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Zwei deutsche Flüchtlinge

Die Auswanderung der Bundesbürger hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Zu den bevorzugten Ländern gehört auch Ungarn. Klare Worte für den Grund ihres Umzugs finden Doris und Jürgen Schwarz, die jetzt in Ungarn leben. Die Budapester Zeitung hat sie interviewt. In einem redaktionellen Austausch mit der BZ, veröffentlichen wir das Interview auch im CdkW.
von Anna Berg //

Es war eine Flucht vor dem Desinteresse der Deutschen am aktuellen Geschehen sowie vor Diffamierung und Beschimpfung.

Doris und Jürgen Schwarz heißen mich in ihrem Häuschen in Zala­szentlászló (West-Ungarn) willkommen, das sie im Januar 2022 gekauft haben. Doris, 61, ist Diplom-Ingenieur für Bekleidungstechnik und hatte viele Jahre ein eigenes Geschäft in Deutschland, das jedoch den Corona-Maßnahmen zum Opfer gefallen ist. Jürgen, 58, ist Finanzfachwirt und führt seit 2005 eine eigene Firma.

Was hat Sie darüber nachdenken lassen, aus Deutschland auszuwandern?

J.S.: Es gab mehrere Gründe. Die meisten davon haben mit der deutschen Corona-Politik zu tun. Aber schon der eindeutige Rechtsbruch 2015, als die Bundeskanzlerin der illegalen Zuwanderung Tür und Tor öffnete, war so ein Moment. Als logisch denkender Mensch war mir klar, dass diese Art der Zuwanderung zu Problemen führen würde. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass es diesbezüglich einen breiten Diskurs geben würde, dass die damit zusammenhängenden Probleme von den Medien thematisiert würden, aber da kam nichts!

Gab es einen ganz bestimmten Moment, von dem Sie sagen würden, der war entscheidend für das Verlassen der Heimat?

Das Haus der Familie Schwarz

D.S.: Das erste Mal war am Vorabend der zweiten großen Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen und gegen eine Impfpflicht am 1. August 2021. Wir waren am Brandenburger Tor und warteten auf eine Freundin. Es waren viele Menschen auf dem und um den Platz und eine Frau sang. Dann kam die Polizei und forderte uns auf, den Platz zu verlassen. Ich fragte nach dem Warum und bekam zur Antwort, dass dies eine verbotene Versammlung sei.

„Sie sind Querdenker und Sie haben gesungen!“, sagte einer der Polizisten. Ich versuchte, meinem Gegenüber zu erklären, dass wir hier auf eine Freundin warten und nichts mit einer Versammlung zu tun haben. Weder hatte ich mich der Querdenker-Bewegung angeschlossen, noch habe ich gesungen.

Den Kommentar des Polizisten werde ich nie vergessen: „Wenn Sie in einem fremden Land, in einer fremden Stadt sind, dann haben Sie sich an die Regeln zu halten.“

Mein Mann lachte ungläubig, er dachte immer noch, dass der Mensch in Uniform ihn auf den Arm nehmen wollte. Daraufhin wurde er zu einer Personenfeststellung abgeführt und musste dabei anderthalb Stunden mit erhobenen Händen an einer Wand stehen. Danach erhielt er einen Verweis für die komplette Innenstadt Berlins für 24 Stunden. Der Sinn des Ganzen war offensichtlich, uns von der Demo am darauffolgenden Tag fernzuhalten. Der Aufforderung, sich zu identifizieren, kamen die Polizisten übrigens nicht nach. Wir gingen als ganz normale Bürger auf die Straße und wurden wie Kriminelle behandelt.

Waren Sie auch auf anderen Veranstaltungen gegen die Corona-Maßnahmen?

J. S.: Im April 2020 nahmen wir an den ersten, noch kleinen Demonstrationen im Raum Oberschwaben/Bodensee und in Bayern teil. Mit Freude sahen wir zu, wie die Teilnehmerzahl von Mal zu Mal auch in kleineren Städten nach oben ging, bis weit in den vierstelligen Bereich. Schon damals wurden die Redner von den Medien diffamiert und erfuhren Repressalien.

Die Corona-Maßnahmen waren inzwischen für kleine Selbständige, wie wir es waren, eine drastische Existenzbedrohung. Darum war es für uns selbstverständlich, am 1. August 2020 in Berlin an der großen Demonstration teilzunehmen.

Blick in den Garten

D. S.: Wir dachten zunächst, dass diese Demo, bedingt durch Diffamierung der Medien, sehr klein ausfallen würde, und waren ergriffen von den Menschenmassen aus allen geografischen und politischen Richtungen Deutschlands, die sich am Brandenburger Tor einfanden. Es war unbeschreiblich! So viele Menschen, die friedlich nebeneinander gingen oder tanzten, erkennbar zu einem großen Teil aus der Mittelschicht, sowohl mit deutschen als auch fremden Wurzeln, und die über die Corona-Politik alle so ähnlich dachten. Was die Medien uns glauben machen wollten, stimmte also gar nicht. Wir waren nicht so wenige, wir waren sehr viele! Das war eine großartige Erkenntnis.

J.S.: In den Mainstream-Medien war freilich nur von einer deutlich kleineren Teilnehmerzahl die Rede. Auch das Thema Polizeigewalt wurde heruntergespielt. Dabei haben wir sowohl am 1. August als auch am 29. August 2020 schlimme Szenen mit ansehen müssen.

Zum Beispiel?

D.S.: Wir haben gesehen, dass eine ältere Frau von zwei Polizisten die Straße entlang geschleift wurde. Ihr Mann wurde brutal daran gehindert, seiner Frau zu Hilfe zu kommen. Ganz erschreckend fanden wir, dass willkürlich Menschen aus dem Demonstrationszug abgeführt wurden. Insbesondere ältere Menschen und Frauen. Zu den beliebten Maßnahmen der Polizei gehörte auch die Einkesselung von Demonstranten, um dann sagen zu können, die Abstände seien nicht eingehalten worden. Sie schafften sich also praktisch selber einen Grund, um Leute abzuführen und die Demonstration letztlich ganz zu verbieten. Wer das Grundgesetz in den Händen hielt, wurde von der Polizei dahingehend „aufgeklärt“, dass dies ein verbotenes „Plakat“ sei.

Was war mit Ihrem Umfeld? Teilte man Ihre Meinung?

D.S.: Unser Umfeld war gemischt. Es gab etliche, die mit uns auf die Demos gegangen sind und gesehen haben, was in Deutschland passiert. Aber leider mussten wir auch die Erfahrung machen, dass Bekannte, die wir für absolut intelligent hielten, einfach alles machten, was die Regierung befahl, und uns mit unseren Zweifeln auslachten.

Hatten Sie keine Angst vor Repressalien?

J.S.: Wir nutzten lediglich unser Demonstrationsrecht. Außerdem empfanden wir es als Bürgerpflicht, unsere Freiheit und Demokratie zu schützen. Trotzdem hatten wir natürlich unterschwellig Angst. Aber was für eine Wahl hatten wir denn? Die wirtschaftliche Existenz von uns beiden war massiv bedroht. Medien und Politik kungelten miteinander. Vierte Gewalt? Fehlanzeige! Was sollten wir denn tun, als selber aktiv zu werden? Für eine Normalisierung der Verhältnisse in Deutschland halte ich es übrigens für unabdingbar, dass die Medien wieder ihre eigentliche Aufgabe als vierte Gewalt wahrnehmen. Sie sollten die Politik kontrollieren, statt sie zu hofieren. Wenn dieses Defizit nicht beseitigt wird, dann ist zukünftigem Machtmissbrauch Tür und Tor geöffnet, egal von welcher politischen Seite.

D.S.: Wir hatten uns in einigen großen Städten Deutschlands an Corona-Demos beteiligt und dabei etliche unverhältnismäßige Polizeimaßnahmen erlebt. Wir hatten den Eindruck, dass die Polizisten den Befehl erhalten hatten, möglichst viel Angst zu verbreiten und sich auf keinerlei verbalen Austausch mit uns Demonstranten einzulassen. Als ob die schwarz gekleideten, mit Helmen vermummten, kräftigen Gestalten nicht schon beängstigend genug gewesen wären, legten sie zusätzlich ein rücksichtsloses, brutales Verhalten an den Tag. Der Gedanke, dass wir wegen unserer Einstellung gehasst wurden, war keineswegs erhebend.

Sie sprachen von mehreren Ereignissen, die Sie über das Auswandern nachdenken ließen. Was war es noch?

Der Kindergarten im Dorf

D.S.: Am 18. November 2020 fand in Berlin die für uns wichtigste Demo statt, weil es da um die Grundsätzlichkeit der Freiheit ging. Im nahegelegenen Reichstag fand währenddessen die Debatte zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes statt. Die Staatsmacht begrüßte uns mit Wasserwerfern, die großzügig eingesetzt wurden. Wir fragen uns noch heute, warum sich so viele Demonstranten (auch mein Mann) hinterher die Augen ausspülen mussten und einige sogar unter Atemnot litten. Viele Menschen waren total durchnässt, und das bei äußerst niedrigen Temperaturen. Diese Unverhältnismäßigkeit ließ in uns endgültig die Frage aufkommen, ob wir in diesem Land noch eine Zukunft haben.

J.S.: Unsere Erlebnisse auf den verschiedenen Demonstrationen sind so mannigfaltig, sie zu erzählen, würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Nach all dem war uns aber klar geworden: in Deutschland ist die Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht nicht mehr vom Grundgesetz geschützt.

D.S.: Wir werden niemals vergessen, wie wir von großen Teilen des Mainstreams, unseren Mitbürgern, Politikern und der sogenannten Antifa beschimpft wurden: Coronaleugner, Covidioten, Impfgegner, Mörder, Blinddarm, Nazi, Pack, „man sollte euch prügeln“ etc. Das berührt uns nach wie vor sehr, zumal wir immer gute Bürger in einem freiheitlich demokratischen Land waren, so wie wir es von unseren Eltern gelernt hatten.

War die ungarische Corona-Politik besser?

J.S.: Zumindest hier auf dem Land sind die Menschen sehr zivilisiert miteinander umgegangen. Leben und leben lassen! So extrem, wie man in Deutschland auf eine nicht vorhandene oder nicht korrekt getragene Maske reagiert hat, war es hier nie!

War das ein Grund dafür, dass Ihre Wahl ausgerechnet auf Ungarn fiel?

J.S.: Die Freiheitsliebe der Ungarn und ihre Skepsis gegenüber jeglicher Obrigkeit waren natürlich ein großes Plus für unsere Entscheidung zugunsten von Ungarn.

Ungarn war für mich übrigens kein unbekanntes Pflaster. Ich war seit 1992 immer mal wieder in verschiedenen Teilen des Landes unterwegs. Erst allein, dann mit meiner Frau. Dass wir schließlich in Zalaszentlászló gelandet sind, ist reiner Zufall, weil wir über mehrere Bekannte von diesem Haus erfuhren.

D.S.: Wir wollten auf jeden Fall geografisch in der Nähe unserer früheren Heimat bleiben. Da boten sich Länder wie Slowenien, Kroatien oder Ungarn an. Kroatien und Slowenien schieden aber letztendlich wegen des Euros als Landeswährung aus.

Wann stand es für Sie endgültig fest, Deutschland zu verlassen?

J.S.: Als im Herbst 2021 das Ergebnis der Bundestagswahl feststand. Das war der letze Tropfen. Uns wurde endgültig klar: die deutsche Demokratie verwandelt sich immer mehr in eine Ineptokratie.

D.S.: Danach noch länger zu warten, wäre Zeitverschwendung gewesen!

Was gefällt Ihnen an Ungarn?

D.S.: Die Natürlichkeit des Landes und das Kulturangebot. Und natürlich schätzen wir die vernunftgeleitete und an den Interessen des Landes orientierte Regierungspolitik. Möglicherweise hat sie auch damit etwas zu tun, dass ungarische Regierungspolitiker allesamt noch kompetent und sachkundig sind – so wie es früher auch in Deutschland üblich war.

J.S. (lacht): Die gute ungarische Küche spielte bei unserer Entscheidung aber auch eine Rolle!

Wie geht es Ihnen jetzt in Ihrer neuen Heimat?

D.S.: Unsere Gedanken kreisen immer wieder darum, was in Deutschland passiert, warum die Menschen nicht endlich aufwachen. Möglicherweise wird das aber noch solange dauern, bis größere Teile der Bevölkerung die Folgen der Fehlleistungen der politischen Entscheidungsträger in ihrem Portemonnaie spüren.

Trotzdem kehrt langsam Ruhe in uns ein. Ich schreibe seit unserer Ankunft in Zalaszentlászló Tagebuch. Das hilft mir, die Geschehnisse der letzten drei Jahre aufzuarbeiten.

Ein paar Kontakte haben wir hier auch schon geknüpft, wir haben nette ungarische Nachbarn und gehen regelmäßig zu Veranstaltungen, die von der Gemeinde organisiert werden. In unserem Kulturhaus besuche ich einen Ungarisch-Kurs.

J.S.: Ich führe mein Unternehmen digital weiter, wenn es notwendig ist, fahre ich auch mal für ein paar Tage nach Deutschland. Neben der Arbeit am Haus nehmen wir uns Zeit, um die Umgebung zu entdecken. Mindestens einmal in der Woche sind wir unterwegs, um Land und Leute besser kennenzulernen. Im unmittelbaren Umkreis kennen wir schon jeden Ort.

Haben Sie das Gefühl, angekommen zu sein?

J.S.: Noch nicht vollkommen, aber die Umstände vermitteln uns ein subjektives Gefühl der Freiheit. Wir fühlen uns hier sicher! Inzwischen können wir uns sogar vorstellen, für immer in Ungarn zu bleiben. Das war so gar nicht geplant.

D.S.: „Lieber eine Heimat in der Fremde, als ein Fremder in der Heimat“, ist unser derzeitiges Motto.

Was ist in Ungarn auffällig anders als in Deutschland?

D.S.: Die Kinder sind anders. Tatsächlich! Es scheint, als seien sie zufriedener, die Achtung vor den Eltern und älteren Menschen ist noch vorhanden, und nicht zuletzt wird viel für die Kinder getan.

Was planen Sie für die nahe Zukunft?

J.S.: Wir wollen Ungarn mit dem Wohnmobil bereisen, auch mal in entlegenere Gegenden fahren und uns viel Zeit dafür nehmen.

Fehlt Ihnen etwas in Ungarn?

J.S.: Eine regelmäßige Arbeit. Sobald die Sprachbarriere weg ist, kommt aber auch das.

Haben Sie einen Rat für zukünftige Auswanderer?

D.S.: Wenn man die Absicht hat, eine Immobilie zu kaufen, empfiehlt es sich natürlich, diese persönlich in Augenschein zu nehmen, sonst gibt es unter Umständen unangenehme Überraschungen. Man sollte meinen, dass das selbstverständlich ist, aber wir haben tatsächlich erlebt, dass dem nicht immer so ist.

J.S.: Ein solides finanzielles Polster sollte man mitbringen, denn bis alles so läuft, wie man es sich vorgestellt hat, kann reichlich Zeit ins Land gehen. Die Arbeitssuche, das Erlernen der Sprache und die Abwicklung eventuell noch bestehender Verpflichtungen im Heimatland rauben eine Menge Zeit und Energie.

Das Interview erschien zuerst in der Budapester Zeitung

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21 Antworten

  1. Spätestens seit den vollkommen überzogenen und freiheitseinschränkenden sog. Corona-Maßnahmen und den damit einhergehenden Diffamierungen aller gesellschaftlichen Akteure wie Medien, Freunde und auch der eigenen Familie gegenüber meiner Frau und mir, nur weil wir eine andere Meinung vertreten (haben), ist der Wunsch nach Auswanderung stärker denn je. Deutschland ist aus meiner Sicht kulturell, gesellschaftlich und erst recht ökonomisch nicht mehr zu retten. Man braucht nur das äußerst lesenswerte Buch von Gustave Le Bon “Psychologie der Massen” aufmerksam zu lesen, dann weiß man, warum sich Deutschland so entwickelt hat. Die Frage, die sich stellt, ist nur: Wo ist es besser bzw. welches Land kommt in Betracht? Die Intelligenz verlässt das Land ohnehin und intelligente Menschen aus dem Ausland machen einen großen Bogen um das “(…) beste Deutschland aller Zeiten” (was für ein Witz). Sobald diese Frage für uns geklärt ist, ziehen wir die Konsequenzen.

  2. Eine Frage sei gestattet an alle Auswanderer: Wer treibt die Auswanderungswelle voran und warum? Hat die ReGIERung ihren, schon vor Jahren gefassten Plan des gewollten Bevölkerungsaustauschs somit nicht erreicht? Wer soll noch für sein Vaterland kämpfen, wenn viele gehen?
    Das waren jetzt zwar 3 Fragen, aber sie sind wichtig zum Nachdenken
    LG Judith

  3. Sehr gehrte, liebe Kommentarschreiber,
    es ist immer wieder sehr aufbauend zu erfahren, dass wir doch “viele sind”. Alle Beschreibungen der Vorkommnisse seit 2015 habe ich auch zum Einen mit Verwunderung, zum Anderen mit Entsetzen miterlebt oder mit verfolgt. Selbst der Jagd von der Polizei auf uns “Coronaleugner” bin ich nicht entkommen. Wir leben in einem kleinen Dorf und machen leider nach wie vor die gleichen Erfahrungen, dass immer noch zu viele dem Mainstream folgen. Unsere Versuche in der Zeitung kritische Leserbriefe unterzubringen, schlugen sehr oft fehl oder sie wurden dann “entschärft” dargestellt.
    Auswandern ist für uns aus Altersgründen keine Option, stattdessen versuchen wir eine Art Parallelstruktur aufzubauen, d. h. sich mit Gleichgesinnten auf möglichst vielen Ebenen zu verbinden.

    Mit lieben Grüßen Jürgen

    1. Da meiner Meinung nach eine Veränderung dieser Wahnsinnspolitik in einer Wahnsinsgesellschaft nicht mehr möglich ist und wir nur noch auf den “Aufschlag” warten können, versuchen auch wir Gleichgesinnte in eine Parallelgesellschaft zu überführen, um den Aufwachenden Alternativen aufzeigen zu könne

    2. Ich kann als Polizeibeamter, der bald in den Ruhestand gehen darf, die Schilderung über die Berliner Demonstrationen und die brutale und undemokratische Übergriffigkeit der Polizei gegenüber den hunderttausende friedlichen Demonstranten aus eigener Beobachtung und Erleben am eigenen Leibe nur bestätigen. Ich habe seit dem meinen Glauben an diesen Staat verloren.

  4. Ich bin Deutsche und habe schon vor 35 Jahren Deutschland verlassen. In dieser Zeit habe ich in 5 Ländern gelebt und gearbeitet. Aus Österreich kommend bin ich nach Ungarn gezogen, für mich war Ungarn nichts Neues, den mein Stiefvater war Ungar und ich bin als Kind sehr oft in Südungarn gewesen. Ich besitze jetzt ein wunderschönes neues Haus mit Garten und habe nette internationale Nachbarn. Ich konnte in den 6 Jahren, in denen ich in Ungarn lebe, viele Freundschaften schließen. Meine ungarische Freundin war Lehrerin und bei ihr nehme ich jede Woche 2 Stunden Ungarisch-Unterricht. Mir gefällt die Lebensart der Ungarn “Leben und leben lassen”, dazu kommen die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, der familiäre Zusammenhalt, die traditionellen Feste und die teils noch unberührte Natur, und nicht zu vergessen, die Sicherheit, die man hier als Frau selbst in der Großstadt noch hat. Aufgrund der Nähe zu Österreich, lebe ich sozusagen in zwei Welten, was natürlich die Integration wesentlich erleichtert hat, da die meisten Ungarn in dieser Gegend zumindest ein wenig Deutsch sprechen. Um immer auf dem Laufenden zu sein, habe ich die “Budapester Zeitung” von Jan Mainka abonniert und verfolge mit Interesse die Politik des Landes. Rückblickend kann ich sagen, dass mein Umzug nach Ungarn wohl die beste Entscheidung war, die ich jemals in meinem Leben getroffen habe.

  5. Lieben Dank für diesen ausführlichen Bericht. Uns ist es in der Corona-Zeit ähnlich ergangen und gerade ich habe auch darüber nachgedacht dieses Land zu verlassen. Aber ich habe erwachsene Kinder und hätte als Mutter große Probleme sie nicht mindestens alle paar Wochen mal zu sehen. Das hat mich persönlich daran gehindert zu gehen. Ungarn und die bodenständige Politik des Herrn Orban wären tatsächlich eine verlockende Option. Nun mag ich aber die Menschen die ich liebe nicht so weit zurück lassen und hoffe, dass Deutschland endlich aufwacht. Die Politik tut ja alles dafür, das Land an die Wand zu fahren und je schlechter die Lebensumstände für das Volk werden um so mehr wacht das Volk auf. Aber ich mache mir nichts vor. Wahrscheinlich muss es noch schlechter werden, bevor es besser wird.
    Liebe Grüße
    Claudia Bohrer

  6. Heute habe ich mein LinkedIn-Account gelöscht. Nachdem ein Autor behauptete, “der Mensch sei nicht zur Eigenverantwortung fähig”, und deshalb seien (grüne) Ge- und Verbote absolut notwendig, habe ich energisch widersprochen und darauf hingewiesen, dass erst einmal die Politik ihre Aufgaben machen sollte. Einbahnschilder am Eingang von (technologischen) Sackgassen aufzustellen, war eben noch nie eine wirklich gute Idee. Dieses habe ich am Dürremonitor festgemacht, der welch ein Erstaunen mit der installierten Leistung der Windenergie korreliert: https://twitter.com/RoHeAss/status/1679082793840652288

    Darauf brach ein wahrer Shitstorm mit Anschuldigungen wie Geschwurbel über Verschwörungstheorien bis hin zu Vorwürfen der Dummheit über mich herein. Irgendetwas hat sich spätestens seit Corona massiv negativ verändert in unserem Land. Früher war LinkedIn ein Ort des gepflegten Diskurses. Heute ist es ein Leitmedium der grünen Kollektivierung, verbunden mit einer ordinären Sprache, falls man sich nicht in die Herde der grünen Leitschafe ein- bzw. unterordnet. Unser Land scheint sich in der Tat auf den nächsten “Great Reset” vorzubereiten, allen voran unsere Akademiker und Führungskräfte.

    1. Sie haben vollkommen recht , unser Land produziert mit ihrer Bildung bei unseren Kindern und Jugendlichen immer mehr Schafe , die in der Herde ihrem Anführer folgen
      Da hilft nur noch eins – weg hier

  7. Ein sehr informativer und berührender Artikel.

    Nach langer Entfremdung und dem Grübeln über Alternativen (- auch wg. der ab 2015 deutlich gewordenen destruktiven deutschen Politik) waren es die Coronapolitik-Ereignisse und schliesslich die drohende Impfpficht, die uns vertrieben haben. Zunächst haben wir uns in der Schweiz eingemietet, aber a. haben uns die dort ebenfalls aufgebrachte Maskenpflicht (- selbst auf der Seepromenade am Lago M.) und die Impfforderungen vieler Restaurants enttäuscht, und b. war ein Hauskauf in der Schweiz nicht finanzierbar. Wir haben uns dann für den Norden Dänemarks entschieden.

    (Ehepaar im Ruhestand)

  8. ich war auch in Berlin und kann die gesamten Schilderungen nur bestätigen. Ich wünsche diesem Paar den größtmöglichen Erfolg und viel Freude in Ungarn. Ich habe mir hier mein Refugium geschaffen und mich von dieser Gesellschaft der obrigkeitshörigen Mitläufer ein für alle mal distanziert. Ich hatte sie schon lange auf meinem Radar, konnte sie aber einfach ignorieren. „Corona“ und vieles andere hat sie endgültig geoutet und unwiederbringlich verursacht das ich sie allesamt nur noch zum kotzen finde. Jedes Zusammentreffen wird konsequent vermieden. Jedwede Solidarität mit dieser „Gesellschaft“ ist ausgelöscht.

    Natürlich gibt es Ausnahmen und als „reduzierte Gesellschaft“ haben wir sehr viel Spaß. Wir können über die weit verbreitete Unfähigkeit sehr laut lachen und schauen uns dieses Theaterstück von der Seitenlinie an.

    Hunderte Kilometer zu fahren um an Demos für Frieden, Freiheit u. Selbstbestimmung , teilzunehmen ist jetzt Sache der geimpften oder Besitzern von alten Heizungen.

    Ich bin halt ein Querdenker.

    1. Lieber Klaus-Peter,

      Sie sprechen mir absolut aus der Seele!
      Vielen Dank für Ihre Worte und Ihre Konsequenz.

      “Hunderte Kilometer zu fahren, um an Demos für Frieden, Freiheit u. Selbstbestimmung teilzunehmen, ist jetzt Sache der Geimpften oder Besitzern von alten Heizungen.”
      Ein herrlicher Abschluss Ihres Beitrags

      Herzliche Grüße
      Ihr
      Mathias Babel

  9. Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Wir sind aus ähnlichen Gründen nach Bulgarien ausgewandert. Um die Weihnachtszeit 2021 dämmerte uns, dass wir spätestens mit dem Lastenausgleich unser Haus nicht werden halten können. Nach den Diffamierungen der C-Jahre war das der berühmte Tropfen, der unser Fass zum Überlaufen brachte. Wir haben auf den letzten Drücker unser Haus gut verkauft und uns hier 30km vom Schwarzen Meer entfernt ein wunderbares Anwesen mit Brunnen, Gewächshaus, 100 Jahre altem Walnussbaum, Obstbäumen und 2000m² Land gekauft. Im September 2022 sind wir umgezogen und kommen mit dem Abstand zu Deutschland immer mehr zur Ruhe. Wenn wir in deutsche Zeitungen sehen, schütteln wir nur noch ungläubig mit dem Kopf und fragen uns, was eigentlich noch passieren muss, bis die Deutschen auf die Barrikaden gehen.

  10. Fast meine Geschichte, nur dass ich schon den östlichen Teil Deutschlands einmal verlassen hatte. Aber die Erfahrungen zu den genannten Eckdaten waren die gleichen. Wegzugehen ist für mich nicht nochmals eine Option. Freiheit und Selbstbestimmung hatte ich mir damals erträumt und viele Jahre auch gelebt. Jetzt spüre ich eine Verpflichtung für mein Vaterland, auch wenn es mancher zum kotzen findet.

    1. Glückwunsch mir geht es ähnlich, nur das ich heute denke, wäre ich bloß nicht ausgewandert, dann hätte ich jetzt starke Menschen um mich, mit denen ich gemeinsam kämpfen könnte . Da wo ich zur Zeit wohne, schreien die meisten nur mäh… und machen alles , was von ihnen verlangt wird. Jetzt denke ich tatsächlich über das Auswandern nach

  11. Hallo Herr Langemann,

    zu den Aussagen von Doris und Jürgen Schwarz passt auch sehr gut folgendes Videomaterial von Boris Reitschuster.

    https://www.youtube.com/watch?v=lLJdFD0WQBs

    Ansehen, solange es noch verfügbar ist. Die Zensurpolizei von YT ist schnell.

    Ich wünsche den beiden viel Erfolg. Vielleicht sieht man sich da unten mal. Meine Auswanderungsaktivitäten laufen schon seit einiger Zeit auf Hochtouren.

    Und Ihnen, Herr Langemann, wünsche ich ebenfalls viel Erfolg, eine stets gut gefüllte Kaffeekasse, einen wohlschmeckenden Whishky nach getaner Arbeit und erholsame Nächte. Bleiben Sie kritisch. Das tut uns allen sehr gut. Vielen Dank für ihre Berichterstattung, den ergebnisoffen geführten Interviews und das Anregen und stete Auffordern zum Selberdenken.

    Beste Grüße

    Norbert Baumeister

  12. Hallo Herr Markus Langemann,
    der gesamte Artikel ist mir sehr nahe gegangen. Sehr nahe erst einmal, was dieses gebildete Paar sich von der Exekutive, von deutscher Seite her, hat erdulden müssen. Zum anderen, dass ich nun inzwischen so alt bin und familiär gebunden, dass ich nicht mehr in einem anderen europäischen oder weltweiten Land neu Fuss fassen könnte. Das ist vorbei. Leider!

    Ich bin so voll Wut und Unverständnis dafür, was die Politiker aller Couleur seit 2015 mit ihrer Politik mit dem einst so starken Deutschland anrichten. Sie fahren Deutschland voll vor die Wand. Mir scheint es so, als wenn alle Deutschen dabei desinteressiert zuschauen. Sollte es noch heftiger werden, dann werde ich mit auf die Straßen Deutschlands gehen und meinem Unmut und der Wut ein Gesicht und Stimme geben. Natürlich ohne Gewalt, aber umso bestimmter.
    Mit lieben Grüßen
    Roland Neumann

    1. Herr Neumann, ich bin mir nicht mehr sicher, daß es ohne Gewalt abgehen wird.
      Ich habe in den 70er Jahren beim Militär gelernt wie es geht.

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