Rechts abbiegen? Links abbiegen?

Wie würden sie sich gegen rechts abgrenzen? Sollte man als anständiger Bürger, der den Wertekanon der deutschen Gesellschaft der 2020er in sich trägt, überhaupt auf die Idee kommen eine solche Frage zu stellen? Nun gut, das kann aber auch ganz schnell gehen. Geben Sie den falschen Kommentar zum falschen Thema ab, Schwupps - Willkommen auf der “rechten” Seite. Also noch einmal die Frage: Würden Sie sich gegen rechts abgrenzen und warum? Und ist dies überhaupt notwendig?
von Alexander Wiechert
Es gab einmal vor langer Zeit eine politische Mitte. Der Ursprung der Rechts-Links-Einteilung ging einst von der Sitzanordnung der Parteizugehörigkeit der im Bundestag vertretenen Abgeordneten und ihrer „Lagerzugehörigigkeit“ im Bundestag aus. Als politische Mitte wurden die sogenannten bürgerlichen Parteien bezeichnet, die nach der ersten Bundestagswahl die Regierung bildeten. 
Die Einteilung in sogenannte politische Lager in Rechts oder Links wurde von der politischen Mitte aus definiert. Sozialistische Stimmung war Links verortet, konservative und traditionelle Werte fanden sich im rechten Spektrum wieder. Später wurden weitere, in ihrer Ausrichtung energischere, politische Ansichten durch das Entstehen vieler weiterer Parteien offenbar, die als der jeweilige Rand der Ausrichtung bezeichnete wurden. Noch später gab es dann den „Extremen politischen Rand“ und schließlich den Extremismus. Unsere Demokratie konnte zu jener Zeit noch eine DKP verkraften, oder eben noch eine NPD im äußersten politischen Randbereich.
Extremismus wurde definiert als „Die Verfolgung politischer Ziele mit anarchischen Mitteln, bis hin zur Anwendung von Gewalt zum Sturz einer demokratisch gewählten Regierung.
Schlussendlich wurde von den nachfolgenden Regierungen, als diese um ihre Macht fürchteten, sehr häufig Kritik an ihren Politikleitlinien oder ihrer Meinungsführerschaft als ein Angriff auf die Demokratie diskreditiert und auch moderate Parteien an den politischen Rändern stigmatisiert. Siehe Die LINKE, die jahrelang als verfassungsfeindlich deklariert wurde.
Es bleibt die Frage: 
Wieviel abweichende Meinungen muss eine Demokratie aushalten können? 
Muss sich eine demokratische Regierung vor den abweichenden Meinungen ihrer Kritiker durch Verbote schützen?
Heute trifft diese Form der Diskreditierung insbesondere die AFD. Wenn die Titulierung als politisch rechts orientierte Partei noch nicht ausreicht, kann dieser Vorwurf durch den Zusatz antisemitischer Bestrebungen noch verstärkt werden. 
Wenn man sich den Werdegang einzelner Parteien und derer Positionen in den letzten 15 Jahren anschaut, gibt es einige offensichtliche Parallelen.
Die CDU wollte vor 15 Jahren eine unkontrollierte Zuwanderung nach Deutschland stoppen bzw. begrenzen – eine Flucht in die deutschen Sozialsysteme beenden. Zu finden ist dies auf alten Titeln der Wahlkampfwerbung. 
Die AfD verfolgt heute ähnliche Ziele, vertritt also Positionen der CDU/CSU von früher. 
Können demokratisch und rechtmäßig gewählte Politiker einer zur Bundestagswahl zugelassenen Partei von der politischen Arbeit durch die anderen im Bundestag vertretenen Parteien und durch die amtierende Regierung von der politischen (Mit-)Arbeit ausgegrenzt werden? 
Es geht hier keinesfalls um ein Plädoyer für die AfD! 
Aber dennoch stellt sich mir die Frage: „Was hat das noch mit Demokratie zu tun?“
 

Wie sollen wir ins Gespräch kommen?

Wer würde nicht sagen, dass eine Gesellschaft Abgrenzung braucht? Dass es Tabus geben muss, die nicht überschritten werden sollten? 
Durch die regelmäßige Wiederholung in den sogenannten Leitmedien und einer von mehreren Parteien mit großem Engagement in den sozialen Medien verfolgten Aufwand lautet eine heutige, politisch ausgegebene Parole: „Mit Rechts redet man nicht!“ 
Da gibt es einen breiten gesellschaftlichen Konsens. Im Akt des Miteinanderredens liegt bereits der Bruch des Tabus. 
Dieser Akt der Verweigerung des Gesprächs als Haltung, entspricht einem Verständnis von Demokratie, in dem nur der legitimiert ist, der in der eigenen Weltanschauung als “richtig” angesehen wird. Wer so denkt, verwechselt Demokratie mit den eigenen Überzeugungen.
 
Interessant wird es dann, wenn es darum geht, mit wem geredet werden darf und mit wem nicht. Es hat es eine gewisse Komik, wenn Menschen nicht mit einem Reden, weil sie Angst haben, dass man auch mit den Falschen reden könnte. Dieses Verweigern der Diskussion führt zwangsläufig dazu, sich nur noch mit Seinesgleichen zu unterhalten, aus der Diskussion nichts mehr zu lernen und auch keine Irrtümer zugeben zu müssen, da man sich ja bereits im Konsens miteinander befindet. Diese Feststellung gilt sowohl für Gegner und Befürworter der Maßnahmen gleichermaßen. 
So gesehen ist die aberwitzige Diskussion um „Allesdichtmachen“, die im Folgenden zu lesen ist, hoffentlich ein Türöffner, um möglicherweise wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.
 

Allesdichtmachen

“Die Diskussion um die Corona-Maßnahmen ist aktuell extrem polarisiert. Die eine Seite schaut konzentriert auf die Intensivbetten und die Triage-Diskussion, die andere Seite schaut „auf die gesamten gesellschaftlichen Kollateralschäden“ und warnt davor, zu hysterisch zu reagieren.”: sagt Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot. „Die Kunst ist frei.“ Das müsse erhalten bleiben. Die Künstler hätten auf die Hysterie im Diskurs um die Corona-Maßnahmen aufmerksam machen und auf gesellschaftliche Gefahren von Grundrechtseinschränkungen hinweisen wollen. „Ich halte das für völlig legitim“, betonte Guérot. „Und wenn man jetzt sagt, wenn das von rechts vereinnahmt wird, dann darf das nicht sein, dann ist genau das das Problem unseres heutigen Diskurses, weil es keinen Raum mehr für legitime Kritik gibt.“

Sie habe das Gefühl, „die ganze Diskussion ist vermint. Man kann sich eigentlich nur vertun in dem Moment, wo man versucht, begründet legitime Kritik an den Maßnahmen zu machen. So hat man sofort die Vereinnahmung von rechts, und deswegen trauen sich wenige überhaupt noch in die Öffentlichkeit [1].“

“Ich bin dankbar dafür, dass Ihre Aktion für alle sichtbar gemacht hat, wie weit die geistige Verwahrlosung in unserer gespaltenen Gesellschaft bereits gediehen ist. Man muss nur die Kommentare lesen, um sich keine Illusionen mehr zu machen, wie es um die Meinungsfreiheit bestellt ist. Jeder kann seine Meinung sagen, aber er muss dafür in Kauf nehmen, mit Hass und Hetze überzogen und in die rechte Ecke gestellt zu werden.
Das hat Sie erschreckt, das ging uns allen so, als uns dieses Schicksal erstmals ereilte. Sie haben sich umgehend distanziert und aufgezählt, wem sie alles nicht nahestehen: Querdenken, Aluhüten, AFD und tutti quanti. Das wird Ihnen nicht helfen, denn es geht nicht darum, was Sie denken und fühlen, sondern nur darum, dass Sie mit aller Härte bestraft werden müssen für das Sakrileg, diese Regierung kritisiert zu haben.
Willkommen in der rechten Ecke! Schauen Sie sich um, sie sind in guter Gesellschaft. Beteuerungen, was man wirklich denkt und will, nutzen nach meiner Erfahrung nichts [2].” so Vera Lengsfeld in einem offenen Brief an Jan Josef Liefers.

#denkeselbst

Die Schauspieler von #allesdichtmachen riefen nicht dazu auf, die Schutzmaßnahmen zu missachten. Sie lancierten keinen Aufruf, gegen diese Maßnahmen zu demonstrieren. Ich sehe darin vor allem eine Aufforderung zum Gebrauch des eigenen kritischen Verstands. Und weil Schauspieler keine Philosophen sind, machten sie das in diesem Fall mit dem Stilmittel der satirischen Übertreibung. Vor noch gar nicht so langer Zeit brüstete die Gesellschaft sich noch mit Meinungsfreiheit, als es beispielsweise um diffamierende Zeichnungen eines Religionsoberhauptes ging, oder um eine Beleidigung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Erdogan. 
Darf eine Meinung nur dann frei geäußert werden, wenn diese dem allgemeinen Konsens entspricht? 
So sind die Grund- und Menschenrechte nicht gedacht! Besonders unpassend erscheinen mir die vorhersehbaren Klagen, die Aktion verhöhne die Opfer der Pandemie. Die Bilanz der Opfer ist eine Angelegenheit, die einer sehr einseitigen Betrachtungsweise folgt. Zählen jene Menschen, die wegen hinausgeschobener Behandlungen gestorben sind oder vermutlich noch sterben werden, weniger? Was ist mit den Menschen, die unter Unsicherheit, Isolation und Einsamkeit leiden? Zählen diese nicht? 
Oder jene, deren wirtschaftliche Existenz vor dem Aus steht, obwohl sie sich an alle Regeln gehalten haben? Was ist mit den Menschen, die sich aus Verzweiflung das Leben nahmen oder jetzt daran denken? 
Das Bequeme an der Etikettierung Andersdenkender als „Querdenker“ oder „Verschwörungstheoretiker“ ist, dass die Argumente der Mitmenschen, mit anderer Meinung zu bestimmten Themen, schlichtweg nicht mehr zur Kenntnis genommen werden müssen. 
Als die Linkspartei „neu“ in der politischen Landschaft war, wurde sie jahrelang als „Verfassungsfeind“ dargestellt. Jahre später wurden AfD-Wähler kategorisch als Rechte oder Neonazis dargestellt. 
Der Bildungsbürger sollte meiner Meinung nach irgendwann auch einmal verstehen, dass Demokratie so nicht funktioniert! Große Bevölkerungsgruppen lassen sich nicht auf Dauer ausgrenzen. Wie ausdrücklich muss ein Kritiker sich von rechten Bewegungen distanzieren, damit es auch beim letzten Mitbürger ankommt? Warum muss ich den Anderen nach dem Mund reden, oder falls ich es nicht tue, damit rechnen mit meiner Meinung anzuecken. In einem vernünftigen Rahmen ist es sinnvoll sich von radikalen Strömungen abzugrenzen. Es besteht Einigkeit darüber, dass wir nie wieder Verhältnisse wie unter einer NSDAP zulassen dürfen! Heute erscheint es politisch opportun eine Abgrenzung einzufordern. Doch wo beginnt eine Legitimation dafür? Wäre es nicht endlich an der Zeit, eine Abgrenzung gegen jegliche Form von Extremismus einzufordern? Es kann niemals in Gänze ausgeschlossen werden, dass die eine Seite die andere missversteht, oder sogar wissentlich missverstehen möchte, oder für die eigenen Ziele missbraucht . 
Aber: Sollen wir deswegen schweigen und unserer Meinung nicht offen kundtuen dürfen?
Ich denke: Nein!
 

Mit offenem Visier

Nun sind oben genannte Videos der Schauspieler ein positives Zeichen dafür, dass der Anspruch offene Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern der Maßnahmen zuzulassen, in den Köpfen einer breiten Masse ankommt. Durch den Appell eines Jan Josef Liefers und seiner Schauspielerkollegen kann nicht mehr pauschal allen politisch Andersdenkenden, allen Kritikern der Regierung das Etikett “Rechts” angeheftet werden. 
Die Gesellschaft beginnt zu differenzieren. Ich empfinde das als ein gutes Zeichen für eine beginnende Auseinandersetzung mit den Themen, die unser Land seit 14 Monaten überschattet. Denn Eines kann man über die Menschen, die auf den Straßen gegen die Corona-Maßnahmen und die uneingeschränkte Wiederherstellung des Grundgesetzes demonstrieren mit Fug und Recht behaupten, gestützt durch alle bisher bekannten Berichte des Verfassungsschutzes: Sie sind ein bunter Querschnitt der Bevölkerung! Sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft; aus allen Bildungs- und Einkommensschichten!.
 
Wenn man sich bestimmte Aussagen anschaut, die in Chat Gruppen geteilt werden, könnte der Eindruck entstehen, dass diese Personengruppen an Verschwörungsmythen glauben mögen, aber das kann eben nicht pauschal auf alle Teilnehmer der Demonstrationen anwenden werden. Denn nur weil ich mich einer bestimmten Gruppierung angehörig fühle, bedeutet das noch lange nicht, dass ich alle Eigenschaften und Verhaltensweisen teile oder gutheiße, die in der Gruppe öfter anzutreffen sind. 
Tatsächlich ist mir dieser Umgang der Medien und Politik mit den unterschiedlichen Meinungen merkwürdig paradox aufgefallen. Auf der einen Seite wird einem permanent vorgebetet, wie wertvoll Unterschiede seien, aber weicht meine Meinung von den gängigen Ansichten oder Meinungsbildern ab, erfolgt der unmittelbare Ausschluss aus der Gesellschaft, und zwar vorbehaltlos. Ich wünsche mir in dieser Zeit nichts so sehr, wie eine Diskussion mit offenem Visier – eine sinnstiftende Diskussion, mit einem würdigen Gegner, bei dem gegenseitiger Respekt und Achtung im Vordergrund stehen. Durch die Verwendung neuer Wortschöpfungen, wie Covidiot jedoch, verweigert die Gegenseite jegliche Bereitschaft zur Debatte und erhält dafür auch noch Beifall. Es ist einsam geworden – in meiner Vorstellung von einem vernünftigen Streitgespräch auf Augenhöhe.
 

Seite an Seite mit Nazis

Das Narrativ der Unterwanderung und der Steuerung des Protests von rechts wurde bereits ausführlich beleuchtet, trotzdem möchte ich in diesem Kontext noch einmal darauf kommen und das Thema ansprechen.
 
Das Virus ist eine demokratische Zumutung, hatte Angela Merkel mehrfach betont – und sie hat recht. Freiheitsrechte werden eingeschränkt, das Alltagsleben ist auf den Kopf gestellt. Das alles kann man ebenso kritisieren, wie einzelne Maßnahmen von Bund und Ländern. Man kann die Verhältnismäßigkeit der Einschränkungen infrage stellen oder sogar Corona insgesamt bezweifeln und für diese Überzeugung auf die Straße gehen – das ist Demokratie und die sollte es aushalten [5]. […] Nach den Großdemonstrationen der Querdenker klangen die Berichte in den Medien und Kommentare aus der etablierten Politik fast ausnahmslos gleich: Normale Bürger seien „Seite an Seite mit Neonazis marschiert“, hieß es immer wieder. Man könne die Demonstrationsteilnehmer nicht länger als harmlose Aluhüte abtun. Die Querdenker hätten auf und nach den Großveranstaltungen randaliert, Polizeisperren durchbrochen, Flaschen geworfen und nicht zuletzt im Wahn, dass rechte zu tun, das Berliner Reichstagsgebäude gestürmt [6]. Dass Querdenken-Demos massiv von Rechten unterwandert und vereinnahmt werden, wurde im Corona-Jahr 2020 aber gebetsmühlenartig behauptet. Die Formulierung „Seite an Seite mit Rechten/Nazis/Neonazis“ war eine der wirkmächtigsten Behauptungen in der Berichterstattung über die großen Protestmärsche. […] Es ist natürlich legitim, Veranstaltungen, auf denen auch nur ein einziger Rechter auftauchen könnte, konsequent zu meiden. […] Ein unheilvolles Bündnis harmloser Bürger mit gefährlichem Nazi-Milieu hat laut BKA-Analyse auf den Querdenken-Demos nicht stattgefunden.
 
Geleaked wurde das Papier Ende Januar offenbar von einem BKA-Beamten, der die Brisanz des Schreibens erkannt hat. Der Bericht widerspricht dem von etablierter Politik und vielen Medien gezeichneten Bild einer rechtslastigen Gruppierung, das seit Monaten in der Öffentlichkeit von der Querdenken-Bewegung präsentiert wird. Gewalttätig und gefährlich sind auf den Anti-Maßnahmen-Protesten allerdings, so der Kern der BKA-Analyse, vor allem die linken Gegendemonstranten. Und: Von einer Unterwanderung der Bewegung durch Rechtsextremisten kann laut BKA-Ermittlungen nicht die Rede sein [7 8].
 

Nachwort

In der „nicht geführten“ Debatte über die Maßnahmen gegen Covid-19 sind die Positionen noch immer so extrem vergiftet, dass selbst gestandene Schauspieler nun bedroht und in die rechte Ecke gestellt werden. Es ist die Aufgabe der Verantwortlichen in der Politik, hier ihren Fokus zu setzen und der massiven Spaltung der Gesellschaft nicht durch ihre Worte und Taten weiter Vorschub zu leisten. Ebenso ist es die Aufgabe eines jeden Einzelnen von uns aus den verbalen “Schützengräben” zu steigen und seinem Gegenüber Raum für seine Sicht der Dinge zu gewähren. Dass dies unter gegebenen Umständen wie eine Utopie in unerreichbarer Ferne erscheint, sollte für alle Protagonisten kein Hinderungsgrund sein –  miteinander, statt gegeneinander zu agieren, wenigstens es immer wieder zu versuchen. Wir, die Bürger dieses Landes, haben es bereits mehrfach zustande gebracht, dass alle Beteiligten zumindest wieder Seite an Seite miteinander leben konnten. Dies zeigt ein Blick zurück in die Deutschen Vergangenheit. So auch am Ende des Zweiten Weltkriegs, wie auch im Deutschen Herbst und am Ende der DDR. 
 
Für mich persönlich ist die „Corona Zeit“ ein Crashkurs in Toleranz. Ich lerne anderen Meinungen wieder wirklich anzuhören und diese zu tolerieren und löse mich von einem Umfeld, dass in seiner Selbstwahrnehmung, die Meinung vertritt tolerant zu sein, es aber in Wirklichkeit gar nicht ist
Gastautor Alexander Wiechert ist Anfang 40, Vater von drei Kindern. Wichert lebt in Bonn, ist hauptberuflich als Informatiker tätig und schreibt gelegentlich für Onlinepublikationen. Aktuell beschäftigt ihn die Frage, warum es in der "Krise" möglich war, die Gesellschaft so weit auseinander zu dividieren, dass man auf gar keinen Fall mit den "anderen" sprechen will, damit man nicht in Gefahr kommt selbst als Coronaleugner, Querdenker oder gar "Rechter" bezeichnet zu werden. Selbst ist er in keiner der Gruppierungen aktiv.  
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34 Antworten

  1. Dieser Satz hat mich neugierig gemacht: „Gewalttätig und gefährlich sind auf den Anti-Maßnahmen-Protesten allerdings, so der Kern der BKA-Analyse, vor allem die linken Gegendemonstranten. Und: Von einer Unterwanderung der Bewegung durch Rechtsextremisten kann laut BKA-Ermittlungen nicht die Rede sein.“
    Weil ich das genauer wissen wollte, habe ich mir mal das als Quelle angegebene BKA-Papier angesehen, jedoch ist dort allerdings das Gegenteil zu lesen: Die Gewalt geht vor allem von der Querdenker-Seite aus und Rechtsextreme unterwandern die Querdenker-Bewegung kontinuierlich.
    Sorry aber in so einer Art von Journalismus sehe ich nicht wirklich einen Fortschritt gegenüber dem Mainstream.

    1. Guten Tag Frau Faust, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich möchte Sie hiermit auf eine unsachgemäße wiederhabe der Quelle durch Sie hinweisen. Seite 4 des Papiers, erster Absatz, letzter Sat. „Demzufolge können eine umfassende Beeinflussung bzw. Unterwanderung des Prostestgeschehens durch die rechte Szene aktuell nicht konstatiert werden.“ Im nächsten Absatz ist die Rede davon, dass die linke Szene unterstellt, die Querdenkerszene sei rechts unterwandert. Ich wünsche mir in diesem Club Rezipienten, die intellektuell in der Lage sind 4 Seiten durchgängig zu lesen, zu verstehen und dann gerne auch kritisch zu kommentieren. Ihr Kommentar fällt leider nicht in diese Kategorie. Mit freundlichen Grüßen M.L.

  2. Wer diese Abhandlung von Hartmut Böhme: „Gewalt im 20. Jahrhundert. Demozide in der Sicht von Erinnerungsliteratur, Statistik und qualitativer Sozialanalyse.“
    (s. https://www.hartmutboehme.de/static/archiv/volltexte/texte/gewalt.html) über im 20. Jahrhundert gewaltsam zu Tode gekommene Menschen (Krieg und politische Morde: „Auf das gesamte 20. Jahrhundert hochgerechnet zählt Rumnmel 110 Mio. Kriegstote und 192 Mio. Massenmorde“) liest, kann ermessen, wie dumm und ignorant man sein muss, um wie viele Linke zu glauben, historisch auf der Seite der Guten zu stehen. Beide politischen Lager – Linke und Rechte – sollten sich eher an der eigenen Nase fassen und eigentlich nur noch schämen, statt unsere Gesellschaft auf Abwege zu führen. Selbst die sog. freie Welt bzw. sog. politische Mitte kommt durch das Anzetteln diverser Konflikte, ganz vorneweg in Vietnam selbst nach der besonders kriegerischen bzw. mörderischen ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht besonders gut weg.

    Bevor einige Zeitgenossen, u.a. Esken, Habeck/Baerbock, Wißler, etc. auf Basis ihrer moralischen Selbstüberschätzung anderen Zeitgenossen ihre Rechte absprechen, sollten sie sich bewusst machen, dass sie diesbezüglich im gleichen mörderischen Boot wie Höcke & Co sitzen, nur eben auf der Backbordseite. Durch Konflikte bzw. Kriege wie in Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen, etc. bleibt, wie bereits erwähnt, auch die Mitte in diesem Boot nicht unbesetzt.

    Die Väter des Grundgesetzes haben deshalb nicht ohne Grund den Art 1 des GG formuliert:
    „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

    Das Problem scheint mir zu sein, dass der Intellekt der aktuell herrschenden Clique in unserem Land nicht ansatzweise ausreicht, diese wichtige Erkenntnis aus einem über ein Jahrzehnt dauernden, von deutschem Boden ausgehenden Gewaltexzess zu begreifen und in Realpolitik umzusetzen. Ausnahmen, z.B. Wolfgang Schäuble, bestätigen diese betrübliche Regel. Wer nach den Ursachen sucht, muss nicht allzu lange suchen. Ein degenerierter Journalismus in unserem Land liefert die Ideologische Basis, auf der aktuell linke Helden wachsen. Auf dem Kriegerdenkmal in meinem Heimatort steht der Spruch: „Den Helden zum Gedenken“. Dem genannten Personenkreis sollten wir alle im Chor zurufen: „…..auf dass sie nicht aussterben.“ Es ist jedoch zu befürchten, dass unsere politischen Karrieristen die implizite ironische Warnung, die diesen Worten innewohnt, genauso wenig begreifen würden, wie jüngst die Filmbeiträge einiger Künstler zur Corona-Thematik.

  3. Mittlerweile komme ich zu der Erkenntnis, dass man wohl alles richtig macht, wenn man von „Denen“ als Rechter u. s. w. betitelt wird.

    „Es besteht Einigkeit darüber, dass wir nie wieder Verhältnisse wie unter einer NSDAP zulassen dürfen!“

    Haben wir nicht schon ähnliche Verhältnisse mit all der Ausgrenzung und dem Mundtotmachen? „Vermietet keine Säle an die AfD“ ist auch nichts anderes als „Kauft nicht beim Juden“. Mir machen die herrschenden Verhältnisse Angst.

  4. Hervorragender Artikel! Nur eine technische Frage: Warum funktionieren die „Teilen“-buttons unter dem Artikel nicht? Werdet ihr von Facebook & co. geblockt?

    1. Guten Tag Harr Glaubitz, mutmaßlich haben Sie einen Pop-Up-Blocker o.ä. eingestellt. Der Button funktioniert. Mit freundlichen Grüßen M.L.

  5. Nach meinem Ermessen muss die Welt vom Links-Mitte-Rechts-Denken wegkommen. Wer einen guten Vorschlag zur Lösung eines Problems macht, sollte/muss gehört werden. Der obige Beitrag hat mir gut gefallen. Die Parteien sollten mehr miteinander anstatt übereinander reden und dadurch die Probleme in den Hintergrund treten lassen.

    Die Wahrheit entsteht zur Verschmelzung der Meinnungen, nicht durch deren Zusammenprall.

  6. Ganz am Anfang sagte mein oberster Chef: wer Corona nicht ernst nimmt, gehört nicht in mein Unternehmen. Das führt natürlich dazu, dass man sich sehr sparsam äußert, zumal man ja sofort in Ecken gestellt wird, in welche man eigentlich nicht will, nur weil man eventuell die Leitmedien hinterfragt!
    Es wurde eine Atmosphäre der Angst aufgebaut, Diffamieren ist durchaus erwünscht, man fragt sich oft: ist das noch das Land, in welchem man leben möchte?
    Und zur AfD: hier wird überall kolportiert- keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD. Es existiert sogar ein offener Brief von CDU Mitgliedern, welche u.A. fordern: keinerlei Zustimmung zu einem AfD Antrag. Soweit, sogst oder so schlecht. Man mag zur AfD stehen, wie man möchte, aber sind das nicht auch demokratisch gewählte Abgeordnete? Und was passiert, wenn diese dann mal den Spieß umdrehen und CDU Positionen beziehen ? Müssen die dann nicht generell und konsequent abgelehnt werden?
    Scheinbar ist da noch Keiner drauf gekommen…auch die AfD nicht

  7. Rechts und links, schwarz und weiß, gut und böse. Brauchen wie nicht ein Stück weit diese Schubladen, obwohl jeder das von sich weist? Lassen sich Graustufen, eine differenzierte Betrachtungsweise und „Jenseits von Gut und Böse“ überhaupt medial verkaufen? Brauchen wir nicht unsere Feindbilder? „Wenn der Feind bekannt ist, hat der Tag Struktur.“ sagte Pispers einst richtig. Für mich waren die letzten 14 Monaten aus vielerlei Hinsicht schwierig. Ein Grund: Meine zementierten Weltbilder sind zusammengestürzt. Die Menschen, die mich nun als rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker beschimpfen, erschrecken mich. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Ich verstehe sie, weil ich selbst so funktioniert habe.

    Wie bilde ich mir meine Meinung? Diese vermeintlich simple Frage wird leider nicht gestellt. Bilde ich mir meine Meinung anhand von Fakten und Argumenten? Und anschließend bilde ich mir meine Meinung neu, verfestige sie, revidiere sie gegebenenfalls, wenn neue Argumente, neue Fakten hinzukommen? Ein „hermeneutischer Zirkel“ wie ich es vor Jahrzehnten in der Schule gelernt habe? So sollte es sein, so ist es aber i.d.R. nicht.

    Meistens läuft es so: Der Mensch bildet sich seine Meinung spontan, wird selbst zu dieser Meinung, identifiziert sich mit ihr. Anschließend „sucht“ er sich seine Fakten und Argumente, die seiner einmal gebildeten Meinung entsprechen. Die Meinung wird immer mehr zu einem Glauben, den man mit aller Macht verteidgen muss. Er verteidigt sich dadurch selbst. Die meisten Menschen hacken sich eher den linken Arm ab als einzugestehen, dass sie falsch lagen. Das ist schon bei kleinen Dingen schwierig, bei großen polarisierenden Themen unmöglich. Über ein Jahr lang Andersdenkende als rechte, schwurbelnde Aluhutträger zu bezeichnen, sie zu belächeln, zu verhöhnen und zu hassen und sich dann selbst einzugestehen „Ich lag falsch“ – geht das? Geht das für die Medien und die herrschende Politik?

    Ich schließe mich von diesem Phänomen übrigens nicht aus. Mein erster Eindruck von Drosten war positiv. Er war mir sympathisch. Die Verpackung stimmte. Nachdem ich länger seinen podcasts zugehört habe, kam ich immer mehr zur Überzeugung, dass dieser Mensch ein Scharlatan ist. Dieser Prozess hat „nur“ zwei Wochen gedauert und doch hat es Kraft gekostet, mir und anderen einzugestehen, dass ich meine spontane Meinung geändert habe.

    Vieles wäre zu verhindern gewesen, wenn die Leit(d)medien Demokratie vorgelebt hätten. Dissens ist etwas sehr Gesundes.

    1. Vielen Dank für diesen ehrlichen und persönlichen Beitrag, da haben Sie viel Wahres gesagt. Doch ist es nahezu unmöglich, sich seine Meinung aufgrund von Fakten zu bilden. Wieviele „Fakten“ kennen Sie denn, die Sie persönlich überprüfen könnten? Viele Sachverhalte sind so komplex, dass sie nur interpretiert werden können, und das tut jeder einzelne Mensch anhand seiner ganz subjektiven Erfahrungen. Die Wissenschaftler können uns zwar erzählen, dass die Welt aus Atomen besteht oder dass Intensivstationen eine Überlastung droht, aber überprüfen können wir diese Behauptungen in der Regel selber nicht. Am Ende läuft es immer auf die Entscheidung hinaus, welchen Quellen wir unser Vertrauen schenken wollen, mit Fakten haben unser aller Meinungen deshalb wenig zu tun. Das macht die Sache nicht einfacher, schenkt aber vielleicht ein wenig mehr Gelassenheit im Umgang mit anderen sowie auch mit der eigenen Meinung. Wenn wir alle vor Augen hätten, dass wir uns auch irren könnten, wäre schon viel gewonnen!

    2. Es gab doch schon sehr früh auf ARTE die Wiederholung der Dokumentation über die Schweinepest. Da war einem eigentlich alles klar.

  8. Man kann es nicht oft genug sagen, dass ein unkritisches und ungeprüftes Abstempeln von Personen ein gefährlicher Trend ist, der uns spaltet, gegeneinander aufbringt und hoffentlich nicht zu echter Gewalt führen wird. Der Beitrag bringt das deutlich zum Ausdruck. Danke für das laute Nachdenken über diesen Zeitgeist. Ich hoffe, die Gedanken bewegen den einen oder anderen dazu, Vorurteile fallen zu lassen und dem vermeintlichen Quertreiber in einem guten Gespräch die Chance zu geben, zu erklären, was ihn antreibt.

  9. Pandemie 2020-2021.
    Ich bin ein einfacher Mensch, ich leiste meinen Beitrag für die Gesellschaft, der es mir über meine Steuern und Sozialabgaben zulässt. Die vergangenen 15 Monate haben mir gezeigt das ein Hinterfragen und eine kritische Betrachtungsweise seitens der Regierung nicht gewünscht ist. Meine demokratische Mitbestimmung beschränkt sich darauf das ich alle Jahre mal mein Kreuz auf einen Stimmzettel mache darf. Bei aktuellen Krisen habe ich dann das Maul zu halten und darf darauf vertrauen was die Herren und Damen in Berlin so entscheiden zu haben. Egal wie konfus diese Entscheidungen sind, habe ich dem Folge zu leisten. Genau an diesem Punkt ist für mich der Punkt erreicht wo ich dieses Spiel nicht mehr mitmachen möchte. Kein Politiker oder Arbeitgeber entscheidet darüber was ich meinem Körper zufüge. Mein Körper ist mein Eigentum und mein geistiges Recht von Geburt an. Nur ich selber entscheide darüber welchen Schaden ich meiner Gesundheit zufüge. Ich selber möchte auch nicht in diesem betreutem Denken leben, ich habe das Recht auf eine objektive Berichterstattung seitens der Medien, um eine individuelle Entscheidung zu treffen. Um diese Rechte fühle ich mich gerade betrogen. Eine Meinung zu äußern kann immer verletzend sein und kann Menschen betreffen die sich in einer Notlage befinden. Aber wenn wir aufhören miteinander zu reden, dann lohnt es auch nicht mehr zu leben. Gerade der Dialog zwischen den Kulturen macht das Leben erst interessant. Andere Sichtweisen kennenzulernen erweitert auch den eigenen Horizont. Wenn wir verlernen aufeinander zu zugehen, dann schaufeln wir das Grab für uns alle.

  10. “ … löse mich von einem Umfeld, dass in seiner Selbstwahrnehmung, die Meinung vertritt tolerant zu sein, es aber in Wirklichkeit gar nicht ist.“

    Genau dasselbe habe auch ich hinter mir, allerdings mußte ich mit Erschrecken feststellen, daß kaum noch Menschen im direkten Umfeld übrig geblieben sind.
    Seltsam, da ich mich in diesem „einst alternativen“ Umfeld „vor Corona“ nicht unwohl gefühlt habe, auch wenn es zu vielen Dingen unterschiedliche Meinungen gab.

    Kürzlich wurde ich bei Bekannten „hinausgeworfen“, weil ich nicht in die Leier einstimmte, daß überall „Rechte“ unterwegs seien und ich herzlich lachen mußte über die dramatische Darstellung, daß Herr Seehofer die frisch veröffentlichte Kriminalstatistik manipuliert hätte … das nenne ich dann mal eine „Verschwörungstheorie“!

    Andererseits ernte ich gestern in der Arbeit ebenfalls schallendes Gelächter: Auf die Frage einer Kollegin, ob ich eine neue Telefonnummer hätte, da ich auf WhatsApp nicht mehr erreichbar sei, antworte ich trocken, daß ich mich von der Datenkrake WhatsApp verabschiedet hätte und dem „rechtsradikalen Netzwerk Telegram“ beigetreten sei … es sind also noch nicht alle verloren 😉

  11. Wo liegt der Ursprung all des Übels, diese Frage traut sich der Autor hier letztlich nicht zu fragen. Zusammenhalt propagieren, Unterschiede akzeptieren, zurück in eine offene Diskussion zurück zu kommen sind unzweifelhaft ehrenhafte und unterstützenswerte Absichten. Solange sich dadurch aber nichts flächendeckend und fundamental ändert, ist das lediglich ein harmoniebedürftiger Wunsch nach Kuscheldemokratie am warmen Ofen der Solidarität, während draußen immer noch der Sturm ungehindert tobt, so wie es ihm gefällt.
    Die zentrale Frage ist meines Erachtens, wo kommt das, was uns hier plagt und umtreibt, überhaupt her? Oder klassisch gefragt: Wie konnte es nur so weit kommen?
    Im Buddhismus heißt es, die Ursache allen Übels sei die Unwissenheit. Aus Unwissenheit entstehen Gier, Hass und Verblendung.
    Fragen Sie sich bitte, ob unsere Politik nicht schon sehr viele Jahre von Unwissenheit und den Folgen daraus getrieben wird. Wurden die wichtigsten Ereignisse unserer Vergangenheit wirklich verarbeitet, oder lediglich als überwunden deklariert? Ist die Neigung zur Obrigkeitstreue und vorauseilendem Gehorsam bis hin zur Selbstzerstörung wirklich aus der Mehrheit der Köpfe getilgt?
    Mir ist in den letzten Jahren aufgefallen, das die Mehrzahl der Menschen, inklusive der führenden Medien, fast wie hypnotisiert auf Aussagen und Reaktionen der Politik geachtet haben, um daraus einen passenden Moralkodex zu formen. Diesem Dogma in seinem (offiziellen) Denken und Handeln zu folgen identifiziert einen als auf der Seite der „Guten“ stehend. Alle anderen, die Denker, Grübler, Hinterfrager und Scharfsinnigen, die sich genauer mit der Materie auseinandersetzen wollen, statt einfach nur zu glauben plus quer zu schlucken, wurden und werden vermeintlich chancenlos auf die dunkle Seite verbannt und verfolgt.
    Stellen Sie sich einmal vor, sowohl nach dem 2. Weltkrieg als auch nach dem Ende der DDR wären die Macher und aktiven Unterstützer dieser unsäglichen Unterdrückung konsequent zur Rechenschaft gezogen und von den Schaltern der Macht, ob klein oder groß, fern gehalten worden. Man hätte ferner in der Öffentlichkeit eine tiefenpsychologische Aufarbeitung der Geschehnisse, der Motivation der Verursacher und die Qualitäten der Überwinder und Dissidenten betrieben und die Ergebnisse zum Lehrstoff in den Schulen zementiert. Würde unser Land heute in etlichen Punkten nicht vollkommen anders aussehen?
    Wie wäre die jüngste Entwicklung, über die der Autor hier schreibt, und die der letzten 25 Jahre verlaufen, wenn unsere Politiker sich jedes Mal, [wo es darauf ankam], klar und deutlich auf Basis selbstloser Weisheit geäußert oder distanziert hätten, statt entweder zu taktieren, zu lügen, zu heucheln oder einfach nur opportunistisch zu schweigen? Ich überlasse es Ihnen, die entsprechenden Themen oben in [ ] einzusetzen, es sind sehr viele.
    Jeder Mensch ist ein Vorbild. Die Buddhisten sagen, jeder Mensch wäre ein Lehrer. Und so gibt es kleine Lehrer um uns herum, und große Lehrer, die weit gehört werden. Solange unsere großen Lehrer von der Unwissenheit und ihren Folgen vergiftet sind, wird sich unser aller Leben nicht nachhaltig verbessern.

  12. Sehr geehrter Herr Dr. Aßmann,
    ich danke Ihnen sehr für Ihren Kommentar, ebenso wie ich Herrn Wichert für seinen Artikel danke.
    Eine Ergänzung sei mir aber erlaubt, möchte ich doch meinem Erschrecken darüber Ausdruck verleihen, wie schnell sich viele der zunächst mehr als 50 Künstler von ihrer Aktion #allesdichtmachen distanziert haben.
    Nach einem fast schon euphorischen Glücksgefühl, verursacht durch diese geniale Aktion, habe ich mich doch schnell in der Realität (?) wiedergefunden. Insbesondere durch Frau Makatsch und Frau Folkerts (als Beispiel deshalb zwei Frauen, weil ich deren Stellungnahme zufällig selbst gehört habe) war meine Landung eher hart. Ist wirklich, egal wie hoch die Quantität der „Kommentare“ in den sozialen Medien war, so wenig Qualität erforderlich, diese Persönlichkeiten vom doch sicher vor der Produktion überlegten Weg abzubringen? Diejenige, die die Kampagne „Alle mal ne Schicht machen“ ins Leben gerufen hat / haben, hat oder haben offensichtlich die enthaltene Kritik nicht verstanden. Schade, eigentlich.

  13. Links blinken – und rechts abbiegen
    Sehr guter Kommetar.
    Man sollte es ganz klar benennen: Leider ist der Großteil der Mitbürger, ob bewußt oder unbewußt, in Richtung eines fatalen Pfades in einen totalitärenden Faschismus abgebogen. Was der Begriff Faschismus wirklich bedeutet, sollte nach 14 Monaten mittlerweile jeder wissen. Er hat nichts mit rechts oder Nazi zu tun, sondern beschreibt die Kanalisierung der Meinungen und Strömungen in eine totalitäre Richtung.
    Genau das erleben wir jetzt.
    Dem Staat und den Leitmedien wird einfach alles geglaubt. So wie sich die Regierungen und der Mainstream vorgeblich anstrengen, jedes Leben zu schützen (welche Anmaßung !), und dies praktisch weltweit, muß einfach Recht haben und unterstützt werden. Diejenigen, die dies glauben, haben in Wirklichkeit die ihnen für sich und ihre Kinder auferlegte Daseinsvorsorge einschließlich Gesundheitsvorsorge bequemerweise outgesourced. Die Wohlfühlblase muß aufrecht erhaltzen werden.
    Die Spritze löst alles auf, führt in ein normales Leben (welches ?) zurück, ist sicher, staatlich geprüft, und sehr gut verträglich, na bitte, geht doch, weiteres Nachdenken erledigt und…. vieleicht endlich wieder Urlaub (übrigends mit einer der Hauptgründe, sich für die Impfung, pardon: gentechnische Behandlung, zu entscheiden).
    Der fehlende Diskurs ist auch ein Bildungsproblem.
    Gemeint ist damit nicht der Grad des Schulabschlusses, sondern die Fähigkeit, über sich und sein Umfeld einfach mal nachzudenken. Schule – Fehlanzeige !
    Wir leben -noch- in einen Stadium, in dem sich jeder – wirklich jeder – Zugang zu breiten Informationen verschaffen kann, was den vorhergehenden Generationen nur mit extremer Mühe und Gefahren möglich war.
    Wer tagelang im Internet wegen günstiger Urlaubsangebote recherchieren kann, kann und sollte auch wegen existenzieller Fragen recherchieren. Später zu sagen, er habe nichts gewußt, wird ihm nicht mehr helfen, die Bequemlichkeit holt ihn ein.
    Vorsorgliche Relativierung der eigenen Meinung: Äußerungen, in denen vorausgeschickt wird, ich bin kein Querdenker, kein Coronaleugner, kein Nazi, kein Rechter usw. sind nichts wert, im Gegenteil. Sie lenken den Focus geradewegs auf die schwachsinnigen Etikettierungen und signalisieren der Gegenseite schlicht und ergreifend: Schwäche. Wer Angst davor hat, sein Meinung zu sagen, soll einfach gar nichts sagen. Nicht jeder ist ein Revolutionär, aber er kann zumindest in seinem Umfeld das Seine beitragen.
    Realitätsverlust: Der momentan laufende Mainstream in Politik und Gesellschaft, jetzt noch befeuert durch die Impfkampagne, kann mit der Realität nicht mehr in Einklang gebracht werden und zwar in einem Maße, dier mittlerweile stark an Verhalten von Sekten mit realitätsfernen Glaubenssätzen erinnert. Neu ist, daß Sekten bislang als eine abgegrenzte entrückte Gruppe innerhalb einer größeren Bevölkerung definiert wurde, mit der die Gesellschaften fertig werden konnten. Heute erscheint es, daß es genau umgekehrt ist.
    In der künftigen Perspektive wird es darauf ankommen, daß sich ein möglichst großer Teil unserer Mitbürger sich körperlich und geistig fit hält und die Entwicklung genauestens und kritisch verfolgt, denn er wird gebraucht werden, vergegenwärtigt man sich die heraufziehenden Folgen, die die ungezügelte Pandemie-Wirtschaft und die vorhergesagten Dauerimpfungen und deren unsäglichen Spätfolgen anrichten werden.

  14. Danke, Herr Wiechert! Sie sprechen mir aus der Seele.
    Die wunderbare Aktion der Schauspieler hat der Gesellschaft den Spiegel vorgehalten und die Haltungen sichtbar gemacht – um den dringend notwendigen Dialog zu suchen und zu eröffnen. Es möchte sich erübrigen, die diffamierenden Reaktionen darauf weiter zu kommentieren. Ganz sicher sollte nicht die Leistung und aktuelle Belastung der Intensivmedizin in Abrede gestellt werden.
    Meinem Eindruck nach wird auf der tatsächlichen Gefahr einer (im Sommer weniger) grassierenden, neuen Erkrankung in abscheulicher Manier eine politische Suppe gekocht – und zwar vor allem mit linken Zutaten – nicht durch irgendwelche Selbstdenker. Ob ein „linkes“ Lager, welches sich genau der Mittel bedient, die eigentlich „rechtsradikal“ genannt werden, noch „links“ ist? Das herabsetzende Etikettieren überwiegt und überlagert den sachlichen Diskurs. Und jeder Widerspruch ist „rechtsaussen“ – damit feiert dieses Lager sich selbst. Doch bitte nicht dem grünen Pfeil folgen…Die Regierung bemüht sich mit zwei linken Händen und zwei linken Daumen, etwas „in den Griff“ zu bekommen…und sollte sich mit den eigentlichen, gesellschaftlichen Unwuchten des Gesundheitssystems, der Altenpflege, der sozialen Schere befassen, um die echte Zusatzbelastung durch Covid19 längerfristig abzufedern. Ja – das Thema wird uns wahrscheinlich noch länger begleiten – aber es sollte in der Hand einer demokratischen Gesellschaft bleiben, WIE wir damit umgehen. Nicht jeder, der das aktuelle „wie“ infrage stellt, ist ein Realitätsleugner, der über Leichen geht. Was (unverschämt) unmittelbar unterstellt wird, wenn man sich pro #allesdichtmachen und gegen lockdown ausspricht…wohin soll das führen, frage ich mich. Während die Pandemie sich vielleicht eben internistisch ausschleicht und von selber löst? Leider kann ich meine Kristallkugel nicht finden…

  15. Vielen vielen Dank an den Autor und den vielen Kommentatoren!
    Es tut gut dies zu lesen, weil man heutzutage schnell ausgegrenzt wird, wenn man eine andere Meinung äußert als die des Mainstreams.
    Wir sind Eltern von vier Kindern, die sich in Schule, Studium befinden und die ersten Schritte ins Berufsleben gehen.
    Mehr als ein Jahr unseres Lebens wurde uns schon gestohlen! Wie geht es weiter? Ich gebe zu, dass ich keine allzu große Hoffnung habe für Deutschland mit dieser Regierung, den vielen Mitläufern in Politik, Verwaltung, Medien, dieser EU, Schuldirektoren, Lehrern, Kirchen… Ich bin dankbar für alle die Ausnahmen!
    Was macht hier noch Sinn? Was bleibt?
    Wir merken Gesundheit auf körperliche Gesundheit zu reduzieren, ist nicht das wichtigste in unserem Leben. Zufriedenheit ist wichtiger. Beziehungen, die mein Leben tragen, prägen einen Inhalt geben! Berühren mit Worten, Herz und Haut brauchen wir! Wenn nicht, werden wir krank an Herz, Körper, Geist und Seele.
    Ich wünsche Ihnen, uns allen die „Medizin“, die wir brauchen!

  16. Vielen vielen Dank an den Autor und den vielen Kommentatoren!
    Es tut gut dies zu lesen, weil man heutzutage schnell ausgegrenzt wird, wenn man eine andere Meinung äußert als die des Mainstreams.
    Wir sind Eltern von vier Kindern, die sich in Schule, Studium befinden und die ersten Schritte ins Berufsleben gehen.
    Mehr als ein Jahr unseres Lebens wurde uns schon gestohlen! Wie geht es weiter? Ich gebe zu, dass ich keine allzu große Hoffnung habe für Deutschland mit dieser Regierung, den vielen Mitläufern in Politik, Verwaltung, Medien, dieser EU, Schuldirektoren, Lehrern, Kirchen… Ich bin dankbar für alle die Ausnahmen!
    Was macht hier noch Sinn? Was bleibt?
    Wir merken Gesundheit auf körperliche Gesundheit zu reduzieren, ist nicht das wichtigste in unserem Leben. Zufriedenheit ist wichtiger. Beziehungen, die mein Leben tragen, prägen einen Inhalt geben! Berühren mit Worten, Herz und Haut brauchen wir! Wenn nicht, werden wir krank an Herz, Körper, Geist und Seele.
    Ich wünsche Ihnen, uns allen die „Medizin „, die wir brauchen!

  17. Diskussionen sind nicht mehr möglich. Meines Erachtens gibt es nur einen einzigen Ausweg aus dieser Situation: Das System muss von selbst zusammenbrechen, wenn es nichts mehr zu holen gibt. Es muss an seiner eigenen Sinnlosigkeit und durch Insolvenz sterben.

    1. Dem kann ich nur zustimmen , vor allem wenn Man berücksichtigt das weltweit weder friedliche noch gewaltsame Aktionen irgendetwas bewirken. Was ich vor allem nicht verstehe ist wieso nicht endlich Mal jemand die Wurzel allen Übels angreift nämlich den PCR Test

  18. Nachdenken? – N E I N !
    Denn willst du zufrieden sein,
    stell´ das Denken ein,
    sonst wirst du zum Verschwörerschwein!

    Wir sind doch schon lange keine Demokratie mehr, sondern eine „Hypokratie“!
    Politiker reden zwar über Zivilcourage, zeigen aber selbst keine, sie beweihräuchern Sophie Scholl, verdammen und verfolgen aber im selben Atemzug Kritiker ihrer Coronamaßnahmen!

    Auch statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen, und so das Wutpotenzial abzubauen, wird es unnötigerweise geschürt.
    Ein Beispiel: Als wegen der Weimarer Richterverfolgung im Internet aufgerufen wurde, am 1. Mai Blumen vor Gerichtsgebäude zu legen, standen dort Dutzende Polizisten und nahmen Personalien der friedlichen Bürger auf!

    1. Lieber Herr Woitsch,
      den Gedanken, dass die Wut unnötigerweise geschürt wird, hatte ich gerade heute. In unserer Stadt ist ein massives Polizeiaufgebot unterwegs. In den Nachrichten lese ich, dass eine Kundgebung von „Corona-Kritikern“ verboten wurde, alle Gegendemonstrationen dagegen nicht! Hier gibt es keinen Dialog mehr. Die Polizei hätte die Aufgabe, jeder Gruppe die Aktion im friedlichen Rahmen zu ermöglichen, oder? Hier stellt sie sich von Anfang an auf eine bestimmte Seite. Die „Argumentation“ kenne ich schon, auch ohne sie gelesen zu haben. Man wird behaupten, aus der Gruppe der C-Kritiker wären Straftaten (Maske, Abstand etc.) zu erwarten gewesen. Seltsamerweise finden aber immer wieder Demos von Antifa etc. statt, wo wirklich gebrandschatzt wird.
      Oh je, wenn ich auf das Ende seh…

  19. Ein Satz schmälert diesen inhaltlich guten Beitrag erheblich.
    Demokratie lebt von Abgrenzung. Leider kommt der konstruktive Streit als Motor unserer Gesellschaft durch das herrschende betreute Denken nicht mehr zum Tragen. Das Wohl des deutschen Volkes in den Mittelpunkt politischen Handelns zu stellen, ist kaum mehr möglich ohne von den Vordenkern gegen Rechts oder selbsternannten Klimaschützerinnen als Verbreiter antisemitischer Inhalte , in Abwesenheit diffamiert zu werden. Alles unter dem schützenden Dach unserer Qualitätsmedien.
    „Der Kampf gegen Rechts ist in Wahrheit ein Kampf gegen das eigene Volk “ Uwe Steimle, kritischer Schauspieler und Kabarettist

  20. JJ Liefers verbringt Stunden an der frischen Luft auf dem Rennrad. Das Hirn bekommt reichlich Sauerstoff und er nutzt die Zeit zum Nachdenken beim Pedalieren. Ein Hoch auf diesen geistigen Einfall der Künstler, die ihre Worte mit Bedacht wählten für ihren Beitrag, der kaum trefflicher sein konnte. – Ein Hoch auf diesen gekonnten Fingerzeig auf die Narrative, die Propaganda, das ganze depperte Drumherum, denen die verblödete Volksmasse blindlings folgt. Meinungs -Freiheit oder Freiheit muss sich weder rechtfertigen noch in irgendeiner Form erklären. Das Problem liegt eigens im Auge des Betrachters. Dessen Einstellungen, Sichtweisen und verschobenen Werte könnten Teil des Problems sein. Sender und Empfänger können auf sehr unterschiedlichen Frequenzen agieren. Manchmal ist eine gewisse Toleranz hilfreich

  21. Sehr geehrter Dr. Aßmann,
    aus ganzem Herzen danke ich Ihnen für diese Analyse, die ich Wort für Wort unterstütze. Wir sind auf einem schlimmen Weg, weil wir uns in den Händen von teilweise komplett Ungebildeten Leuten befinden, die noch nie wirkliche Verantwortung übernommen haben und für ihr Tun gerade stehen mußten. Noch nicht einmal für sich selbst. Fehlende Bildung, Lebenserfahrung und gesunder Menschenverstand sind nicht vorhanden. Die Parlamente sind voll voll von Dummheit und Arroganz.
    Das politische Spektrum zieht sich von links bis rechts. Völlig normal und von jedermann zu akzeptieren. Argumente gibt es für alle Richtungen – nur müssen sie Mehrheiten erlangen um wirksam zu werden. Da aber unsere Medien (FUNKE/BERTELSMANN/SPRINGER/ZEIT/SPIEGEL/SÜDD. ETC.) weitgehend von der jetzigen Regierung bzw. den Altparteien zumindest querfinanziert werden, ist es dem normalen Bürger gar nicht möglich, sich ein auch nur einigermaßen objektives Bild über die politischen und wirtschaftlichen Zustände hier zu machen. Die ÖR-Anstalten mit ca. 8-9 Milliarden Zwangsgebühren sind willfährige Propaganda- teils schon Agitationsapparate. Die Berichterstattung ist nicht objektiv, nicht abgewogen, sondern manipulativ und einseitig ausgerichtet. Simple Moderatoren, die wundersamerweise deutlich mehr verdienen als unsere Kanzlerin, bestimmen die politische Ausrichtung dieser Sender! Stramm links lautet die Ideologie. Und solange Restle, Reschke, Kleber, Will, Illner, Maischberger und Co. so weitermachen dürfen, wird dieses Land nach den Wahlen im Herbst derart an die Wand gefahren, daß es kaum noch zu reparieren ist. Diesen Agitatoren müssen dringend journalistische Grundsätze vermittelt werden, ansonsten ist die Zwangsgebühr nicht mehr zu halten. Der Auftrag, uns Bürger korrekt und neutral zu informieren, wird hier mit Füßen getreten.
    Und Schuld daran haben die sogenannten Altparteien, die sich den Staat, bzw. den steuerzahlenden Bürger zur Beute gemacht haben. Schluß damit!

  22. Niemand stimmte im März 2020 gegen das erste Infektionsschutzgesetz. Es wurde einstimmung durchgewunken mit Enthaltungen der Linken und der AfD. Schon damals hatte ich mehr als nur ein „mulmiges Gefühl“. Als dann ein paar Wochen das zweite Infektionsschutzgesetz verabschiedet wurde und nur die AfD sich dagegen wehrte, war mein spontaner Gedanke: „Oh je. Jetzt sagen die politisch Falschen das politisch Richtige. Ab jetzt steht es auf dem politischen Index, gegen den lockdown zu sein, denn dann würde man ja eine AfD-Position übernehmen.“ Stichwort Kontaktschuld. Vollkommen kindisch und primitiv? Ja, aber so läuft es.

    Ab da war klar: Neben der Diffamierungsschublade „Verschwörungstheoretiker“ kommt eine zweite Schublade hinzu, nämlich rechtsradikal. So wurde ich von einem Tag auf den anderen vom „versifften, verkopften Altlinken“ zum „rechtsradikalen, schwurbelnden Leugner“.

    Aber es hatte auch etwas Gutes.
    „Für mich persönlich ist die „Corona Zeit“ ein Crashkurs in Toleranz. Ich lerne anderen Meinungen wieder wirklich anzuhören und diese zu tolerieren und löse mich von einem Umfeld, dass in seiner Selbstwahrnehmung, die Meinung vertritt tolerant zu sein, es aber in Wirklichkeit gar nicht ist.“

    Dieser letzte Satz aus dem Kommentar spricht mir aus dem Herzen. Diese „Pandemie“ ist ein Augenöffner für mich. Ich habe viel gelernt. Menschen, die ich abgelehnt habe, lerne ich zu schätzen und umgedreht. Ich habe mich neu kennengelernt, auch Vorurteile, die ich in mir hatte. Sich selbst zu hinterfragen, ist die schwierigste Disziplin im Leben.

  23. Erst einmal herzlichen Dank für Ihren unabhängigen Journalismus.
    In seinem Fazit schreibt der Verfasser sehr richtig:
    „Es ist Aufgabe der Verantwortlichen in der Politik, hier ihren Fokus zu setzen……“
    Wenn unsere Kanzlerin, in Kohlscher Tradition, die großen Verlagschefs zu sich ins Kanzleramt bittet, erinnert das an die Argumentationsversammlungen der Zeitungschefs im damaligen sozialistischen Teil Deutschlands, wo festgelegt wurde, was nicht mehr geschrieben werden durfte und welche Wörter unerwünscht waren (s.a. Maximal Leo, Haltet eure Herzen bereit. Ein Ostdeutsche Familiengeschichte).
    Das die Partei (SED)im Besitz der absoluten Wahrheit war, und nur Feinde der Partei auf die Idee kommen konnten sie zu kritisieren, kannte J.J. Liefers sicher noch aus grauer Vorzeit.
    Meinen herzlichen Dank an diesen tollen Schauspieler und seine Mitstreiter für Meinungsfreiheit, die damit die eigentliche Rolle des ÖRR übernehmen mussten (Zeitungen eingeschlossen).
    Mein Fazit: Mir fehlt der Glaube an dem politischen Willen, daran etwas zu ändern.
    Teile und herrsche funktioniert(e).

  24. Die Frage „Rechts“ oder welche Ecke auch immer ist ja mittlerweile ein strategischer Fausthieb geworden, der m. E. letztlich den „Schläger“ als Denunzianten demaskiert. Die Beobachtung von Herrn Wichert, dass die AFD teilweise die Positionen der ehemaligen CDU vertritt, teile ich. Das hat nichts mit rechts oder links zu tun, sondern schlicht damit, welche Ansicht der Einzelne zu einzelnen Sachfragen hat. Ich bin z.B. kategorisch gegen jedwede Teilnahme der Bundesrepublik an kriegerischen Handlungen in der Welt. Bin ich deshalb ein Linker ( nur die Linken sehen das genauso)? Nein, ich erlaube mir eine eigene Meinung zu Themen, zu denen „Parteihörige“ eben die Meinung ihrer Partei- Referenzgruppe übernehmen. Und hier liegt das Problem. Es wird allerorten nachgeplappert, was „Medien“, „Eliten“, „Prominente“, „Minister“, „Experten“ etc. alles so absondern, aber leider wird nicht so richtig nachgedacht! Ja, ich gebe es zu: in vielen Fragen bin ich inkompetent- dann heißt es „Klappe halten“. Aber das dürfen die „Qualitäts-Medien“ natürlich nicht. Die müssen ihr (bezahltes) Getue zu Schau tragen, damit das prima weiter funktioniert mit der Infiltration.

  25. „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Du es sagen darfst“ Das ist Demokratie, aber dieses Wissen ist der Menschheit abhanden gekommen.

  26. Das Problem scheint zu sein, das gleich an mehreren Säulen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung parallel gesägt wird:
    1. Der Unabhängigkeit der Parlamentarier: sie werden derart moralisch unter Druck gesetzt, dass eine vernunftorientierte Entscheidung immer unmöglicher erscheint. Das geht so weit, wie jüngst Jan Liefers in einer Talkshow gefragt hat: Ist 2 plus 2 nicht mehr 4, nur weil dies die AfD behauptet? Dass ausgerechnet eine junge Wissenschaftsjournalistin diese rhetorische Frage prinzipiell bejaht hat, zeigt in welch geistigen Untiefen sich viele im Land verirrt haben. Dass viele Parlamentarier weder die Lebenserfahrung noch die Expertise und schon gar nicht die wirtschaftliche und ideelle Unabhängigkeit für dieses wichtige Mandat mitbringen oder gar direkt von der Schulbank ins Parlament wechseln, legt das Fehlen sowohl eines gesunden Selbstvertrauens aus erbrachter Lebensleistung als auch einer geringen Beeinflussbarkeit eines längst geeichten Kompasses nahe, so wie Wolfgang Schäuble dies in Bezug auf die Würde des Menschen demonstriert hat. Diese geringe geistige Reife vieler Parlamentarier zerstört den Parlamentarismus von innen heraus.
    2. Die Unabhängigkeit von Presse und Medien: die Presse ist mittlerweile so von Werbeeinnahmen, Anzeigenkampagnen der Bundesregierung und ihren wenigen zahlenden Lesern abhängig, dass alles unternommen, diese zu halten, koste es so viel Wahrheit, wie viel es wolle. Relotius lässt grüßen. Der ÖRR ist dagegen so unabhängig, dass keinerlei Anreiz mehr besteht, den Zuschauern mehr zu bieten als Ideologie, Panik, Mord und Totschlag. Wer verstehen will, was ich meine, kann ich nur den US-Spielfilm Idiocracy empfehlen. Die nahmen die aktuelle Entwicklung bereits 2006 vorweg.
    3. Die Unabhängigkeit der Wissenschaft: diese ist m.E. nicht mehr frei, wie ich bei vielfältigen Kontakten in die Wissenschaft feststellen konnte. Die Politik hat bewusst mit hohen Drittmittelvorgaben die Rahmenbedingungen so gesetzt, wissenschaftliche Institute in die Arme diverser Lobbyisten zu treiben, verkennend, dass eine Gesellschaft nur dann funktionieren kann, wenn die Wissenschaft ihre Pflöcke unabhängig von finanziellen Erwägungen einschlägt. Aktuell bestimmt oftmals eher der Investor als der Wissenschaftler das Ergebnis der Studien und das nicht selten bereits im Vorfeld der Studien.
    4. Die Unabhängigkeit der Justiz: wie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Klimafrage jüngst gezeigt hat, ist eine unabhängige Justiz ohne funktionierende Säulen 1 bis 3 nicht möglich. Denn auf was sollen sich die Verfassungsrichter abstützen? Eine Klimawissenschaft, die seit eineinhalb Jahren über der Antwort auf die simple Frage brütet, warum Stilling, die seit Jahrzehnten beobachtete globale terrestrische Windabnahme mit Einfluss auf die gewaltige Verdunstungsleistung in Kombination mit einer Versiegelung der Landschaften, Trockenlegung von Sümpfen und Mooren sowie Begradigung von Flüssen nicht als Ursache des menschgemachten Klimawandels in Frage kommt? Rein rechnerisch kommt das jedenfalls ziemlich genau hin.
    Es war deshalb nur eine Frage der Zeit, bis all dieses Sägen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in ihren Grundfesten gefährdet. Doch anstatt an den oben genannten Punkten zu arbeiten, erfindet unser zunehmend kraft- und saftlos wirkende Innenminister einen neuen Tatbestand, der die Schuld an alledem ominösen Kräften zuschiebt, gemeinhin als Verschwörungstheoretiker, Aluhüte, Querdenker, etc. bekannt. Die zentrale Erkenntnis dabei: der Umgang mit Corona wie mit dem Klimawandel hat in den immer stärker dramatisierten Erzählungen längst ein Level erreicht, das seinerseits für eine Einstufung als Verschwörungstheorie locker ausreichen sollte.

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