17. Nicht ohne einen gewissen intellektuellen Anspruch wird gezeigt, dass wir uns jetzt befinden vor oder in der Weichenstellung: offene Geselschaft mit Würde jeder einzelnen Person ODER Diktatur mit Unterjochung der meisten Menschen zur Befriedigung von Eliten-Gelüsten. Das zu begreifen und an der Weichenstellung mitzuwirken, erfordert auf jeden Fall die Ablegung aller eventuell vorhandener Ängste. Denn eins scheint sicher: Das gemütliche Leben in selbstverständlicher Freiheit der letzten Jahrzehnte ist vorbei. Jetzt ist der persönliche Einsatz für Freiheiten erforderlich ODER die nächste Tyrannei Im Namen von Viren bzw. Klima wird den früheren Tyranneien im Namen der klassenlosen Gesellschaft und der arischen Rasse folgen. Als ehemaliger DDR-Zwangsinsasse habe ich mit den Schwierigkeiten persönlichen Einsatzes gegen Tyrannei jahrzehntelange Erfahrungen. Die Jüngeren und die Westler müssen jetzt Neues lernen.

  18. Dieser Beitrag hat ein hohes intellektuelles Niveau, so dass ein Kommentar von Amateuren natürlich dahinter zurückbleiben muss.
    Die ganzen totalitären Bestrebungen setzen zuallererst die Unmöglichkeit des eigenen Irrtums voraus. Darüber hinaus wähnt man sich, ganz nah am Wahn, quasi legitimiert durch den Auftrag des Herrn unterwegs zu sein, der Zweck heiligt die Mittel. Das hat zur Folge, dass Diskussion (nicht in Frage stellen) schädlich erscheint. Diejenigen, die anderer Meinung sind und diskutieren wollen, sind folgerichtig Gegner des Gemeinwohls. Überspitzt gesagt Volksfeinde.
    Die an sich gute Absicht vieler Akteure wird dann missbraucht, um einen neuen Feudalismus zu installieren. Das Geburtsrecht des Adels wurde ja auch schon im real existierenden Sozialismus durch die Zugehörigkeit zur Nomenklatura ersetzt. Ein Machtvakuum hat keinen Bestand, wenn das Volk seinen Status als Souverän aufgibt, dann wird dieser Status von anderen übernommen, keine Frage. Dieser Prozess begann nicht erst im letzten Frühjahr, nur die meisten von uns haben ihn nicht bemerkt oder nicht für entscheidend gehalten. Abgesehen von kurzfristigen Lösungen muss die staatliche Erziehung zum Untertanen unterlaufen werden durch ein freiheitliches Bildungssystem. Meine Babyboomer Generation hat das noch mit viel Glück auf dem Gymnasium erleben dürfen, aber diese Zeiten sind schon lange vorbei. Nur so als Vorschlag: Vielleicht sollten wir alle die nicht gezahlte Kirchensteuer in solche Projekte investieren. Das würde unsere Bürgergesellschaft deutlich stärken. Der Wandel muss von uns ausgehen, denn wir sind der Souverän, nicht wahr?

    1. Ihren letzten Satz müsste man wohl den bislang immer noch MSM gläubigen immer wieder vor Augen halten……..ich befürchte jedoch daß es vielen noch zu gut geht um das zu verstehen

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