Interview mit einem Staatsfeind?

Aus dem Umfeld von Michael Ballweg bin ich gefragt worden, ob ich Interesse an einem Interview mit Herrn Ballweg hätte. Sie kennen Michael Ballweg vielleicht als Initiator der großen Berlin-Demonstration im vergangenen Jahr. Als Kopf der „Querdenken-Bewegung“.

Ich beobachte diese Bewegung seit geraumer Zeit aus der Distanz. Das Beobachten habe ich offenbar mit dem Verfassungsschutz gemein. Das Bundesinnenministerium teilte vor ca. vier Wochen mit, ab sofort Personen und Gruppen innerhalb der „Querdenken-Bewegung“ zu beobachten.

Zum Zeitpunkt des Angebotes eines Interviews, gab es aus meiner Sicht keinen Gesprächsbedarf mit Herrn Ballweg.

Ich hatte nachgedacht und kam zu dem Schluß, ein Interview hilft zu verstehen. Nach der Ankündigung der Beobachtung der Querdenkerbewegung durch den Verfassungsschutz gibt es ja fast natürliche Fragen. Wer ist dieser Mann? Wo kommt er her? Was bewegt ihn? Was ist das für eine Bewegung für die er steht?

Fragen, die nur er selbst beantworten kann und die Sie im Original, ungekürzt und unkommentiert, unten im Podcast hören. Ebenso wie seine Antworten.

Fragen übrigens, die Kollegen wie Lanz, Will oder Maischberger, die Sie monatlich mit Ihren Gebührengeldern finanzieren, erstaunlicherweise nie gestellt haben.

Machen Sie sich ein Bild von einem Mann, der Hunderttausende auf die Straße gebracht hat und in den Augen der derzeit politisch gewählten Volksvertreter, so etwas wie der „Staatsfeind Nr. 1“ zu sein scheint.

Die nobelste Aufgabe des Journalisten ist es, sich interessanten Personen der Zeitgeschichte zu nähern. Die unterhaltsamste Zeit kann es sein, solchen Personen zuzuhören. Die herausforderndste Aufgabe für den Zuhörer bleibt es, sich eigene Gedanken zu den Inhalten und der Person zu machen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen spannende Minuten.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung des unabhängigen Journalismus in Deutschland.

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34 Antworten

  1. Es ist zu hoffen, dass dieses Interview große Verbreitung findet und somit vielleicht in dem einen oder anderen ahnungslosen Kopf – zumindest für einen Moment – etwas wie Verwunderung auslöst: So also hört sich ein gefährlicher Staatsfeind an. Er kämpft für Freiheit, Demokratie und die Einhaltung unserer Grundrechte. Echt krass!

    Auch in meinem Umfeld gibt es genügend Leute, die Mitfahrer im Zug der MSM sind und die ohne zu hinterfragen deren Narrativ von: Querdenker sind gleich rechts, gleich Aluhüte, gleich immer-denselben-dämlichen-Verortungen… Wer muss sich dann noch mit deren Argumenten und Beweggründen auseinander setzen? Bestimmt nicht die Leser der Stuttgarter Zeitung oder des Tagesspiegels (nur um zwei von vielen unangenehmen Beispielen zu nennen).

    Es ist das zweite Mal, dass ich Herrn Ballweg persönlich höre. Das erste Mal habe ich ihn am 1.4.21 auf der Querdenker-Demo in Stuttgart erlebt, wo tausende Menschen friedlich für die Beendigung der Corona – Maßnahmen auf die Straße gingen. Ich wollte mir ein eigenes Bild machen von ihm und dieser Bewegung. Seine Rede dort deckte sich mit der Grundaussage in diesem Interview, sie unterschied sich lediglich in der Emotionalität der Ansprache an ’seine‘ Leute.

    Was mich dort ein wenig befremdete war das Vorprogramm und die Einpeitscher, die seinen Auftritt wie den eines großen Heilsbringers mit Massenmeditation und gemeinsam wiederholten ‚Freiheit‘-Rufen emotional aufluden. Das hätte es für mich nicht gebraucht, ist aber Geschmackssache. Keine Infragestellung des Inhalts, eher der Darstellung.

    Auch habe ich die hier bereits erwähnte Erfahrung gemacht vom Widerspruch der persönlichen Wahrnehmung vor Ort und der medialen Berichterstattung in den Nachrichten. Man greife sich ein paar bunt gekleidete Vögel mit selbstgebastelten Hüten heraus, dazu ein Häufchen entrückt Hare Krishna singende Yogis mit orangefarbenen Kutten und schon hat man ein Klischee-Bild von Schwurblern und Spinnern. Natürlich sind nicht alle harmlos: weiter hinten wurde ein Stein auf einen Journalisten geworfen. Leider konnte das die Kamera nicht einfangen. Dem Reporter wird vom Studio aus angeraten: Bringen Sie sich in Sicherheit!

    Derweil standen die vielen Menschen aus der vielzitierten gesellschaftlichen Mitte friedlich zusammen. Menschen, die sich Sorgen machen um unsere Freiheit, um unsere Grundrechte, um unsere wirtschaftliche Zukunft. Sehr berührt hat mich ein Mann, der ein Plakat vor sich hielt : „Ich stehe hier für meine Enkel. Sie leiden.“

    Mitmenschen, die sich aus ihrer Komfortzone heraus begeben und zum Teil viele Kilometer Fahrt auf sich genommen haben. Weil sie angetrieben sind, dieser staatlichen Willkür etwas entgegenzusetzen. Menschen, die mit Angst demonstrieren gehen, womöglich erkannt und daraufhin Repressalien am Arbeitsplatz erleiden zu müssen. Sie gehen trotzdem. Ihnen gilt mein Respekt und Dank! Genauso wie Herrn Ballweg, der sich so unerschrocken wie unbeugsam diesen katastrophalen Regierungsmaßnahmen entgegenstellt und auch dem schmutzigen Gegenwind ganz entspannt standhält, der ihm aus den unsäglichen Sprachrohren der Einheits-Propaganda ins Gesicht bläst. Wir könnten mehr Ballwegs gebrauchen, die Menschen mobilisieren können für die Einhaltung unserer Grundrechte auf die Straße zu gehen.

    Danke Herr Langemann für das Veröffentlichen dieses Interviews!

  2. https://reitschuster.de/post/lockdown-weder-notwendig-noch-verhaeltnismaessig-sondern-verfassungswidrig/

    …und auch dieses ist richtig, bemerkenswert und spricht mir aus der Seele…
    Und alles, obwohl ich Kenntnis von schweren Covid19-Erkrankungen habe, die Perspektive Erkrankter und auch des versorgenden, medizinischen Personals kenne, die Erkrankung als Gefahr wahrnehme (ohne die mediale Berichterstattung gut zu heissen, die tatsächliche Gefahrx8 weiss machen will…), es für sinnvoll erachte, auch politisch etwas (Reelles und sinnvoll Zielführendes) zum Infektionsschutz zu tun, solange nicht gezielt behandelt werden kann…ist das, was zum angeblichen Infektionsschutz politisch passiert, leider aus meiner bescheidenen Perspektive dann doch grotesk und falsch…und bin ich einem Dr.Manfred Kölsch zutiefst dankbar für sein klares Statement.

  3. Gerade habe ich mein Corona-Testzertifikat für eine Dienstreise ins Ausland heruntergeladen.

    Darauf enthalten der Hinweis:
    „Digitale Signatur für Veranstaltungen, Gastronomie und mehr. Ergebnis kann mit kostenloser Test-Verify-App verifiziert werden.
    Weiter Informationen auf http://www.testverify.io“ plus ein QR-Code.

    Es ist wirklich unglaublich, mit welcher Akribie die Bundesregierung bzw. die EU an einem Überwachungsstaat nach chinesischem Vorbild arbeiten. Dass diese Politiker(innen), die die Grenze zur Unfreiheit früherer Epochen längst überschritten haben, Herrn Ballweg als Staatsfeind begreifen, wird so mehr als plausibel.

    Wir hätten niemals eine Ex-FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda in das wichtigste Staatsamt des größten Einzelstaates der EU wählen dürfen.

  4. Hallo Herr Langemann,
    seit einem Jahr helfen Sie mir mit ihrer Präsenz durch diese spannende Zeit, vielen lieben Dank dafür.
    Das Interview mit Herrn Ballweg habe ich sehr genossen. Sein ruhiges und entspanntes Wesen bewundere ich zutiefst. Gleichzeitig verliert er keine Sekunde sein Ziel aus dem Auge. Herr Ballweg leistet einen großartigen Beitrag dazu viele Menschen zu „erwecken“, die sich dann eigenverantwortlich und selbstbestimmt in verschiedensten Organisationen vernetzen und aktiv werden. Die daraus resultierenden positiven Energien, so meine Überzeugung, werden die Transformation zum Guten wenden. Viel Schmerz und Leid liegt noch vor uns, doch zu guter Letzt erreichen wir gemeinsam als Menschheitsfamilie die nächste Evolutionsstufe.

  5. Hallo Herr Langemann und Herr Ballweg – es tut mir etwas leid: wofür oder wogegen Herr Ballweg eintritt, ausser einer Organisation von Demonstrationen (mit Infektionspotential), ist mir aus dem Gespräch nicht wirklich deutlich geworden. „Für Frieden und Freiheit“ – da dürfte zunächst mal jede demokratische Partei dafür sein. „Für Pluralität“ – ja, eben dringend notwendig zu erhalten – ok.
    Für“Basisdemokratie/Volksentscheide“…
    hm- was hat das mit Corona und Covid19-Erkrankungen und den katastrophalen politischen Gegenmassnahmen zu tun?…Mir tauchen zu viele Allgemeinplätze und Schlagworte auf und zu wenig inhaltlich Konkretes. Ein „ich bin dagegen“ oder auch „ich bin dafür“ ohne konkret zu benennen, wofür oder wogegen, erinnert mich an die pupertierend-schwebende Haltung Jugendlicher ohne Realitätsbezug – und ist tarsächlich kein Türöffner für einen Dialog und sachlichen Disput zur aktuellen Situation. „Fortbildungs-Kurs“ „angstfrei kochen in der Toscana“ hätte ungefähr dasselbe Niveau, wie „runder Tisch“…sorry…
    Mit herzlichem Gruss,
    V.

    1. Hallo Verena,

      wenn selbst ein so interessierter Mensch wie Sie wenig/kein Grundwissen über Querdenken hat, gibt mir das zu denken. Nun bin ich nicht der Pressesprecher der Bewegung bin und habe Sie hier als intelligente Frau kennengelernt. Für mich ist das ein Indiz für die mediale Gehirnwäsche und Desinformation in diesem Land seit 15 Monaten.

      2020/21 gibt es eine Konstante. Alles, was regierungskritisch und nicht auf lockdown-Linie ist, wird bekämpft. Bekämpft mit Mitteln eines totalitären Regimes. Chronologisch:

      1.) Wissenschaftler
      Es fing mit Bhakdi und Wodarg an. Eben noch als Experte im TV gefragt, im nächsten Moment angeblich fake-news-Verbreiter, die auf dem medialen Index standen. Selbst eher „weiche“ Kritiker wie Streeck werden mittlerweile massivst angegangen. Jeder Arzt, der eine andere Einschätzung über die Gefährlichkeit des Virus hat und die Sinnhaftigkeit staatlicher Maßnahmen hinterfragt, ist zum Abschuss freigegeben. Erinnern Sie sich an an den Pathologen Püschel? Der wurde im TV vorgeführt, weil er es gewagt hatte, zu sagen, dass alle von ihm obduzierten Menschen mindestens eine schwere Grunderkrankung hatten und zeitnah/ohnehin gestorben wären.

      2.) Politik
      Gegen das erste Infektionsschutzgesetz hat sich keine Partei im Parlament gewehrt, gegen das zweite um Ostern 2020 nur die AfD. Den Regierungsparteien konnte nichts besseres passieren. Ab diesem Zeitpunkt war jede lockdown-Kritik „rechtsradikal“. Schließlich übernimmt man als lockdown-Kritiker eine AfD-Position und wird kontaktschuldig.

      3.) APO
      Außerparlamentarisch gab es bereits beim ersten Infektionsschutzgesetz aus dem März 2020 Kritik nach dem Motto „Wehret den Anfängen.“ Es roch stark nach Ermächtigungsgesetz. Initiativen wie „Demokratischer Widerstand“ um Anselm Lenz gründeten sich. Übrigens alles eher dem linken Lager zuzuordnen. Diese Menschen wurden (kein Witz) als Grundgesetzträger bepöbelt. Es gab auch erste Versuche von Parteigründungen rund um Bodo Schiffmann, den Ballweg auch im Interview erwähnte. Da „Aluhut-Träger“ eines der Kampfbegriffe war, bastelten sich Kritiker eine „Querdenker-Bommel“ aus Alufolie. Das war Selbstironie. Nur war das alles recht unorganisiert und unkoordiniert.
      Ein Ballweg ist in solch lebenspraktischen Dingen eher „auf Zack“. Organisation, Markenrecht, Vernetzung, Durchhaltevermögen, Kreativität, Öffentlichkeitsarbeit … all das kann ein Ballweg aufgrund seines Wesens und seiner Vita. So kam es nach lokalen Veranstaltungen zu den beiden Großdemos in Berlin im August. Spätestens nach der ersten Demo waren sich mMn die verantwortlichen Machthaber bewusst, wie „gefährlich“ diese Bewegung den Regierenden werden kann.
      Nur wie verbieten? Wegen Infektionsschutz und weil rechtsradikal. So wurde es versucht. Beides war vollkommen haltlos und Berlins Innensenator Geisel kam damit gerichtlich nicht durch. Also „musste“ man es stattfinden lassen.

      Was dann am 29.08.2020 geschah und vor allem, „wie“ darüber berichtet wurde, macht mich bis heute fassungslos. Nie hätte ich gedacht, dass in Deutschland die Wirklichkeit und die erzählte Wirklichkeit in den Medien soweit auseinanderklaffen können.
      – Die gesamte Polizeitaktik war auf Provokation und Eskalation ausgelegt. Schon am offiziellen Startpunkt des Demonstrationszuges Friedrichstraße wurden die Menschen eingekesselt. Die Polizei sorgte für Nichtabstand, nahm Panik in Verkauf und verhöhnte die Menschen anschließend mit „Ihr könnt die Abstände nicht einhalten. Wir müssen auflösen.“ Es ist ein Wunder, dass die Menschen friedlich blieben.
      – Es waren mMn deutlich mehr als 100.000 Menschen da. Die offiziellen Angaben sind ein Witz.
      – Über die Redner, den Inhalt der Reden, wurde gar nicht berichtet. Wie friedlich alles war, ebenso nicht.
      – Worüber wurde berichtet? Über den „Sturm auf den Reichstag“ ein paar km Luftlinie weiter. Die gehörten nicht zur Querdenken-Demo. Trotzdem wurde es vermischt. Dass es sich bei diesem „Sturm“ um eine Inszenierung handelte, ist an Deutlichkeit kaum zu überbieten. Und natürlich gab es eine Vorzeige-Idiotin namens Tamara K. „Zufällig“ vereinte diese Frau alle diffamierenden Negativ-Klischees (Reichsbürger-Nähe, Heilpraktikerin, wirr im Kopf, irgendwie russisch) in einer Person und wurde schon am Tag vor der Demo exklusiv interviewt. Sapere aude.

      1. Hallo Herr Löcke,
        Danke für die Nachhilfe. Mir ist nicht entgangen, was Sie konkret aufzählen – und es macht mich doch genauso fassungslos wie Sie. Gerade deshalb muss die Debatte doch um inhaltliche Fragen – auch der Motivation der „Querdenken-Bewegung“ – gehen und nicht um das Demonstrieren an sich. Und da kommt mir Herr Ballweg zu dürftig rüber. Im Gegensatz zu Ihren konkreten Ausführungen, sind die des Herrn Ballweg zu allgemein, um dingfest zu machen, worum es eigentlich geht, finde ich.
        Es grüsst, Verena

        1. Hallo Verena,

          Herr Ballweg scheint kein ausgebildeter Redner zu sein – dafür gibt es andere, die, wenn Ihnen sein Anliegen zu unklar ist, bessere Worte finden. Bekannt geworden ist er dadurch, dass er eine große Demonstrationsbewegung auf den Weg gebracht hat. Dafür kann man ihn erwähnen, es ist ein mühsamer Akt und Organisationsaufwand, so große Demos auf die Beine zu stellen. Demonstrationen sind Teil einer vielfältigen Bewegung, die sich auf der Straße zeigt und zum Ausdruck bringen will., während andere etwas anderes tun, wie etwa journalistisch tätig sein, politisch oder künstlerisch.

          Menschen wählen unterschiedliche Formen des Ausdrucks ihres politischen Unmutes. Die Demos als „infektionspotenzial“ zu bezeichnen, halte ich für unredlich, weil sie dennoch einen wichtigen Beitrag leisten, eine Überprüfung dessen ermöglichen, wie viel Demokratie noch in einer Gesellschaft drin steckt. Sie zeigen, wie Sie zum Demonstrieren stehen – Herrn Ballweg fehlende Inhalte zu unterstellen, ist im Grunde dann aber schon überflüssig, wenn Sie die Querdenken-Bewegung ohnehin nicht unterstützen. Haben Sie überlegt, wie es wäre, wenn niemand auf die Straße gegangen wäre? Käme Ihnen das nicht seltsam vor?

          Freundliche Grüße

          1. Hallo Erika,
            Es sind die Reaktionen auf die Querdenkenbewegung, die Anlass zur Sorge geben – die Bewegung selbst allenfalls durch die Naivität bezüglich des Infektionsrisikos. Wenn 20.000 und mehr auf relativ (!) engem Raum zusammen kommen: natürlich kann man sich in einem solchen Rahmen anstecken – und es geht nicht um Schnupfen.
            Mich entsetzt die zunehmende Polarisierung, an deren Stelle eigentlich der inhaltliche und sachliche, parlamentarische Diskurs gehört, der eklatant fehlt. Und was der Bewegung unterstellt wird, ist aberwitzig und grotesk – und diese Unterstellungen sind viel schlimmer, als querdenken. Die Aktion #allesmaldichtmachen hat für mich allerdings sehr viel gezielter die Diskussion zur gesellschaftlichen Haltung eröffnet -sowas finde ich persönlich charmanter, als auf die Strasse zu gehen. Was bringen die Demonstrationen im Hinblick auf die notwendige Korrektur der Informationspolitik, die kritische Analyse von Fakten (nicht im Sinne des affigen „Faktenchecks“, der keiner ist…) – ausser Wut auf beiden Seiten? Macht es auch nur irgendetwas besser? Leider nein- zu wenig echte, politische Debatte. Aber: es wäre noch viel schlimmer, gäbe es die Bewegung nicht…
            Herzliche Grüsse
            Verena

    2. Dazu kann ganz sicher Herr Thorsten Schulte sehr viel Erhellendes beisteuern. „Querdenken“ ist meiner persönlichen Überzeugung nach „Querlenken“, wurde längst von interessierten Kreisen der Staatsmacht übernommen (so wie das Herr Dr. Maaßen in Erfurt 2020 gut erklärt hat) und dient als Honey Pot, um die Opposition zu beschäftigen.

      1. Hallo Anoymous,
        ich habe mir beide Standpunkte, die von Thorsten Schulte und die von Querdenken, angehört. Die von Schulte halte ich nicht für schlüssig und ich sehe bei ihm auch gekränkte Eitelkeit. Bei der ersten Demo Anfang August rief Schulte am Ende seiner Rede dazu auf, dass man seine Bücher vor der Bühne kaufen könne. Das war in mehrerer Hinsicht problematisch. Egoistisch, weil es den Nachredner stört und eine Demo nicht eine persönliche Buchvorstellung ist. Außerdem sorgte es für Tumulte und beengte Situationen (Abbruchgefahr), weil die Leute nach vorne drangen. Das stieß den Organisatoren sauer auf. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, rief er nach dem tatsächlichen Abbruch dann dazu auf, zum Reichstag zu marschieren. Auch das wurde ihm übel genommen. Bei einer späteren Demo in Dortmund (?) wurde er dann als Redner ausgeladen, jemand anderes wurde für ihn eingeladen. Das nahm er persönlich.
        Danke für den Tipp rund um Maaßen, von dem ich auch viel halte. Ich werde nach der Rede suchen. Unabhängig davon: Dass eine solche Bewegung auch von innen bekämpft, sprich infiltriert wird, überrascht mich nicht. Mich würde das Gegenteil überraschen. Das muss aber noch nicht heißen, dass die Bewegung mittlerweile ein trojanisches Pferd der Regierung ist.

  6. Danke, Herr Langemann, für das gut und unvoreingenommene Interview mit Michael Ballweg. So geht Journalismus! Wenn Frau Schausten und Herr Frey zur besten Sendezeit Frau Baerbock „Wattebäuschchen“ zuwerfen, werden sie anschließend von anderen „Journalisten“ dafür gelobt, dass sie „nachgefragt“ haben. Hätten sie es doch nur getan!
    Ich hoffe, dass das im Vorspann angeklungene Interview mit Frau Wagenknecht noch zustande kommt. Ich sympathisiere wahrlich nicht mit der Linken, aber -im Gegensatz zu Frau Baerbock hat Frau Wagenknecht einen klaren Verstand und ist in der Lage, ihre Sätze unfallfrei zu formulieren.
    Wenn es den Club der klaren worte noch nicht gäbe, so müssten man ihn erfinden!
    Bleiben Sie weiterhin aktiv, kritisch und gesund.

  7. Ergänzend zum aufschlussreichen Interview ein paar Gedanken, weil sie auch inhaltlich Thema waren.

    1.) Niedere Motive werden jedem Regierungskritiker unterstellt, auch einem Markus Langemann. Das hat Methode. Manchmal lautet der Vorwurf (Rechts-)Populismus, manchmal Narzissmus, fast immer eine angebliche Geldgier. Geldgier wird RA Fuellmich unterstellt, Geldgier wird Ballweg unterstellt. Auch Boris Reitschuster wird vorgeworfen, dass er nur Klickzahlen generieren wolle und sich persönlich durch Spenden bereichere.
    Dieser Vorwurf ist an Zynismus und Heuchelei kaum zu überbieten. Ballweg sind Großkunden abgesprungen. Robert Cibis/Oval media oder Ken Jebsen (egal, was man von ihm hält), Rubikon, etc. … das sind Firmen, Verlage, Menschen, die nicht nur diffamiert/zensiert werden. Es wird versucht, ihnen die Existenzgrundlage wegzunehmen. Kaum noch eine Bank gibt ihnen ein Konto. Und der Vorwurf der Geldgier kommt in schöner Regelmäßigkeit ausgerechnet von „Journalisten“, die dank Zwangsfinanzierung ein gesichertes Einkommen haben.
    Niedere Motive? Es ist die gute alte Methode „Zerstöre den Ruf des Boten. Dann hört man sich seine Botschaft nicht mehr an.“ Jeder Faktencheck funktioniert so.

    Wird beim omnipräsenten Christian Drosten eigentlich jemals die Frage gestellt, ob dieser Mensch (neben fragwürdiger Kompetenz) zutiefst narzisstisch ist oder von anderen niederen Motiven wie Geldgier geleitet wird? Natürlich nicht. Im Gegensatz zu Ballweg/Fuellmich springt mich da Arroganz, die Unfähigkeit zur Selbstkritik und eine Mediengeilheit regelrecht an.
    Wie startete seine Karriere? Sie startete 2003 damit, dass er mit einem Kollegen den PCR-Test zur Feststellung einer SARS-COV1-Infektion „entwickelte“. Statt Entwickeln könnte man auch Zweckentfremden sagen, da der eigentliche Erfinder des PCR-Testes Kary Mullis genau davor gewarnt hatte. Stellte er seine Forschungsergebnisse (wie üblich) einem Wissenschaftsjounal zur Verfügung? Nein. Er lud sie direkt ins Netz hoch. Drosten selbst gab mal zu, dass es damals ein Schnelligkeits-Wettbewerb um Ruhm und Ehre war.
    Wie sähe die Welt 2021 wohl aus, wenn die WHO diesen Test 2003 nicht als Diagnosemöglichkeit anerkannt hätte? Würde irgendjemand den Namen Drosten überhaupt kennen? Freut sich eine Pharma-Lobby wie Bolle, wenn sich durch einen simplen Test eine Krankheit erkennen (?) lässt und sich damit indirekt ungeahnt große Märkte eröffnen? Selbstverständlich. Überhäufe ich solch einen Wissenschaftler dann mit Preisen, Ehrungen und Fördermitteln (wie der Pharma-Riese gsk 2004)? Natürlich.

    2.) Herr Langemann meinte augenzwinkernd (?), dass der ursprünglich positiv konnotierte Begriff „Querdenker“ nun dank Herrn Ballweg negativ besetzt sei. Nicht dank Ballweg, sondern dank Propaganda.
    Sorge dafür, dass der Durchschnittsdeutsche sofort an Spinner und Rechtsradikale denkt, sobald das Wort „Querdenken“ fällt. Sorge dafür, dass diese Menschen behandelt werden wie Aussätzige. Das fing bereits an, als die Bewegung noch kaum jemand kannte. Da „wussten“ bereits einige Medien, wie rechtspoulistisch die Bewegung sei. Warum? Wegen der Namensähnlichkeit zur rechten „Querfront“. Unglaublich. Vielleicht sollte man nach der Logik Garten-Sendungen des BR wie „Querbeet“ verbieten. Schließlich sind diese dann ebenfalls rechtsradikal.
    Diffamierung plus repetitio, also ständige Wiederholung. Auch die Methode funktioniert leider. So billig das auch ist.

    P.S.: Was passierte nach der Künstleraktion? Es wurde erwartbar die Frage nach niederen Motiven und der Finanzierung gestellt. Welch dunkle Kräfte waren da am Werk? Gibt es etwa Verbindungen zum Milieu (!) der Querdenken-Bewegung? Fündig wird man immer und wenn es eine konstruierte Kontaktschuld um drei Ecken ist. Wenn ich mit einer Lupe auf eine grüne Wiese gehe, finde ich immer einen braunen Grashalm. Nur erkennt man bei diesem Tunnelblick nicht mehr, dass diese Wiese sich in einem tiefbraunen Wald befindet.

    1. Hallo Herr Löcke,
      Danke Ihnen für diese exakten Beobachtungen…leider stimme ich mit Ihnen in dieser Wahrnehmung vollständig überein.
      best regards
      Verena

  8. Vielen Dank für diesen offenen Beitrag, der hilfreich auf dem Weg der Meinungsbildung ist. Ein ergebnisoffene Diskurs mit Wertschätzung der Teilnehmer als Fundament scheint in diesen Zeiten immer rarer zu werden. Ich halte es für sehr mutig und wichtig von Herrn Ballweg sich für die Grundrechte einzusetzen, um diese auch nachfolgenden Generationen zu gewährleisten (wenngleich mutig in diesem Zusammenhang leider schon ein sehr bedenkliches Adjektiv darstellt). Danke Herr Langemann für dieses Interview.

  9. Ich gehe auf die Demos von Michael Ballweg und habe da ausschließlich friedliche wunderbare Menschen/Familien kennengelernt die Behauptung von wegen Nazis ist das letzte und stimmt gleich null vielleicht sollte der eine oder andere mal genau hinschauen wer da so alles mit läuft ich bin auch von gewissen Schauspielern mehr als enttäuscht die sich ganz entschieden von den Querdenkern distanzieren oh je oh je oh wai oh wai wie schrecklich man kann doch nicht mit so jemand in einen Top geworfen werden.
    Manchmal denke ich das ganze ist ein Inelligenztest blos nicht selber Denken.

  10. Herr Langemann, ich bin ein begeisterter Verfolger Ihrer Beiträge, wie auch des aktuellen Gesprächs mit Michael Ballweg.
    Balsam für die Seele! Ein kleiner Wermutstropfen trübte das Zuhören : Sabbatical. Wir haben doch so viele schöne deutsche
    Begriffe für diesen Vorgang.

    Selbstdenkende Grüße

    Ralph Carstensen

  11. Genau so sollte Journalismus sein, kritisch und neutral. Danke Herr Langemann, für dieses Interview mit Herrn Ballweg.

  12. Danke für Ihre Arbeit! Ich empfand es als Gespräch mit klaren, fordernden Fragen. Herr Ballweg hat in seiner ruhigen und freundlichen Art die Fragen wirklich reflektiert beantwortet. Danke auch dafür, dass Sie eine Gesprächskultur pflegen, die es dem anderen ermöglicht, ausführlich zu antworten.
    Ich bin Herrn Ballweg, Ihnen Herr Langemann und allen die sich gegen den „Druck von oben“ stemmen sehr dankbar dafür, dass Sie sich der wichtigsten Aufgabe dieser Zeit witmen – Das Aufdecken von Zusammenhängen und Motiven für beunruhigende Entscheidungen der Politik…!

  13. Dass ein Großteil von Presse und Medien spätestens seit Beginn der Covid19-Pandemie ihren Ruf als Lügenpresse in einem Teil des politischen Spektrums, das Menschen wie ich zu meiden pflegen, nach Kräften bestätigt hat, ist unverkennbar. Dass diese Journalisten jedoch so weit gehen werden, die Unfreiheit zur neuen Freiheit hochzustilisieren und die bürgerlichen Freiheiten in den Staub zu treten, hat eine neue Qualität.

    Das Interview interessiert verfolgend habe ich zunehmend gefragt, welche objektive Bewertung man erhält, wenn man das politische Dreieck aus Bonner Republik, Ostberlin und Berlin des frühen dritten Reiches aufspannt, mit dem Ziel unser abdriftendes politisches System korrekt zu verorten. Wie weit wir uns bereits ausgehend von der Ecke, die 1990 die Bonner Republik markiert hat, in Richtung der zwei Ecken bewegt haben, die das Versagen unserer Nation im 20. Jahrhundert markieren, ist eine entscheidende Frage. Firmen wie Bosch, Thyssenkrupp & Co müssen sich fragen lassen, in welche Ecke sie streben möchten. Die Bonner Republik mit ihrem demokratischen Diskurs scheint nicht die Ecke zu sein, in der sie sich gerne verorten würden. Doch das ist nichts Neues. Das war vor einem knappen Jahrhundert nicht anders, als Firmen, das große Geschäft witternd, die Weimarer Republik und damit die Demokratie einer aufkommenden Massenideologie wegen verraten und damit geopfert haben.

    Wir müssen Menschen wie Herrn Ballweg dankbar sein, dass sie den Widerstand organisieren. Was vor etwa neun Jahrzehnten passiert ist, darf sich nie wieder wiederholen. Wer übrigens glaubt, dass die große Transformation, von der Herr Ballweg spricht, eine Verschwörungstheorie ist, sollte zwingend die Mediathek nutzen und sich die 19:00 Uhr-Heute-Nachrichten des 22.04.2021 anschauen, in denen die Bundeskanzlerin folgende Worte an die Bürger richtet:
    „Wir stehen vor einer globalen Herkulesaufgabe. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als eine Transformation unserer ganzen Lebens- und Wirtschaftsweise“. Wer es nicht glauben mag, einfach selbst nachschauen. Derweil sollten Menschen alle guten Willens in unserer Gesellschaft die Positionsbestimmung im oben erläuterten Dreieck so objektiv wie möglich vornehmen. Noch ist m.E. der Point of no Return noch lange nicht erreicht. Aber er rückt mit dem digitalen Impfausweis ein gutes Stück näher. Dass sich einem Land mit unserer Historie sich Politiker anmaßen, ein Mittel zu nutzen, das sich kaum von der Idee des Judensterns, d.h. der Separierung von Menschen unterschiedlicher Rechte, unterscheidet, zeugt von einer nicht für möglich gehaltenen Geschichtsvergessenheit unserer politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen „Elite“.

    1. Sehr geehrter HR. Assmann, im Gegensatz zu ihnen befürchte ich das der Point of No Return lange überschritten ist . Der Samen würde gesät und die Frucht ist erfolgreich aufgegangen . Was auch immer geschehen wird die Welt wie sie vor 2020 existierte wird nie wieder so sein

    2. Sehr geehrter Herr Dr. Aßmann,
      nicht, dass ich selbst keine Angst hätte, im Gegenteil. Aber die Sache mit der „Transformation“ kann man doch auf vielfältige Weise interpretieren. Dass es weltweit auf Dauer so nicht weitergehen kann, wie im letzten Jahr vor der „Pandemie“, dürfte doch auch klar sein. Dieses völlig überhitzte Leben, Millionen von Fluggästen an allen Airports rund um die Uhr, immer mehr Menschen auf der Welt, die sich grenzenlos vermischen, die natürlich fortschreitende Technisierung und Digitalisierung (alles, was technisch möglich war, wurde schon immer auch gemacht) usw. usw. Ich sehe das schon als eine Herkulesaufgabe an, hier eine, wie auch immer geartete, neue Ordnung herzustellen. Und natürlich muss man aufpassen und mitsteuern, soweit es in der Macht des Einzelnen liegt.

      1. Sehr geehrter Herr Linsner,

        selbstverständlich ändern sich die Randbedingungen für unsere Zivilisation permanent. Ein geläufiger Spruch lautet deshalb: das einzig Beständige ist der Wandel. Trotzdem kann ich mich nicht erinnern, dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD bei der letzten Wahl mit dem Versprechen einer „Transformation der ganzen Lebens- und Wirtschaftsweise“ als Wahlprogramm angetreten ist und wir Wähler uns dafür entschieden haben. Wenn man wie Angela Merkel von einer solchen Transformation spricht, muss auch das Ziel benennen, wohin die Reise gehen soll. Ist es die Durchindustrialisierung unserer Landschaften verbunden mit einem Exodus der Natur, auch wenn Grüne, BUND, Greenpeace, FfF, Altmaier & Co mit viel Geschwubbel und noch mehr Lügen etwas anderes behaupten, ist es das Übertragen der Verantwortung für die eigene Gesundheit an den Staat, ist es eine permanente und immer weitergehende Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten, ist es eine Reisepolitik a la DDR, ist es eine Gleichschaltung von Regierung, Opposition und Medien im Sinne einer Einheitsparteienlandschaft a la SED, Ost-CDU, LDPD, etc., ist es die Entmündigung der Bürger durch KI und autonomes (elektrisches) Fahren, sind es digitale Ausweise, die nur bei Wohlverhalten die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erlauben (hatte wir das nicht schon einmal so ähnlich) oder was verbirgt sich hinter der Aussage „Transformation der ganzen Lebens und Wirtschaftsweise“?

        Wenn ich ehrlich bin und mir den Intellekt der handelnden Personen anschaue, kann ich mich dem Gefühl nicht erwehren, dass diese selbst nicht wirklich wissen, wohin die Reise hingehen soll, wenngleich sie ganz sicher wissen, dass dieser Weg alternativlos ist. Mein Eindruck ist, dass die, die wissen, wohin die Reise mit Corona im Gepäck gehen wird, im mehr oder weniger fernen Osten residieren. Sicher ist, diese Reise geht genau in die Gegenrichtung von dem, was ich und wohl auch Herr Ballweg sich für unsere Zukunft vorstellen: eine friedliche Weltgemeinschaft freier Individuen, die unsere Welt zu einem besseren Ort machen. Denn eines sollte uns allen bewusst sein: eine monopolare UNFREIE Welt besitzt keinen Gegenpol, der für uns die Freiheit zurückerobern kann und wird. Wenn man eine Lehre aus Corona ziehen kann, dann dass unsere globalen Gesellschaften aus mindestens 90% Angsthasen und Angsthäsinnen bestehen, die alles tun werden, um nur nicht aufzufallen, nur die Freiheit für uns zurückerobern, werden diese ganz sicher nicht. Es ist vielen glücklichen Zufällen, vielen Opfern und wohl einem einzigen Mann zu verdanken, dass die Welt nicht bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diesen nur schwer zu korrigierenden Zustand angenommen hat: Winston Churchill. Die große Frage ist: wer stellt sich heute dem aktuellen rücksichtslosen Hegemoniestreben der Achse China-Russland mit ähnlichem Mut und Entschlossenheit wie damals Winston Churchill entgegen? Der zahnlose Tiger EU, zunehmend beeinflusst durch eine links-grüne Bewegung? Der alte Mann im Weißen Haus, Joe Biden? Eine Bundesregierung, die längst durch den Verfassungsschutz beobachtet werden müsste, die stattdessen ihre mutigen Bürger bespitzeln lässt und die sich mit einer Corona zur Dankbarkeit verpflichteten Journalistenschar im ÖRR umgibt? Wer von uns hätte nicht gerne ihren Status der Zwangsfinanzierung, egal welchen Schund sie abliefern? Bequemer und einfacher geht es nicht. Nur, lässt sich mit Bequemlichkeit, Angst und Einfalt die Zukunft gestalten? Ich zweifle daran.

        Meines Erachtens stehen uns äußerst unsichere Zeiten bevor.

        1. Sehr geehrter Herr Dr. Aßmann,
          sicher, ich stimme Ihnen zu. Danke für die ausgefeilte Antwort. Mein persönliches „Trauma“ ist, dass ich an alldem nichts ändern werde. Im fortgeschrittenen Alter hoffe ich, dass diese Entwicklungen nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen und ich einereits die Gnade der späten Geburt hatte, und in diesem Fall wahrscheinlich die Gnade des rechtzeitigen Ablebens. Wobei ich immer noch hoffe, dass es weltweit hervorragende Kräfte gibt, welche das Schlimmste verhüten mögen. Und was die AngsthÄsinnen betrifft, stelle ich mittlerweile fest, dass es in der Mehrzahl die Akademiker sind, die am ängstlichsten sind. Ich kenne einige wirklich (fachlich) brillante Leute, die ihre gesamte Familie impfen lassen und auch im Freundes- und Bekanntenkreis nur mit Maske agieren. Ich muss da erstmal draußen bleiben, ist mir dann auch egal. Wie der chinesische Weise sagte: „Man wird sehen…“
          Mit besten Grüßen.

        2. Guten Abend, Herr Assmann,
          ich weiß nicht, worauf Sie konkret sich bei Churchill beziehen. Doch eines ist belegt: Er war derjenige, der sofort nach dem 2. WK den dritten mit amerikanischen Atomwaffen unter Einbeziehung der deutschen Kriegsgefangenen gegen die damalige UdSSR beginnen wollte…

          Die Rolle des heutigen Russlands möchte ich nicht kleinreden, auch dieses Land hat seine Interessen. Doch es scheint mir auch hier offensichtlich, dass seine Handlungen seit 1990 keine expansiven waren, sondern Reaktionen, ganz im Gegensatz zu USA und NATO.
          Wenn der Westen an einem friedlichen, gleichberechtigten Mit- und Nebeneinander mit Russland tatsächlich interessiert gewesen wäre, so hatte er in den letzten 30 Jahren Möglichkeiten zuhauf, das zu demonstrieren. Er entschied sich jedoch anders, ohne Not ….

          1. Die Freiheit, die gerade wir im Westen seit 1945 genießen konnten, wurde unter großen Opfern erkämpft. Dieser Kampf ist untrennbar mit Winston Churchill verbunden. Hätte er die eher unentschlossenen Amerikaner nicht zu diesen Kampf motiviert, wäre das für uns alle wohl schiefgegangen. Wenn die Sowjetunion nach dem zweiten Weltkrieg eines ganz sicher nicht war, dann ein Hort der Freiheit. Winston Churchill war ein Kämpfer für die Freiheit und nicht für den Frieden. Mit dem Frieden konnte er zeitlebens nicht viel anfangen. Trotzdem ist es ein historischer Fakt, dass er die entscheidende Persönlichkeit war, die mit Verbissenheit und unbedingtem Siegeswillen das Kippen der Welt in den Faschismus verhindert hat. Mein Eindruck ist, dass wir aktuell sehr darauf achten müssen, dass die Welt nicht in Folge einer verlogenen CO2-Ideologie, die wesentliche Teile der Wahrheit einfach ausblendet, in einen gründominierten Pseudo-Sozialismus kippt. Die Methoden, mit der der Journalismus berechtigte Fragen zur Physik der Atmosphäre ausblendet, habe ich unten erläutert. Eine bessere Welt lässt sich nicht auf Ignoranz, (Denk-)Verboten und schon gar nicht auf Unwissenheit aufbauen. Diese Erfahrung hat hat die Menschheit schon vielfach gemacht. Doch gerade junge Menschen fallen immer wieder darauf hinein, weil ihr Enthusiasmus und ihre Begeisterungsfähigkeit von Rattenfängern missbraucht wird.

      2. Guten Abend, Herr Linsner,

        ja, ich habe solches auch gedacht, vor Corona. Dass das Leben zu gehetzt ist, dass es zu viel gibt, zu viel zu kaufen, zu viel zu verbrauchen usw.

        Ich habe mich seit rund zehn Jahren ganz freiwillig angefangen, zu beschränken. Lebensstil sehr runter reduziert. Sparsam, aber nicht geizig gelebt. Einfach von dem, was ich hatte, gezehrt.

        Mangel kann einem auch ein wirklich schönes Vergnügen bereiten. Wer alles hat, der ist satt und gelangweilt. Aber nie im Leben hätte ich erwartet und gefordert, dass nun alle so leben sollen wie ich. Das kann man auch nicht tun. Man kann nicht allen Menschen gleichzeitig einen bestimmten Lebensstil verordnen. Wer das tut, übt Gewalt aus. Die Transformation, die von der Politik jetzt verordnet wird, die ist nicht von gütiger oder bedächtiger Art. Die ist von diktatorischer und gewaltiger Art, wie ich denke. Das sehen wir jetzt. Nur Blinde sehen es nicht.

        Ich bin über 50 und mittlerweile weiß ich, dass noch keine Katastrophe so schlimm gewesen ist, wie sie erstens angekündigt, zweitens eingetreten und drittens wieder vergessen wurde. Mark Twain soll mal gesagt haben „the worst things in my life actually never happened“. Und so sehe ich das mittlerweile auch, ähnlich wie Ihr Zen-Spruch des „man wird sehen“.

        Die einzige Epidemie, die grassiert und das wohl schon sehr lange, ist die geistige Verwirrung.

        Wir Menschen über- und unterschätzen uns regelmäßig. Im Übrigen, „vermischt“ haben wir uns schon lange 🙂

        Freundliche Grüße

  14. Damit ist Herr Langemann spätestens ab heute kontaktschuldig im Sinne der Anklage. Ein schöneres Kompliment gibt es im Jahre 2021 nicht für einen Journalisten.

    Ich kann mich – zum Vergleich – gut an das fremdschämende Monitor-Interview von Georg Restle mit Herrn Ballweg vor acht Monaten erinnern, angeteasert mit „rechts oder naiv?“. Der geneigte ARD-Zuschauer sollte selbstverständlich schon im Vorfeld in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Das Interview glich einem Verhör, in welchem Restle die Rolle des Staatsanwalts, der Ermittlungsbehörde und Richters in Personalunion übernahm. Natürlich stand das Urteil „rechts“ in diesem Kafka-Prozess bereits fest.

    Wie wohltuend dagegen dieses Interview. Die Fragen ergebnisoffen, nicht manipulativ und trotzdem an den richtigen Stellen kritisch nachfragend. Das wird die wutschnaubende Moral- und Zensurpolizei sicher anders sehen als ich.

    1. Danke dass sie meinen Text bereits geschrieben haben. Nach 45 Jahren Medienarbeit geniere ich mich nicht nur für mein Berufsumfeld unsäglich, sondern verleugne inzwischen, je etwas damit zu tun gehabt zu haben.

      Während der Anfangszeit von C habe ich noch aufwändig versucht, dem irrtümlich unterstellten Faktenmangel gegenzusteuern. Bis ich einsehen musste: „die“ machen das absichtlich.

      (zensierte Bezeichnung) hatten wir immer schon reichlich, vom Charakter des Einzelindividuums bis zum gesamten Geschäftsmodell ganzer Medien. Aber eine derartig flächendeckende Verhöhnung aller Grundprinzipien und Wertekataloge ist mir nie zuvor untergekommen.

      Diese Tabubrüche sind nicht mehr reparabel: mit 90% meiner Branchenkollegen will ich nichts mehr zu tun haben. Und das liegt nicht an Sachfragen zu C.

      1. Danke für diese Offenheit. Seit ich dem Zusammenschluss von angeblich an Nachhaltigkeitsthemen interessierten Journalisten mit dem vielversprechenden Namen „Netzwerk Weitblick e.V.“ umfangreiche und absolut authentische Informationen in CC gesendet habe (bezeichnenderweise zur bis in das Jahr 2015 reichenden Vorgeschichte von Christian Lindners Rede vor dem Bundestag 2019: „Wie wäre es, wir würden Klimaschutz mal groß und global denken? Zum Beispiel durch einen Neustart für das Projekt Desertec in der Sahara?! – s. https://twitter.com/c_lindner/status/1177145417047445504„) und nach nur 2 Minuten (!) die Bitte per Email erhalten habe, dieses Netzwerk vom Verteiler zu nehmen, weiß ich, dass der deutsche Journalismus in weiten Bereichen mit Faktenfiltern arbeitet. Es werden selbst positive Ansätze ausgefiltert, wenn sie dem eigenen EEG- und Windenergielobbyismus entgegenstehen. Das gilt umso mehr, als dies mein erster, eher zufälliger Kontakt mit diesem Netzwerk war, dessen Mitglieder für das who is who des deutschen Journalismus stehen (Mitgliederliste auf ihrer Homepage einsehbar). Dass mir dieses Netzwerk wirre Texte und einen irren Geist bescheinigte und sogar vor einer Drohung nicht zurückschreckte, passt ebenso ins Bild, wie die uninteressierte Reaktion des Presserates. Unsere Presse und Medien haben aus dem Fall Relotius nicht die geringsten Konsequenzen gezogen. Einfach nur beschämend.

      2. Sehr geehrter Herr Hanko,

        herzlichen Dank für diese offenen Zeilen.

        Sie beschreiben meine persönliche Situation außerordentlich zutreffend, wobei ich hinzufüge, dass meine Distanz sich nicht auf Beruf oder Branche bezieht, sondern in weiten Teilen die ganze Gesellschaft. Es macht keinen Sinn, hier auf Details dazu einzugehen, das würde auch vollkommen den Rahmen sprengen.

        Ich fühle mich emotional durch Ihre Worte und Schilderung ein wenig aufgefangen in einer Mischung aus Trauer und Traurigkeit, verwoben mit Verachtung und tiefgreifender Ablehnung sichtbarer Dekadenz. Ausgerechnet in Deutschland ist die Titanic bereits wieder gesunken. Es hat sich keine (hinreichende) Sensibilität für fatale Entwicklungen herausgebildet, obwohl insbesondere Deutschland aufgrund der Geschichte außerordentliche Chancen und Möglichkeiten hatte.

        Den für mich bisher persönlich traurigsten Höhepunkt bildet der Freitod von Dr. med. Jens Bengen aus Trendelburg Anfang dieser Woche. Her Dr. med. Bengen war der Erste in Deutschland überhaupt, der medizinische Atteste ob des Maskenirrsinns ausstellte und sich daraufhin einem Terrorregime ausgesetzt sah.

        Bis heute werden Ärzte und andere Standhafte, nicht zuletzt Journalisten, nicht einem ideologischen Wahnsinn Anheimfallende oder -gefallene unter existenziellen Druck gesetzt, ist Nötigung und Erpressung de facto zum Normalzustand geworden, haben einige Ärzte das Land verlassen, weil ihnen mit Anschlägen auf Leib und Leben gedroht wurde. Der Staat unterbindet das nicht, vielmehr scheint er es indirekt zu befördern, wie sich auch in der inzwischen parlamentarischen Empörung des SPD-Abgeordneten Herrn Post über den Umgang des Bundesverfassungsgerichts mit Eilanträgen zur Corona-Thematik manifestiert. Auch Vera Lengsfeld nennt Ross und Reiter. Leider ist es kaum möglich, die dramatische Lage mit eben solchen dramatischen und drastischen Worten zu beschreiben, ohne dabei flugs das Populismussiegel aufgeprägt zu bekommen.

        Ich hoffe, dass der Leidensdruck in der Bevölkerung groß genug wird, um sich proaktiv endlich zur Wehr zu setzen, was ausschließlich friedliche Mittel beinhaltet, gleichwohl jedoch eine absolute Entschlossenheit. Am Pfingstwochenende sprach in Konstanz Oberst a.D. Michael Eder, in den 1970rn Mitbegründer des KSK, deutliche Worte hinsichtlich des Militärs und dessen Rolle in dieser Krise. Ich stehe zu 101% hinter seinen Worten.

        1. Sehr traurig, Ihre Nachricht von Dr. Bengen.
          Man bemerkt die Diktatur erst, wenn man gegen ihre Regeln verstößt. Ich hatte einige Unterhaltungen dazu. Die Leute verstehen nicht, dass sie längst unter totalitären Verhältnissen leben, weil sie es nicht eigens erfahren, wie es ist, wenn man nicht mitläuft. Darum ist es so furchtbar schwer zu vermitteln. Wenn ich gehorsam bin, dann kriege ich nicht mit, wie sich von allen Seiten die Menschen gegen einen wenden. Das sind Erfahrungen, die niemand riskieren will. Aber, so denke ich, ist das die Konsequenz von Ungehorsam. Ich habe meinen Ungehorsam bereits mit dem Verlust meiner Auftraggeber bezahlt. Ein Opfer bin ich deshalb nicht oder sagen wir mal, bedingt (ohne Pathos). Höchstens hat sich eher der Schleier einiger von mir selbst schön geredeter Dinge gelüftet.

          Den Freitod zu wählen als letzten Weg, … verstehen kann ich es. Mir würde davor grauen. … Aber, wer weiß, wie verzweifelt man überhaupt werden kann? Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute. Ich fühle mich mit allen verbunden, denen es so geht wie einem, der denkt, dass er wohl als letzter übrig bleiben wird in seiner Gegenwehr. Irgendwo wird es wohl für uns eine Parallel-Gesellschaft geben, wenn diese einen ablehnt. Nischen gibt es. Da bin ich sicher. Man muss sie sich suchen gehen.

          Herzliche Grüße

    2. Hallo Herr Löcke,

      oh, dieses unsägliche Interview mit Herrn Restle und Herrn Ballweg habe ich auch verfolgt. Und daraufhin schrieb ich einen mehrseitigen Beschwerdebrief an die Redaktion und den Rundfunkrat. Hab nie was von denen zurück erhalten. Ich fand die Fragen unter aller Würde und so derartig manipulativ und peinlich. Ich habe es kaum bis zum Ende geschafft, anzuschauen. Grauenhaft.

      Ich denke trotzdem, dass meine vielen Briefe, die ich an diverse Stellen schickte, dennoch gelesen wurden. Von irgendwem ganz sicher. Alles hat Bedeutung. Auch wenn man keine Antworten bekommt.

      Grüße an Sie.

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