Döpfner-Ansprache an die Mitarbeiter.

von Markus Langemann //

Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE und Anteilseigner, hat nach der fristlosen Entlassung des Chefjournalisten Julian Reichelt am Mittwochmorgen (20. Oktober) eine Ansprache an die Mitarbeiter gehalten. Per Video. 

Dieses Video ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Das rund sechsminütige Statement in Laptop-Qualität wurde auf Youtube als „nicht gelistet“ veröffentlicht. Also nur jene Menschen konnten es sehen, denen der Link bekannt war. Also zuvörderst die 16.000 Springer-Mitarbeiter.

Wie Medienprofi Döpfner auf die Idee kommen konnte, dass dieser Hidden-Youtube-Link nur im Unternehmen bleibt und nicht auch seinen Fluchtweg aus der Springer-Blase findet, ist mir schleierhaft. Unter 16.000 Springern hat man nicht nur Claqueure.

Es ist doch eine Binsenweisheit unter Chefs, dass ab nur zehn Mitarbeitern die kritische Masse erreicht ist, bei der darunter schon zwei sind, die sich über Boss-Bashing in der Kaffeeküche abklatschen.

Man sieht also einen nur wenig souverän wirkenden Manager; wohlmeinende Betrachter würden vermutlich sagen erschöpft und menschlich wirkenden Döpfner.

Mathias komponiert in dem Clip die akuten Vorgänge in und um Europas größtes Medienhaus ziemlich kakofon zusammen. Er nimmt auch zu einer SMS Stellung, in der er einem Freund mitteilte, er betrachte Deutschland ob der politischen Vorgänge im Land als eine Art neue DDR. – Diese Meinung sei privat getätigt und gehöre nicht in die Öffentlichkeit, döpfnert es weiter im Video. 

Da reklamiert ausgerechnet der Boss von einem Laden die Privatsphäre für sich, dessen Flaggschiff BILD seinen täglichen Nektar aus unappetitlichen und privaten Indiskretionen zieht. Die Skandale sind Legion.

Nun, wer ist schon perfekt? Herr Döpfner aus Potsdam ist es jedenfalls nicht. Er gibt in seiner Ansprache ein Bild ab, das eher an einen ermüdeten und unterbezahlten Cutter im Offenen Kanal Hamburg erinnert. Das ist irritierend. Man könnte also gut vermuten, der Mann stünde unter Druck: just vor dem Abflug in die USA, zu den Springer-Hauptanteilseignern KKR.

Um eine Partie beim Schach zu gewinnen, sollte der Anfänger ein paar Dinge berücksichtigen:

  1. Gute Eröffnungszüge. Das Ziel der Eröffnung ist es, die Partie zu kontrollieren. 
  2. Verliere keine Figuren ohne Sinn. 
  3. Bring deine Figuren in Stellung. 

Zurück zum Video. Es liegt uns vor. Ich veröffentliche hier exklusiv ein Transkript des Videos.

BILD Dir Deine Meinung!

Transkript der Video-Ansprache von Dr. Mathias Döpfner an die Mitarbeiter von Springer SE

Guten Morgen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Bevor ich heute nach Washington fliege, um die neuen Kolleginnen und Kollegen von Politico zu begrüßen, möchte ich mich an Euch wenden, um über den Compliance-Fall Julian Reichelt zu sprechen. Ich denke, das beschäftigt Euch alle sehr und ich möchte ganz transparent teilen, was wir über diesen Fall wissen und wie wir das sehen.
Wenn man den Medienberichten der letzten Tage folgt, hat man den Eindruck, es geht hier um mehrere Fälle von Sexismus, sexuellem Übergriff, sexuellem Missbrauch. Das war zu keinem Zeitpunkt Teil der Vorwürfe. Es ging um einvernehmliche Beziehungen mit Mitarbeiterinnen von BILD. Das ist allerdings, wenn eine Führungskraft eine solche Beziehung mit einer abhängig Beschäftigten unterhält und das nicht transparent macht, nicht akzeptabel. Deswegen sind wir diesen Vorwürfen von Anfang an sehr ernsthaft nachgegangen. Ja, eine große Rolle spielte dabei eine ehemalige Partnerin von Julian Reichelt, mit der er zwei Jahre zusammen war, die aber nicht bei Axel Springer beschäftigt war. Diese Beziehung war auch bekannt … und um vier Fälle von Beziehungen, angeblichen Beziehungen, mit Mitarbeiterinnen von BILD, die dadurch berufliche Vorteile bekommen haben sollen. Außerdem gab es ein Fall, in dem eine Beziehung, eine aktuelle Beziehung, zwischen einer Mitarbeiterin und Julian Reichelt behauptet wurde. Das wurde aber von beiden bestritten.
Im Hintergrund wirkten Männer, die erkennbar das Vorgehen organisierten. Das waren allesamt ehemalige Mitarbeiter von BILD und die Motive waren sehr klar. Es ging darum, Reichelt wegzubekommen und dabei wurde ein sehr drohender, teilweise fast erpresserischer Ton angeschlagen. Deswegen haben wir eine externe Rechtsanwaltskanzlei, die auf solche Fälle spezialisiert ist, Freshfields, eingeschaltet, die in zahlreichen Gesprächen diese Vorwürfe untersucht haben. Am Ende haben sie ein zwiespältiges Untersuchungsergebnis vorgelegt, in dem aber zumindest ein Fall einer einvernehmlichen Beziehung mit einer Mitarbeiterin belegt werden konnte und das allein war für uns ein schwerer Fehler, der Folgen haben musste. Deswegen haben wir das ausführlich im Vorstand und Aufsichtsrat diskutiert und sind zum Ergebnis gekommen: ein schwerer Fehler, kein unverzeihlicher Fehler. Julian Reichelt sollte eine zweite Chance bekommen, auch aus diesem Fehler zu lernen, aber es musste Konsequenzen haben in der Re-Organisation der Chefredaktion, Doppelspitze und in einem Kulturveränderungsprozess.
Jetzt, vor wenigen Tagen, erschien ein Bericht in der New York Times, sehr einseitig, der aus den Protokollen der Frauen, die damals diese Vorwürfe erhoben haben, zitierte … Protokolle, die uns bis zum heutigen Tag nicht vorliegen, die wir nie eingesehen haben, nicht einsehen durften, weil das aus Persönlichkeitsschutz-rechtlichen Gründen nicht zulässig war. Parallel gab es eine Recherche von BuzzFeed, in der im Zusammenhang behauptet wurde, es bestehe auch weiterhin noch eine Beziehung zu einer Mitarbeiterin von BILD. Wir haben Julian Reichelt damit konfrontiert. Er hat das bestritten. Und wir haben dann, vorgestern, zwei sehr glaubwürdige Zeugenberichte bekommen, die dargelegt haben, dass es diese Beziehung sehr wohl gibt. Wir haben Julian Reichelt daraufhin damit konfrontiert. Er hat das dann eingeräumt und damit war klar … erstens: Er hat aus den Fällen von damals nichts gelernt. Zweitens: Er hat uns nicht die Wahrheit gesagt und damit war klar, wir mussten sofort handeln und wir haben die Chefredaktion von BILD neu aufgestellt und Johannes Boie als neuen Vorsitzenden der Chefredaktion installiert.
Aus heutiger Sicht kann man sagen: Hätten wir nicht schneller handeln sollen? Hätten wir das nicht damals schon tun müssen? Hinterher ist man immer klüger und es muss im Rechtsstaat das Prinzip der Unschuldsvermutung gelten. Trotzdem ist das alles sehr schlimm. Wir müssen aber auch klar sagen: Es handelt sich hier nicht um ein Kulturproblem des ganzen Springer-Verlages. Es gibt dieses Problem bei BILD. Deswegen müssen wir hier auch sehr schnell noch viel grundlegender an der Modernisierung und Veränderung unserer Kultur im Sinne von Respekt arbeiten, aber das gilt nicht für die große Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Axel Springer. 16.500 Leute arbeiten bei uns in mehr als vierzig Ländern und in den meisten Ländern und Unternehmen des Unternehmens herrscht eine vorbildliche Kultur, eine moderne Kultur von Diversität, von Inklusion, von Respekt. Und das ist mir auch sehr wichtig, das war mir immer sehr wichtig und deswegen bitte ich alle, die im Zusammenhang mit Machtmissbrauch und Dingen, die nicht respektvollen Umgang im beruflichen Miteinander bedeuten … sich zu melden, offen zu sprechen, keine Angst zu haben. Wir müssen ein Vorbild sein, was moderne, respektvolle, diverse Unternehmenskultur betrifft.
In dem Zusammenhang vielleicht noch zwei andere Dinge. Zum einen wurde im Zusammenhang mit dem Compliance-Fall behauptet, wir, Axel Springer, hätten versucht, Einfluss auf die Berichterstattung anderer Verlage zu nehmen. Das ist unwahr. Das hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben einen solchen Versuch. Und dann wurde auch noch thematisiert, dass ich in einer privaten SMS einen, ähm, Vergleich zwischen Bundesrepublik und DDR vorgenommen habe. Das wurde aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und quasi als Statement, als Zitat, als meine Meinung präsentiert. Das muss ich sagen: Eine private SMS ist kein Tweed, ist kein Post, ist keine öffentliche Rede. Und wenn man in einer privaten Unterhaltung aus dem Zusammenhang gerissen etwas zitiert, dann unterschlägt man Polemik, Ironie, Übertreibung. Ähm, das alles kann es in einer privaten Unterhaltung geben und, zumindest mir geht’s so, dass ich manches Übertriebene und Unsinnige in einer privaten Unterhaltung sage oder schreibe und trotzdem lege ich darauf Wert, dass es privat ist und dass es dann nicht behandelt wird wie ein Zitat. Das, ähm, ist doch eine Grenzüberschreitung.
Ich, ähm, freue mich jetzt, nach Washington zu fahren. Auch wenn die Rahmenbedingungen nicht schön sind. Aber wir sind seit gestern stolzer Besitzer von Politico. Das ist eine der eindrucksvollsten Marken von digitalem Qualitätsjournalismus. Wir haben noch viel vor in vielen Ländern mit Politico. Darauf freuen wir uns und Euch, vielen Dank, fürs Zuhören.

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39 Antworten

  1. Ich frage mich schon lange, wer dieses Schmierblatt überhaupt noch liest? Ich aus meinem Bekanntenkreis jedenfalls niemand. Aber anscheinend trifft das unterirdische geistige Niveau dieses medialen Kaste in Deutschland auch auf große Teile der Bevölkerung. Was hier seit Jahren ( und nicht erst seit Corona) abgeht, ist an Perversität nicht zu überbieten. Aber der Wahlausgang im September hat gezeigt, wie es um das Niveau bestellt ist. Aber solange nich zu viele vor der Glotze sitzen und täglich die aktuelle Kamera sich reinziehen, solange wird sich nichts ändern. Wie perfide es gehen kann, zeigt eine Nachricht in einem Tageblatt, wo Besucher nur dann auf einem Weihnachtsmarkt an Getränke oder Essen kommen können, wenn sie Armbänder ( zweifarbig) tragen ( 2- G, Gehirngewaschen oder Genverändert), schlimmer gehts nicht. Das erinnert an dunkle Zeiten. QUO VADIS, OLD GERMANY ?

  2. Die eindeutige Lektion von metoo war doch, dass man mit Frauen nicht mal gemeinsam Fahrstuhl fahren, geschweige denn im Zimmer sein sollte.
    In USA hat dies das komplette Management kapiert, und handelt entsprechend … auch indem sie männlichen Asisstenten bevorzugen.

    Inzwischen beschweren sich die Frauen wiederum dass sie wieder benachteiligt werden.

  3. So ist es und so war es schon immer. Die Eigentümer der Medien, beim öffentlich rechtlichen Funk wohl die etablierten Parteien, ansonsten Wirtschaftsunternehmen, fördern Journalismus, der der den Eigentümern selbst auf die Pelle rückt. Was für eine abwegige Idee. Immer schon.
    Neu ist nur, dass der Anteil derer, die ihre Naivität eingebüßt haben, deutlich gewachsen ist.
    Vielleicht liegt es an der zuvor nie empfundenen Wucht und Breite der Angriffe interessierter Kreise auf die Medienkonsumenten selbst. Stichwort „Leidensdruck“.
    Die alte Schrauberweisheit „Nach ganz fest kommt ganz lose“ gilt wohl auch für das Vertrauen der breiten Masse in die herkömmlichen Medien, denkbar ist auch das Polizei, Justiz, Wissenschaft und Medizin Ansehen eingebüßt haben.
    Wenigstens sind wir da in einer neuen oder doch alten Realität angekommen. Die ist für viele sicherlich nicht einfach. Andererseits, in der Oppositionsbewegung lernt man massenweise Menschen kennen, die gerade diese Metamorphose durchleben. Das läßt hoffen.

  4. Die Hexenjagd. Quelle: Der Schwarzwälder Bote, 2018 zur Aufführung des Bühnenstücks von Arthur Miller“:
    „Arthur Millers Drama (1953) basiert auf tatsächlichen Ereignissen und erschien als Kritik der amerikanischen McCarthy-Ära. Zwischen 1947 und 1952 hatte sich in den USA ein Antikommunismus der amerikanischen Öffentlichkeit bemächtigt, der seinen Höhepunkt mit der Kampagne des Senators McCarthy erreichte. Der Politiker vermutete überall „subversive Elemente“, gerade unter führenden Persönlichkeiten und Intellektuellen.

    Auch zur heutigen Zeit lassen sich überraschende Parallelen ziehen, denn in mehreren Ländern werden derzeit garantierte und selbstverständlich gewordene Rechte und Errungenschaften zunehmend außer Kraft gesetzt.“ Zitat Ende

  5. Lieber Herr Langemann,

    Sie brauchen sich nicht dafür zu entschuldigen, schon wieder zu stören. Ich habe auch manchmal das Bedürfnis, mich hier im Forum dafür zu entschuldigen, dass ich wieder mal meinen Frust niederschreibe, den sonst keiner hören mag 😉

    Liebe Grüße!

  6. Der Beitrag ist wieder sehr interessant und aufschlussreich aber eine Frage drängt sich mir auf. Warum gibt es das Video von Herrn Dr. Döpfner nur als transkribierte Version? Wenn es auf eine öffentliche Plattform, wie Youtube gestellt worden ist, sollte es doch keine rechtlichen Probleme geben.

  7. Wenn es weiterhin im aktuellen Tempo abwärts geht mit der gesellschaftspolitischen Kultur in unserem Land, werden wir uns schon sehr bald wünschen, wir dürften in einer DDR 2.0 leben. Zumindest in Bezug auf die Anschuldigungen in Richtung Julian Reichelt war allen Berichten zufolge das Leben in der DDR weit freier und unverkrampfter als es in der BRD jemals sein wird.

    Auf Herrn Döpfner wie auf eine anscheinend immer größere Anzahl der Zeitgenossen trifft leider das folgende Gedicht von Heinrich Heine in vollem Umfang zu:
    „Die über Nacht sich umgestellt,
    zu jedem Staate sich bekennen,
    das sind die Praktiker der Welt;
    man kann sie auch Halunken nennen.“

    Ein Unternehmen, das aus Gründen der Staatsräson in privaten Angelegenheiten herumschnüffelt, werde ich meiden, wo es nur geht. Wohl wieder ein Unternehmen mehr, das sich über kurz oder lang in Klaus Schwabs, sorry Amazons Climate-Pledge-Sekte einreihen wird.

    Damit dürfte dann auch das Fazit der „Klimareporter“ der Vergangenheit angehören:
    „Dass die Bild ein rückwärtsgewandtes Kampagnenblatt ist, wissen die Leserinnen und Leser des Klima-Lügendetektors schon lange, lange, lange, lange, lange, lange, lange. (Und zwei Kollegen vom Bildblog haben darüber gerade ein hervorragendes Buch geschrieben.)
    Vor ein paar Tagen gab es wieder neues Anschauungsmaterial (siehe Ausriss).
    Nein, wir meinen mit rückwärtsgewandt nicht die Zeile zu Sex im Alter“
    (s. https://www.klimareporter.de/deutschland/bild-anti-klimaschutz-propaganda-verbreiten)

    Julian Reichelt und alle weiteren Betroffenen dieser unverkennbar politisch motivierten Anschuldigungen wünsche ich für die Zukunft alles Gute

    1. Wie zum Beweis, heute um 22:15 auf der BILD-Homepage zum Thema Klimawandel (s. https://www.bild.de/themen/ereignisse/klimawandel/news-nachrichten-news-fotos-videos-16877746.bild.html)
      „Auswirkungen des Klimawandels:
      – Alpengletscher schmelzen
      – Meeresspiegel steigt
      – Ernten fallen aus
      – Wald verschwindet: 170 Mio. Hektar werden bis 2030 abgeholzt (Fragen RA: seit wann holzt CO2 Wälder ab? Warum schreibt der Spiegel noch 2016: „Die Welt wird grüner – CO2 sorgt für den Klimawandel – doch gleichzeitig lässt es verstärkt Pflanzen wachsen. Satellitendaten zeigen: Die Erde ergrünt (s. https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-macht-die-welt-gruener-a-1089850.html)?).
      – Korallensterben
      – Eisbären sterben
      – Deutschland wird warm – Im Süden Deutschland wird mediterranes Klima herrschen
      – ……..
      – CO2-Konzentration explodiert – seit 1960 hat sich der CO2-Gehalt der Atmosphäre vervielfacht (Anmerkung RA: laut Umweltbundesamt ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre seit Beginn der Industrialisierung um etwa 44% von 0,028% auf etwa 0,042% gestiegen (s. https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/atmosphaerische-treibhausgas-konzentrationen), aber laut Bild seit 1960 um ein Vielfaches. Dank BILD lernt man nie aus!)
      ……..
      – Um die Erde zu retten – Studentin zieht für das Klima blank“ (Anmerkung RA: wie man anhand der dem Bericht beigefügten Fotos zweifelsfrei erkennen kann, Sexismus ist der BILD-Redaktion nach dem Rauswurf von Julian Reichelt vollkommen fremd geworden 🙂

      Offensichtlich ist die BILD ist ernsthaft bemüht, ihren Relotius-Faktor wieder auf das branchenübliche Niveau zu heben. Die Chancen stehen also gut, ohne Julian Reichelt, einen führenden Platz in der Sekte der Weltenretter zu ergattern. Die selbsternannten Faktenchecker wird’s freuen. Über die „unappetit(t)lichen“ Fotos (pfui) sehen sie dann sicherlich gerne wieder hinweg.

    2. Hinsichtlich der Bemerkung zu DDR 2.0 erlauben Sie bitte (rückwärts blickend vorwärts geschaut ?) den Bogen weiter zu spannen.
      (Zitat Volker Pispers in *3sat*, veröffentlicht von *Politik Mediathek* am 28.11.2017/ YouTube) :
      „Herr Gauck, ich möchte über Wirtschaft reden. Was glauben Sie, könnte es sein, dass für 50% der US-Amerikaner von heute der Lebensstandard der DDR-Bürger von vor 30 Jahren das Paradies auf Erden wäre incl. der Bildungschancen für ihre Kinder.- Was glauben Sie, Herr Gauck, geht es den Rentnern in Griechenland heute besser oder schlechter als den Rentnern in der DDR vor 30 Jahren ? “ (Ende des Zitates)

  8. Es ist einfach nur noch schrecklich und nicht mehr hinnehmbar, wie einige Menschen mundtot gemacht werden. Wenn
    die BILD jetzt auch noch, wie viele andere, Männchen macht, dann ist Deutschland noch mehr verloren als ohnehin schon.
    Dieses Land hat sich in nur ein paar Jahren völlig umgekrempelt, echt schrecklich!!!

  9. Bei mir kommt er als eingeBILDeter Pseudomoralist rueber! Sammelt in diesem aktuellen „Fall“ Staubkoerner, um damit Scheiben zu zertruemmern. Er gehoert garantiert zu denjenigen Gestalten, die das was sie gross posaunen und von den „Untergebenen“ verlangen weder bei sich selbst, noch in ihrem engen Umfeld fuer noetig finden anzuwenden. Nichts weiteres als das Zeugnis einer traurigen Harmonie mit einer zutiefst unglaubwuerdigen Politszene. Zum guten Glueck muss man solche Typen nicht auch noch moegen!

  10. Ich war begeistert davon, wie Julian Reichelt neuerdings Journalismus praktizierte. Endlich jemand, der die Wahrheit sagte und den sogenannten Rechtsstaat so darstellte, wie er auch ist. Dass dies einigen Politikern gegen den Strich ging, kann man sich denken. Freundschaftliche Beziehungen werden dann gerne benutzt, um jemand aus dem Weg zu räumen. Alles Gute für Herrn Reichelt, es kommen auch noch andere Zeiten.

  11. Diese korrupten Medienmacher, welche sich von der Politik manipulieren lassen um das Volk mit Merkels DDR Philosophie zu versorgen, gehören genauso entlassen.

  12. Die alten Römer hatten recht:
    „Quidquid agis, prudenter agas, ET RESPICE FINEM“
    vulgo: Es könnte noch ein „dickes Ende“ kommen…
    … sollte sich JR mit einem (hoffentlich etwas) objektiverem Statement melden…,
    was DRINGEND zu wünschen wäre – wieder die alten Römer: audiatur et altera pars.

    Heino-A. Wittmer
    Irmgardstr. 19, 81479 München

    1. Wohin es führt, wenn sich Gesellschaft, Politik und Justiz diesbezüglich vor den Karren spannen lassen, haben die Fälle Kachelmann und Assange eindeutig gezeigt: in den Abgrund. Wenn mediale Figuren wie Markus Lanz und seine eingeladene Heuchlertruppe im zwangs- oder selbstverordneten (?) Damensitzmodus bereits wieder von einem „Täter“ sprechen, zeigt das einmal mehr, dass sich unser Rechtsstaat auch auf Druck des Journalismus in der Auflösung befindet.

      Wer mit wem eine Beziehung eingeht, ist Privatsache und sollte auch Privatsache bleiben. Wenn die Unternehmen glauben, damit nicht leben können, müssen sie etwas an ihren hierarchischen Führungsstrukturen ändern. Es ist also kein Statement von J. Reichelt erforderlich. Das Vertrauensverhältnis mit Springer dürfte ohnehin derart zerrüttet sein, dass er den alten Job nicht zurückerhalten wird, egal wie ein Statement aussehen würde. Er kann sich nur noch finanziell einigen. Die, die ihm Glauben schenken, werden weiterhin mit einiger Berechtigung annehmen, dass der Rauswurf politisch motiviert war, der Rest wird den zahlreichen Agitatoren in Presse und Medien glauben. Der Fall Kachelmann hat gezeigt, dass daran selbst knallharte, gerichtsfeste Fakten nur wenig ändern. Ein zunehmender Anteil der Bevölkerung ist zu naiv und zu gutgläubig, um sich ein eigenes Bild über die Realität unseres Landes zu machen.

      Um nicht missverstanden zu werden: alles was über freiwillige Wechselspiel zweier Menschen hinausgeht, ist nicht akzeptabel. Dass dies ein weites Feld ist, wissen alle Menschen mit etwas Lebenserfahrung. Der Mensch ist keine Maschine, die nach eindeutigen Regeln und physikalischen Gesetzen funktioniert und das ist auch gut so. Solange keine der beiden Seiten aktiv wird oder erkennbar eingeschüchtert ist bzw. wird, haben Staat, Gesellschaft, Unternehmen und Justiz die Finger aus privaten Angelegenheiten zu lassen. Ohne die Übergriffigkeit von Staat und Gesellschaft wäre auch Corona nur eine Krankheit unter vielen. Corona ist aktuell wie auch die privaten Beziehungen eines Chefredakteurs wohl nichts anderes als ein politisch motiviertes Druckmittel, um unliebsamen Menschen mit Verstand und Kritikfähigkeit a la Julian Reichelt ihrer Souveränität und Selbstbestimmtheit zu berauben. Man gewinnt in den letzten Tagen zunehmend den Eindruck, dass die CDU aus dem (Alp-)Traum Angela Merkel aufwacht und erkennt, welche Grenzen sie in ihrer Merkel-Trance der vergangenen Jahre eingerissen hat. Grenzen, die das Leben der Menschen über Jahrzehnte hinweg vor sozialistischen Abgründen aus Fremdbestimmung und technokratischen Zwangsmaßnahmen bewahrt haben. Man muss jedoch angesichts der aktuellen politischen Bestrebungen befürchten, dass sie zu spät aufgewacht ist. Selbst das Bundesverfassungsgericht hat längst die Weichen im Sinne von Angela Merkel in Richtung Unfreiheit statt Selbstbestimmung und Glauben statt Wissen gestellt.

      Herr Wittmer, ich teile Ihre Meinung: das dicke Ende wird wohl noch kommen……..

  13. Ich liebe Schach, was nicht bedeutet, dass ich selbst besonders gut spiele. Es gibt erstaunlich viele Parallelen zur heutigen Medienlandschaft. Schach wird immer mehr online gespielt und nicht mehr „over the board“. Es gibt immer mehr Blitzschach. Das Format lässt sich einfach besser verkaufen als stundenlange Spiele. Natürlich macht man als Spieler dadurch mehr Fehler. Die Qualität lässt nach, wenn man unter Stress und Zeitnot handelt.
    Ergänzend zu den drei Tipps von Herrn Langemann zwei weitere. In manchen Situationen muss man eine Figur opfern. Nicht nur das vielzitierte Bauernopfer. Dann heißt es „Sacrifice the Queen“. Noch wichtiger: Pass auf, dass du nicht selbst zur Figur wirst. Das gilt auch für Herrn Döpfner.
    P.S.: Ist Schach nicht reichlich rassistisch? Weiß gegen Schwarz und weiß darf stets anfangen? Ich wundere mich, dass sich noch keine Ethik-Kommission dieser Sache angenommen hat.

  14. Wenn Herr Döpfner bemängelt, daß Julian Reichelt ihn belogen habe, ist seine Verärgerung nachvollziehbar. Allerdings frage ich (81 J.) mich ernsthaft, weshalb zwei Menschen, die im selben Unternehmen tätig sind, keine Beziehung unterhalten dürfen. Es sei denn, eine Person ist noch minderjährig oder es besteht nachweislich ein Abhängigkeitsverhältnis. Schließlich leben wir nicht mehr im Mittelalter!

    Ich gehe allerdings davon aus, daß J. Reichelt in Wirklichkeit auf Grund seiner regierungskritischen Haltung gefeuert wurde; vor allem weil sie die Kanzlerin betraf, eine der engsten Freundinnen von Friede Springer. Wenn Frauen können sehr nachtragend und vor allem hinterhältig sein.

    1. Endlich mal ein Kommentar der den „Nagel auf den Kopf trifft“. Ganz besonders der erste Teilsatz des zweiten Absatz.
      Über das dumme Geschwätz von „Beziehungen innerhalb eines Unternehmens“ lachen doch schon Achtklässler.

  15. Wie ich heraus gelesen habe geht es um eine Beziehung und nicht um einen onenight stand…. Wenn das schon schlimm ist, was müsste dann mit unseren Politikern passieren

    1. Die flucht nach vorne des Vorstandes nachdem Frau Merkel Friede Springer gebeten hat den unliebsamen Menschen zu schassen. Döpfner spielt eine genauso hinterlistiges Spiel und führt nur Befehle aus. Zumal Döpfner entsprechende Anweisungen, was Herrn Reichelt betrifft von Friede Springer erhalten hat. Eine Krähe hackt der anderen Krähe kein Auge aus.

  16. Hat Herr Döpfner nicht vergessen dankend zu erwähnen, dass Frau Springer und Frau Merkel ihm erst die Augen geöffnet haben und ihm bei dieser schweren Entscheidung geholfen haben?

    Sicherlich dürfen wir hoffen endlich nicht mehr soo kritische Stimmen von der Bild / Viertel nach Acht zu hören – das war ja gar nicht schön.

    Aber – DDR-BDR parton BRD Vergleich – ist das schlimm? Die DDR war doch auch schön – warum möchte Herr Döpfner das nicht sagen. Jeder wuste vom anderen was er macht, was er kauft und manchmal sogar was er denkt – eine richtige Gemeinschaft eben. Ok – im Süden Deutschlands gibt es ja die ersten positiven Bewegungen – da hilft man sich jetzt gegenseitig bei den Steuererklärungen habe ich gehört.

    Man sollte Chiquita vieleicht auf lokale Anbaumöglichkeiten hinweisen.

  17. Interessant. Zumal ein anderer unliebsamer Zeitgenosse (für gewisse Kreise) seit Jahren in Beuge- und Folterhaft sitzt – auf der Basis grundloser sexueller Anschuldigungen (zumindest im Zusammenhang mit seiner Habhaftwerdung, was ja sicherlich entscheidend für alles Folgende war): Julian Assange.

    Nun, diese Methoden sind nicht neu. Die fraglichen Kreise sind nur deshalb so mächtig, weil sie gegen jede relevante Person Material schon haben – oder jederzeit konstruieren können.

    Ein auch interssanter Fall: Sebastian Edahty, der im NSU-Untersuchungsauschuss es mal zu genau wissen wollte. Schnell war er weg vom Fenster.

    Und sicherlich gibt es für so einen Fall Zuckerbrot („Abfindung“, Finanzierung eines neuen Lebens, „helfende Hände“) und Peitsche (Drohungen gegen die Person selbst oder Angehörige). Denn sie wissen ganz genau, was sie tun.

    Man darf gespannt sein: vielleicht hat Reichelt Eier genug, das Ganze nicht auf sich beruhen zu lassen. (Oder fühlt sich nicht genug abgefunden durch offizielle und inoffizielle Zahlugen oder in Aussicht gestellten neuen Posten.) Interessantes Material hat ein Mann aus so einer Position sicher genug gesammelt, um einigen Leuten weh tun zu können. Und solches Material kann man ja auch verdeckt ausspielen …

    (Dass heute eine sexuelle Beziehung zu einer Person in formal untergeordneter Stellung, schon an sich ein halbes Verbrechen ist – ohne jeden Beleg für Druck, Bevorzugung, oder Ausnutzung der höheren Stellung – ist schon irrsinnig. Wie bald alles in diesem den USA in allem Schlechten immer mehr gleichenden Land. Der erfolgreichste Hauptexportschlager der USA scheint die dort schon lange grassierende Verblödung zu sein.)

  18. Da kann sich wirklich jeder seinen Teil denken! Hoffentlich meldet sich Reichelt bald selbst zu Wort. Man kann ihm nur empfehlen, die Seite zu wechseln!

  19. Überzeugend ist das nicht. In diesen Zeiten war n.m.E. die Regierungskritik durch J. Reichelt der wahre Grund für die Entlassung.
    Die Gründe die hier genannt werden müssten auch Konsequenzen für die „Mitarbeiterinnen“ haben denn es wäre auch möglich das sie die „Nähe“ zu J.R. forciert haben um die eigene Karriere zu beschleunigen. Der Fachbegriff hierfür lautet: „Prostitution“

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