Was wollen wir unsere Kinder lehren?

In den vergangenen Wochen habe ich sehr viel Post von besorgten Eltern erhalten. Eltern, die im Angesicht der aktuellen Entscheidungen der Kultusministerien bzw. Landesregierungen zum Unterricht in den Schulen sorgenvolle Fragen stellten. Es sind Fragen zu einseitigen Unterrichtsinhalten, zum politischen Framing, aber auch zur Testpflicht von Kindern. 

Allen Wortmeldungen ist eines gemeinsam – die Hilflosigkeit der Eltern in Bezug auf die getroffenen Maßnahmen und die Umstände, die ihre Kinder auszuhalten haben. 

Einige Eltern schrieben mir gar, sie würden nunmehr ihre Kinder von der Schule nehmen.

Ich verstehe meine Arbeit, wie ich immer wieder betone, nicht aktivistisch, sondern journalistisch. Zum Journalismus gehört auch die noble Aufgabe, in den Dialog zu treten, um zu hinterfragen und zu erfahren. Aber auch der Dialog mit den Leserinnen und Lesern ist, sofern leistbar, wichtig.

In diesem Sinne bekomme ich Zuschriften und Anregungen. Darunter war auch die Anregung für Eltern, einen Brief zur Verfügung zu stellen, der als Vorlage oder auch als Kopie genutzt werden kann, um ihn an Lehrkräfte oder Schulleitungen oder Lehrerverbände zu senden. Mit der Intention, Denk- und Lehrprozesse in Gang zu setzen.

In publizistischer Verantwortung für einen offenen Diskurs  stelle ich diesen Brief zum Download hier zur freien Verfügung. Neben seiner ureigenen Funktion als formulierte Bitte an den Lehrkörper kann er Ihnen auch als Argumentationspapier für Diskussionen mit Ihren Mitmenschen in Ihrem Kreis dienen.

Machen Sie gerne möglichst viele Menschen auf den Brief aufmerksam.

(M.L.)

Vielen Dank für Ihre Unterstützung des unabhängigen Journalismus in Deutschland.

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12 Antworten

  1. Sehr geehrter Herr Langemann!

    Ihre Seite also Sie zu entdecken war sehr entlastend für mich.

    So eine Konfrontation mit der Schulleitung meiner Kinder geistert schon länger durch meinen Kopf.

    Was muß ich unternehmen um eine adaptierte „Österreich Version“ zu bekommen.

    Danke für Ihre Beiträge die meine Moral sehr stützen.

    Mit besten Grüßen

    Stefan Ochsner

  2. Dieser „Blaue Brief“ ist wohl die intelligenteste Maßnahme, die man zur Zeit ergreifen kann. Wirklich eine fabelhafte Idee und ich hoffe, dass sehr viele Eltern ihn nutzen und vor Allem von ihrer Erfahrung damit berichten. Ich kann mir kaum vorstellen, wie man sich da als Lehrer herausreden könnte. Klasse auch, dass Sie den Brief verbreiten, Herr Langemann.

  3. „wer die Fragen stellt, hat die Kontrolle über die Antworten!“ Rainer Mausfeld 🙂

    nicht argumentieren, sondern Fragen stellen! Nur das bewegt evtl. zum Selbst- und dann Umdenken. Wer in Grund und Boden argumentiert wird schaltet eh auf stur und das in jedem Alter.

  4. Sehr geehrter Herr Löcke,

    jedem Ihrer Worte kann ich vollumfänglich zustimmen.

    Ergänzen möchte ich noch, dass unser 19-jähriger Sohn vor kurzem Corona positiv war nebst typischen Symptomen wie leichten grippalen Effekten und einem nahezu vollständigen Verlust des Geschmack- und Geruchsinn. Er hat ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen weiter in unserem Haushalt gelebt. Mittlerweile ist er offiziell und vom Gesundheitsamt bestätigt wieder negativ und gilt seitdem als Genesener. Trotzdem wurden meine Frau und ich nicht krank. Alle drei Corona-Tests (Selbsttest, Schelltest und nach 1,5 Wochen ein PCR-Test) waren negativ. Das Gesundheitsamt, das uns über das PCR-Testergebnis informierte, war eher ratlos, wie das sein kann. Einzige Antwort: „Vielleicht haben Sie bereits vorher eine Infektion durchgemacht.“ Kann sein, aber dann war auch diese Infektion mit wenig bis keinen Symptomen verbunden. Auf weitere Nachfrage räumte die Sachbearbeiterin ein, dass nicht wenige Kollegen nicht hinter der öffentlichen Panikmache stehen und Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Nachrichten rund um Corona hegen. Auf meine Nachfrage, wieso sie dann nicht öffentlich widersprechen, hat sie auf ihre Weisungsgebundenheit hingewiesen. Denke mehr muss man nicht wissen, um beurteilen zu können, dass es vorrangig nicht um Gesundheitsschutz geht, sondern Corona instrumentalisiert wird, um die Menschen mental auf die „Transformation unserer ganzen Lebens- und Wirtschaftsweise“ im Zuge des Klimaschutzes, von der Merkel am 22.04.2021 in den 19:00 Uhr-Heute-Nachrichten sprach, vorzubereiten. Das mediale Klimawandel-Feuerwerk, das uns Zuschauer aktuell geboten wird, bestätigt diese These ebenso wie jüngst die Aussage von Angela Merkel zur angeblichen Zunahme der Anzahl sof. „Klima-Leugner“.

    Wir hatten zweimal im 20. Jahrhundert eine Politik auf rücksichtslosem Schwachsinnniveau in Deutschland. Wir sollten daraus unsere Schlüsse ziehen und Art. 1 GG ohne Wenn und Aber einfordern. Das wichtigste Statement unseres Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ steht genau aus diesem Grund so absolut ganz am Anfang des GG. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Erkenntnis auch nun zu Beginn des 21. Jahrhundert zunehmend wieder relativiert wird, um mit Angst und Diffamierung Politik zu gestalten, um Partikularinteressen von Lobbyisten durchzusetzen.

    Nochmals besten Dank für ihre i.d.R. sehr sachlichen Leserkommentare

    Viele Grüße
    Roland Aßmann

    1. Hallo Herr Dr. Aßmann,

      auch wenn ich mich wiederhole: Die Arbeit von Herrn Langemann und Kommentare von Menschen wie Ihnen (und vielen anderen hier im Forum) mit sehr viel Sachkenntnis und Empathie geben mir gerade viel Kraft, weil ich in meinem persönlichen Umfeld recht isoliert bin. Auf Dauer ignoriert, belächelt oder beschimpft zu werden, geht stärker auf mein Ego als ich dachte. Ein großes Danke also auch Ihnen.

      Genug der Gefühlsduselei. Mich macht die Ratlosigkeit des Gesundheitsamtes auf Ihre Frage ratlos. Warum? Das beschriebene Phänomen in Ihrer Familie (Ihr Sohn mit Symptomen erkrankt, Sie selbst und Ihre Frau durchgehend negativ getestet) ist ein häufig vorkommenes Phänomen, das Dr. Streeck in seiner Heinsberg-Studie vor über einem Jahr (!) eingehend beschrieben hat. Das trat selbst unter Ehepartnern auf, die Tisch und Bett geteilt haben. Nur passt dieses Phänomen nicht ins offizielle Distanz-, Masken- und Isolierungs-Narrativ.

      Weisungsgebunden? Sie glauben nicht, wie oft ich dieses Wort in letzter Zeit gehört habe, wenn ich nach der Sinnhaftigkeit einer Anordnung gefragt habe. Zuletzt bei einem Elternsprechtag/einer Zoom-Konferenz aus dem Mund der Lehrerin meiner Stieftochter. „Weisungsgebunden“ ist ein Euphemismus für „Ich führe nur Befehle aus“.

      „Transformation“ unserer Welt, Agenda 2030 der UN, Weltregierung, die Visionen des WEF, wie die Welt 2030 auszusehen hat? „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Das sagte Helmut Schmidt einst. Das Kleingedruckte in den Visionsverträgen macht mir Angst.

      Ein schönes langes Wochenende Ihnen

    2. Sehr geehrter Herr Assmann,

      danke fuer Ihren Kommentar, dem ich voll und ganz zustimme. Nur der letzte Absatz laesst mich etwas ratlos zurueck. „Wir sollten…“, „Wir duerfen…“, und nun?

      1. Sehr geehrter Herr Kolm,

        „……und nun?“

        Es bleibt uns nichts anderes übrig, als den Finger so oft wie möglich in die Wunde zu legen und unsere Meinung offen und ehrlich zu artikulieren. Wir müssen unseren Staatsdienern so oft wie möglich klar machen, dass wir es sind, die sie alimentieren und sie uns deshalb zu unseren Diensten stehen müssen. Wenn sich wie jüngst Merkel, Spahn, Söder und andere Ministerpräsidenten von Staatsdienern zu unseren Herren aufschwingen wollen, sind nur wir es, die ihren Aufstieg ins Reich der „Götter“ verhindern können, so dass sie keine andere Wahl haben, als auf dem Boden des Grundgesetzes und damit der unbedingten Realität in einer offenen demokratischen Gesellschaft zurückzukehren.

        Wir alle sollten beginnen, den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft berechtigte Fragen zu Corona, zum Klimawandel, zu sinnleeren oder gar kontraproduktiven Klimaschutzmaßnahmen, zum Tierschutz, zu sozialen und ökonomischen Fragen, etc. zu stellen und nicht locker zu lassen, bis dass die Fragen restlos beantwortet sind.

        So werden wir immer mehr, die Nachfragen, warum das terrestrische Stilling und damit einhergehend die Reduktion der Verdunstung, die laut Trenberth-Diagramm immerhin etwa 50% der einfallenden Sonnenenergie in höhere Atmosphärenschichten abführt, nicht Teil der potentiellen, vom IPCC betrachteten Ursachen ist. Einen Einzelnen können Sie ausblenden, viele jedoch nicht. Dabei darf man sich auch von Drohungen, u.a. ausgerechnet von einem Journalistenverband für Nachhaltigkeit, einem wenig kooperativem Presserat oder einem bei der Windenergielobby mit Beißhemmung auftretenden Abgeordnetenwatch nicht aufhalten lassen. Die Fakten müssen auf den Tisch. Fragen, Fragen, Fragen, am besten aus der Mitte der Gesellschaft, nur so bleibt der für jede Demokratie essentielle gesellschaftliche Diskurs in Bewegung und die Bühne wird nicht den rechten und linken Extremisten überlassen. Daran ist letztlich bereits die Weimarer Republik gescheitert.

  5. Uns geht es genau so, die Schule verlangt den Selbsttest, mein Enkel 5.Klasse,der seid Geburt bei mir lebt,sagte NEIN dazu, also unterschrieb ich diese Aufforderung nicht!
    Fazit: er darf die Schule nicht mehr besuchen.Ich gab ein Schreiben mit, in dem auch aufgefordert wird, mir mit zu teilen was passiert und das da er ja vom Unterricht fern bleiben soll auf Begründung des Bayrischen Ministeriums etc.ihm keine Fehlzeiten entstehen. Nun wie soll er vernünftige Noten bekommen ab September sollte er nach Auerbach/Obf. in die Realschule, das wird wohl nun nichts werden, denn er benötigt einen Durchschnitt von 2,0. Was hier auch immer passiert, das kann nicht sein das Kinder so missbraucht werden und schulisch nicht weiter kommen. Ich benötigte Hilfe, aber nachdem alle oder viele Richter und Anwälte konform mit der Merkelschen Regierung gehen, habe ich keine Ahnung wie es weiter geht. Ich sehe nicht ein, das Kinder all das über sich ergehen lassen sollen, nur weil der großteil der Bevölkerung immer noch nicht sieht was hier vorgeht.Ich habe schon einmal in einer Diktatur gelebt und erlebt, weit vor dem Mauerfall wurden wir aus gewiesen. Mir ist klar was hier vor geht.Trotzdem kann ich nicht dulden, was man mit den Erwachsenen und Kindern hier mit Wilkühr dieser Regierung hier passiert.Nur noch unerträglich

  6. Sehr geehrter Herr Langemann,

    das Leid der Kinder wird totgeschwiegen. Die vielen anderen „Kollateralschäden“ werden totgeschwiegen. Falls ausnahmsweise doch in den klassischen Medien erwähnt, werden die Gründe für das millionenfache menschliche Leid verbal umetikettiert – als Folgen von Corona, obwohl es Folgen der politischen Maßnahmen sind.

    Mir ist Ihr Anspruch an sich selbst sympathisch und ich halte ihn für richtig. Sie wollen Journalist, kein Aktivist sein. Nur steht gerade die Welt auf dem Kopf. Haltungs- und Verlautbarungsjournalisten feiern sich für ihren Qualitätsjournalismus. Kritische (sollte das nicht eine Selbstverständlichkeit sein?) Journalisten wie Sie werden von Kollegen angegangen. Demokraten werden als Gefahr für die Demokratie beschimpft, ggf. vom Verfassungsschutz überprüft. Veranlasst von Kräften und Parteien, die eben diese Verfassung und Demokratie durch die Infektionsschutzgesetze 1 bis 4 ausgehebelt haben. Schwarz ist weiß, weiß ist schwarz.

    Zu Ihrem Selbstverständnis gehört auch, dass Sie sich demokratischen Werten verpflichtet fühlen. In diesen Zeiten werden Sie also automatisch zum Aktivisten, wenn Sie diese demokratischen Werte privat/beruflich leben – ob Sie nun wollen oder nicht. Sie zeigen Haltung. Auch wenn all diese Worte für Sie negativ besetzt sein mögen, finde ich das gut.

    Sprache schafft Wirklichkeit, sagte der Soziologe Heinzlmaier sinngemäß im Interview bei Ihnen. Das stimmt auf erschreckende Art und Weise. In den Köpfen der Menschen existiert nur das, worüber geredet/berichtet wird, worüber vor allem Bilder gezeigt werden. Rund um die Uhr Corona seit über einem Jahr, Angstpropaganda seit über einem Jahr. Im Kontrast dazu eine fast schon pathologische, kollektive Verdrängung des Leids der „staatlichen Therapie“. Totschweigen im wahrsten Sinne des Wortes.

    Sie machen da nicht mit. Dafür Danke.

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