Liebe für Lauterbach

von Peter Löcke //

Ich habe momentan ein Gefühl von Liebe in mir. Im Hintergrund läuft ein Oldie, eine Herz erwärmende Schnulze der Band Gänsehaut aus dem Jahr 1983. Liebe. Jeder Mensch braucht Liebe und Anerkennung. Auch ein Karl Lauterbach. Und die bekommt Karl nicht. Deswegen mache ich mir Sorgen um die Gesundheit des Menschen, der sich Sorgen um meine Gesundheit macht.

Karls Leben war nicht immer einfach. Er trennte sich 2004 von seiner Frau, der Epidemiologin Angela Spelsberg. Jahre später folgte in einem Rosenkrieg die Scheidung. Seitdem ist Lauterbach ohne Partnerin. Karl fehlt laut eigener Aussage bis heute eine Frau zu seinem Glück. Was ihm also fehlt, ist Liebe. Seit fast zwei Jahrzehnten ist das, was man auf gut Deutsch Work Life Balance nennt, völlig beim Karl aus dem Ruder gelaufen. Spelsberg behauptete, ihr Ex sei nur auf Geld und Karriere aus und er sei überhaupt kein Epidemiologe. Doch da vertraue ich dem Gottvater der Wissenschaft, Christian Drosten. Der attestierte Karl gönnerhaft ein Grundwissen. Weit vor Corona wurde der Mann mit dem wissenschaftlichen Grundwissen zu Deutschlands faulsten Abgeordneten gekürt, weil er so gut wie nie an Sitzungen teilnehme. Doch Menschen ändern sich. Ich sehe da einen Reifeprozess, schließlich möchte Lauterbach Gesundheitsminister werden. Für mich ist Lauterbach ein Multitalent, der über die Grenzen des menschlich Möglichen und leider seine eigenen Kräfte geht. Das geht auf Dauer nicht gut. Das kann nicht gut gehen. Das sagt selbst die Wissenschaft. Es ist ein bewiesenes Phänomen, das Menschen von dem Stoff, den sie verkaufen, überproportional häufig abhängig werden. Viele Köche sind übergewichtig, viele Wirte Alkoholiker. Karl verkauft seit jeher Medikamente. Und sich selbst. Daher mache ich mir Sorgen. 

Wie sieht Lauterbachs selbstzerstörerisches Leben aus? Sein Lohn- und Brotjob ist der des Politikers. Der füllt ihm den Kühlschrank und lässt ihn die Rechnungen bezahlen. Doch Karl ist um so vieles mehr, denn der Beruf alleine füllt ihn nicht aus. Er ist Arzt, also Impfarzt. Das bedeutet, dass Lauterbach die Kompetenz besitzt, bei einem Fototermin eine zuvor aufgezogene Fixe subkutan in den Oberarm eines homo sapiens zu jagen. Nun sagen kritische Menschen, das könne jeder Zehnjährige und Lauterbach habe noch nie einen Menschen behandelt. Ich jedoch erstarre als gläubiger Mensch, wenn Lauterbachs Predigten mit „Ich spreche jetzt als Impfarzt und Epidemiologe“ beginnen. Neben Politiker und Arzt ist Lauterbach auch Lehrer. Im Notstandsdeutschland ist es seine erste Bürgerpflicht, die Menschen aufzuklären, sie zu warnen. Daher explodiert jede Suchmaschine, wenn Sie in selbige „Lauterbach warnt“ eingeben. Für seine Lehrtätigkeit wurde zwischen ihm und dem angeschlossenen gebührenfinanzierten Schulfunk eine Flatrate eingerichtet. Ein Hybridunterricht mit dem Lehrer Lauterbach auf der einen Seite und der Bevölkerung als Schulklasse auf der anderen. Damit nicht genug. Karl opfert seine eng bemessene Zeit, indem er auch alle anderen Qualitätsmedien mit seinem Wissen bedient.  Schon hier wäre ich aus Zeitgründen vollkommen überfordert. Nicht aber Lauterbach. Er ist auch liebevoller Vater, der viel Zeit mit seinen Kindern verbringt. Den mit Abstand größten Teil seiner Zeit verbringt der Tausendsassa aber laut eigener Aussage damit, sich mit neuesten Studien zu beschäftigen. Das zu vermittelnde Wissen muss ja schließlich irgendwo herkommen. Nur – wann genau studiert Karl? Das muss zwischen 24 Uhr und Mitternacht sein. Karl lebt in einem eigenen Paralleluniversum, in welchem die Zeit anders läuft. Und doch glaube ich Lauterbach. Ich möchte ihm glauben und ihn vor seinen Kritikern schützen. Die werfen ihm Lügen, dutzende medizinische Falschaussagen, unwahre und Angst machende Prophezeiungen vor. Das sehe ich anders. Ein Lauterbach lügt nicht. Bei seinen Lügen handelt sich viel mehr um aktualisierte Fassungen seiner Meinung. Deswegen ist es gut, wenn Maischberger, wenn Illner und wenn Anne will auch Anne Will sich schützend vor Karl schmeißen, weil der wieder einmal eine argumentative Räuberpistole auf sich selbst gerichtet hat und abdrücken möchte. Man muss Karl vor sich selbst schützen. Nur reicht das? Wird der Mensch, der ganz Deutschland auf den Arm nimmt, auch in den Arm genommen? Ich vermute nicht. Liebe. Lauterbach fehlt Liebe.

Ohne Liebe zu sein, schmerzt. Und wenn ein Mensch mehrere Dinge gleichzeitig macht, gehen alle Dinge schief. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Just in diesem Moment. Beim Gedanken an Lauterbach und beim Schreiben über ihn schüttelte ich meinen Kopf. Dabei fiel mir die Zigarette, die hinter meinem Ohr klemmte, direkt in die Tasse Kaffee, die vor mir stand. Nun kann ich weder rauchen noch den Kaffee genießen. Statt zwei Stimulanzen habe ich nun überhaupt keine. Die Fähigkeit zum Multitasking ist also eine Legende. Ich drücke auf Repeat, um abermals bei den Klängen von Gänsehaut eine Gänsehaut zu bekommen. Stimulanz muss sein. „Karl der Käfer wurde nicht gefragt. Man hatte ihn einfach fortgejagt.“ Ein wunderschöner Refrain aus guten alten Zeiten, als der Klimawandel noch Waldsterben hieß. Das vergaß ich zu erwähnen. Lauterbach ist auch Klimaforscher. Das ist ein Hobby, in das er viel Zeit investiert.

Karl, der Lauterbach, wurde nun genug gefragt. Es wird Zeit, ihn fortzujagen. Es wird Zeit, dass er mal wieder in den Arm genommen wird. Freiwillige vor!

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers wieder.

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19 Antworten

  1. Eine sehr nette Geschichte, Herr Löcke. Ich habe mich schon sehr oft an ARD und ZDF gewendet, damit Herr Lauterbach aus dem Fernsehen verschwindet. Es hat alles nichts genützt. Es kommen immer die gleichen Antworten. Ich merke immer mehr, dass man auch in einer Demokratie gegenüber dem ÖRR und Presse machtlos ist, denn ich vermute stark, dass ich mit meiner Meinung über den Herrn Lauterbach nicht alleine bin. Es ist noch nicht wie DDR, nur einiges geht in die Richtung. Wenn mir das jemand 1989 erzählt hätte…….

  2. Lieber Herr Löcke,

    amüsant und geistreich, vielen Dank. Nur, ich bin mittlerweile sehr müde geworden. Warum? Weil z.B. genau diese Person, über die man so trefflich streiten kann, jetzt wahrscheinlich sogar Bundesgesundheitsminister wird. Und so ist es gerade mit allem rund um dieses unselige Thema.

    Bleiben wir dennoch hoffnungsvoll.

    1. Lieber Herr Linsner,

      ich verstehe Ihr Gefühl nur allzu gut. Mir geht es haargenau wie Ihnen. Müde?

      „Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
      so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
      Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
      und hinter tausend Stäben keine Welt.“

      Dieses Gefühl der Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit im wunderschönen Panther-Gedicht von Rilke. Wir scheinen uns im „allerkleinsten Kreis“ zu drehen und es scheint nicht aufzuhören. Und dann lese ich Ihre Kommentare und die von vielen anderen hier. Kommentare, die mich trösten, von denen ich etwas lerne (!), die mir Hoffnung geben. Dann weiß ich, dass ich nicht alleine stehe und bin dankbar. Vor allem natürlich Herrn Langemann, der das ermöglicht. Dann denke ich an Verse, die mal in meinem Poesie-Album standen. Das ist fast 40 Jahre her. Ich kenne noch nicht mal den Autoren.

      „Sinkt das Schwarz
      wie ein Grabtuch auf dich nieder
      Wirf nicht den Pinsel weg
      die Farben kommen wieder.“

      Ich fühle mich wie ein alter Sack mit einem kindlichen Traum. Irgendwann gibt es ein Club-Klassentreffen. Eine Party. Dann feiern wir. Null-Geh-Regeln. Maskenlos. Lachen, streiten, diskutieren, tanzen, betrinken uns und erzählen politisch unkorrekte Witze. Herr Langemann ist Gastgeber und macht den DJ. Vermutlich wird viel Sinatra gespielt. Er lässt einen Hut rumgehen, um die Kosten für die Sause einigermaßen wieder hereinzuholen.

      Ihr
      Peter Löcke

      1. Lieber Herr Löcke,

        Sie kommen mir zuvor. Diese Idee mit einem gemeinsamen Treffen irgendwann, vielleicht in Berlin, hatte ich auch schon, nur noch nicht formuliert…

        Und der Hut, der dann rumgeht, darf ruhig sehr groß sein 🙂

        Liebe Grüße

      2. Wunderschön. Wir sind alle noch da. Genauso wie die Realität. Wissenschaft ist genauso wenig verboten wie Demokratie. Würde Drosten sich im Recht wähnen, hätte es nie so eine Lächerlichkeit von Gerichtsverhandlung gegeben. Ihr seht, es wird immer schwieriger für das offizielle Narrativ. Ich sehe in meiner Praxis für Zahnheilkunde die Anzeichen für Impfschäden. Für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh, dennoch, der Trend ist klar. Unzweifelhaft geht es jetzt im blöderschen Maßstab aufs Ganze, die Tatsachen sind aber immer noch da. Ich glaube nach wie vor an unsere Souveränität als Wahlvolk. Unterschätzt den Michel nicht, vor allem den nicht östlich der Elbe.

  3. Ich kann diesen Mann nicht mehr sehen, geschweige denn hören… diese Stimme… oh Gott. Und dann noch das was aus diese Mann so heraus sprudelt. Inhalte generell um wenn er im Fernsehen zu sehen ist. Leider geben die Medien ihm immer wieder eine Plattform. Es ist schlimm, wahrscheinlich gibt es keine kompetenten Epidemilogen.

    1. …Epi-demi-(o)-lügen…wie war doch gleich die Berufsbezeichnung?… „epi“ für „oberflächlich, obenauf“, „demi“ für „halb“ – „o“ für: „wir wissen es genau“ – und „lügen“: selbsterklärend…

  4. Ich kann mich dem Kommentar von Frau Pies nur anschließen. Einfach skandalös das solche Politiker auf die Menschheit losgelassen werden, aber es gibt leider noch viel mehr von diesen und sie bringen viel Unheil über uns.

  5. Großartig geschrieben und auf den Punkt gebracht! Danke, dass Sie zu etwas Heiterkeit in diesen wahnsinnigen Zeiten beitragen.
    Vielleicht sollte man ihn aber nicht nur umarmen, sondern auch mal kräftig schütteln…

  6. …wenn es nur nicht so traurig wäre, mit dem Dr. Fliege….
    …und nur jemand bitte einfach mal das Mikro und die mediale Bühne ausschalten würde…dann darf er auch weiter seiner Ansichten sein….frei nach Brecht: „Jeder ist ein Küntsler“…

  7. Vielleicht sollte Herr Lauterbach einmal nach Polen fahren(?). Hier machen sich die Frauen hübscher, die Restaurants, Geschäfte, Friseursalons, etc. sind offen für jeden auch ohne 3G, 2,5 G oder gar 2G, die Menschen weniger griesgrämig, die Jugend feierwütiger, das Wetter freundlicher, das Leben günstiger und – besonders wichtig – die Corona-Meldungen unverständlich. Corona spielt im Alltag kaum eine Rolle. Trotzdem liegt die aktuelle Inzidenz dreimal niedriger als etwa im immer restriktiveren Österreich.

    Hier könnte er vielleicht beides verlieren: seine Einsamkeit und seine Corona-Paranoia. Zudem hätte er vielleicht trotzdem noch etwas Zeit über, sich mit solchen Veröffentlichungen zu beschäftigen: https://multipolar-magazin.de/artikel/sicherheitsbericht-todesfallmeldungen-impfungen

    Köstlich Ihr humorvoller Umgang mit der bitterdeutschen Realität, Herr Löcke. Wir vergessen bei all unserer – teils überzogenen – Kritik allzu leicht, dass sich auch hinter Politiker(innen) menschliche Schicksale verbergen, die viele von uns eher nicht teilen möchten.

  8. Köstliche Beschreibung eines völlig überschätzten und mediengeilen Politikers. Mit seinen dauernden Zitaten irgendwelcher Publikationen in den ach so angesagten Talkshows wird sein Profil nicht besser, eher noch schlechter, da man das ewige Gejammer und die oberflächlichen Zitate nicht mehr hören kann. In der Schule gab es früher den Klassenverweis.

  9. ,,es klappert die mühle dem lauterbach,, klipp klapp…klipp klapp…
    ,,denn haben wir ihn, so haben wir brot,, klipp klapp…klipp klapp…
    ,,so sind wir geborgen, und haben nie not,, klipp klapp…klipp klapp…

    ihr kolumne ist ein festschmaus für die sinne, lieber herr löcke.
    sarkastischer kurzweil gepaart mit trauriger wahrheit, lässt einen nachdenklich werden.

  10. Einfach nur köstlich! Ich habe meine Einstellung gegenüber un-Lauterbach im Nu geändert und sehe ihn nun mit ganz anderen Augen. Am liebsten aber schaue ich weg, wenn er am Bildschirm auftaucht und in seinem einschläfernden Singsang seine Platitüden ablässt. Auf jeden schildere ich gleich mal meinen Freunden im Ausland, die das Geschehen in Deutschland interessiert bzw. amüsiert verfolgen, von der anderen Sichtweise bzgl. un-Lauterbach; die glauben nämlich, wir wären eine Bananenrepublik, weil solche Armleuchter im Bundestag sitzen dürfen.

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