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Woker Wahnsinn Wallstreet

von Peter Löcke //

Was möchte ein jedes Unternehmen? Es möchte sein Produkt oder seine Dienstleistung erfolgreich am Markt verkaufen. Teil eines erfolgreichen Verkaufsrezepts ist immer auch ein intelligentes Marketing. Kunden und Kundinnen kaufen sowohl das Produkt wie auch das Image des Produktes. Jeder Mensch möchte sich mit der Marke identifizieren, die er erwirbt. Das Marketing wiederum folgt auch dem Zeitgeist. Was ist momentan oder in naher Zukunft trendy, was ist angesagt und was en vogue?

Das alles sind Binsenweisheiten, für die es kein BWL-Studium braucht. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass kleine Firmen wie große Konzerne, dass Banken, Brauereien und Bekleidungsfirmen auf den Regenbogen-Zug aufspringen, der seit einiger Zeit durch die gesamte westliche Welt fährt. Jeder möchte woke sein. Das mag man kritisieren oder nicht. Es scheint sich jedoch zu rechnen. Produktlinien und Logos bunt anzumalen scheint fast so verkaufssteigernd zu sein wie die allseits präsente Nachhaltigkeit, die ein jedes Unternehmen für sich beansprucht. 

Nur ist dem nicht so. Es rechnet sich oftmals nicht. Der durchschnittliche Mann möchte weder den Badeanzug seiner Frau tragen noch LGBTQ-plus-freundliches Bier trinken. Und Eltern wollen ihrem Kleinkind sicher keine dämonische Reizwäsche kaufen. Das ist kein intelligentes Marketing mehr sondern penetrante Propaganda, die den Kunden abschreckt. Für die Unternehmen hat das Auswirkungen, die sich in barer Münze zeigen. Die US-amerikanische Brauerei Anheuser-Busch erlitt massive Verluste, nachdem sie ihr bekanntestes Bier Budweiser besonders woke bewerben wollte. Der zweitgrößte amerikanische Discounter Target soll gar zehn Milliarden Dollar innerhalb von zehn Tagen verloren haben. Die spannende Frage lautet also:

Warum schädigen sich große Unternehmen selbst?

Ein Ausschnitt. In Deutschland wird die Debatte um Diversität, Gender, Regenbogen, Wokeism und Co in der Regel ideologisch geführt. Auf gesellschaftlicher, medialer wie politischer Ebene ist ein regelrechter Kulturkampf entbrannt. Der US-amerikanische Sender Fox News verfolgte in einer Anfang Juni erschienenen Morning-Show einen anderen Ansatz. Er folgte dem Geld.

Warum schädigen sich selbst milliardenschwere Fische wie Target und Budweiser selbst? Politischer Druck alleine kann es nicht sein. Die Antwort liegt auf der Hand. Es gibt in jedem Gewässer noch größere Fische. Fische wie BlackRock, Vanguard und State Street. 

Sie können sich das spannende fünf Minuten lange Fox News-Video hier im englischen Original anschauen. (Ein Ausschnitt aus der Fox-Morningshow vom 2.6.2023.) Wir haben es für Sie frei übersetzt und transkribiert. Durch die Sendung führt Moderator Jesse Waters. Zugeschalteter Interviewgast ist Anson Frericks, ein ehemaliger CEO von Budweiser. Daneben gibt es als Einspieler erschreckende Aussagen von Laurence Douglas Fink, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der weltgrößten Vermögensverwaltung BlackRock.

Die Sendung ist mit viel Erkenntnisgewinn verbunden und trägt den selbsterklärenden Titel: „Wie die Wall Street amerikanische Unternehmen zwingt woke zu werden.“

Wie die Wall Street Amerika zwingt woke zu werden (Transkript)

Moderator Jesse Waters:
Sie sind nicht inklusiv genug für eine trans-satanische Bekleidungslinie für Kinder? Dann räumen Sie Ihren Spind leer, Target, denn das ist es, was gerade jeder tut. In 10 Tagen hat das Unternehmen 10 Milliarden Dollar verloren. Warum also zündet sich das unternehmerische Amerika selbst an? Hier geht es um mehr als nur um Geld. Die Leute, die die Unternehmen zwingen, Bud Light zu machen, haben selbst schon genug Geld. Sie haben so viel Geld, das sie nach Dingen suchen, die sie tun können. Wer sind diese Unternehmen? Unternehmen wie Vanguard, BlackRock und andere, die große Anteile an Target oder Disney besitzen. Mit ihrem ganzen Einfluss als Aktionäre können sie andere Unternehmen zwingen, das zu tun, was sie wollen. 

O-Ton Laurence Douglas Fink, CEO von BlackRock, auf einer Podiumsdiskussion der NYT:
Verhaltensweisen müssen sich ändern. Das ist eine Sache, die wir von Unternehmen verlangen. Sie müssen Verhaltensweisen erzwingen und bei BlackRock erzwingen wir Verhaltensweisen. Was wir intern tun, ist, dass Ihre Vergütung beeinträchtigt werden könnte, wenn sie diese Veränderungen nicht umsetzen. Sie müssen Verhaltensweisen erzwingen und falls sie diese Verhaltensweisen nicht erzwingen, sei es in Bezug auf das Geschlecht oder die Rasse oder wie auch immer sie die Zusammensetzung Ihres Teams bezeichnen wollen, werden Sie die Konsequenzen spüren.

Jesse Waters:
Wir sind also von “Der Kunde hat immer Recht” zu “Du kannst mich mal!” übergegangen. Und das alles nur, weil reiche weiße Liberale an der Wall Street sich schuldig fühlen, weil sie Milliardäre sind. Also zwingen sie Unternehmen dazu, woke zu werden, um die Götter der sozialen Gerechtigkeit zu bezahlen. Und das ist auch ein brillanter Klassenkampf. Die Bauern werden die Burg nicht stürmen, wenn sie denken, dass der reiche Kerl, dem die Burg gehört, nett ist und alles funkeln lässt. Lassen Sie uns mit Anson Frericks sprechen. Er ist ein ehemaliger Anheuser-Busch-Manager und Mitbegründer von Strive Asset Management. Wie funktioniert das eigentlich, falls diese Leute die Wahrheit sagen?

Anson Frericks:
Danke Jesse, dass ich heute Morgen hier sein darf. So funktioniert es halt. Es ist ziemlich einfach. Man muss nur dem Geld folgen, wenn man sich BlackRock, State Street und Vanguard anschaut. Sie verwalten 20 Billionen Dollar an Kapital, aber es ist nicht ihr eigenes Geld. Es ist das Geld von normalen Bürgern, Feuerwehrleuten, Polizisten, Ärzten, die ihr Geld im Allgemeinen entweder über 401k [Anm. d. Red.: Modell der Altersversorgung in den USA] oder über andere große Pensionsfonds haben. Große Pensionsfonds wie der Staat Kalifornien, der den größten Fond in den USA verwaltet. Viele der Politiker in diesen Staaten, z. B. in Kalifornien, haben vor kurzem diesen großen Pensionsfonds vorgeschrieben, sich von Dingen wie den fossilen Brennstoffen Öl und Gas zu trennen, und als Bill de Blasio Bürgermeister von New York war, taten sie dasselbe. Aber sie verkaufen auch BlackRock und State Street. Wenn sie ihr Geld verwalten wollen, müssen sie sich zu Dingen wie Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration verpflichten und unternehmensweite Verpflichtungen eingehen, die sie anschließend allen großen Unternehmen in Amerika aufzwingen.

Jesse Waters:
Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, sagt also zu einem BlackRocker  „Wir werden euch keine 100 Milliarden Dollar Staatsrente schicken, wenn ihr in Exxon Mobil investiert. Wir werden sie euch nur schicken, wenn ihr sie in woke Unternehmen investiert.“ Und das ist es, was sie an diesen Orten tun. Sie investieren es dort und diese Unternehmen machen sie zu Gewinnern und dann wird jeder bezahlt. 

Sie haben Anheuser-Busch verlassen, weil dort ein paar von diesen Schweinereien passiert sind.

Anson Frericks:
Oh, ich habe Anheuser-Busch nicht unbedingt wegen Anheuser-Busch verlassen, sondern wegen einer Menge anderer Unternehmen. Ich habe zum Beispiel im Jahr 2021 in Atlanta gelebt, und die Bürger von Georgia haben Vertreter gewählt, um sicherzustellen, dass wir Wahlgesetze haben. Man muss einen Ausweis haben, um wählen zu können und mit diesem Ausweis kann man wählen. Das scheint ein ziemlich logisches Gesetz zu sein. Ich war etwas überrascht, dass Georgia es nicht hatte, aber was ich verrückt fand, war, dass BlackRock im Nachhinein kam und sagte, dass sie gegen dieses Gesetz sind. Wir denken, das ist schlecht für die Demokratie, das ist schlecht für die Gesellschaft, und im Grunde genommen haben sie dann Unternehmen wie Coca-Cola, Delta und sogar die Major League Baseball dazu gebracht, ein All-Star-Spiel abzusagen. Und als ich all das gesehen habe, war das schlecht für die Kapitalmärkte, denn anstatt dass diese Unternehmen einfach nur Erfrischungsgetränke liefern oder in der Major League Baseball spielen, mischen sie sich in diese politischen Fragen ein. Das ist schlecht für diese Unternehmen, weil sie viele ihrer Kunden verprellen, wie wir gerade bei Firmen wie Anheuser-Busch sehen. Aber offen gesagt ist es auch schlecht für die Demokratie, denn die Bürger sollten in der Lage sein, diese Dinge durch freie und faire Wahlen zu entscheiden. Nicht unbedingt durch eine kleinen Gruppe von Vermögensverwaltern und CEOs, die dem Einzelnen sagen, wie er leben soll.

Jesse Waters:
Ich weiß noch, wie die Linken die Wall Street hassten und jetzt lieben sie sie, weil die Wall Street so funktioniert wie sie selbst. Vielen Dank, dass Sie uns besucht haben. Und es stimmt, man muss nur dem Geld folgen. Dieser Weg folgt jedes Mal der Wahrheit. Wir freuen uns, dass Sie bei uns waren.

Anson Frericks:
Danke schön.

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5 Antworten

  1. Das ist der springende Punkt: “Aber offen gesagt ist es auch schlecht für die Demokratie, denn die Bürger sollten in der Lage sein, diese Dinge durch freie und faire Wahlen zu entscheiden. Nicht unbedingt durch eine kleine Gruppe von Vermögensverwaltern und CEOs, die dem Einzelnen sagen, wie er leben soll.”
    Die schlimmsten Demokratieverächter sind inzwischen für mich die, die ständig das Wort “Demokratie” verwenden, als Alibi für nichtdemokratisches Ansinnen.
    Kann mir bitte irgend jemand sagen, durch welche freie und demokratische Wahlen hier noch jemand entscheiden kann, dass sich an diesem System etwas ändert? Freue mich über Wahlvorschläge für die Partei, die dem Einzelnen nicht sagt, wie er leben soll und nicht von BlackRock, Vanguard usw. gesteuert, bzw. abhängig ist. Sobald ich eine Partei wähle und dieser meine Stimme gebe, gebe ich alle meine Rechte als Staatsbürger an diese Partei ab. Das ist ähnlich einer Patientenverfügung. Darum brauchen wir uns über die Konsequenzen unserer Wahl nicht wundern.

  2. Jeder soll leben wie er möchte, ich werde das tolerieren aber nicht akzeptieren, auch werde ich mich nicht zu diesem Gender-Schwachsinn
    zwingen lassen.

  3. Danke Herr Löcke …endlich mal ein weiterer Artikel dazu (Danisch? Hat es auch erkannt).Es ist überaus wichtig, dass das”woke Wirken”als Würgen,von Blackrock ans Licht gezerrt wird…
    Ich mache es kurz: Merz (“das liegt nur am Gendern”) muß weg!

  4. Ich werde niemals auf diesen unsäglichen “Regenbogenschwachsinn” und “Gender-Unsinn”
    abgehen. Ich finde es weiterhin als vollkommen legitim zu sagen, dass es einzig Mann & Frau gibt und nur daraus natürlich eine Familie entstehen kann. Auch zu einer Ehe gibt es für mich nur eine Version: 1 Frau & 1 Mann. Schluss uns Aus!

    (Meine frei erlaubte Meinung nach Paragraph
    5 des GG der BRD)

    1. Ich habe seit Kindesbeinen einen Deltadrachen den ich jedes Jahr habe steigen lassen. Inzwischen behagt es mir nicht mehr so sehr,denn er ist in den Farben des Regenbogens. Andererseits kann man ja alles Mögliche an so einen Drachen ranhängen. Vielleicht besorge ich mir einen russische Flagge und binde sie mit an die Leine. Mal sehen ob wer vorbeikommt…

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